Canon EOS M für Videos

Die Canon EOS M hat einige technische Features, die beinahe professionelle Videoaufnahmen ermöglichen.

Die Canon EOS M hat einige technische Features, die beinahe professionelle Videoaufnahmen ermöglichen.

Das schon ältere Canon EOS M Basismodell (2013) bietet sich als ein preiswerter Einsteig für HD-Video an. Dieses erste EOS M Modell ist als Gehäuse für rund 100 bis 150 Euro gebraucht zu haben, bietet solide Technik und gute Bedienung. Zum Einstieg bietet sich neben der Software Magic Lantern ein einfaches, manuelles Objektiv mit einem preiswerten Objektiv-Adapter an. Damit kommt man in den Genuss einer sehr feinfühligen manuellen Fokus-Einstellung und kann Fokus-Peaking und Zebra nutzen. Die Bedienung über den Touchscreen ist komfortabel und die Lupen-Einstellung für das Display ermöglicht ebenso wie der Mikrofonanschluss und manuelle Video-Einstellungen professionelles Arbeiten.  Weiterlesen…

Normalobjektive zum Fotografieren verwenden

Fotografieren mit dem Normalobjektiv bedeutet viel Spass und gute Bilder, aber auch ein bisschen Beinarbeit. Statt dem Drehen am Zoomring musst Du Dich selbst in Bewegung setzen, um den idealen Ausschnitt und die beste Perspektive zu finden.

Fotografieren mit dem Normalobjektiv bedeutet viel Spass und gute Bilder, aber auch ein bisschen Beinarbeit. Statt dem Drehen am Zoomring musst Du Dich selbst in Bewegung setzen, um den idealen Ausschnitt und die beste Perspektive zu finden.

Normalobjektive sind spannender, als der Name vermuten lässt. Ihren Namen haben Sie aus Zeiten, in denen das Standardobjektiv zu Spiegelreflexkamera klassischerweise ein Objektiv mit etwa 50 Millimetern Brennweite und einer Lichtstärke von 1,8 war. Der Hauptgrund für diese Lösung war zumindest damals, dass die Brennweite an einer Kleinbildkamera beim Fotografieren am ehesten dem menschlichen Blickwinkel entspricht. Und dass die hohe Lichtstärke auch Aufnahmen unter schlechten Lichtbedingungen erlaubte. Genau das und dazu noch ein schöner Unschärfeffekt oder Bokeh sind auch die Hauptgründe, warum Du Dich (zumindest zeitweise) auch heutzutage mal mit einem Normalobjektiv beschäftigen solltest. Hier findest Du auch das ausführlichere Video zum Thema Fotografieren mit dem Normalobjektiv, das es natürlich auch auf meinem Youtube-Kanal gibt.

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6 Favorite features of Magic Lantern

Dieser Beitrag ist zwar schon etwas älter, aber vielleicht geht es anderen Leuten ja wie mir: Mit Anschaffung einer neuen Software oder neuer Technik stürzt man sich in die neuen Möglichkeiten. Und weil die Fülle von Features bei den heutigen Produkten so riesig ist, sortiert man auch gleich wieder aus: Was nutze ich, was lasse ich erst einmal links liegen?

Dummerweise kümmert man sich später nur noch um ganz wenige Dinge, die man zu Beginn mal links liegen gelassen hat.

Ähnlich ging es mir mit meiner jetzt auch schon angegrauten Canon EOS M: Sie ist noch immer häufig in Gebrauch. Aber wenn ich mich dunkel erinnere, was es noch für Funktionen gab, fällt mir wenig ein. Und wer liest schon gerne das Handbauch? Aus diesem unten genannten Video – ebenfalls von 2014 – habe ich damals nur wenig Neues erfahren. Wenn ich mir das heute ansehe, dann merke ich, dass ich mit meinen Routinen wohl schon etwas fest gefahren bin und doch einiges im Laufe der Zeit ausgeblendet habe.

Ist es nicht seltsam, dass man die neuesten Features der neuesten Technik förmlich in sich aufsaugt und nach ein oder zwei Jahren fast alles vergessen hat, was man nicht in der täglichen Arbeit braucht. Dabei hätte man damals schwören können, dass man die Neuanschaffungen genau deswegen getätigt hat…

Weihnachtsbilder: mehr Flair mit Bokeh

Der Begriff Bokeh ist wahrscheinlich nicht allen Fotografen bekannt. Gemeint ist der Unschärfebereich, wie man ihn von Bildern einer Spiegelreflex-Kamera kennt, wenn mit offener Blende fotografiert wurde. Am schönsten kommt das zur Geltung, …

– wenn es Nachtaufnahmen sind oder Fotos die bei wenig Licht aufgenommen wurden
– wenn ein Motiv im Nahbereich fotografiert wird, damit der Unschärfebereich groß ist
– wenn es im Hintergrund Lichter gibt, die verschwommen / unscharf abgebildet werden

Jeder hat solche Bilder schon gesehen, viele haben sich an Ihnen versucht. Aber es braucht auch ein paar technische Voraussetzungen dafür.

Ich habe das jetzt gemacht mit einer DSLR (Canon 550D), zwei spiegellosen Kameras Canon EOS M und Lumix LX100) und einem Smartphone (iPhone 6s), um die Effekte zu verdeutlichen. Alle Bilder entstanden ohne zusätzliches Licht (außer Lumix LX100 Weitwinkel, da wars schon zu dunkel), mit offener Blende (sofern man das bei einem Smartphone sagen kann), und einem Objekt an der Nah-Einstellgrenze, die bei jeder Kombination eine andere ist.

Die DSLR: Canon 550D

Hier gibt es aufgrund der Sensorgröße unzweifelhaft die besten Ergebnisse. Jeder kennt den Effekt, dass Kameras mit einem kleineren Sensor fast alles scharf abbilden. Oder umgekehrt: Das eine sehr enge Schärfezone eben fast nur mit einer DSLR mit einem größeren Sensor und einem lichtstarken Objektiv bei offener Blende möglich ist.

[Die 550 D ist ein ‚Oldtimer‘. Nachfolger ist am ehesten das Modell Canon EOS 700D mit Touchscreen ]

Canon 550D mit Zoom-Objektiv

Die erste Aufnahme wurde mit einem Standardzoom 17 bis 85 mm von Canon gemacht. Offene Blende bedeutet in diesem Fall schon mal 5,6, das ist also nicht besonders lichtstark. Die Effekte sind so naja, aus meiner Sicht ganz brauchbar.

Canon 550D mit Wallimex-Video-Objektiv

[Dieses Foto ist mein persönlicher Favorit]

Die nächste Aufnahme entstand mit einem Objektiv, das eigentlich für Video-Aufnahmen gedacht ist: Einem Wallimex 1,5 / 35 mm (nach meinem Wissen baugleich mit Rokinon, Samyang und einigen anderen). Das sind die Effekte, wie ich sie mir wünsche. Etwas schwierig zu handhaben, weil das Video-Objektiv vollständig manuell funktioniert. Das Bokeh ist sehr schön, die Naheinstellgrenze erlaubt auch Detailaufnahmen.

[Walimex Pro 35 mm 1:1,5 VCSC Foto- und Videoobjektiv (Filtergewinde 77 mm) für Canon Objektivbajonett schwarz]

Canon 550D mit einem lichtstarken Zeiss-Objektiv

Nächster Kandidat: Ein Zeiss 1,7 / 50 mm, ein Festbrennweiten-Klassiker mit Contax-Anschluss. Sollte wegen der leichten Telewirkung und der ersten Qualität der Linsen eigentlich top abschneiden, hat mich aber eher etwas enttäuscht. Verantwortlich dafür ist die relativ große Naheinstellgrenze: Mit einer zu großen Entfernung vom Objekt kann man kleine Motive nicht formatfüllend fotografieren. Der Abstand zum unscharf abgebildeten Hintergrund müsste dann noch größer sein – was bei Innenaufnahmen eher unpraktisch ist.

Geplant war dann, als nächstes Objektiv für die DSLR wäre das Porträt-Objektiv 1,8 / 85 mm Nikkor zu nehmen. Aber nach diesen Bilder stand schon fest, dass das nicht mehr besser wird: Da müssten die Abstände noch größer werden. das 50 mm und das 85 mm sind also sicher güt für Fotos und Videos im Freien, zum Beispiel Porträts. Aber die Abstände müssen stimmen, alles muss sehr großräumig arrangiert werden.

Die spiegellose: Canon EOS M

Canon EOS M mit dem Kit-Objektiv 18-55 mm

Die EOS M hat den gleichen Sensor wie die DSLR (das ist ja der Reiz an der Sache). Man könnte deswegen mit einem Adapter auch die gleichen Objektive verwenden, aber das wäre ja langweilig. Also wird zuerst das Standardobjektiv für die EOS M montiert, das 18-55 mm. Das Bokeh fällt deutlich gegenüber der DSLR ab.

[Für diese ‚alte‘ EOS M gibts jetzt eine Canon EOS M3 mit immerhin 24 Megapixel und WiFi, NFC, in Kürze soll eine preiswertere EOS M10 erscheinen.]

Canon EOS M mit Festbrennweite 2.0/22mm

Und mit dem lichtstarken Weitwinkel-Objektiv 2,0/22mm wirds eher schlechter: Der Weitwinkelcharakter und die Naheinstellgrnze sorgen dafür, das eher eine Übersichtsaufnahme daraus wird, Unschärfe kann man hier nur schwer erzeugen, Bokeh noch weniger.

[Das Canon EF-M 22mm 1:2 STM ist ein sogenanntes Pancake-Objektiv ]

Die spiegellose Lumix LX 100

Lumix LX100 mit Teleeinstellung

Meine Vermutung war: Kleinerer Sensor bei der Lumix, geringerer Unschärfebereich, weniger Bokeh. Also wollte ich die hohe Lichtstärke im Tele-Bereich ausnutzen, immerhin noch 2,8, und den geringeren Schärfentiefebereich hier. Das Ergebnis ist nicht so toll.

[Panasonic DMC-LX100 Lumix]

Lumix LX100 mit Weitwinkel-Eeinstellung

[Das ist für mich der Überraschungs-Kandidat, 2. Platz]

Absolut schön dagegen finde ich den Effekt im Weiwinkelbereich: Man kommt wirklich ganz nah dran, das Bokeh zaubert kreisrunde Lichteffekte im Hintergrund und die hohe Lichtstärke von 1,7 bei Weitwinkel erlaubt Frei-Hand-Aufnahmen im Halbdunkeln.

Das Smartphone: iPhone 6s

iPhone 6s

Dazu muss man wissen, dass beim  iPhone 6s wohl generell keine Blendensteuerung möglich ist. Mann kann sich also nur drauf verlassen, dass es dunkel genug ist, damit automatisch eine offene Blende gewählt wird. Aber eben nicht so dunkel, dass sich das Bildrauschen, das hier recht früh einsetzt, sich schon störend bemerkbar macht. Es gibt einige Foto-Apps mit denen man die Verschlusszeiten steuern kann, aber wohl nie die Blende. Als Schnappschuss ist das Ergebnis ok, aber weder Naheinstellgrenze noch Blende (immerhin 2,2) erlauben eine Freistellung des Objekts oder gar ein schönes Bokeh der Lichter.

Fazit

Eine alte DSLR (Canon 550D) und ein gutes, lichtstarkes Objektiv (Wallimex 1,5/35mm) mit geringer Brennweite und Naheinstellgrenze sind für mich eindeutig Sieger in diesem Vergleich. Die Lumix LX100 mit ihrem kleinen Four-Thirds-Sensor schlägt sich sehr gut gegen diesen Veteranen, vor allem in der Weitwinkel-Einstellung. Und: Das Bokeh hat hier eine schöne kreisrunde Form, während man beim DSLR-Objektiv noch die Ecken der Blende erkennt.

Die Verwendung von älteren Prime-Linsen an einer DSLR für den Nahbereich bringen leider nicht ganz das gewünschte Ergebnis, weil man nicht nah genug ans Objekt kommt. Die anderen Kandidaten (Canon EOS M und iPhone 6s) lassen sich für größere Objekte und Porträts sicher auch gut einsetzen, stoßen aber im Innenbereich und bei kleinen Motiven schnell an ihre Grenzen.

Wer jetzt stimmungsvolle Weihnachtsbilder zaubern will, sollte Stativ und Lichter / Lichterketten für den Hintergrund parat haben, was im Innenbereich ja kein Problem ist.

PS: Die Videoaufnahmen unter den gleichen Bedingungen zeigten zwar veränderte Bildausschnitte, aber im Prinzip das gleiche Ergebnis. Und die gleiche Rangfolge bei den Testkandidaten.

Ist der süß: Fifty Dollar Follow Focus

Mikro Follow Focus

Man könnte ihn auch einen Mico-Follow-Focus nennen, den Fifty Dollar Follow Focus. Mal abgesehen davon, dass er mit den angebenen 50 Dollar wirklich sehr preiswert ist (in einer vollständigeren Ausstattung aber mehr als 80 Dollar kostet) hat das Ding auch etliche weitere Vorteile, finde ich.

Zu Beginn des Filmens mit einer DSLR spielten geringes Gewicht und die Größe für mich kaum eine Rolle, im Gegenteil: Schwerer hieß für mich stabiler, robuster, besser handhabbar. Erst wenn man dann einige Erfahrungen mit einem schweren Schulterstativ gesammelt hat und man den Flyer mit der Kamera nicht mehr lange still halten kann, ohne tattrig zu werden, sieht man das etwas anders.

Inzwischen besitze ich mit der Canon EOS M ja auch eine spiegellose Kamera zum Filmen. Und auch wenn ich mich im Augenblick noch sträube, sie durch diverse Zubehörteile aufzurüsten (Rods, Follow Focus, Viewwfinder,,,) – auf lange Sicht gesehen kann das nicht nur praktisch sein, sondern auch die Ablösung der DSLR bedeuten.

Rods gibt es kürzere und leichtere, als die von mir verwendeten, dazu der kleine Follow Focus und ein Griff oder ein Stativ, schon wäre man reisefertig. Wer weiter aufrüstet, der müsste statt der Sucherlupe einen elektronischen Viewfinder oder Monitor benutzen, weil sonst der praktische Touch Screen der EOS M seinen Reiz verliert.