Canon EOS M: gute Kamera zum Filmen

Die Canon EOS M verfügt über etliche technische Feinheiten, die sie für Video-Aufnahmen prädestinieren.

Die Canon EOS M verfügt über etliche technische Feinheiten, die sie für Video-Aufnahmen prädestinieren.

Eine ältere Canon EOS M bietet sich als preiswerter Einsteig für HD-Video an. Dass Foto-Experten selbst an den neueren Modellen bis zur EOS M50 neben den Stärken auch einige Schwächen diskutieren, sollte einen nicht vom Einstieg mit diesem „Oldtimer” abhalten. Für viele Youtube-Videos reicht die Basis-Aussattung einer betagten EOS M für qualitativ gute Videos und Ton. Wer Youtube auch als Suchmaschine bemüht, der findet viele engagierte Videofilmer und Youtuber, die die kleinen EOS M Kameras mit Begeisterung einsetzen und die Vorteile beschreiben.  Weiterlesen…

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Dieser Beitrag ist zwar schon etwas älter, aber vielleicht geht es anderen Leuten ja wie mir: Mit Anschaffung einer neuen Software oder neuer Technik stürzt man sich in die neuen Möglichkeiten. Und weil die Fülle von Features bei den heutigen Produkten so riesig ist, sortiert man auch gleich wieder aus: Was nutze ich, was lasse ich erst einmal links liegen?

Dummerweise kümmert man sich später nur noch um ganz wenige Dinge, die man zu Beginn mal links liegen gelassen hat.

Ähnlich ging es mir mit meiner jetzt auch schon angegrauten Canon EOS M: Sie ist noch immer häufig in Gebrauch. Aber wenn ich mich dunkel erinnere, was es noch für Funktionen gab, fällt mir wenig ein. Und wer liest schon gerne das Handbauch? Aus diesem unten genannten Video – ebenfalls von 2014 – habe ich damals nur wenig Neues erfahren. Wenn ich mir das heute ansehe, dann merke ich, dass ich mit meinen Routinen wohl schon etwas fest gefahren bin und doch einiges im Laufe der Zeit ausgeblendet habe.

Ist es nicht seltsam, dass man die neuesten Features der neuesten Technik förmlich in sich aufsaugt und nach ein oder zwei Jahren fast alles vergessen hat, was man nicht in der täglichen Arbeit braucht. Dabei hätte man damals schwören können, dass man die Neuanschaffungen genau deswegen getätigt hat…

Weihnachtsbilder: mehr Flair mit Bokeh

Der Begriff Bokeh ist wahrscheinlich nicht allen Fotografen bekannt. Gemeint ist der Unschärfebereich, wie man ihn von Bildern einer Spiegelreflex-Kamera kennt, wenn mit offener Blende fotografiert wurde. Am schönsten kommt das zur Geltung, …

– wenn es Nachtaufnahmen sind oder Fotos die bei wenig Licht aufgenommen wurden
– wenn ein Motiv im Nahbereich fotografiert wird, damit der Unschärfebereich groß ist
– wenn es im Hintergrund Lichter gibt, die verschwommen / unscharf abgebildet werden

Jeder hat solche Bilder schon gesehen, viele haben sich an Ihnen versucht. Aber es braucht auch ein paar technische Voraussetzungen dafür.

Ich habe das jetzt gemacht mit einer DSLR (Canon 550D), zwei spiegellosen Kameras Canon EOS M und Lumix LX100) und einem Smartphone (iPhone 6s), um die Effekte zu verdeutlichen. Alle Bilder entstanden ohne zusätzliches Licht (außer Lumix LX100 Weitwinkel, da wars schon zu dunkel), mit offener Blende (sofern man das bei einem Smartphone sagen kann), und einem Objekt an der Nah-Einstellgrenze, die bei jeder Kombination eine andere ist.

Die DSLR: Canon 550D

Hier gibt es aufgrund der Sensorgröße unzweifelhaft die besten Ergebnisse. Jeder kennt den Effekt, dass Kameras mit einem kleineren Sensor fast alles scharf abbilden. Oder umgekehrt: Das eine sehr enge Schärfezone eben fast nur mit einer DSLR mit einem größeren Sensor und einem lichtstarken Objektiv bei offener Blende möglich ist.

[Die 550 D ist ein ‚Oldtimer‘. Nachfolger ist am ehesten das Modell Canon EOS 700D mit Touchscreen ]

Canon 550D mit Zoom-Objektiv

Die erste Aufnahme wurde mit einem Standardzoom 17 bis 85 mm von Canon gemacht. Offene Blende bedeutet in diesem Fall schon mal 5,6, das ist also nicht besonders lichtstark. Die Effekte sind so naja, aus meiner Sicht ganz brauchbar.

Canon 550D mit Wallimex-Video-Objektiv

[Dieses Foto ist mein persönlicher Favorit]

Die nächste Aufnahme entstand mit einem Objektiv, das eigentlich für Video-Aufnahmen gedacht ist: Einem Wallimex 1,5 / 35 mm (nach meinem Wissen baugleich mit Rokinon, Samyang und einigen anderen). Das sind die Effekte, wie ich sie mir wünsche. Etwas schwierig zu handhaben, weil das Video-Objektiv vollständig manuell funktioniert. Das Bokeh ist sehr schön, die Naheinstellgrenze erlaubt auch Detailaufnahmen.

[Walimex Pro 35 mm 1:1,5 VCSC Foto- und Videoobjektiv (Filtergewinde 77 mm) für Canon Objektivbajonett schwarz]

Canon 550D mit einem lichtstarken Zeiss-Objektiv

Nächster Kandidat: Ein Zeiss 1,7 / 50 mm, ein Festbrennweiten-Klassiker mit Contax-Anschluss. Sollte wegen der leichten Telewirkung und der ersten Qualität der Linsen eigentlich top abschneiden, hat mich aber eher etwas enttäuscht. Verantwortlich dafür ist die relativ große Naheinstellgrenze: Mit einer zu großen Entfernung vom Objekt kann man kleine Motive nicht formatfüllend fotografieren. Der Abstand zum unscharf abgebildeten Hintergrund müsste dann noch größer sein – was bei Innenaufnahmen eher unpraktisch ist.

Geplant war dann, als nächstes Objektiv für die DSLR wäre das Porträt-Objektiv 1,8 / 85 mm Nikkor zu nehmen. Aber nach diesen Bilder stand schon fest, dass das nicht mehr besser wird: Da müssten die Abstände noch größer werden. das 50 mm und das 85 mm sind also sicher güt für Fotos und Videos im Freien, zum Beispiel Porträts. Aber die Abstände müssen stimmen, alles muss sehr großräumig arrangiert werden.

Die spiegellose: Canon EOS M

Canon EOS M mit dem Kit-Objektiv 18-55 mm

Die EOS M hat den gleichen Sensor wie die DSLR (das ist ja der Reiz an der Sache). Man könnte deswegen mit einem Adapter auch die gleichen Objektive verwenden, aber das wäre ja langweilig. Also wird zuerst das Standardobjektiv für die EOS M montiert, das 18-55 mm. Das Bokeh fällt deutlich gegenüber der DSLR ab.

[Für diese ‚alte‘ EOS M gibts jetzt eine Canon EOS M3 mit immerhin 24 Megapixel und WiFi, NFC, in Kürze soll eine preiswertere EOS M10 erscheinen.]

Canon EOS M mit Festbrennweite 2.0/22mm

Und mit dem lichtstarken Weitwinkel-Objektiv 2,0/22mm wirds eher schlechter: Der Weitwinkelcharakter und die Naheinstellgrnze sorgen dafür, das eher eine Übersichtsaufnahme daraus wird, Unschärfe kann man hier nur schwer erzeugen, Bokeh noch weniger.

[Das Canon EF-M 22mm 1:2 STM ist ein sogenanntes Pancake-Objektiv ]

Die spiegellose Lumix LX 100

Lumix LX100 mit Teleeinstellung

Meine Vermutung war: Kleinerer Sensor bei der Lumix, geringerer Unschärfebereich, weniger Bokeh. Also wollte ich die hohe Lichtstärke im Tele-Bereich ausnutzen, immerhin noch 2,8, und den geringeren Schärfentiefebereich hier. Das Ergebnis ist nicht so toll.

[Panasonic DMC-LX100 Lumix]

Lumix LX100 mit Weitwinkel-Eeinstellung

[Das ist für mich der Überraschungs-Kandidat, 2. Platz]

Absolut schön dagegen finde ich den Effekt im Weiwinkelbereich: Man kommt wirklich ganz nah dran, das Bokeh zaubert kreisrunde Lichteffekte im Hintergrund und die hohe Lichtstärke von 1,7 bei Weitwinkel erlaubt Frei-Hand-Aufnahmen im Halbdunkeln.

Das Smartphone: iPhone 6s

iPhone 6s

Dazu muss man wissen, dass beim  iPhone 6s wohl generell keine Blendensteuerung möglich ist. Mann kann sich also nur drauf verlassen, dass es dunkel genug ist, damit automatisch eine offene Blende gewählt wird. Aber eben nicht so dunkel, dass sich das Bildrauschen, das hier recht früh einsetzt, sich schon störend bemerkbar macht. Es gibt einige Foto-Apps mit denen man die Verschlusszeiten steuern kann, aber wohl nie die Blende. Als Schnappschuss ist das Ergebnis ok, aber weder Naheinstellgrenze noch Blende (immerhin 2,2) erlauben eine Freistellung des Objekts oder gar ein schönes Bokeh der Lichter.

Fazit

Eine alte DSLR (Canon 550D) und ein gutes, lichtstarkes Objektiv (Wallimex 1,5/35mm) mit geringer Brennweite und Naheinstellgrenze sind für mich eindeutig Sieger in diesem Vergleich. Die Lumix LX100 mit ihrem kleinen Four-Thirds-Sensor schlägt sich sehr gut gegen diesen Veteranen, vor allem in der Weitwinkel-Einstellung. Und: Das Bokeh hat hier eine schöne kreisrunde Form, während man beim DSLR-Objektiv noch die Ecken der Blende erkennt.

Die Verwendung von älteren Prime-Linsen an einer DSLR für den Nahbereich bringen leider nicht ganz das gewünschte Ergebnis, weil man nicht nah genug ans Objekt kommt. Die anderen Kandidaten (Canon EOS M und iPhone 6s) lassen sich für größere Objekte und Porträts sicher auch gut einsetzen, stoßen aber im Innenbereich und bei kleinen Motiven schnell an ihre Grenzen.

Wer jetzt stimmungsvolle Weihnachtsbilder zaubern will, sollte Stativ und Lichter / Lichterketten für den Hintergrund parat haben, was im Innenbereich ja kein Problem ist.

PS: Die Videoaufnahmen unter den gleichen Bedingungen zeigten zwar veränderte Bildausschnitte, aber im Prinzip das gleiche Ergebnis. Und die gleiche Rangfolge bei den Testkandidaten.

Ist der süß: Fifty Dollar Follow Focus

Mikro Follow Focus

Man könnte ihn auch einen Mico-Follow-Focus nennen, den Fifty Dollar Follow Focus. Mal abgesehen davon, dass er mit den angebenen 50 Dollar wirklich sehr preiswert ist (in einer vollständigeren Ausstattung aber mehr als 80 Dollar kostet) hat das Ding auch etliche weitere Vorteile, finde ich.

Zu Beginn des Filmens mit einer DSLR spielten geringes Gewicht und die Größe für mich kaum eine Rolle, im Gegenteil: Schwerer hieß für mich stabiler, robuster, besser handhabbar. Erst wenn man dann einige Erfahrungen mit einem schweren Schulterstativ gesammelt hat und man den Flyer mit der Kamera nicht mehr lange still halten kann, ohne tattrig zu werden, sieht man das etwas anders.

Inzwischen besitze ich mit der Canon EOS M ja auch eine spiegellose Kamera zum Filmen. Und auch wenn ich mich im Augenblick noch sträube, sie durch diverse Zubehörteile aufzurüsten (Rods, Follow Focus, Viewwfinder,,,) – auf lange Sicht gesehen kann das nicht nur praktisch sein, sondern auch die Ablösung der DSLR bedeuten.

Rods gibt es kürzere und leichtere, als die von mir verwendeten, dazu der kleine Follow Focus und ein Griff oder ein Stativ, schon wäre man reisefertig. Wer weiter aufrüstet, der müsste statt der Sucherlupe einen elektronischen Viewfinder oder Monitor benutzen, weil sonst der praktische Touch Screen der EOS M seinen Reiz verliert.

Canon EOS M Set

Canon EOS M

Der Preis sank und sank. Aus den USA kamen Meldungen, wonach der Dollarpreis schon an der 300er-Grenze kratzte – und das für ein Set, das bei Erscheinen mal 800 Dollar kostete. Die Rede ist von der Canon EOS M, bzw. gleich vom ganzen Set mit 18-55 mm Zoomobjektiv und dem smarten Blitz 90 EX.

Nachdem ich schon länger ein weiteres Canon-Gehäuse wollte, wurde es jetzt das EOS M Set. Bei rund 350 Euro kann man nicht viel falsch machen. Was mich gelockt hat? Gleich mehrere Punkte:

– Das Innenleben der EOS M ist fast identisch mit so ziemlich allem, was seit der EOS 550D auf den Markt kam: Immer 18 Megapixel, auch die Videodaten und der Prozessor sind gleich.

– Auch wenn ich oft genug eine schwere DSLR mit Batteriehandgriff und dickem Blitz mag zum Arbeiten: Für viele Zwecke ist kleiner und leichter einfach besser – erst recht, wenn die gleiche Technik drinsteckt.

– Der Touchscreen ist kein echtes Qualitätsmerkmal, aber eine nette Dreingabe.

– Das Mikrofon als Stereomikrofon oben ist nicht perfekt, aber dafür ist hier anstelle der lausigen automatischen Aussteuerung (AGC) manuelle Aussteuerung möglich und natürlich der Anschluss eines externen Mikros.

– Mit einem Adapter lassen sich nicht nur alle Canon-Linsen verwenden, sondern auch die lcitstarken Festbrennweiten verschiedener Fabrikate von Zeiss und Nikon, die ich für Videos nutze.

– Viewfinder und Rig und alles andere passen hier genauso wie an der DSLR.

– Die STM-Objektive können Fokusnachführung völlig lautlos.

– Der externe Mini-Blitz kann auch mit Kameras, die eigentlich keine externen Blitzgeräte steuern können dafür genutzt werden, ein entferntes Canon Blitzgerät über TTL zu steuern. Und natürlich auch erst recht an der EOS M.

Das ist ziemlich viel für ziemlich wenig Geld, finde ich.

Meine ersten Tests sind für mich ok: Die Bildqualität stimmt, Handling und Steuerung sind ebenfalls ok. Tatsache ist aber, dass noch immer die Canon Ixus die Immer-Dabei-Kamera ist, die man auch in die Hemdtasche steckt oder in die Skijacke. Die kompakte EOS M ist dafür schon zu groß und muss eben – mit Tuch – in den Rucksack oder gleich in eine Fototasche. Was dann nicht mehr ganz so smart ist.

Inzwischen verstehe ich etwas eher das oft gehörte Argument, die Mirrorless-Kameras seien diejenigen Kameras, die die DSLR ablösen werden. Rein logisch war mir das schon länger klar, den Spiegelkasten braucht mit der heutigen Technik niemand mehr und das Klicken und Klappern des Spiegels ist nur eine Reminiszenz an alte Zeiten.

Praktisch wird die Ablösung noch eine Weile dauern und einige Sachen – Handhabung, Batteriegröße und -Laufzeit und ein echter Sucher bei starkem Licht – werden den allgemeinen Wechsel noch etwas hinausschieben. Schön, dass es bei Canon ein System gibt, mit dem man seine Objektiv-Sammlung und Blitze weiter nutzen kann.