Hochformat-Videos für IGTV

Hochformat-Videos für IGTV

Hochformat-Videos für IGTV

Videos im Hochformat wurden ja oft belächelt. Vielleicht ändert sich das jetzt, nachdem der Instagram-Ableger IGTV mit eigener App das bislang ungeliebte Format hoffähig macht. Natürlich – und das ist ja auch Sinn und Absicht der ganzen Aktion – kann man wie bisher auch bei allen anderen Sozialen Medien mit seinem Smartphone problemlos Hochformat-Videos erstellen und hochladen.

Dieses Mal ist aber tatsächlich auch einiges anders. Das fängt schon damit an, dass Instagram bisher eben die reine Smartphone-Geschichte war. Auch die Instagram-Stories, für die Hochformat-Videos verwendet werden konnten, mussten vom Smartphone kommen. Nun kann man über seinen Desktop-Rechner Videos auf IGTV hochladen. Das zeigt auch ein bißchen die Richtung, in die die Macher von IGTV schielen. Youtuber nämlich filmen kaum mit dem Smartphone für die Videos auf ihrem Kanal. Sie nutzen Kameras, gerne die großen, teuren mit den tollen neuen Features. Und sie arbeiten am Rechner, um aus ihren Aufnahmen tolle Videos zu machen.

Deswegen an dieser Stelle ganz kurz die Anleitung, wie man mit geringer Youtube- und Video-Erfahrung auf dem eher konservativen Weg zu Hochformat-Videos kommt. Die Clips müssen länger als 15 Sekunden sein (das ist die Obergrenze bei Stories) und können derzeit maximal 10 Minuten lang sein.

Hochformat-Videos: Fast alle Aufnahmen sind brauchbar

Das ist die gute Nachricht. Fast alles, was man an Aufnahmen in seinem Archiv hat ist brauchbar, um daraus beispielsweise mit FCPX neue Hochformat-Videos zu erstellen. Am besten sind natürlich neue Hochformat-Aufnahmen mit dem Smartphone. Sie haben von vorneherein das ideale Maß von 1080 x 1920. Man kann sie einfach in die Timeline ziehen und fertig.

Mindestens genauso gut brauchbar sind alle Fotos, auch die im Querformat. Hier ist die Auflösung nämlich schon von Hause aus so groß, dass man ohne weiteres einen Ausschnitt mit 1080 x 1920 Pixeln bei Bildschirmauflösung 72 dpi herausschneiden kann. Beim iPhone 6s sind 4032 x 3024 Pixel. Da kann man bestenfalls sogar verschiedene Bildteile einzeln verwerten.

Nicht ganz so gut sieht es bei den herkömmlichen Video-Aufnahmen aus, die man im Querformat gemacht hat. Die müssen deutlich vergrößert werden und verlieren damit eindeutig an Qualität. Besser sieht es mit 4K-Videos aus. Die haben eine Auflösung von 3840 x 2160.

Hochformat-Videos sind mit jedem Schnittprogramm am Desktop recht einfach zu erstellen.

Hochformat-Videos sind mit jedem Schnittprogramm am Desktop recht einfach zu erstellen.

Die Arbeitsweise

Wer schon einiges mit FCPX oder anderen Schnitt-Programmen gemacht, für den ist das nicht grundlegend neu. Man legt ein neues Projekt an und wählt als Video-Format „Angepasst“. Die Auflösung ist jetzt standardmäßig mit 1920 x 1080 angegeben, das ändert man von Hand in 1080 x 1920. Und bei der Framerate behält man am besten den Wert bei, den die Kamera hat, von der das meiste Material kommt.

Zieht man einen Querformat-Clip in die Timeline passt alles, wie gehabt.

Wenn man nun einen Querformat-Clip in die Timeline zieht, sieht man im Vorschaufenster, dass der im Querformat erscheint und nur einen Teil des Hochformat-Fensters ausfüllt. Man wählt den Befehl transormieren und kann den Clip vergrößern, bis er den ganzen Rahmen ausfüllt. Mit Anfassern in der Mitte kann man den Clip so verschieben, dass man den richtigen Ausschnitt sieht.

Zieht man ein Bild in die Timeline, muss man auch hier wieder vergrößern, hat aber deutlich mehr Reserven wegen der besseren Auflösung. Wenn man Bewegung ins Bild bringen möchte und den Ken-Burns-Effekt auswählt, ist das Ergebnis aber sehr bescheiden. Hier muss man bei der verkleinerten Darstellung bleiben und in dem kleinen Querformatfenster die beiden passenden Rahmen wählen.

Export der Hochformate

Idealerweise exportiert man die Hochformat-Clips aus FCPX mit Compressor, dabei erhält man gute Qualität bei geringer Dateigröße. Auch wenn man in Compressor schon das passende Hochformat angelegt hat, muss man nachher noch einmal im Reiter Video die Bildgröße korrigieren. Bei mir springt das automatisch auf einen größeren Wert.

Wichtig ist auch, gleich ein passenden Thumbnail / Titelfoto zu erstellen, vorzugsweise im Bildbearbeitungsprogramm seiner Wahl.

Die Clips auf dem Mac auswählen und per AirDrop aufs iPhone ziehen. Von dort über die App IGTV veröffentlichen und dabei auch das Titelbild nicht vergessen.

Vor- und Nachteile

Die Vorteile sind die leichtere Bearbeitung an einem größeren Bildschirm. Inklusive Korrekturen, Ausschnitten, Color-Grading. Auch die Anpassung der Geschwindigkeiten der Clips vom Zeitraffer bis Slomo lassen sich leicht erledigen. Und ggf. kann man da auch nachhelfen, etwas schneller, langsamer machen und mit Optical Flow auch qualitativ verbessern. Auch das Stabilisieren ist bei vielen Clips hilfreich. Es gibt wohl nur wenige, die längere Arbeiten am Mini-Bildschirm erledigen wollen.

Ebenfalls hilfreich ist, dass man alle Clips in seiner Ordnerstruktur am Schreibtisch-Rechner ablegen kann und damit später leichter wieder drauf zugreifen kann.

Vorteilhaft ist sicher auch, dass man im derzeitigen IGTV-Angebot mit solchen „handgemachten” Hochformat-Videos einen Bonus hat gegenüber all denjenigen, die ihre alten Querformat-Filme dort einstellen und hoffen, dass die Nutzer ihr Smartphone eben quer halten.

Der einzige Nachteil ist in meinen Augen der erhöhte Zeitaufwand. Aber wer Videos für Youtube gemacht hat (oder Clips für die Instagram Stories), der findet sich schnell in eine Routine ein und wird mit besserer Qualität belohnt.

Foto-Apps für Fotografen (iOS)

Foto-Apps helfen beim Fotografieren mit dem Smartphone oder mit einer externen Kamera - und man hat sie immer dabei.

Foto-Apps helfen beim Fotografieren mit dem Smartphone oder mit einer externen Kamera – und man hat sie immer dabei.

iPhone-Apps für Fotografen gibt es in schier unüberschaubarer Zahl. Aber es sind meist nur einige wenige, die bei fast allen Fotografen auch auf dem Smartphone vertreten sind. Und dabei spielen die Foto-Apps für Aufnahmen mit dem Handy eine eher untergeordnete Rolle. Denn die Standard-Foto-Apps fast aller Handys sind heute ziemlich ausgereift und genügen für die allermeisten Ansprüche. Hier geht es deswegen auch um diejenigen Apps, die einem beim Fotografieren mit einer anderen, externen Kamera oder eben mit der Smartphone-Kamera helfen. Da ich mit einem iPhone fotografiere und nur hier eigene Erfahrungen habe, beschränke ich mich auf iOS-Apps, als Apps fürs iPhone (und evt. für das iPad).

Foto-Apps als Helfer für Aufnahmen mit dem iPhone oder einer externen Kamera.

Foto-Apps als Helfer für Aufnahmen mit dem iPhone oder einer externen Kamera.

Foto-Apps zum Fotografieren

Wer seine Möglichkeiten durch eine App erweitern will, braucht Spezialisten. Das können Filter sein, wie bei Hipstamatic oder eben weitergehende Funktionen. Achtung: Ich war mal ziemlich begeistert von einer App, mit der man Blende und Zeit am iPhone manuell einstellen konnte.Kann man aber nicht, generell nicht. Man kann bestenfalls die Verschlusszeit steuern und das ist wohl vor allem sinnvoll bei gezielten Langzeitbelichtungen.

Die passende App dazu ist zum Beispiel Slow Shutter Cam (2,29 €). Damit kann man zum Beispiel Lighttrails erzeugen oder Bewegungen verwischen Aber im neuesten Apple-Modell iPhone 8 kann man das wohl auch schon mit Bordmitteln ohne zusätzliche App.

Mehr Einstell- und Kontrollmöglichkeiten bieten Apps mit dem passenden Namen ProCamera (5,99 €) und ProCam 5 (5,49 €). Beide spielen ihre Stärken vor allem dann aus, wenn man Aufnahmen komponiert, oder mit einem Stativ arbeitet. Beide beinhalten auch Funktionen zur Bildbearbeitung.

Helfer für die Aufnahme

Manchmal sind es ja nur Details, die man wissen will. Dann helfen spazialisierte Helfer. So erfreuen sich Sonnenstand-Apps ausgesprochen großer Nachfrage unter Fotografen. Es ist eben ausgepsorchen nützlich zu wissen, wie die Lichtverhältnisse an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt sein werden. Erst recht, wenn ich da vorher noch nie gewesen bin. Deswegen habe ich den Sonnenstand-Apps auch einen eigenen Artikel gewidmet.

Ebenfalls hilfreich sind Apps für Belichtungsmessung. Fotometer Pro eignet sich als Notbehelf, wenn man dem Belichtungsmesser der (Nicht-iPhone-)Kamera aus irgendeinem Grunde nicht traut. Dann mag auch der Long Exposure Calculator (kostenlos) ganz interessant sein. Oder man nutzt Photo Buddy (2,29 €), mit dem man auch die Schärfentiefe kalkulieren kann.

Sonnenstand-Apps

Das schönste Beispiel dafür, wie verschiedene Smartphone Funktionen zusammenspielen bei wichtigen Infos sind die Sonnenstand-Apps, die ich hier bereits vorgestellt habe.

Remote-Apps

Sie seien hier nur der Vollständigkeit halber genannt. Alle großen Kamera-Hersteller haben heute Apps, mit denen sich ihre Kameras per Wlan steuern lassen. Im Prinzip ist das Angebot der Funktionen dort immer ähnlich, weil meistens das Display mit den angezeigten Funktionen übertragen wird und damit die Grundlage für die Einstellungen ist. Es lassen sich Einstellungen vornehmen und natürlich lässt sich die Kamera auslösen, im Foto- wie im Video-Modus.

Am wichtigsten ist, dass man diese Dinge zuhause nicht nur ausprobiert, sondern regelrecht lernt. Von der GeoPro bis zur DSLR musste ich die leidvolle Erfahrung machen, dass der nur gelegentliche Umgang mit diesen Apps sich rächt, wenn man vor Ort darauf angewiesen ist, das sofort zum Laufen zu bringen.

Bei meiner GoPro funktionierte das Wlan nach einem Update nur noch, wenn ich erst den Flug-Modus einstellte, und dann erst wieder ausschließlich Wlan aktivierte. Bei der Panasonic Lumix LX100 habe ich schlicht die Reichweite der Wlan-Verbindung überschätzt. Und immer wieder gibt es Probleme, die Wlan-Verbindung zu aktivieren.

Moderne Apps nutzen NFC und Bluetooth, und natürlich lassen sich auch die Bilder auf der Kamera damit ansehen. Diese Funktionen halte ich für nett, aber verzichtbar. Schließlich ist meine Kamera auch beim Wlan-Einsatz in Reichweite.

Nachbearbeitung (die Ausnahmen)

Für die Nachbearbeitung greife ich nicht gerne aufs Handy zurück. Weder für die standardmäßige Entwicklung, wie man sie am besten zuhause in Photoshop oder Lightroom vornimmt. Noch für irgendwelche Spass-Effekte oder Nachbesserungen wie sie mit Facetune möglich sind. Aber es gibt zwei Ausnahmes.

Meine Lieblings-App für eine schnelle Bildverbesserung noch im Smartphone ist Snapseed (kostenlos), die gibts für iPhone, iPad aber eben auch für den Desktop.

Ein weitere Ausnahme ist die kleine App Diptic (3,49 €). Sie erlaubt Foto-Zusammenstellungen verschiedener Aufnahmen in verschiedenen vorgegebenen Kacheln. Ich möchte es nicht Collagen nennen, weil da nichts ineinander montiert wird. Die Bilder werden vielmehr neben- und übereinander platziert. Man kann dabei Größe, Aufteilung und Randstärke bestimmen. Das eignent sich gut für soziale Netzwerke, wenn man mehrere Bilder zusammenfassen will.

… oder eher doch keine zusätzliche App?

Die Frage stellt sich vor allem dann, wenn das Smartphone schon von Hause aus gut ausgestattet ist mit Funktionen auch für die spezielleren Themenbereiche. Für Zeitlupen-Aufnahmen zum Beispiel sind iPhones bestens gerüstet. Selbst das schon eher betagte iPhone 6s erlaubt Zeitlupen-Aufnahmen von bis 120 Frames per Second – das ist üppig und wird von „normalen Kameras nicht erreicht.

Ein anderer Spezialbereich sind Langzeitbelichtungen mit dem iPhone. Auch hier ist viel möglich mit den Bordmitteln, wie ich in einem eigenen Beitrag gezeigt habe. Aber es gibt hier eben auch ein paar kleine, preiswerte Apps, die eben noch zusätzliche Funktionen bringen – und einfach mehr Spass machen.

Hinweis vor dem Kauf

Manchmal kann es sinnvoll sein, Alternativen oder neue Apps im englischsprachigen Raum zu suchen. Vielleicht sind diese dann nur in ausländischen App-Stores erhältlich. Dann sucht man sich kurz die Anleitung im Netz, wie man den deutschen iTunes-Store gegen einen ausländischen wechselt.

Und natürlich ist es sinnvoll, die Apps direkt übers iPhone zu laden. Das erkennt vor dem Kauf (zumindest ist das meiner Erfahrung nach so), ob die App fürs Smartphone und die vorhandene iOS-Version kompatibel ist.

 

 

Sonnenstand-Apps (iOS) für Fotografen

Sonnenstand-Apps und die kostenlose Alternative: Die Desktop-Variante von TPE

Sonnenstand-Apps und die kostenlose Alternative: Die Desktop-Variante von TPEE

Sonnenstand-Apps sind nicht nur was für Landschaftsfotografen. Zu wissen, wann wo die Sonne steht, was im Schatten liegt, wann die goldene oder die blaue Stunde beginnt, das ist auch für viele andere Fotografen interessant. Zum Beispiel, wenn man Porträts im Freien schießen möchte, wenn man besondere Locations aufsucht für oder wenn man seine Fototour mit verschiedenen Stationen plant. Was für Hilfsmittel gibt es, was können sie und was kosten sie?

Sonnenstand-Apps helfen bei der Planung von Foto-Shootings

Sonnenstand-Apps helfen bei der Planung von Foto-Shootings

Sonnenstand-Apps

Als ich das erste Mal auf The Photographers Ephemeris* stieß, war ich sehr angetan. Die Möglichkeit, den Sonnenstand schon zuhause am Mac berechnen zu können, erschien mir als kleine Revolution. Heute gibt es mehrere Apps fürs Handy, alle kosten so um die 10 Euro. Und sie sind immer anspruchsvoller geworden (siehe auch weitere Foto-Apps).

Bei den meisten kann man nicht nur den Sonnenstand an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit ermitteln. Einige Apps decken auch Mond und Sternbilder ab. Außerdem kann man die Höhe des Sonnenstands ebenso herausbekommen und mit etwas Kniffelei auch, ob der gewählte Standort zum Beispiel nicht / wieder im Schatten benachbarter Berge liegt.

Natürlich gibt es auch die Zeiten der Dämmerung als Angabe sowie die Ermittlung der blauen Stunde (eta bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang) und der goldenen Stunde (die sich anschließende Stunde mit Sonne). Wer die App vor Ort aufruft, der kann sich den Verlauf der Sonnen und Einfallswinkel sogar in eine aktuelle Ansicht einblenden lassen. Und so vielleicht ermitteln, wenn die Sonne hinter einem Brückenpfeiler verschwindet oder ähnliches.

Meine Auswahl

Sun Surveyor (auch kostenlos)

The Photographers Ephemeris TPE
Achtung: Das gibt es auch kostenlos als Web-App im Netz

Sun Seeker

PhotoPills

Es gibt übrigens noch eine ganze Reihe solcher und ähnlicher Apps, für iOS und für Android. Darüberhinaus gibts einige, die jeweils nur einen kleinen Teil der Leistungen anbieten, Schattenberechner, Sonnen- und Mond-Auf- und Untergangszeiten etc.

Ich selbst habe lange Zeit – wenn überhaupt – nur die kostenlose Desktop-Variante des TPE genutzt. Dieses Angebot war nach meiner Erinnerungen auch das erste auf dem Markt. Inzwischen gibts von diesem Anbieter auch eine zweite App, The Photographers Transit. Damit kann man den Blickwinkel je nach Standort und Objektiv voraus berechnen. Und es gibt für TPE eine ganze Latte von In-App-Käufen, für die man zu mehr als 40 € hinlegen kann.

Für meine Bedürfnisse reichte die Desktop-Version lange Zeit völlig aus, um vorab ein paar grundlegende Dinge zu klären.

Mehr des Spasses halber und aus Neugierde auf die Daten und Darstellungen für die Milchstraßen-Aufnahmen habe ich mir eine der Apps mit den umfangreichsten Funktionen zugelegt, PhotoPills. Sie ist sehr umfangreich, man braucht ein bißchen für die Erforschung und  Eingewöhnung. Dann aber hat man so ziemlich alles an Daten an der Hand, was man sich wünschen kann.

*Das englische ephemeris wird übersetzt als Ephemeride: Positionstabelle für astronomischen Objekte

Backup-Lösungen (Mac) für den Alltag

Backup-Lösungen

Backup-Lösungen

Ohne Backup geht es nicht: Die Frage sei schließlich nicht, ob irgendwann Festplatte oder Rechner den Geist aufgeben. Sondern wann. Die Backup-Strategien die ich so kenne sind höchst unterschiedlich und manche auch etwas wunderlich. Dahinter steckt oftmals ein eiserner Sparwille. Solange alles funktioniert, brauche ich doch dafür kein Geld auszugeben, oder?

Menschen die viele Fotos und Videos machen (wie ich) sind für das Thema dagegen offener. Fast jeder hat schon einmal erlebt, dass Bilder oder Videodateien verschwinden, zerstört werden, nicht mehr funktionieren. Aber auch hier muss man sich fragen, wieviel Geld man guten Gewissens für eine Datensicherung ausgibt.

Backup für Normalverbraucher

Wer nur an seinem Mac vor sich hinwerkelt, Dokumente verfasst oder bearbeitet, eine Musikbibliothek und ein paar Bilder hat, der ist mit Apples hauseigener Lösung Time Machine bestens bedient. Hat man einmal eine externe Festplatte an den Mac angeschlossen, aktiviert man das Programm, und das ist es auch schon.

Zwei Dinge gilt es zu beachten. Ist die Mac-eigene Festplatte schon 2 TB groß, dann sollte die externe Festplatte für Time Machine deutlich größer sein. Sonst kommt man zu schnell in den Status, in dem alte Dateien gelöscht werden, damit Platz ist für die neue Datensicherung. Behält man seinen Mac durchschnittlich zwei Jahre, so ist je nach anfallenden Daten das 1,5 bis 2-fache der internen HD angebracht. Ich habe dafür eine 4 TB WD MyBook im Einsatz (für die 2 TB interne Festplatte im iMac). Preisbeispiel: rund 130 € für 4 TB.

Zweitens: Gegenüber den meisten anderen Backup-Lösungen taugt das Time Machine Backup ohne weitere Kniffe für einen Umzug der Daten auf den nächsten Mac. Mit vielen anderen Backup-Lösungen installiert man seinen neuen Mac, seine alten Programme und zieht dann Daten von der Festplatte um. Mit dem Time Machine Backup geht der Umzug dank Migrationsassistent so einfach wie direkt vom Mac. Den neuen Mac verbinden, Migrationsassistent starten und am nächste Morgen am neuen Mac weiterarbeiten.

In der Regel ist bei externen Festplatten angegeben ob sie schon für den Mac formatiert sind. Aber das kann man leicht selbst machen. Und zweitens steht dabei, wenn sie mit Time Machine zusammenarbeiten.

Erweitertes Backup

Fotografen und Videofilmer füllen ihre Festplatten recht schnell. Deswegen stößt sowohl die interne Festplatte als auch die Time Machine Lösung schnell an ihre Grenzen. Eine Möglichkeit ist es, alle „schweren” Daten wie Fotodateien und Videodateien auszulagern auf eine externe Festplatte. Damit hat man schon zwei externe Festplatten an seinem Rechner. Aber: Die Foto-Dateien auf der externen Festplatte sind damit ja noch nicht gesichert. Also lagert man auf eine Festplatte aus und verwendet eine weitere (das ist jetzt schon die dritte) um die Daten der ersten Foto-Festplatte zu sichern. Das kann man manuell machen oder mit einem Programm. Aber eben nicht mit Time Machine. Ich habe zwei baugleiche WD My Book mit je zwei TB dafür im Einsatz und mache das manuell. Durch die Firewire-Schnittstelle kann ich das durchleiten und habe nur einen Anschluss am Mac belegt. Dafür sind bis auf wenige Ausnahmen die Bilder von der internen Festplatte gelöscht.

Zusätzliche Kosten: Je 2-TB-Platte im Gehäuse rund 100 €. Preisbeispiel: 2 TB ebenfalls rund 100 €.

Und jetzt die 100.000-Euro-Frage: Wenn jetzt Dein Haus abbrennt…. Daran wollen wir alle nicht denken. Aber zumindest meine Bilddaten will ich auch in diesem Fall behalten. Deswegen gibts noch eine dritte Festplatte, die kleine und handliche WD MyPassport. Die ist so flach, dass sie in ein Bank-Schließfach passt. Oder man kann sie bei Freunden / Verwandten deponieren und 3 bis 4 Mal im Jahr auf den neuesten Stand bringen.

Kleine mobile Festplatte für die Außer-Haus-Sicherung.

Kleine mobile Festplatte für die Außer-Haus-Sicherung.

Die rundum sorglos Lösung

Wer es noch sicherer und ausbaufähig haben möchte, der kann an zwei Stellen noch nachlegen. Mit einem  NAS-Laufwerk wie diesem von Synology (oder Qnap und anderen Herstellern) kann man zwei Festplatten in einem Gehäuse unterbringen. Ich plane derzeit mit zweimal 4 TB. Und nach meiner Vorstellung kann man später zum Beispiel auf ein NAS-System mit vier Schächten ausweichen (4 x 4 TB) oder die 4-TB-Platten gegen 8-TB-Platten austauschen.

Preisbeispiel: Synology mit 2 x 4 TB rund 520 €, also wesentlich teurer als zwei externe 4-TB-Platten.

Spätestens dann dürfte auch Schluss sein mit der weiteren kleinen Festplatte zur externen Absicherung. Wer hier noch externen Speicherplatz braucht, wird um externe Dienste wie Amazon S3 (Cloudspeicher) nicht drumrum kommen. Dorthin werden die Daten per DSL-Leitung geschaufelt. Das geht zu Beginn ziemlich lange, später wird ja nur noch das neue Material nachgeliefert. Das Ganze bleibt relativ preiswert, da unterschieden wird zwischen Speicherungspreisen (also das einfache Lagern) und Anforderungspreisen (das Abrufen).

Deswegen bietet es sich an, Daten nur dann zu archivieren, wenn man sie vorerst nicht mehr braucht. Und dann möglichst komprimiert.

Auch hier gibt es noch weitere Anbieter. Zu beachten sind die höchst unterschiedlichen Preise. Und der Speicherort der Daten. Mit einem deutschen Anbieter und einer Speicherung hierzulande kann man sich sicher fühlen, dass irgendwelche Dienste anderer Staaten nicht schnüffeln. Aber erstens wäre das bei meinen Bildern fast egal. Und zweitens schreibe ich ja: Man kann sich sicher fühlen. Ob man sicher ist, weiß niemand.

Fazit: Backup ist ein Dauerthema

Neuster WD-Netzwerkspeicher mit vier Schächten

Neuster WD-Netzwerkspeicher mit vier Schächten

Mit jeder neuen Technik, jeder neuen Preis-Entwicklung (Beispiel SSD-Platten), jedem Cloud-Anbieter, jeder Verbesserung der Datenübertragung kann man das neu durchdenken. Ob man dabei zukunftsfähige Lösungen für die nächsten 10 Jahre findet bleibt dennoch fraglich. Wer weiß schon, wie der Stand in 10 Jahren ist?

Die Kunst besteht meines Erachtens eher darin, den richtigen Zeitpunkt abzuschätzen: Wie lange komme ich mit der nächsten Lösung hin? Wer sich jetzt für die nächsten 10 Jahre mit Speicherplatz eindeckt, der zahlt sicher ungleich mehr, als er in vier Jahren zahlen würde.

Ich habe bislang mit jedem neuen Mac auch neue Festplatten gekauft. Und generell ist ein Neukauf des Rechners auch ein guter Anlass wieder über das Thema nachzudenken.

Noch ein Hinweis auf ältere Beiträge:
Hier habe ich beschrieben, wie man alte Festplatten noch in einer Dockingstation weiter betreiben kann.
Und hier ist ein Video verlinkt, in dem Videofilmer Caleb Pike seine Festplatten-Lösungen beschreibt.

Google Maps funktioniert nicht mehr mit Safari

Nur eine kurze Meldung zu einem erstaunlichen Phänomen: Seit wenigen Tagen scheitert Sarafi, wenn ich versuche die Seite von Google Maps zu laden. Das Prozedere ist immer gleiche: Es gibt wiederholte Versuche, die Seite zu laden, weil „ein Fehler aufgetreten ist”. Schließlich kapituliert der Browser – oder auch nicht und setzt die Endlosschleife fort, bis ich das Fenster schließe.

Der gemeine Nutzer (also ich) verzweifelt dann oft, weil er denkt, er hat irgendwo irgendetwas falsch gemacht. Aber wir Mac-Benutzer leben ja in dem stolzen Bewußtsein, dass wir fast nichts falsch machen können…

Hilfe findet man auch im Netz leider nicht, aber Leidensgenossen: In diesem Thread Hier immer noch Total-Absturz, einzige Lösung: Umstieg auf Firefox! Übrigens … | Mac & OS X – MacFix) gibts gleich etliche Mac-Benutzer, denen es genauso geht. Und auch in anderen Ländern ist das Phänomen bekannt: Safari 6.1.6 crashes at Google Maps | Apple Support Communities.

Das Phänomen tritt übrigens bei den Nutzern fast einheitlich nach dem 5. Mai 2016 auf.

Auch wenn es schwer fällt muss ich zugeben, dass für Google Maps und Youtube noch immer der Browser Google Chrome am besten und schnellsten arbeitet.