
Fotobücher und Fotohefte müssen nicht aufpoliert aus der Druckerei kommen. DIY-Lösungen – auch wenn sie nur vorläufig sind – bilden eine gute Gedächtnisstütze, bis man vielleicht doch noch eine edlere Ausführung wählt.
Über die Vorteile der ‚richtigen‘ Fotobücher müssen wir hier nicht viele Worte verlieren. Wer gerne fotografiert, der liebt eine haptische Darstellung in Form von Abzügen, gerahmten Bildern und Fotobüchern. Viele Abzüge, Fotobücher und Wandbilder können aber ein ansehnliches Loch ins Foto-Budget reißen. Do-it-yourself-Lösungen wirken nicht ganz so ansprechend wie die professionellen Fotobücher, haben aber ihren eigenen Charme. Hier die schnelle und preiswerte Lösung.
Notizbücher und Notizhefte
Am Ende einer Fotoreise stehen oft Projekte wie ein Fotobuch, Abzüge oder Wandbilder, gerahmt oder als Leinwand. Aber schon während der Aufnahmen bieten sich provisorische Fotobücher oder Notizhefte an, um zahlreiche Informationen festzuhalten. Denn spätestens, wenn man Wochen später die Flut der Bilder durchforstet, wünscht man sich genauere Angaben über Zeit und Ort und das Ganze Drumherum: Was könnte man nächstes Mal bei der Anreise besser planen? Welche Tageszeit wäre für manche Aufnahmen praktikabler gewesen? Und wie hieß der tolle Aussichtspunkt nochmal?
Auch ganz banale Infos, die man nicht unbedingt im aufwendigen Fotobuch festhalten möchte und auch nicht anderen Menschen zeigen will, sind es wert, festgehalten zu werden. Wie hieß die kleine Bäckerei mit den besonders leckeren Croissants? Und worüber haben wir uns nochmal genau mit dem netten Menschen im Linienbus unterhalten? Manche Erinnerungen haben es nicht aufs Smartphone geschafft und auch keinen Kassenbon hinterlassen und schleichen sich schon wenige Wochen nach dem Erlebnis aus der Erinnerung.

Vorteil der DIY-Lösung: Tickets, Ausschnitte aus Prospekten oder Landkarten lassen sich ohne Aufwand nutzen.
Notizbuch und selbstklebende Fotos
Als Fan von analogen Arbeiten mit Stift und Papier nutze ich seit einiger Zeit einfache Notizhefte für die spontanen Notizen in Wort und Bild. Da ich nicht gut zeichnen kann, verwende ich Fotos, die ich mit dem Smartphone aufgenommen habe. Selbst wenn ich größere und bessere Kameras dabei habe, nutze ich das Smartphone für solche kleinen Gedächtnisstützen. Praktischerweise sind diese Bilder mit GPS-Daten versehen, und so kann ich auch die kleinsten Orte und die schrägsten Ortsnamen rekonstruieren.
Notizbücher gibt es in großer Auswahl: Mit schicken Umschlägen oder schlichter kartonfarbener Hülle, mit vielen oder wenigen Seiten, Blanko-Papier oder gepunktet, liniert, kariert. Meine Favoriten sind die Notizbücher von Moleskine und Leuchtturm.
Beide sehen schick es, es gibt sie in verschiedenesten Ausführungen, oft auch im örtlichen Schreibwarenhandel. Und das Papier lässt sich gut mit Füller oder Gel Tintenroller beschriften, ohne dass die Schrift durchscheint. Die Preise liegen bei den Notizbüchern zwischen 20 und 30 Euro. Da fehlt also gar nicht so viel zum kleinen Fotobuch aus dem Labor.
Ich gehe allerdings gerne verschwenderisch mit dem Platz um – wenn die Kosten geringer sind. Dann bieten sich die geklammerten statt gebundenen preiswerten Notizhefte an. Hier kann man auch mal eine Seite rausreißen, für nicht so tolle Zeichnungen verschwenden oder massenhaft Schnipsel einkleben (Eintrittskarten, ÖPNV-Tickets, Kassenbons, Ausschnitte aus Prospekten etc.).

Mini-Drucker bieten meist keine überragende Qualität, sind aber eine gute Ergänzung zu den meist knappen Texten und Infos.
Mini-Drucker – nicht nur für unterwegs
Die preiswerteren Notizhefte wie diese von Moleskine liegen in der praktikablen DIN A5 Größe bei unter zehn Euro.
Ergänzt wird das Fotoheft mit ausgedruckten Fotos aus einem Minidrucker. Dieser Zoemini 2 von Canon ist auf meinen Reisen fast immer dabei. Das Foto-Papier gibt es auch selbstklebend. (Von Fremdherstellern und in größeren Mengen ist es vergleichsweise preiswert. ) Tinte braucht man nicht extra kaufen und mitführen, das es sich um Thermopapier handelt.
Und gleich vorneweg: Die Bildqualität taugt in meinen Augen wirklich nur für Erinnerungszwecke. Wer gute Abzüge von guten Fotos erwartet, wird enttäuscht sein. Aber für diesen Preis und für diesen Zweck ist das für mich in Ordnung.
Das Einzige, was ich noch verbessern möchte, ist das Format der Notizhefte. Das klassische Hochformat reicht zwar in der Breite vollkommen aus, um die kleinen Abzüge quer einzukleben. Aber für meine Notizen am Schreibtisch verwende ich seit Jahren selbst gemachte Notizblöcke im DIN A5 Querformat, die ich viel praktischer finde. Und sie passen auch besser zu den kleinen Querformataufnahmen.

Einen Schritt weiter kommen DIY-Lösungen, wenn man auch die Notizbücher und Hefte selbst macht.
Notizhefte selber machen
Da man im Handel fast ausschließlich A5 Hochformat-Hefte findet, mache ich diese Notizhefte für meine Gedächtnisstützen auf Reisen ebenso wie die Notizblöcke für zuhause selbst. Zuhause sind es Spiralbindungen, die etwas robustere Variante für Reisen mache ich geklammert.
Dazu braucht es nur A3-Papier (blanko), einen Langarmhefter (dieser reicht gut für Papier dieser Größe), Karton für den Umschlag und (rein aus optischen Gründen) einen Eckschneider. Wem einfarbige Kartons (Tonpapier aus dem örtlichen Schreibwarenhandel) zu langweilig sind, der kann andere große Kartonformate sammeln, auch bedruckte, oder einfarbigen Umschlagkarton bekleben oder bemalen. Für alle Notizhefte, deren Inhalte das Thema Reisen betreffen, bieten sich bei mir alte Landkarten an (weil ich kaum jemals eine alte Karte weggeschmissen habe).
Der Zeitaufwand und der materielle Aufwand sind beide ausgesprochen gering: Papier und Umschlagkarton DIN A3, ein Langarmhefter, ein Eckenschneider werden benötigt. Weiterhin benötigt man ein Metalllineal zum Beschneiden und ein Cuttermsser. Der größte Aufwand dürfte die Gestaltung des Umschlags sein, wenn man das überhaupt will. Und weil in manchen Fällen gleich mehrere Reisen / Ereignisse festgehalten werden, bietet sich ein Inhaltsverzeichnis an. Dazu wendet man das vor sich liegende Heft einfach und schreibt nun von hinten auf die erste Seite.

Nicht unbedingt schön, aber hilfreich, wenn man nach einigen Wochen nochmal seine Erlebnisse nachliest.



