iPhone Aufnahmen zur Blauen Stunde

17. Oktober 2022 | iPhone, Photos

Fotos zur ‘Blauen Stunde’ haben für mich einen besonderen Charme: Ich mag das Mischlicht aus dem immer noch hellen Himmel mit dunklem Blau und der Beleuchtung aus Schaufenstern, Straßenlaternen und Autoscheinwerfern. Und das beste ist: Diese Fotos kann man auch bei trübem Wetter mit wolkenverhangenem Himmel machen, ganz ohne großen Aufwand. Und meistens auch ohne Stativ.

Lichtstarke Objektive in modernen iPhones (meines ist ein relativ altes iPhone 11) sorgen auch bei schlechteren Lichtverhältnissen für erträgliche ISO-Werte und ein akzeptables Rauschverhalten. Seit dem iPhone 11 weisen alle Apple-Modelle zudem den sogenannten ‘Nachtmodus’ auf: Hier wird die Belichtungszeit bei Dunkelheit auf wundersame Weise auf bis zu drei Sekunden so verlängert, dass die Bilder dennoch nicht verwackelt sind.

Nach meinen Erfahrungen wird der ISO-Wert bei beleuchteten Stadtbildern mit dem iPhone auf 400 bis max 800 angehoben. Damit werden Belichtungszeiten von in der Regel höchstens 1/25 Sekunde erreicht. Man kann also noch gut aus der Hand fotografieren, erst recht mit dem sehr weitwinkligen Normal-Objektivs des iPhones. Das funktioniert ohne Verwacklungen, wenn man nicht gerade in der Bewegung fotografiert. Der Blitz bleibt natürlich abgeschalten. Wer sich für Langzeitbelichtungen mit dem iPhone interessiert, der liest am besten hier weiter.

Viele verschiedene Lichtquellen sind hilfreich in der Dämmerstunde: Schaufenster, Straßenbeleuchtung, Fahrzeugscheinwerfer.

Viele verschiedene Lichtquellen sind hilfreich in der Dämmerstunde: Schaufenster, Straßenbeleuchtung, Fahrzeugscheinwerfer.

Die Blaue Stunde

Die Blaue Stunde ist die Zeit nach dem Sonnenuntergang, sie bietet in der Dämmerung das wohl schönste Licht des Tages. Wenn die Sonne hinter dem Horizont versinkt wird für eine gewisse Zeit der Himmel noch immer etwas angestrahlt. Das ergibt ein blaues Licht und es funktioniert selbst bei bewölktem Himmel. Diese Zeit für Dämmerungsfotos sollte nicht verwechselt werden mit der ‘golden Hour’, der goldenen Stunde. Das ist die Zeit vor dem Sonnenuntergang und in diese Kategorie fallen all die schönen Sonnenuntergangsfotos, die sich durch goldenen Glanz auszeichnen. Je nach Bewölkung (oder Luftverschmutzung) kann das Licht hier auch mehr oder minder stark rötlich gefärbt sein.

Das gleiche Prinzip erlebt man natürlich auch morgens: Die Stunde vor dem Sonnenaufgang (Sonne unter dem Horizont) ist ebenfalls eine Blaue Stunde. Die Stunde nach dem Sonnenaufgang ebenfalls eine Goldene Stunde. Der gravierende Unterschied zwischen blau und golden ist allerdings, dass die goldene Stunde nur bei wenig Wolken ansehnlich Bilder ergibt. In der Blauen Stunde dagegen reflektiert meist auch einen wolkenverhangener Himmel etwas Licht. Und zusätzlich kommen wegen der geringeren Helligkeit die anderen Lichter aus Fenstern oder von Straßenlaternen besser zur Geltung, was bei der Goldenen Stunde keine Rolle spielt.

In manchen Perspektiven lassen sich stürzende Linien nicht vermeiden.

In manchen Perspektiven lassen sich stürzende Linien nicht vermeiden.

Praktische Tipps

Wer wegen anhaltend schlechtem Wetter und winterlicher Dunkelheit den genauen Zeitpunkt des Sonnernuntergangs nicht kennt, der kann in Wetterbeichten oder Apps nachsehen. In sogenannten Sonnenstand-Apps wie meinem Favoriten Photo Pills wird sogar der genaue Zeitraum benannt. Der ist je nach Jahreszeit unterschiedlich lang, umfasst also auch nicht immer eine Stunde. Trotzdem braucht man in der Regel keine App dafür. Es genügtz, die Zeit des Sonnenuntergangs zu wissen, die auch in Apples Wetter App angezeigt wird.

iPhone-Nutzer ab dem Modell 11 können für Aufnahmen in der Dämmerung auf den Nachtmodus zurückgreifen, wenn es dann richtig dunkel ist. Mein Favorit ist aber die Zeit, in der man noch richtiges Mischlicht erlebt. Ein Stativ ist in den meisten Fällen nicht notwendig, weil man gar nicht erst in völliger Dunkelheit fotografiert.

Natürlich kann man diese Aufnahmen auch mit ‘richtigen’ Kameras machen. Aber in der Regel setzt man dann auch ein Stativ ein, ist nicht mehr so spontan unterwegs. Und man achtet dann auch gleich auf geschlossene Blenden für geringere Tiefenschärfe und hat dadurch  längere Belichtungszeiten. Ein weiterer Vorteil der Smartphones ist dagegen für mich bei schlechten Lichtverhältnissen das vergleichsweise große Display, das eine schnelle Bildkontrolle vor und nach der Aufnahme erlaubt.

Immer gut: Der dramatische Himmel mit Blau- und Rottönen in der Dämmerstunde.

Immer gut: Der dramatische Himmel mit Blau- und Rottönen in der Dämmerstunde.

Aufnahmesituationen und Motive

Lichter der Stadt: Interessant sind vor allem städtische oder dörfliche Motive, weil hier genügend andere Lichtquellen vorhanden sind. Schaufenster sind sehr hilfreich. Die Straßenbeleuchtung sollte man ebenfalls mit einbeziehen. Aber sie kann je nach Bauart Motive aufwerten – oder auch einfach erschlagen. Baustellenlampen und Blinklichter sind ebenfalls reizvolle Aspekte.

Scheinwerfer von Fahrzeugen dagegen kommen nicht so gut zur Geltung, wie das bei den Langzeitbelichtungen der Fall ist. Die längere Belichtungszeiten bei Dunkelheit ergeben eine deutliche Lichtspur, die in der blauen Stunde bei normalen Fotos nicht festzuhalten ist. Wer aber mit einem Stativ unterwegs ist, der kann eine App zur Langzeitbeleuchtung nutzen (wie zum Beispiel Slow Shutter) und erhält so das beste aus beiden Welten: Die Mischlichtstimmung aus der Blauen Stunde und die Lighttrails.

Himmel im Bild: Das Mischlicht kommt am besten dann zur Geltung, wenn auf dem Bild noch etwas von dem geringfügig strahlenden Himmel zu sehen ist. Diese dunkelblauen Flächen, gerne auch gut strukturiert mit einigen Wolken, geben den Dämmerungsfotos einen besonderen Charakter, auf den man nicht verzichten sollte.

Perspektive und Linien: Weil man sich im Gegensatz zur Landschaftsfotografie vorwiegend in bebauten Gebieten und in Stadtzentren aufhält, spielt die Perspektive eine wichtige Rolle. In dem Bemühen möglichst viele schöne Lichter einzufangen wählt man den Blickwinkel oft anhand der Lichtquellen aus. Bei der Auswertung und Nachbearbeitung der Bilder stellt man dann schnell fest, dass fast alle Aufnahmen verzerrt sind.

Nun ist Perspektive erst recht in urbanen Szenen keine schlechte Sache. Ich plädiere dafür, die Linien schon bei der Aufnahme zu beachten, das spart Arbeitsschritte in der Nachbearbeitung. Für viele Fotos lohnt es sich deswegen, das Gitternetz für das Display einzuschalten. So erkennt man stürzende Linien und kann die Kamera so ausrichten, dass die wichtigsten Linien vertikal verlaufen. Dass trotzdem eine perspektivische Verkrümmung da ist, schadet dann kaum.

Gerade Ansichten minimieren die stürzenden Linien - wirken aber auch nicht so spannend.

Gerade Ansichten minimieren die stürzenden Linien – wirken aber auch nicht so spannend.

Spontanes Fotografieren

Für mich liegt der Reiz dieser Aufnahmen auch in der Spontanität. Das Handy ist ja in der Regel immer dabei. Als Fotograf hat man sich aber oft abgewöhnt, es bei schlechtem Licht noch aus der Tasche zu holen. Für Dämmerungsfotos in der Blauen Stunde lohnt es sich, einen kleinen Rundgang zu den markanten Orten mit gutem Licht zu machen.

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