Außenaufnahmen: Produktfotos draußen

Außenaufnahmen: Produktfotografie draußen macht oft nicht nur mehr Spass, sondern bietet auch viel mehr Möglichkeiten.

Außenaufnahmen: Produktfotografie draußen macht oft nicht nur mehr Spass, sondern bietet auch viel mehr Möglichkeiten.

Gute Produktfotos braucht heute fast jeder irgendwann – für die Webseite, einen Shop, ein Angebot bei Ebay oder für die Sozialen Medien. Deswegen hatte ich hier schon mal beschrieben, wie Du ohne großen Aufwand zuhause zu guten Bildern kommst.

Hier gehts zum Video:

In meinen Augen wird die Sache deutlich spaßiger und vielfältiger, wenn Du mit Deinem Produkt und einer kleinen Foto-Ausrüstung nach draußen gehst. Hier bei den Außenaufnahmen kannst Du natürliches Licht nutzen – in allen Variationen. Du kannst verschiedene Hintergrund nutzen. Und Du kannst alleine schon durch die Wahl der Umgebung wählen, ob Du Dein Produkt in einer ähnlichen Umgebung fotografierst. Also zum Beispiel technische Dinge umgeben von anderen Technik-Dingen. Glattes, schnörkelloses Design zusammen mit alten rostigen Gegenständen, was einen netten Kontrast bilden kann.

Und Du kannst bei Außenaufnahmen mit Abständen spielen. Das klingt zunächst nicht besonders prickelnd, hat aber viel Einfluss auf die Bildwirkung. Und für größere Abstände brauchst Du eventuell mehr Platz, als Du zuhause zur Verfügung hast.

Angepasste Umgebung

Was Du zuhause vielleicht nur mit Mühe und vielen Requisiten hin bekommst, das gelingt bei Außenaufnahmen oftmals leichter. Du kannst also Reise-Utensilien zum Beispiel an Bahnhöfen oder Flughäfen aufnehmen. Ein Autozubehör vor schicken Autos. Oder Sportgeräte (Skier, MTBs, etc.) vor einem eher sportlichem Hintergrund.

Aber selbst Allerwelts-Artikel profitieren bei Außenaufnahmen von einer schönen Location. Also Dinge, die in jeder Umgebung gut und passend wirken, wie eine Kamera, sehen im Einsatz attraktiver aus, als auf einem Wohnzimmer-Tisch. Ich finde, dass die richtige Umgebung auch mehr Lust und Interesse weckt. Wenn ich sehe, was ich mit dem Produkt machen kann, ist das ein zusätzlicher Anreiz.

Produktfotos: Außenaufnahmen mit dem Standard-Objektiv

Meine Vorgabe war auch hier (wie drinnen) eine Standard-Ausrüstung. Das ist eine Kamera ohne High-end-Features, also gerne eine einfache Systemkamera, Kompaktkamera oder auch eine DSLR. Und dazu ein Kit-Objektiv. In der Regel sind das Standard-Objektive mit einem geringen Zoom-Bereich. Umgerechnet auf das Kleinbildformat sind das Brennweiten von zB 35 bis 70 Milimetern.

Der Vorteil ist- und deswegen werden diese Objektive so gerne im Paket mit dem Kameragehäuse verkauft: Mn hat Variationsmöglichkeiten mit dem Bildausschnitt. Und wenn man mit Standard-Programmen fotografiert ist in der Regel einfach alles scharf. Das ist für viele Standard-Situationen hilfreich. Zum Beispiel im Urlaub, bei Familienfotos, bei Ausflügen.

Produkt-Darstellungen profitieren aber oft davon, wenn man sie sprichwörtlich in den Fokus stellt. Das bedeutet, dass die Umgebung unscharf abgebildet ist und der Blick auf das Produkt gelenkt wird. Dabei helfen Dir im Wesentlichen drei Dinge.

Offene Blende

Je weiter die Blende geöffnet ist, desto geringer ist die Schärfentiefe. Das hat manchmal auch Nachteile. Wenn Du ein Porträtfoto machst und die Nasenspitze ist scharf, die Augen aber schon nicht mehr, dann ist das nicht hilfreich. So dramatisch ist der Effekt aber nur bei sehr großen Blendenöffnungen wie etwa 1,4 oder 1,7. Bei Deinem Zoom-Objektiv liegt die größte Blendenöffnung wahrscheinlich irgendwo zwischen 3,5 und 5,6. Das reicht nur sehr bedingt zum Freistellen.

Weitwinkel-Einstellung

Weitwinkel-Einstellung

Zoom-Einstellung

Zoom-Einstellung

Zoom-Einstellung

Ein anderer Aspekt lässt die Tiefenschärfe ebenfalls schrumpfen. Je länger die Brennweite ist, dsto geringer wird dieser Schärfebereich. Aber auch hier ist Dein Zoomobjektiv mit etwa 70 Milimetern eher am unteren Rand der Möglichkeiten. Eine gute Brennweite für Porträts sind zum Beispiel 85 Milimeter, am besten noch in Verbindung mit einer großen Blendenöffnung. Bei 135 oder gar 200 Milimetern reciht dagegen auch eine kleine Blendenöffnung schon für diesen Schärfe-Unschräfe-Effekt.

Aber es gibt noch eine dritte Einstellung, die diese beiden Effekte von Blendenöffnung und Zoom verstärkt.

Standard-Zoom-Manko: Fast alles ist scharf.

Standard-Zoom-Manko: Fast alles ist scharf.

Abstände sind wichtig.

Abstände sind wichtig.

Die Abstände

Kurz gesagt reagiert Dein Objektiv sehr viel feinfühliger auf Fokus (also Entfernungseinstellung), wenn Du näher an Deinem Objekt dran bist. Bei alten, manuellen Objektiven hat man das schon sehr gut an den Einstellringen gesehen. Da entspricht zum Beispiel ein Verstellweg von drei Milimetern im Nahbereich einem Unterschied von 30 zu 35 Zentimetern. Und im Fernbereich deckt das vielleicht einen Bereich von drei Metern bis unendlich ab.

Das machst Du Dir zu nutze, in dem Du den Abstand zu Deinem Produkt möglichst gering hältst. Liegt Deine Naheinstellgrenze bei 30 Zentimetern, dann sollte ziemlich genau dort Dein Produkt platziert sein. Der erkennbare Hintergrund in Deinem Foto (zum Beispiel eine Wand) sollte jetzt möglichst nicht bei 40 oder 50 Zentimetern beginnen, sondern eher zwei Meter entfernt sein.

Auf manuellen Objektiven sieht man genau den Spielraum bei Fokus und Blendenöffnung.

Auf manuellen Objektiven sieht man genau den Spielraum bei Fokus und Blendenöffnung.

Und das ist auch schon der Grund, warum Du im Freien sehr viel mehr Spielraum für detailscharfe Aufnahmen hast, als zuhause. Wenn Du jetzt noch die Tele-Einstellung Deines Zoomobjektives benutzt, dann liegt eine gute Naheinstellung vielleicht bei etwa einem Meter. Und der Hintergrund kann gerne drei oder vier Meter weit weg sein.

Und Zack, da ist er: Der Freistellungs-Effekt mit einem Standard-Objektiv ohne alle zu große Lichtstärke. Das einzige, was Du jetzt noch gut brauchen kannst ist eventuell ein Stativ, für wiederholbare Einstellungen. Und wenn die Umgebung sehr hell ist, kann ein Graufilter hilfreich sein. Aber wenn Du die Blende ganz aufmachst und die Verschlussgeschwindigkeit dafür kürzer wird, dann fotografierst Du eben mit einem Tausendstel. Auch Kompaktkameras kommen heute auch auf sehr viel kürzere Verschlusszeiten.

 

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Nachtaufnahmen mit Langzeitbelichtungen

Nachtaufnahmen mit Langzeitbelichtungen malen Leuchtspuren ins Bild.

Nachtaufnahmen mit Langzeitbelichtungen malen Leuchtspuren ins Bild.

Über Langzeitbelichtungen und Nachtaufnahmen hatte ich hier schon mal geschrieben und gezeigt, wie einfach das mit dem iPhone geht. Und dass die Ergebnisse überraschend gut sind. Die Einschränkungen, so hatte ich damals geschrieben, liegen einzig und allein in dem kleinen Sensor. Der hat beim Smartphone nun einmal bei schlechtem Licht ein gewisses Bildrauschen. Und zwangsläufig aufgrund der Größe des Sensors eine geringere Auflösung.

Aber wer von seiner ersten Foto-Pirsch für Nachtaufnahmen mit guten Ergebnissen nach Hause gekommen ist, der will vielleicht nun doch auch die großen Abzüge haben von seinen guten Bildern. Und schielt deswegen auf Kameras mit größeren Sensoren wie MicroFour Thirds, APS-C oder gar Vollformat.

Das Vorgehen ist auch hier nicht besonders knifflig. Um aber nicht gleich die ersten Stunden in dunkler Nacht komplett zu verschwenden, hier ein paar Tipps.

Was sind Nachtaufnahmen?

Nachtaufnahmen sind zumindest nach meiner Definition alle Aufnahmen, die ich nicht mehr verwacklungsfrei aus der Hand machen kann. Und dabei ist diese Grenze in den vergangenen jahren beständig ausgeweitet worden. Die Sensoren haben einen größeren Dynamikumfang, die Objektive und Kameras habe (manchmal beide) eine Bildstabilisation, die ein paar Blendenstufen ausmachen kann.

Andererseits wird es richtig spannend ja nicht an der Grenze von Freihand- zu Stativ-Aufnahmen (die vielleicht bei maximal einer Sekunde liegen kann). Eindrucksvollere Ergebnisse gibt es in einer Spannweite von etwa 5 bis 30 Sekunden. Das ist der Bereich (ab 5 Sekunden), wo Bewegungen im Bild richtig gut sichtbar werden. Andererseits liegt die maximale automatische Belichtungszeit bei vielen Kameras bei 30 Sekunden. Wer länger belichten will, der muss auf Fernsteuerungen zurückgreifen oder mit der Stoppuhr in der Hand in der Einstellung ‚Bulb‘ herunterzählen.

Mittlere Blendenwerte

Manchmal ist es einfach nicht dunkel genug, um vor allem in Städten auf lange Belichtungszeiten von 30 Sekunden oder mehr zu kommen. Und die brauchst Du zum Beispiel für Nachtaufnahmen mit schönen Leuchtspuren. Mit zwei Sekunden gibts nicht viele Spuren. Einfach zu lösen, sollte man meinen: Du blendest einfach ab. Aber bei sehr hohen Blendenwerten werden Deine Bilder nicht schärfer, sondern unschärfer. Abblenden für mehr Schärfe funktioniert, wenn Du von offener Blende wie 1,7 um zwei Stufen abblendest. Bei ganz hohen Werten dagegen sorgt die Lichtbeugung für unscharfe Kanten (Beugungsunschärfe). Also doch besser Graufilter nehmen.

Bildrauschen

Es ist wie früher bei den hochempfindlichen Filmen: Je höher die Empfindlichkeit des Films war, desto mehr Korn hast Du gesehen. Bei digitalen Kameras ist das ganz genau so – und noch schlimmer. Bei langen Belichtungszeiten kommt auch bei ISO 100 immer Bildrauschen dazu. Das kannst Du hinterher zum Beispiel in Lightroom mildern.

Mir gefallen die Ergebnisse besser, die meine Kamera (Canon EOS M6) mit ihren Einstellungen hin bekommt. Dort kann ich eine Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtungen einschalten. Und / oder High ISO Rauschreduzierung. Kleiner Nachteil ist, dass die Bilder in der Kamera gleich nach der Kamera nachbearbeitet werden. Du musst also ein paar Sekunden abwarten, bis das Bildverarbeitet ist. Da Nachtaufnahmen meistens keine Serienaufnahmen sind und auch sonst keine Eile haben, kann ich damit leben.

Mein Favorit ist Mischlicht: Das letzte Tageslicht plus Beleuchtung.

Mein Favorit ist Mischlicht: Das letzte Tageslicht plus Beleuchtung.

Das brauchst Du für Nachtaufnahmen

1. Stativ

Eine Selbstverständlichkeit. Dabei ist es in den meisten Fällen und gerade zu Beginn egal, ob es ein Mini-Stativ ist, ein kompaktes Reisestativ oder ein Profi-Gerät. Die Zeiten haben sich allerdings dahingehend geändert, dass heute auch Profis kaum mehr gewillt sind, zusätzlich zu Kamera-Ausrüstung auch noch 5 Kilo Stativ mitzuschleppen.

2. Kugelkopf oder Video-Neiger

Viele empfinden den Video-Neiger als komfortabler. Er lässt sich in jeder Ebene getrennt verstellen. Ein Kugelkopf schwenkt nach Lösen der Arretierung in alle Richtungen. Ich plädiere schon aus Gewichtsgründen für einen qualitativ guten kleinen Kugelkopf, wie er in guten Reisestativen verbaut ist.

3. Kamera

Die Kamera sollte Belichtungszeiten automatisch bis zu 30 Sekunden nutzen können. Das ist gerade bei kompakten Kameras nicht immer der Fall. Dort geht die Maximal-Einstellung bis zu einer Sekunden, danach kommt mit T eine ‚Bulb‘-Einstellung, bei der man selbst und manuell Anfang und Ende der Verschlusszeit festlegt. Ggf. findet man je nach Modell einen Fernauslöser und Intervall-Auslöser, der sich auch gut für Timelapse-Aufnahmen einsetzen lässt.

Während bei Leuchtspuren gilt ‚je länger desto besser‘ sollte man bei Aufnahmen des Sternehimmels vorsichtiger zu Werke gehen. Nach meiner Erfahrung sind 20 Sekunden ein gutes Limit, damit die Sterne durch die Bewegung am Himmel nicht unscharf werden. Außer natürlich, man will genau diese Bewegung zeigen.

Außerdem sollte die Kamera einen Selbstauslöser haben. Sie sind ein Garant dafür, dass die Berührung der Kamera beim Auslösen keine Verwacklungen verursacht. Praktisch sind Einstellungen nicht nur für längere Zeiten (10 Sekunden) sondern kurze (ab etwa 2 Sekunden). Je nach Situation und Zahl der Aufnahmen kann es elend sein, jedes Mal noch lange auf die Auslösung zu warten.

4. Funk-Fernauslöser

Davon gibt es heute eine Vielzahl von Modellen, auch ganz preiswerte. Sie sind der komfortable Ersatz für den Selbstauslöser an der Kamera, denn sie erlauben berührungsfreies Auslösen.

5. Objektiv

Am sichersten haben sich bei mir lichtstarke Weitwinkel-Objektive erwiesen. Sie lassen mit Blenden ab 2,8 Raum bei den Belichtungszeiten und ISO-Werte. Und Weitwinkel-Aufnahmen sind relativ unempfindlich gegen Verwacklungen. Normal- und Tele-Brennweiten dagegen reagieren oft schon empfindlich auf stärkeren Wind.

6. ND-Filter

Egal wie man zu Filtern steht. Ein Graufilter oder ND-Fader (der sich stufenlos verstellen lässt) hilft ungeheuer. Vor allem, wenn man seine Langzeitbelichtungen nicht bei Dunkelheit sondern schon in der Dämmerung machen möchte. Leuchtspuren durch die Lichter von Autos beispielsweise wirken meiner Meinung anch besonders gut, wenn man die Landschaft noch im Dämmerlicht erkennen kann.

Geisterzug: Bewegte Dinge wie Fußgänger, Autos, Züge kann man auf diese Art gespenstisch ausblenden.

Geisterzug: Bewegte Dinge wie Fußgänger, Autos, Züge kann man auf diese Art gespenstisch ausblenden.

7. Extras

– Zusätzliche Akkus. In kalten Nächten saugen die Langzeitbelichtungen besonders am Akku. Wer schon einen oder zwei Standorte für Aufnahmen hinter sich hat, der sollte darauf gefasst sein, dass je nach Kameramodell der Akku in die Knie gehen kann. Übrigens: Bei Kameras mit kleinen Sensoren halten die Akkus meist länger, als bei großen Sensoren.

Sucherabdeckung. Die spielt bei klassischen Spiegelreflexkameras eine Rolle. Denn hier kann auch durch den Sucher Licht einfallen. Die Kleinteile gehen besonders gerne verloren, erst recht bei Nachtaufnahmen. Billigen Ersatz findet man bei Fremdherstellern, so dass man sich schmerzfrei auch eine Abdeckung in Reserve kaufen kann.

– Brille / Lupe. Zumindest bei mir als Brillenträger verschlechtert sich die Sehfähigkeit vor allem bei Dunkelheit. Aber auch bei Tageslicht habe sich Displaylupen als hilfreich erwiesen. Meist werden sie über die Stativhalterung oder einen Magnetrahmen am Display befestigt.

Taschenlampe / App. Zuerst brauchst Du die ganz banal, weil Du in manchen Situationen in der Dunkelheit einfach nichts mehr an Deiner Kamera erkennst. Gut, das Display leuchtet und führt Dich durch das Menü. Aber die Knöpfe und Rädchen haben sich ergonomisch ins Gehäuse eingefügt, sind schwer zu ertasten. Und wer sein Kameragehäuse noch nicht in- und auswändig kennt, tut sich schwer (Geht mir auch so, obwohl ich dachte, ich kenne meine Kameras.)

– Noch mehr Licht. Wer hat sich das noch nicht gewünscht, dass in einer dunklen Umgebung eben doch ein Detail herausgehoben werden sollte. Zum Beispiel einen Gegenstand anstrahlen, eine Person aufhellen, Bäume oder Häuser ausleuchten. In der Nachbearbeitung sind die Möglichkeiten beschränkt. Wer eine Taschenlampe oder eine Stirnlampe dezent einsetzt, der kann Personen oder Gegenstände damit sprichwörtlich ins rechte Licht setzen. Um allerdings das richtige Maß zu finden und eine Überbelichtung zu vermeiden, muss man einige Testaufnahmen einplanen – und üben.

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Lightroom Basics in drei Schritten

Lightroom Basics - verhelfen zu schnellen Ergebnissen.

Lightroom Basics – verhelfen zu schnellen Ergebnissen.

Lightroom Basics sind die Grundlagen für meine Bildbearbeitung, die ich immer wieder so oder ähnlich einsetze. Diese kurze Bearbeitung ist als Grundlage auch gut brauchbar für die Fotos für Deine Webseite, in Deinen Social Media Kanälen und natürlich auch, wenn Du etwas zu verkaufen hast und einen Online-Shop einrichtest.

Das hier ist kein umfassendes Tutorial für all die Arbeiten in der Rubrik ”Entwicklung”. Die gibt es für Photoshop und für Lightroom in großer Zahl und Vielfalt. Aber das Problem für Einsteiger liegt ja oft darin, dass man sich nicht wochenlang in eine Software einarbeiten möchte. Du willst schnelle Ergebnisse und die rudimentären Schritte (Import, ordnen, aussortieren) hast Du schon gelernt. Jetzt mit den Lightroom Basics ein paar sichere Schritte zu ansehnlichen Ergebnissen, und Du bist wieder motiviert, Dich weiter damit zu beschäftigen und in die Tiefe zu gehen.

Die drei Lightroom Basics Tipps sind also keine professionelle Empfehlung, sondern mein ganz persönlicher Tipp für Einsteiger. Damit, so ist zumindest meine Erfahrung, nutzt man die wesentlichen Werkzeuge und sieht auf Anhieb deutliche Verbesserungen.

Lightroom Basics – drei Schritte

Beim Bearbeiten der ersten paar Bilder wird es Dir vielleicht noch nicht auffallen. Bei einer größeren Anzahl Bilder sind aber immer einige dabei, die etwas unaufgeräumt wirken. Manchmal hat man den Sucher nicht richtig kontrolliert, hat zu schnell aus der Hüfte geschossen oder vielleicht auch die Tools der Kamera, wie eine eingeblendete waagrechte Horizontlinie, nicht beachtet. Auf jeden Fall sind einige Bilder mehr oder weniger schief.

In anderen ragt der eigene Schatten ins Bild oder irgendein anderes störendes Detail. Bevor man sich an grundlegende Retusche und Manipulation macht, greift man besser zu den einfachsten Mitteln. Man richtet das Bild – möglichst an der sichtbaren Horizontlinie, sonst nach Gefühl – so aus, dass es ”gerade” wirkt.

Manchmal bekommt man zum Beispiel bei Weitwinkelaufnahmen, nicht alle schiefen Linien (vor allem in der Vertikalen) in den Griff. Dann ist es wichtig, eine markante Linie herauszugreifen, und die auszurichten. Wenn also ein Haus, ein Kirchturm oder ein anderes senkrechtes Element bildwichtig ist (das muss nicht in der Bildmitte sein), richtest Du am besten dieses aus. Und nimmst billigend in Kauf, dass eine weitwinklige Aufnahme eben auch verzeichnet und andere Linien nicht exakt senkrecht und waagrecht ausgerichtet sind. Diese Verzeichnungen entstehen vor allem bei kleinen Brennweiten, wie mit dem Tokina und einer Brennweite ab 11mm.

Den Horizont gerade rücken ist oft mühselig, weil die Abweichungen bei jeder Aufnahme minimal anders sind.

Den Horizont gerade rücken ist oft mühselig, weil die Abweichungen bei jeder Aufnahme minimal anders sind.

Ausrichtung und Zuschnitt

Durch einen Klick auf die Wasserwaage erhältst Du ein Werkzeug, das Du per Mausklick zum Beispiel am linken Ende des Horizonts in Deinem Bild ansetzt und am rechten mit einem weiteren Klick abschließt. Lightroom richtet das Bild dann automatisch so aus, dass diese Linie waagrecht ist. Dasselbe funktioniert mit senkrechten Linien.

Die schnelle Variante ist, nicht in die Wasserwaage zu klicken, sondern in den grauen Rahmen neben der Arbeitsfläche mit Deinem Bild. Dann wird Dein Cursor neben dem Bild zu einem halbrunden Doppelpfeil. Wenn Du klickst und die Maus leicht bewegst, dann rotiert Dein Bild und es erscheint gleichzeitig ein Gitterrahmen mit wesentlich kleinerer Maschengröße. Diese kleinen Karos sind perfekt dazu geeignet, auch kleinere Details zur Ausrichtung des Bildes zu benutzen.

Ein Ausschnitt entfernt störende Details.

Ein Ausschnitt entfernt störende Details.

Gleichzeitig kannst Du Dein Bild damit auch beschneiden und dabei das Seitenverhältnis des Bildes bewahren. Dazu sollte rechts neben dem Werkzeug als Seitenverhältnis Original ausgewählt sein. Das ist wichtig, wenn Du mehrere Bilder nebeneinander oder untereinander stellst. Haben alle unterschiedliche Seitenverhältnisse, sieht das aus wie Kraut und Rüben…

Wie einige andere Abreiten im Entwicklungs-Modus kannst Du auch diese (Zuschnitt und Ausrichtung) auf mehrere ausgewählte Bilder gleichzeitig übertragen. Das ist aber nur dann sinnvoll, wenn Du beispielsweise alle Aufnahmen mit dem Stativ gemacht hast. Dann haben alle den gleichen Neigungswinkel und störende Details am Rand. Bei Freihand-Aufnahmen wird das nie komplett übereinstimmen und Du musst jedes Bild einzeln korrigieren.

Farbe, Kontrast, Dynamik

Hier ist wesentlich mehr Fingerspitzengefühl gefragt. In der Rubrik Behandlung bei den Entwicklungs-Werkzeugen, gehe ich immer sehr behutsam vor. Finger weg von der Weißabgleichauswahl, von Temperatur und Tönung. Dafür macht dieser Schritt der Lightroom Basics auch mehr Spass, als Ausrichtung und Zusschnitt, finde ich.

Zuerst passe ich eventuell mit dem Schieberegler die Belichtung an. Dann schaue ich mir, wieviele Details noch in den Schatten und Lichtern stecken. Also ziehe ich den Schieberegler für Lichter ganz nach links, den für Tiefen ganz nach rechts. Wenn ich jetzt den Regler für Weiß anklicke und die Alt-Taste drücke, dann sehe ich ein schwarzes Bild, dem die zu hellen Teile farblich hervortrete. Also behutsam gegensteuern, bis die so markierten Bildteile verschwinden.

Dasselbe macht man in Gegenrichtung bei Schwarz. Auf diese Weise haben wir den Dynamikumfang verändert und auch den Kontrast beeinflusst. Im nächsten Schritt kann man durch geringe Änderungen an den unteren Schiebereglern Klarheit (erfahrungsgemäß bis 20 / 25) und und Dynamik (10 / 15) noch etwas nachregeln kann.

Der Grat zwischen natürlichen und übertriebenen Farben ist oft schmal.

Der Grat zwischen natürlichen und übertriebenen Farben ist oft schmal.

Wer sich jetzt das Bild mit und ohne Nachbearbeitung ansieht, der stellt oft fest, dass die Farben etwas unnatürlich, übertrieben wirken. Das ist der Punkt, an dem man die extremeren Ausschläge der sechs genannten Schieberegler wieder etwas zur Mitte rücken sollte, bis man ein natürlich wirkendes Bild erhält. Wenn Farben zu knallig werden, kann man das mit der Einstellung Sättigung etwas abmildern.

Gleiche Einstellungen lassen sich leicht auf ähnliche Aufnahmen übertragen.

Gleiche Einstellungen lassen sich leicht auf ähnliche Aufnahmen übertragen.

Sammeln und übertragen

Die so erzeugten Einstellungen lassen sich kopieren mit Befehlstaste C kopieren und auf weitere, ausgewählte  Aufnahmen übertragen. Sinnvollerweise umfasst eine solche Auswahl Bilder, die in der gleichen Situation gemacht wurden, das gleiche Motive zeigen, unter ähnlichen Lichtverhältnissen entstanden (Befehlstaste V). Das Übertragen auf einzelne nachfolgende Bilder geht am schnellsten mit der Taste Vorherige in der rechten Sidebar unten.

Eventuell nimmt man an diesen Bildern noch kleinere Veränderungen vor. Grundsätzlich neu muss man das festlegen, wenn sich die Aufnahmesituation grundsätzlich geändert hat.

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Unschärfe und Bokeh auch mit einfachen Kameras

Gezielte Unschärfe bekommt man auch mit MFT-Kameras, einem lichtstarkem Objektiv und Tele-Einstellung

MFT-Kameras mit einem lichtstarkem Objektiv und Tele-Einstellung ergibt auch einen schönen Unschärfe-Bereich.

Unschärfe im Bild (oder Bokeh) hebt das Hauptmotiv, den bildwichtigen Teil, auf die wohl ansprechendeste Art hervor. Erwünscht ist diese Hervorhebung bei vielen Aufnahmen. Bei Porträts ebenso wie bei Produktfotos, in der Food-Fotografie oder wann immer es um stimmungsvolle Aufnahmen geht. Dann machen sich ein paar Lichter im unscharfen Hintergrund besonders gut.

Meistens hört man zu diesem Thema, dass dafür vor allem Kameras mit großen Sensoren geeignet seien. Also bei Digitalkameras vor allem Vollformat-Kameras, wie die Canon 5D III oder die Sony A7 III. Rechnet man zu den sowieso schon teuren Kameramodellen noch ein Lichtstarkes Objektiv, ist der Traum vom schönen Bokeh fast schon geplatzt. Tatsache ist aber, dass man auch mit Kameras mit kleineren Sensoren diese Unschärfe erzeugen kann. Vielleicht nicht so perfekt, aber der Effekt lässt sich durchaus erreichen, auch mit weniger Aufwand.

Smartphones haben die wohl kleinsten Sensoren im Vergleich

Smartphones haben die wohl kleinsten Sensoren im Vergleich

Unschärfe und Sensorgröße

Rein physikalisch betrachtet ist der Unschärfebereich umso geringer, je kleiner der Sensor ist. Wer also ein Smartphone benutzt, der hat erst einmal kein oder nur einen sehr schwachen Unschärfe-Bereich: Das Bokeh ist hier nicht sehr ausgeprägt. Ich benutze ein iPhone 6s, da ist der Sensor mal 4,6 mal 6,2 Millimeter groß. Eine Vollformatkamera bringt es auf etwa 24 x 36 Milimeter.

Hier eine Übersicht der verbreiteten Kameratypen:

  • iPhone: 6,2 mal 4,6 Millimeter
  • Kompaktkamera mit 1-Zoll-Sensor: 13,2 x 8,8 Milimeter
  • Micro-Four-Thirds (MFT) Kameras: 17,3 x 13,0 Milimeter
  • APS-C-Kameras: 22,2 x 14,8 Milimeter
  • Vollformat Kleinbild: 36 x 24 Milimeter

Die kleinen Sensoren sollte man aber nicht als unzureichend abtun. In den letzten Jahren hat sich die Qualität gerade bei Smartphone Kameras enorm verbessert. Und sie haben einige Vorteile. Der größere Schärfebereich ist für viele Schnappschüsse praktisch. Und Smartphone und kleine Kameras werden eben bevorzugt auch von nicht so versierten Fotografen genutzt. Der Stromverbrauch ist geringer, auch das ist eine sehr positive Eigenschaft. Nicht jeder will sich mit der Kamera erst einmal drei weitere Akkus anschaffen. Oder nach einem halben Tag ohne Saft aufgeben müssen.

Smartphone

Beim Smartphone bietet sich eine Lösung an, die man eher als Notlösung bezeichnen könnte: die Nachbearbeitung. Es muss kein teures Bildbearbeitungsprogramm sein. Auch das kostenlose Snapseed kann schon als App auf dem Handy Unschärfe ins Bild zaubern: Einmal als Zone, also in einem Streifen, ein anderes Mal im Kreis. Die Übergänge lassen sich einstellen, ebenso der Grad der Unschärfe. Mit etwas Übung gelingen realitätsnahe Bilder, die für Social Media Kanäle sicher ausreichen.

Eine weitere Hilfestellung bieten Makro-Adapter. Die Lupen-Linsen sorgen dafür, dass der Schärfebereich ebenfalls zusammenschmilzt. Allerdings ist hier keine so gute Feinjustierung möglich wie bei der App und es werden manchmal nur sehr kleine Bereiche scharf abgebildet.

Mit Snapseed und der Funktion Tilt Shift kann man Unschärfebereiche gezielt festlegen.

Mit Snapseed und der Funktion Tilt Shift kann man Unschärfebereiche gezielt festlegen.

Kompaktkameras

Hierzu rechne ich mal die wirklich sehr kompakten Kameras mit einem 1-Zoll-Sensor und die Micro-Four-Third Kameras. Hier gibt es zwei gute Möglichkeiten. Zum einen schmilzt der Schärfebereich, wenn wir eine Tele-Einstellung verwenden. Je extremer, je länger die Brennweite, desto geringer der Schärfebereich. Wer also die Zoomfunktion nutzen kann, kann auf diese Art auch ein Motiv freistellen.

Die andere Methode nutzt die Tatsache, die selbst bei Vollformat-Kameras für ein gutes Bokeh ausschlaggebend ist. Ausschlaggebend für ein schönes Bokeh ist nämlich vor allem auch eine große Blendenöffnung oder Lichtstärke. Auch Profi-Kameras und Linsen bilden bevorzugt dann kleinere Schärfebereiche ab, wenn die Lichtstärke bei 1,4 oder 1,7 liegt und die Blende ganz geöffnet ist. Zumindest bei den MFT-Kameras gibt es einige lichtstarke fest verbaute Objektive (Lumix LX 100 mit 1,7 Summilux), mit denen man das machen kann. Und es gibt auch etliche Kameras mit Wechselobjektiven. Selbst wenn das Objektivprogramm des Herstellers nicht passendes aufweist, kann man oft noch seine alten analogen lichtstarken Linsen mit einem Adapter verwenden. Diese Lösung ist freilich wegen der Anschaffungskosten eines Objektivs die teuerste der hier genannten.

Offene Blende und lange Brennweite, das ergibt bei APS-C-Kameras schon einen akteptablen Unschärfebereich - auch bei Standardzooms ohne große Blendenöffnung.

Offene Blende und lange Brennweite, das ergibt bei APS-C-Kameras schon einen akteptablen Unschärfebereich – auch bei Standardzooms ohne große Blendenöffnung.

APS-C Kameras

Jetzt sind wir schon ziemlich nahe dran an den Vollformatkameras und haben immerhin beim Sensor die halbe Vollformat-Größe. Die meisten Modelle der großen Hersteller (Canon, Nikon) erlauben von Hause aus auch die Verwendung aller Vollformat-Linsen. Wer also alte oder neue lichtstarke Objektive hat, kann die nutzen. Und mit Adaptern kann man natürlich so ziemlich jedes ältere lichtstarke Objektiv oder Tele-Objektiv verwenden. Beispielsweise kann man ein altes Olympus Objektiv mit Blendenöffnung 1,4 mit einem preiswerten Adapter an Nikon, Canon oder anderes APS-C-Kameras anschließen.

Alte analoge Objektive lassen sich mit Adapter an APS-C- und MFT-Kameras nutzen. Und zaubern oft ein schönes Bokeh.

Alte analoge Objektive lassen sich mit Adapter an APS-C- und MFT-Kameras nutzen. Und zaubern oft ein schönes Bokeh.

Wer zum Beispiel das preisgünstige, früher als Standardobjektiv gehandelte 1,8/50mm von Canon oder Nikon günstig ersteht, der hat schon eine gute Lösung. Am APS-C-Sensor verlängert sich zwar die Brennweite um den Faktor 1,6, aber damit ist es mit einer Brennweite von nun 80 Milimetern immer noch gut im Food-Bereich einsetzbar.

Daneben gibt es auch analoge Objektive mit hoher Lichtstärke und Angebote von Fremdherstellern. Mit einem Meike 35mm f/1.7 APS-C hat man für wenig Geld sogar beides. Man kann die hohe Lichtstärke nutzen und erhält die Standard-Brennweite von umgerechnet 50 mm auch bei APS-C-Kameras (35 Milimeter x 1,6 ergibt etwa 56 Milimeter Brennweite).

Und natürlich greift hier bei APS-C-Kameras auch die Makro-Lösung. Möglich sind ein Vorsatz an einem fest verbauten Objektiv. Oder Zwischenringe, die es mit oder ohne Automatik für fast alle Kameras gibt. Ich benutze diese Lösung an meinen Canon EOS M Kameras und habe hier darüber berichtet.

Makro-Linsen ergeben generell einen geringeren Schärfebereich.

Makro-Linsen ergeben generell einen geringeren Schärfebereich.

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Timelapse Aufnahmen mit dem iPhone

Timelapse-Aufnahmen sind der Hingucker: In jedem Video, auf jeder Webseite, in jedem Social Media Account ziehen die Zeitraffer-Aufnahmen die Aufmerksamkeit auf sich. Es gibt ungezählte Anleitungen, wie man Timelapse Aufnahmen am besten macht, welche Ausrüstung man braucht, wie man die Aufnahmen weiter verarbeitet.

Aber selbst Profis geben zu, dass es kaum einen einfacheren Weg zu guten Timelapse Aufnahmen gibt, als die eingebauten Funktionen des iPhone. Wenn Du nur weinge, einfache Dinge beachtest, kommst Du damit zu guten Ergebnissen, die Du oft und vielseitig verwenden kannst. Ich mache meine Timelapse-Aufnahmen mit einem nicht mehr ganz aktuellen iPhone 6s, aber jedes aktuell auf dem markt befindliche iPhone funktioniert genauso.

Die Basics für Timelapse Aufnahmen

Der deutsche Name Zeitraffer-Aufnahme für Timelapse Aufnahmen sagt es schon: Es sind Aufnahmen, über einen längeren Zeitraum (von etwa einer Minute Aufnahmedauer bis zu fast drei Stunden), für die Technik des iPhone ausgelegt ist. Zwar fällt die ganze Berechnung und Nachverarbeitung der Aufnahmen für Dich weg. Aber auf etwas kannst Du nicht verzichten: einen festen und unveränderlichen Halt für Dein iPhone für die gesamte Aufnahmedauer.

Nun kannst Du erfinderisch an die Sache dran gehen, Dein iPhone gegen ein Fenster legen, auf die Scheibenwischer an der Frontscheibe Deines Autos oder es mit Klebeband irgendwo befestigen. Aber wenn Du ein wenig Geld in die Hand nimmst, und Dir ein Ministativ oder ein Reisestativ gönnst, wirst Du das nicht bereuen. Und weil man das iPhone nicht so ohne weiteres auf einem Stativ befestigen kannst, brauchst Du für Deine Timelapse Aufnahmen noch eine Halterung für das iPhone. Ich verwende diese, aber es gibt sie in vielen Variationen und Preisklassen. Und sie sind meistens auch problemlos an alle Geräte und Variationen (mit / ohne Bumper / Hülle / Zusatzobjektiv) verwendbar.

Wichtig bei Timelapse Aufnahmen: Das "Verriegeln" von Fokus, Belichtung und Weißlichtabgleich.

Wichtig: Das „Verriegeln“ von Fokus, Belichtung und Weißlichtabgleich.

Die Aufnahme

Gleich kanns losgehen. Zu den minimalen Vorbereitungen gehört noch, dass Du in den Einstellungen Benachrichtigungen deaktivierst und den Flug-Modus aktivierst. Wenn eine Drei-Minuten-Aufnahme abgebrochen wird, weil Du ans Telefon gehst, mag das noch angehen. Aber falls die Aufnahme nach einer halben Stunde abgebrochen wird, ist das ärgerlich.

Wenn Du die Kamera montiert und ausgerichtet hast, öffnest Du die Kamera-App, die zu den Bord-Werkzeugen jedes iPhone gehört. Es gibt zahlreiche andere Apps, kostenpflichtig und gratis. Aber mit den Ergebnisse dieser vorinstallierten App kannst Du schon ziemlich gute Ergebnisse produzieren.

Hältst Du Dein iPhone im Querformat, dann ist neben dem roten Aufnahmeknopf standardmäßig die Einstellung „FOTO“ aktiviert. Du streichst mit dem Finger in der Bildfläche nach unten, bis nach Video und Slo-Mo die Einstellung „ZEITRAFFER“ erscheint.

Eine zweite wichtige Sache ist der AE/AF-Lock. Wenn Du an einem bildwichtigen Teil Deines Bildes den Finger auflegst, erscheint nach kurzer Zeit das kleine gelbe Quadrat, in dem Belichtung, Fokus und Weißabgleich eingestellt werden. Dazu der Hinweis: AE/AF-SPERRE. Damit sind diese drei genannten Einstellungen fixiert und ändern sich nicht mehr, über die gesamte Zeitraffer-Aufnahme hinweg. Das ist in fast allen Fällen richtig so, denn diese Einstellungen sollen sich bei Zeitraffer-Aufnahmen auch dann nicht ändern, wenn sich das Licht ändert.

Timelapse Aufnahmen mit dem iPhone: Einfach und immer erfolgreich, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Timelapse-Aufnahmen mit dem iPhone: Einfach und immer erfolgreich, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Der Rundum-Sorglos-Prozess

Das wars auch schon. Du startest die Aufnahme über den roten Knopf und beendest sie damit. Aber erst dann, wenn Du meinst, Du hast genügend Bewegung und Veränderung in Deinem Clip festgehalten. Denn das ist natürlich die Magie in dieser Geschichte. Du brauchst langsame Bewegungen, die entweder kaum wahrnehmbar sind (zum Beispiel Wolkenbewegungen). Oder einfach unspektakulär wirken (zum Beispiel Autoverkehr) zu beschleunigen.

Oben im Fenster wird Dir die gesamte Aufnahmedauer angezeigt. All die Kleinigkeiten wie Intervall, Belichtungszeiten, Blende, Zeit, Dauer, steuert das iPhone selbsttätig. Und das bedeutet, dass automatisch auch die Einstellungen je nach länge des Clips verändert werden. So wird eine kurze Aufnahmen beispielsweise um das 15fache beschleunigt wiedergegeben, eine 30minütige Aufnahme wird auf das 60fache Tempo beschleunigt. Und eine Aufnahme von bis zu zwei Stunden 40 Minuten (das Maximum), wird um den Faktor 240 beschleunigt.

Diese Automatik hat viele Vorteile. Wenn ich bei einer normalen Zeitraffer-Aufnahme an meiner Kamera alle Einstellungen für fünf Minuten Aufnahme einstelle, habe ich meist kurze Intervalle und damit vergleichsweise viele Bilder.  Verlängere ich das nun auf zwei Stunden, dann erzeuge ich eine gigantische Datenmenge. Und der Clip wird dann auch noch in der beschleunigten Version sehr lang.

Ein schöner Standort und ein Motiv mit Bewegung sind wichtig für Timelapse Aufnahmen: zB Wolken.

Ein schöner Standort und ein Motiv mit Bewegung sind wichtig: zB Wolken.

Nachbearbeiten?

Und das wars. Das iPhone speichert nicht die Einzelbilder, sondern nur den Zeitraffer-Clip. Das geschieht mit einer akzeptablen Datenmenge und einer für meinen Geschmack „runden“ und weichen Wiedergabe. Wer noch etwas verbessern will, der kann in iMovie oder FCPX (als Mac-Benutzer) die Länge und Geschwindigkeit beeinflussen. Besser investiert wäre die Arbeitszeit nach meiner Ansicht – wenn überhaupt – ggf. in eine Farb-Korrektur.

Was geht noch?

Nichtsdestotrotz gibt es noch immer Möglichkeiten, auch diesen Prozess zu verbessern. Man kann andere Apps nutzen, die erweiterte Einstellungen ermöglichen, wie zum Beispiel Filmic Pro. Damit kann ich auch 4K-Aufnahmen erzeugen oder ich kann eine Bewegungsunschärfe erzeugen. Und wenn ich ein Gimbal nutze für eine Stablisierung des iPhones, dann sind auch bewegte Aufnahmen drin. Dazu bewege ich entweder das Gimbal oder es steuert selbsttätig die Ausrichtung der Kamera.

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