Mehrere Lead-Magneten für den Newsletter

Lead-Magneten für den Newsletter

Lead-Magneten für den Newsletter

Ein Newsletter gilt heute als unverzichtbar für all diejenigen im Netz, die eine große Reichweite wollen, die etwas zu verkaufen haben, die sich einen Nebenerwerb über das Internet aufbauen wollen. Voraussetzung dafür, dass Dir die Besucher deiner Webseite ihre email-Adresse anvertrauen, ist eine Gegenleistung. Im Idealfall sind das die Artikel Deines Blogs, die Informationen Deiner Webseite. Sie sind so gut, das keiner Deiner Besucher auch nur einen Beitrag vermissen möchte.

Lead-Magnet: Vertrauenssache

Durch ehrliche und nützliche Informationen hast Du Dir in diesem Fall das Vertrauen Deiner Besucher erarbeitet, das wird belohnt. Aber die Konkurrenz ist groß. Sehr wahrscheinlich bearbeiten etliche andere Blogger, Unternehmer die gleichen Themenbereiche wie Du. Hier kommt der sogenannte Lead-Magnet ins Spiel. Diese kostenlose Dreingabe ist so wertvoll für Deine Besucher, dass sie Deinen Newsletter abonnieren. Der Lead-Magnet kann ein PDF mit einem kleinen Leitfaden sein, ein E-Book oder jedes andere nützliche Ding, das sich digital verschicken lässt.

Bis hierhin helfen Dir WordPress, ein Newsletter-Anbieter wie Mailchimp (oder viele andere, das hier ist keine Werbung) und vielleicht das eine oder andere Plugin. Zum Beispiel kannst Du Pop-Ups mit der Newsletter-Anmeldung öffnen, wenn Dein Besucher die Seite verlassen möchte, oder wenn er länger als 30 Sekunden hier ist. Bis hierhin ist das ein gut eingespieltes System, es gibt viele Anleitungen dazu. Jetzt ist ”nur” noch Deine Kreativität gefragt.

Mehrere Lead-Magneten

Kniffliger wird es, wenn Du vielleicht nicht auf Anhieb „den” tollen Lead-Magneten entwickelt hast. Oder wenn Du denkst, es gibt noch so viele weitere handfeste Informationen, dass Du weitere Leitfäden, Tutorials, Anleitungen entwickelst. Dann gibt es für Deine Besucher bald ein Problem. Sie können sich kein zweites Mal zu Deinem Newsletter anmelden. Sie könnten freilich eine weitere Email-Adresse verwenden. Aber das ist nicht in Deinem Interesse.

Denn Du zahlst für die Menge verwendeter Emails. Und wenn Abonnenten mit zwei, drei oder vier Emails angemeldet sind, dann kostet Dich das mehr Geld. Ein anderer Nebeneffekt ist, dass treue Abonnenten vielleicht verärgert sind, wenn es weitere tolle Angebote für die Newsletter-Anmeldung gibt, die ihnen vielleicht viel besser gefallen hätten, als das Angebot, das sie genutzt haben.

Ich kenne nicht alle Newsletter-Systeme und Anbieter. Es soll auch welche geben, die eine mehrmalige Anmeldung erlauben. Aber die sind wohl teurer, als die einfachen Standard-Angebote. Und die Einarbeitung in die englischsprachigen Systeme soll auch knifflig sein. Hier stelle ich Dir meine Lösung vor, die für kleinere Abonnenten-Zahlen ganz gut funktioniert. Mit vielen Abonnenten spricht dann natürlich auch nichts gegen die Nutzung aufwändigerer Systeme.

Mehrere Listen kombinieren

Zunächst einmal lege ich für die verschiedenen Lead-Magneten neue Newsletter-Listen an. Das sind sozusagen Nebenlisten zu meiner Hauptliste. Das erscheint aufwändiger als es ist. Denn mein Anbieter erlaubt das „Kopieren” der Listen-Einstellungen. Logischerweise werden dabei die Abonnenten nicht mit kopiert. Der Aufwand für die jeweilige Anpassung hält sich in Grenzen.

Vor dem Versenden des nächsten Newsletters exportiere ich die neuen Einträge der Nebenlisten und importiere sie dann in die Hauptliste.  Falls sich jemand aus der Nebenliste schon wieder abgemeldet hat, sehe ich das bei einer übersichtlichen Anzahl noch ganz gut, und übernehme diese Adresse natürlich nicht.

Der Newsletter wird von mir dann ausschließlich über die Hauptliste versendet. Erfahrungsgemäß melden Sie Abonnenten nur noch mit einem Abmelde-Klick aus dem aktuellen Newsletter ab. Damit funktioniert die Verwaltung über die Hauptliste ganz gut. Natürlich behalte ich die Nebenlisten dennoch im Auge.

In der Hauptliste sind die Anmeldungen der Nebenlisten denn auch in jeweiligen Gruppen zusammengefasst. So weiß ich, wofür sich der einzelne Abonnent angemeldet hat.

Was kommt gut an?

Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass man mit mehreren Lead-Magneten recht schnell erkennt, welche dieser Goodies besser ankommen und welche weniger gut angenommen werden. Natürlich ist es dann sinnvoll, auf das Leser-Interesse einzugehen. Weitere Lead-Magneten in der Machart der erfolgreicheren Angebote können sinnvoll sein.

Was sind die Nachteile? Die Methode ist aufwändiger und man muss seine Listen im Auge behalten. Ab einer bestimmten Größe der Listen ist das sicher nicht mehr praktikabel. Außerdem wünscht sich natürlich jeder Newsletter-Dienstleister, dass Du mit genau einer Liste arbeitest.

Da die Daten Deiner Listen auch zu anderen Anbietern übernommen werden können, kannst Du irgendwann auch zu einem System wechseln, das dieses Problem eleganter löst. Oder das mehr kostet und mehr Einarbeitung verlangt. Für den Einstieg halte ich diese Methode aber für ganz praktikabel.

Rechtliche Vorgaben

Wichtig ist, dass Du die rechtlichen Bedingungen einhältst: Double-Opt-In bei der Anmeldung garantiert, dass Du keine Fake-Anmeldungen aufnimmst. Und der Abmelde-Link in jeder Mail ist ebenfalls enorm wichtig. Da bei mir keine Versendung über die Nebenlisten erfolgt, ist ausgeschlossen, dass jemand nach seiner Abmeldung noch eine unerwünschte Mail von mir erhält.

Gehts noch einfacher? Naja, ein bißchen schon. In jedem Newsletter findet sich ein Hinweis, wenn es neue „Goodies” für die Newsletter-Anmeldung gibt. Am Fuß des Newsletters gibts auch einen Link mit Angabe des Passworts zu einer Seite, auf der alle Goodies heruntergeladen werden können. Diese Seite ist passwortgeschützt, falls sie doch zufällig von irgend jemandem entdeckt wird.

Theoretisch könntest Du auch darauf setzen, dass die bisherigen Abonnenten ausschließlich über diese Material-Sammlung versorgt werden. Du wechselst auf der Hauptseite einfach den Lead-Magneten aus. Die bisherigen Abonnenten können sich dort bedienen. Meiner Ansicht nach wollen Abonnenten aber den neu entdeckten Lead-Magneten möglichst gleich – und nicht erst mit dem Link im nächsten Newsletter.

Alternativen?

Wie handhabst Du das? Mit dauerhaft nur einem Lead-Magneten? Gibt es ein anderes, einfacheres System, um mehrere Goodies anbieten zu können? Ich freue mich auf Rückmeldungen in den Kommentaren.

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Website-Optimierung: Das geht noch zum Jahreswechsel

website-Optimierung: Das kann man zum Jahreswechsel in Angriff nehmen und auch gleich umsetzen

Website-Optimierung: Das kann man zum Jahreswechsel in Angriff nehmen und auch gleich umsetzen

Website-Optimierung ist eine Daueraufgabe, denn eine Website ist nie optimal. Die Anforderungen ändern sich scheinbar so schnell, dass man mit Überarbeitungen kaum hinterher kommt. Gerade diejenigen Blogger, die ihre Webseite nicht professionell nutzen, führt diese Daueraufgabe schnell an ihre Grenzen. Und kleinere Unternehmen reifen das Thema vorzugsweise zur Zeit der Rück- und Ausblicke auf. Denn dann nimmt man oft auch seine Statistik etwas näher unter die Lupe.

Drei kleinere Dinge kannst Du meiner Einschätzung noch in der Zeit des Jahreswechsels für eine Website-Optimierung umsetzen. Sie haben einen positiven Effekt für die eigene Website  – egal ob Du sie privat oder geschäftlich nutzt.

Website-Optimierung: Was sagt die Statistik?

Die Statistik sollte man öfters mal unter die Lupe nehmen. Meistens aber begnügt man sich mit ein oder zwei Daten, für die man sich aktuell interessiert. Wie hat dieser und jener Artikel abgeschnitten? Wie entwickeln sich meine Besucherzahlen?

Dabei hat so ziemlich jede Statistik eine Unmenge an Daten, von denen man zumindest einige gut für die Website-Optimierung nutzen kann. Ich verwende Google Analytics. In anderen Statistik-Werkzeugen wird das so oder ähnlich ebenfalls enthalten sein. Hier drei Dinge, die man auch in neue Handlungen umsetzen kann.

Statistik: Mobile Besucher

Immer  mehr Besucher kommen mit mobilen Geräten auf Deine Seite. Vorzugsweise nutzen sie das Handy – und bekommen Dein schickes Desktop-Design gar nicht zu sehen. Bei Zielgruppe –> mobil –> Übersicht findest Du den Anteil der Smartphone-Surfer auf Deiner Website.

Wenn es Dir so geht wie mir, erstaunt Dich der hohe Anteil. Also gehe zur mobilen Ansicht Deines Browsers (oder nutze Dein Smartphone). Fast alle Browser haben heute Entwickler-Werkzeuge integriert. In Safari des Mac OS-X geht das in Deinem Browserfenster über Entwickler –> In Modus „Responsive Design” wechseln und dann das jeweilige Gerät anklicken. Wir wirken Deine Beiträge und Bilder und die Navigation hier? Funktioniert alles, wie es soll? Oder kannst Du speziell für mobile Geräte noch was in punkto Website-Optimierung tun?

Du suchst zuerst am besten nach den Artikeln, die Du für besonders wichtig hältst. Und dann sicherheitshalber noch nach denen, die bei Deinen Besuchern besonders nachgefragt werden

Statistik: Die wichtigsten Beiträge

Auch die findest Du in der Statistik: Gehe zu Verhalten –> Websitecontent –> Zielseiten. Das sind Deine am häufigsten besuchten Beiträge. Rechts oben kannst Du den Betrachtungs-Zeitraum ändern und beispielsweise einen Jahresrückblick ansehen.

Fast noch wichtiger ist, wie sich das in jüngerer Zeit entwickelt hat. Dazu gehst Du zu Verhalten –> Websitecontent –> Aufschlüsselung nach Content. Bei mir führt der Weg dann weiter über das Blog und dann – weil meine Beiträge chronologisch sortiert werden – weiter zum Ordner 2017 oder noch weiter zum Ordner /12/ für Dezember. Wenn Du das nacheinander für die letzten drei vier Monate machst, bekommst Du einen guten Eindruck davon, welche Art von Blogpost, welche Themen oder Kategorien gut nachgefragt wurden.

Und vielleicht hast Du einen richtigen „Renner”: Einen  Blogpost, der das Zigfache aller anderen Posts an Zugriffen hervorruft. Dann überleg Dir, ob Du zu diesem Thema nicht noch mehr Beiträge verfassen kannst.

Statistik: Besucherquellen

Und wo kommen die Besucher nun her? Sehr wahrscheinlich kommen die allermeisten über die Suchmaschine auf Deine Webseite. Genauer erfährst Du es, wenn Du hierhin gehst: Akquisition –> alle Zugriffe –> Quelle / Medium oder –> Verweise. Da werden aber neben Google wahrscheinlich noch Deine Social Media Accounts gelistet sein. Weiter hinten kommen dann diejenigen Webseiten, die einen Link zu Deiner Webseite gelegt haben.

Auch wenn das gegenüber dem Suchmaschinen-Verkehr eine geringe Rolle spielt: Wie wärs mit einem Dankeschön? Oder einen Link zurück? Oder einfach mal mit dem anderen Webseiten-Betreiber drüber reden, wie man kooperieren kann? Die meisten freuen sich über so eine Anfrage.

 

Die Über-Mich-Seite

Wahrscheinlich hast Du es in Deiner Statistik schon entdeckt: Die Über-mich-Seite ist eine der meist gelesenen Seiten. In Anbetracht dieses Stellenwertes sind viele Über-Mich-Seiten bemerkenswert schlecht (meine eigenen ist da nicht ausgenommen). Es gibt viele gute Anleitungen darüber, wie man eine anspruchsvolle (und wirkungsvolle) Über-Mich-Seite erstellt. Und es gibt viele tolle Beispiele, an denen man sich Anregungen holen kann.

Erster Schritt könnte auch sein, sich selbst ins rechte Licht zu rücken. Wenn es zu wenig gute Fotos von Dir gibt, dann mach doch selbst welche! Ich glaube, es gehört zum Wesen der Über-mich-Seite, dass sie einem veraltet vorkommt, wenn man sie das nächste Mal liest. Aber was solls: Dann ändere sie eben, aktualisiere, korrigiere.

Landingpages einrichten

Viele Blogger haben und auch Unternehmen haben auf ihren Webseiten etwas anzubieten: Einen kostenlosen Leitfaden, ein Rezept, ein gutes E-Book. Und oft steht dieses Angebot in einem entsprechenden Blogpost. Die Suchmaschine wirds schon richten, dass meine Besucher und Interessenten das auch finden.

Noch besser ist aber, wenn sie das auf einer speziellen Landingpage finden. Das ist eine sehr geradlinige, einzelne Seite ohne jede Ablenkung. Sie führt Deine Besucher direkt zu einer Anmeldung, zu einem Kauf, zu einem Download. All das, worauf Blogger so stolz sind, das Drumherum, die Themenvielfalt, vielleicht auch die Werbung und ganz sicher die Navigation sind einfach weg. Ziel ist, dass der Besucher direkt zur entscheidenden Stelle kommt, wo er mit einem Klick den Newsletter abonniert, das neueste Produkt kauft, an einer Abstimmung teilnimmt oder was immer auch Dein Anliegen ist.

Einige WordPress-Thems haben von Hause eine „blank page” ohne andere Elemente, die man dafür nutzen kann. Ist das nicht der Fall, kann man ein Plugin für Landingpages nutzen. Oder man verweist auf eine externe Einzelseite. Die kann auch außerhalb des Blogs liegen. Es gibt zum Beispiel einzelne „frei stehende” Seiten, für die man sich Vorlagen aus dem Netz herunterladen kann. Das ist nicht so komfortabel wie die Verwaltung in WordPress, muss aber nicht schlechter sein. Dort solltest Du auch den Code für Deine Statistik einbinden.

 

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Bokeh: mit Tiefenschärfe und Licht zaubern

Bokeh zaubert reizvolle Reflexe ins Bild - und braucht keine teuere Ausrüstung.

Bokeh zaubert reizvolle Reflexe ins Bild – und braucht keine teuere Ausrüstung.

Bokeh ist für viele Fotografen die Krönung. Wenn durch geringe Tiefenschärfe und vielleicht noch ein paar Lichtreflexe stimmungsvolle Bilder entstehen, bekommt man echte Hingucker. Und wann könnte man diesen Effekt besser brauchen, als in der Vorweihnachtszeit? Dunkle Tage, viele Lichter, besondere Stimmung. Die Profis, die es wirklich auf diesen Bokeh-Effekt anlegen, haben meistens spezielles Werkzeug in ihrer Foto-Tasche. Dazu gehören teure, lichtstarke Objektive für Vollformat-Kameras und / oder lange Brennweiten.

Der Unschärfebereich, wie er vor allem bei Aufnahmen mit offener Blende entsteht, funktioniert aber auch mit weniger finanziellem und technischem Aufwand. Wer noch mehr rausholen möchte, als partielle Unschärfe und Lichtflecken, der achtet besonders auf die Gestaltung der Lichtreflexe. Hier gibt es große Unterschiede.

Auch ohne teure Objektive und Kameras

Um zu zeigen, dass auch mit relativ wenig Aufwand und sogar mit einer älteren Ausrüstung der Bokeh-Effekt ganz gut funktionieren kann, habe ich hier einmal verglichen. Zum Einsatz kamen die Canon 550D (ein Uralt-Modell), sowie die Canon EOS M mit weitestgehender gleicher Technik, aber anderen Objektiven. Beide haben einen vergleichsweise großen APS-C-Sensor, das ist sozusagen die nächst kleinere Sensorgröße nach einem Vollformat. Außerdem kamen zum Einsatz die etwas neuere Lumix LX100 (eine Micro-Four-Thirds-Kamera mit kleineren Sensor) und einem Smartphone (iPhone 6s, mit noch kleinerem Sensor).

Alle Bilder entstanden ohne zusätzliches Licht, außer bei der Weitwinkel-Aufnahme der Lumix LX100. Da wars zu dunkel für das Bäumchen im Vordergrund und ich habe hier mit einem LED-Licht für den Vordergrund nachgeholfen. Alle Aufnahmen entstanden mit offener Blende, das bedeutet immerhin eine Spannbreite von 1,5 bis 6,3.

Bokeh mit der DSLR: Canon 550D

Hier gibt es aufgrund der Sensorgröße gute Ergebnisse. Angenehm ist, dass man hier am besten (auch manuell) scharf stellen kann. Generell ist zu sagen, dass der Bokeh-Effekt am besten gelingt, wenn der Sensor relativ groß ist. Anders ausgedrückt sind kleine Kameras mit kleinem Sensor eher auf Schnappschüsse ausgelegt, bei denen möglichst alles scharf abgebildet werden soll. Bedeutet mehr Tiefenschärfe, weniger Effekt.

Bokeh mit einer Canon 550D mit Zoom-Objektiv

Die Aufnahme mit dem Standardzoom 17 bis 85 mm von Canon ist zwar noch nicht berauschend, aber ganz brauchbar. „Offene Blende” bedeutet bei diesem Objektiv in Tele-Einstellung von vorne herein mindestens Blende 5,6, das ist nicht besonders lichtstark. Die Effekte sind so naja.

Bokeh mit einer Canon 550D mit Wallimex-Video-Objektiv

Besser wird es mit einem lichtstarken Objektiv wie dem Wallimex 1,5 / 35 mm (nach meinem Wissen baugleich mit Rokinon, Samyang und einigen anderen). Diese Brennweite entspricht an einer APS-C-Kamera übrigens auch dem vielgeliebten, lichtstarken und preiswerten „Normal”-Objektiv. Das hat an einer Kleinbild- oder Vollformat-Kamera eine Brennweite 50 mm. Und die Ausführung mit größter Blende 1,8 gibts meistens schon für 100 € oder weniger. Bei APS-C-Sensor dagegen verlängert sich die Brennweite um den Faktor 1,6.

Das sind schon eher die Effekte, wie ich sie mir wünsche. Etwas schwierig zu handhaben, weil das Objektiv vollständig manuell funktioniert. Hilfreich, wenn mit Magic Lantern auch eine Fokussierhilfe zur Verfügung steht (Fokus-Peaking, Ausschnittvergrößerung). Das Bokeh ist sehr schön, die Naheinstellgrenze erlaubt auch Detailaufnahmen.

Canon 550D mit einem lichtstarken Zeiss-Objektiv

Lichtstarkes Vintage-Objektiv

Der nächster Kandidat ist ein sogenanntes Vintage Objektiv, also ein altes Objektiv aus analogen Zeiten. Dem Zeiss 1,7 / 50 mm, einem Festbrennweiten-Klassiker mit Contax-Anschluss, werden beste optische Qualitäten nachgesagt. Und die Brennweite von 50 mm bedeutet bei APS-C Sensor gleichzeitig einen leichten Tele-Effekt.

Kurzum, ich hatte mehr erwartet. Die relativ große Naheinstellgrenze sorgt für einigen Abstand zum Objekt, was den Effekt schmälert. Mit einer zu großen Entfernung vom Objekt kann man kleine Motive nicht formatfüllend fotografieren. Der Abstand zum unscharf abgebildeten Hintergrund müsste dann noch größer sein – was bei Innenaufnahmen eher unpraktisch ist.

Demzufolge habe ich auf einen Test mit dem 1,8 / 85 mm Nikkor verzichtet. Da müssten die Abstände noch größer werden. Das 50 mm und das 85 mm sind also sicher praktikabel für Fotos und Videos im Freien, vor allem Beispiel Porträts. Bei Nahaufnahmen wie dieser zeigen sie ihre Stärke nicht.

Die spiegellose: Canon EOS M

Canon EOS M mit dem Kit-Objektiv 18-55 mm

Die EOS M hat den gleichen Sensor wie die DSLR. Man könnte deswegen mit einem Adapter auch die gleichen Objektive verwenden. Das Standardobjektiv für die EOS M, das 18-55 mm aufweist bei Lichtstärke 3,5 bis 5,6 fällt gegenüber der DSLR ab.

Canon EOS M mit Festbrennweite 2.0/22mm

Aber da gibts ja noch ein lichtstarkes Objektiv für die EOS-M, das  Weitwinkel-Objektiv 2,0/22mm. Aber auch hier trüben Weitwinkelcharakter und die Naheinstellgrenze das Ergebnis. Im Freien und für Porträts aber nach meiner Erfahrung sehr brauchbar.

Die spiegellose Lumix LX 100 mit MFT-Sensor

Lumix LX100 mit Teleeinstellung

Nun dachte ich mir, dass der kleinerer Sensor der Lumix einen noch geringeren Unschärfebereich bringt, spricht eine geringere Unschärfe und damit weniger Bokeh. Ein Hilfsmittel kann dann die höhere Brennweite im Telebereich des Zooms sein. Aber da habe ich mich wohl vertan. Im Telebereich sind die Ergebnisse wegen des Abstands weniger überzeugend.

Lumix LX100 mit Weitwinkel-Eeinstellung

Überraschend gut, wenn nicht sogar der Vergleichs-Sieger, ist der Bokeh-Effekt im Weitwinkelbereich. Mit Lichtstärke 1,7 und der Makro-Einstellung (die kein echtes Makro ist, aber eine gute Naheinstellung) stimmt wirklich alles. Das Bokeh zaubert kreisrunde Lichteffekte im Hintergrund, die hohe Lichtstärke von 1,7 bei Weitwinkel erlaubt auch Frei-Hand-Aufnahmen im Halbdunkeln.

Das ist übrigens einer der Gründe, warum die Lumix von mir nicht nur als 4K-Video-Kamera sehr geschätzt wird. Sie hat mittlerweile einen festen Platz als „Küchenkamera”. Da ich häufiger Food-Fotos für meine Webseite testschmecker.de mache, greife ich wegen der Lichtstärke und der geringen Tiefenschärfe meistens auf diese kompakte Kamera zurück.

Das Smartphone: iPhone 6s

iPhone 6s

Hier ist nix mit Blendensteuerung, auch wenn manche Foto-App etwas anderes versprechen will. Manuell lässt sich auch mit Fremdmitteln allerhöchstens die Verschlusszeit steuern. In diesem Fall ist das kaum weiter tragisch, denn die offene Blende von 2.2 reicht für ein bißchen Unschärfe. Und das ist für ein Smartphone ohne solche Dinge wie den Porträtmodus der neueren Kameras ganz ordentlich, aber nicht überzeugend. Bei anderen Abständen im Freien kann das besser werden.

Als Schnappschuss ist das Ergebnis ok, aber eine richtige Freistellung des Objekts oder gar ein schönes Bokeh der Lichter erreicht man hier nur schwer.

Fazit

Eine alte DSLR (Canon 550D) und ein gutes, lichtstarkes Objektiv (Wallimex 1,5/35mm) mit geringer Brennweite und Naheinstellgrenze sind für für einen guten Bokeh-Effekt schon sehr brauchbar. Damit ist man sozusagen schon in der Einsteigerklasse gut bedient. Und wers noch preiswerter will, der besorgt sich in einer Auktion billig ältere Teile. Die Lumix LX100 mit ihrem kleinen Four-Thirds-Sensor schlägt sich sehr gut gegen diesen Veteranen, vor allem in der Weitwinkel-Einstellung.

Und weil das Bokeh hier eine besonders schöne kreisrunde Form hat und die kompakte Kamera überall eingesetzt werden kann, ist sie mein heimlicher Vergleichs-Sieger.

Die Verwendung von älteren Prime-Linsen an einer DSLR für den Nahbereich brachten bei mir nicht das gewünschte Ergebnis, weil ich nicht nah genug ans Objekt kam. Die anderen Kandidaten (Canon EOS M und iPhone 6s) lassen sich für größere Objekte und Porträts oder auch im Freien gut einsetzen. Sie stoßen aber im Innenbereich und bei kleinen Motiven schnell an ihre Grenzen.

Wer jetzt stimmungsvolle Weihnachtsbilder zaubern will, braucht also nicht unbedingt die größte DSLR und die teuere, lichtstarke Linse. Sehr hilfreich dagegen sind ein Stativ und viele Lichter. Ideal sind vor allem Lichterketten für den Hintergrund.

Übrigens lassen sich die Ergebnisse dieses Vergleichs ganz gut auf Video-Aufnahmen übertragen. Ich halte aber das Bildrauschen bei schwachem Licht im Videobereich weitaus eher für ein Problem. Auf der anderen Seite bieten Aufnahmen im 4K-Modus mehr Reserven bei der Bildschärfe und für Ausschnitte.

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