Tja, nun muss ich mich eben mal als Brigitte-Leser outen, andere springen ja auch über ihre Schatten. Genau genommen lese ich die Zeitschrift, die meine Frau regelmäßig nach Hause bringt ja nicht so genau: Buchvorstellungen und Rezepte schaue ich mir immer an, ab und zu gibt es gute und gut gemachte Dossiers und andere Themen für mich. Und ich finde, die Brigitte ist – sofern ich das mit meinem eingeschränkten Überblick beurteilen kann – auch aus journalistischer Sicht eine gute Zeitschrift.
Schon immer hat mich etwas gewundert, dass eine Zeitschrift mit so aufgeklärter Weltanschauung sich mit Anzeigen halbnackter, dürrer Models umgibt und auch in den eigenen Modebeiträgen Fotos veröffentlicht, die dem Ideal der Modebranche entsprechen, aber eben nicht der Realität. „Hungerhaken“ trifft es dabei meiner Meinung nach nur unzureichend. Ich habe auch vor denjenigen Frauen großen Respekt, die mit großer Selbstdisziplin dieses Ideal erfüllen. Suspekt sindmir eher die Modemacher und Werbemenschen, die an diesem Frauenbild festhalten.
Vielleicht ist das nun ein erster Schritt, um Mode und Werbung zu ändern. Models, die „mitten im Leben“ stehen, sollen künftig in Brigitte abgelichtet werden. Ein großes Lob für diesen mutigen Schritt. Auch Journalistinnen und Journalisten verstecken sich ja sonst nur allzu oft hinter dem Argument, man müsse etwas so und so machen, der Leser / die Leserin wünsche sich das. Ich werde das mit Spannung verfolgen und wünsche mir, dass die Brigitte-Redaktion Erfolg hat.








