
Habe gerade mit Schrecken bemerkt, dass mir in meiner Kommentarliste einige Sachen durchgerutscht sind in letzter Zeit, die ich gleich freigeschaltet habe. Ist vielleicht auch eine gute Gelegenheit mein Dilemma kurz zu beschreiben.
Ich bin zur Zeit viel unterwegs, habe das auch vorher gut geplant und versucht, mich nicht auf die gelegentlichen DSL-Zugänge und Zwischendurch-Besuche zuhause zu verlassen. Mobiles Internet klingt gut, der Begriff ist auch bei fast allen Netzbetreibern ganz oben auf der Website zu finden. In der Praxis gibt es einige Haken.
Da sind zunächst die Zeitverträge zu nennen. Wer wie ich die meiste Zeit an seinem Schreibtisch festklebt, für den lohnt sich ein Zweijahresvertrag mit 40 oder 50 Euro im Monat nicht so richtig. Zumal damit meistens das Ausland nicht gut abgedeckt ist, trotz Flatrates. Bleiben nicht allzuviele Angebote ohne Vertrag. Bei Minutenpreisen von rund 9 Cent (bei verschiedenen Anbietern, die aber meistens kein UMTS und schon gar kein HSDPA bieten) sind das 7,20 Euro pro Stunde.
Bei meiner Recherche blieben zwei Angebote hängen, die man mit Prepaid-Tarifen vergleichen kann: Da gibt es zum einen das Vodafone-Angebot der Websessions. Funktioniert nach dem Parkuhrprinzip: Man entscheidet sich, 15 Minuten zu surfen (1,95 Euro), 2 Stunden kosten 9,95 Euro und 24 Stunden 14,95 Euro. Der Vorteil: Der 24-Stunden-Tarif gilt auch fürs Ausland. Ist zwar ziemlich happig, aber das kann man schon mal ausgeben, wenn man nicht ewig unterwegs ist. Es geht UMTS und HSDPA – soweit verfügbar.
Die andere Variante ist ein Genion-S-Vertrag von O2. Warum das ein Vertrag mit Zweijahresfrist ist, weiß ich nicht, denn es gibt keinen Monatsbeitrag und und keinen Mindestumsatz. Also wie Prepaid, nur mit Abbuchung. Aber – und jetzt kommts: Man kann ein Extrapaket dazu buchen, in dem monatlich 5 GB Datenverkehr als Flatrate enthalten sind. Mindestlaufzeit drei Monate, kostet 25 Euro pro Monat. Wer das mit dem Vodafone-Tagestarif von 14,95 Euro vergleicht, der wird sich leicht entscheiden – wenn er nicht ins Ausland muss.
In der Praxis hat das ganze noch etliche Schwächen: Die Netzabdeckung ist nicht immer so, wie man es sich wünscht oder gar so, wie man es diversen Netzabdeckungskarten zu entnehmen scheint. Und wer beispielsweise bei O2 ins T-Online-Netz geschickt wird (kostenloses Roaming), der hat vor vorneherein keine Aussicht auf UMTS. Den schnellsten Zugang HSDPA, nur nebenbei bemerkt, gibt es nur in wenigen Großstädten. Bei mir ist und war es so, dass Verbindung und Geschwindigkeit auch am gleichen Ort stark schwanken: Manchmal ganz leidlich und dauerhaft, manchmal Schildkrötentempo und dauernde nterbrechungen. Die Entfernung zum nächsten Sendemasten, die man auch recherchieren kann, scheint dabei keine Rolle zu spielen.
Bleibt die Frage nach der Hardware. Beide Anbieter (eigentlich alle Anbieter) träumen davon, einem die PCMCIA-Karte für 100 bis 200 Euro für dieses Angebot zu verkaufen. Man kann eine entsprechende Karte, die keinen Simlock hat und für alle Netze freigeschaltet ist, aber auch billig bei Ebay ersteigern. Ab etwa 30 Euro, die kann meistens auch den schnellen HSPDA-Modus mit rechnerisch bis zu 7,2 Mbot /Sekunde. Meine hat rund 60 Euro gekostet und hatte Umtauchgarantie.
Wer mit dieser selbstgestrickten Lösung den Service der Netzbetreiber in Anspruch nehmen muss oder will, der zahlt horrende Preise. Mein Ansprechpartner war zum Beispiel sehr kompetent, aber 20 bis 30 Minuten hat das schon gedauert, das muss man mit einrechnen. Genauso wie irgendwelche Gebühren für die Freischaltung, Einrichtung etc. und / oder für die jeweilige Karte.
Als Notlösung geht das schon alles mal. Zwischendurch kann ein Café mit WLAN durchaus eine Erlösung sein (wenn es denn rauchfrei wäre).
Das T-Com Angebot mit der Nutzung der Hotspots erschien mir ürbigens zu teuer (10 Minuten 1,20 Euro), ist aber am weitesten verbreitet. Und die FON Spots sind zum einen rar und zum anderen unpraktisch (oder soll man sich im Auto vor dem Haus niederlassen?).
Gute Hilfe unterwegs oder bei der Planung zuhause bietet http://www.jiwire.com, ein internationales Verzeichnis von Wifi-Zugängen, mit Karte und Erläuterung, welcher Art der Zugang ist.








