Gut aussehen in Videos – auch zuhause

Gut aussehen in Videos, die Du zuhause aufnimmst.

Gut aussehen in Videos, die Du zuhause aufnimmst.

Gut aussehen in Videos hat nichts mit einem Schönheits-Wettbewerb zu tun. In Zeiten, in denen viele Menschen zuhause arbeiten, müssen viele Online-Videos erstellen, Video-Tutorials geben oder an Video-Konferenzen teilnehmen. Und wir alle sehen abends in den Nachrichten, dass dies mehr oder weniger gut gelingt. Gutes Aussehen bedeutet auch, professionell rüber zukommen – das gelingt auch zuhause mit einfachen Mitteln. Und gutes Aussehen hängt nicht nur am richtigen Licht und guter Kamera-Nutzung, sondern auch am guten Ton.

Wer sich das kleine Tutorial zu Gemüte führt, der wird übrigens in der nächsten Nachrichtensendung mit Video-Schaltungen gleich etliche Stellen erkennen, wo man was besser machen könnte (oder sollte) ;-).

Gut aussehen vor der Kamera, das kann jeder hinbekommen, mit wenig Aufwand. Das betrifft jetzt nicht das persönliche Auftreten oder kleine Macken oder Beauty-Tipps. Es geht einfach darum, Dich mit gutem Licht und Ton so „in Szene zu setzen”, dass Dir die Menschen gerne und interessiert zuschauen. Das Thema Home Office spielt dabei natürlich eine wichtige Rolle: Du solltest es mit den Mitteln bewältigen, die Dir zuhause zur Verfügung stehen. Aber die Tipps beschränken sich natürlich nicht aufs Home Office, sondern spoielen in jedem Büro-Alltag eine wichtige Rolle, wie uns ungezählte Video-Schaltungen beweisen.

Videos mit der Kamera bieten mehr Möglichkeiten als die Webcams am Notebook.

Videos mit der Kamera bieten mehr Möglichkeiten als die Webcams am Notebook.

Filmen mit der Kamera

Ich unterscheide hier generell zwei Situationen. Die für mich ‚bessere‘ ist die, in der Du ein Video zuhause mit einer Kamera erstellst. Du filmst Dich ganz klassisch selbst mit der Kamera. Du kannst hier also nachbessern, korrigieren. Und Du kannst nachher beim Videoschnitt noch einiges unternehmen, um Dein Video besser und interessanter zu machen.

Sich selbst zu filmen kostet etwas Überwindung. Das fällt leichter, wenn das Ergebnis gut und professionell wirkt und da spielt das Licht eine wichtige Rolle.

Sich selbst zu filmen kostet etwas Überwindung. Das fällt leichter, wenn das Ergebnis gut und professionell wirkt und da spielt das Licht eine wichtige Rolle.

Licht: mehr alleine genügt nicht

Jeder hat schon einmal die Erfahrung gemacht, dass bei schlechtem Licht ein Foto oder Video nicht sehr ansprechend wirkt. Aber schlechtes Licht ist relativ: Viel Licht alleine ist kein Erfolgsgarant. Es sollte schon das richtige Licht sein.

Die beste Quelle für gutes Licht ist ein Fenster ohne direkte Sonneneinstrahlung. Es ist gedämpft, es erzeugt keine harten Schatten und überbelichteten Stellen, zum Beispiel bei glänzender Haut. Dass Dein Schreibtisch nicht an dem idealen Ort dafür steht, ist keine Ausrede. Eine Kamera kannst Du immer so platzieren, dass Du dieses Licht auch in Deiner Wohnung gut nutzen kannst. Vielleicht musst Du an Stellen ausweichen, an denen Du sonst kein Video drehen würdest, aber das ist in dieser Situation doch vertretbar, oder?

Gute Alternativen und Ergänzungen zu dieser großflächigen Tageslichtquelle sind erstens eine indirekte Zimmerbeleuchtung. Die klassische Deckenlampe gibt meistens kein so vorteilhaftes Lichts fürs Filmen. Besser ist es, außerhalb des Kamera-Blickwinkels ein Licht gegen die Decke zu richten. Und zweitens machen sich kleine Aufhell-Lichter ganz gut, um die Schattenseite etwas aufzuhellen. Das geht natürlich auch mit hellen Kartons, aber die sind oft umständlicher in der Handhabung als kleine Leuchten.

Ton: Möglichst nah dran

Beim Einsatz einer Kamera bietet sich für guten Ton zunächst ein Video-Mikrofon an. Ein externes Mikrofon ist mit ziemlich Sicherheit schon mal besser, als das eingebaute Mikrofon der Kamera. Wer sich kein Video-Mikrofon anschaffen will, für den gibt es eine bessere und (!) billigere Lösung. Ein einfaches Lavalier Mikrofon liefert in meinen Augen die besten Tonqualität, weil es am dichtesten an der Schallquelle dran ist.

Preiswerte Lavalier-Mikrofone gibt es ab 10 €. Die kannst dann wahlweise an einen Recorder, Dein Smartphone oder direkt an die Kamera scnhließen. Dieses Boya-Lavalier-Mikrofon hat ein 6 Meter lange Kabel, mit dem das alles gut möglich ist. Und einen universellen Klinkenstecker, der auch mit iPhones funktioniert.

Probeaufnahmen auch am Notebook sind ein wichtiger Schritt, um Verbesserungen zu erzielen.

Probeaufnahmen auch am Notebook sind ein wichtiger Schritt, um Verbesserungen zu erzielen.Probeaufnahmen auch am Notebook sind ein wichtiger Schritt, um Verbesserungen zu erzielen.

Kamera-Eigenschaften

Dass eine ‚richtige‘ Kamera die besten Bildqualität liefert, ist ziemlich einleuchtend. Im Video wird das anschaulich beim Vergleich von einer 4K-Video-Kamera (Lumix G81: 3840 x 2160 Pixel)), einer kleinen Canon EOS M6 mit Full HD Auflösung (1920 x 1080 Pixel) und den beiden Webcams (HD Auflösung mit 1280 x 720 Pixel).  Nun haben die Webcams zwar die gleichen technischen Daten liefern aber unterschiedliche Qualität, was sicher mit dem Baujahr zu tun hat.

Video-Konferenzen und Video-Tutorials haben gerade Hochkonjunktur.

Video-Konferenzen und Video-Tutorials haben gerade Hochkonjunktur.

Notebook-Tutorials und Video-Konferenzen

Die andere klassische Aufnahme-Situation im Home Office (oder im Büro) betrifft Videos, bei denen Du vor Deinem Notebook sitzt. Du erstellst ein Online-Tutorial, live oder mit Aufzeichnung. Oder Du nimmst an Video-Konferenzen teil. Hier sind Deine Möglichkeiten etwas eingeschränkter. Aber einige der gezeigten Regeln gelten für beide Situationen.

Licht & Webcam

Was oben zum Thema Licht gesagt wurde – sogar mit drastischeren Folgen. Die Qualität der Webcams ist generell etwas schlechter. Und vor allem reagieren die Webcams auf schlechtes Licht mit einem unscharfen, griseligen Bild (hohes Bildrauschen). Die einfachste Methode, um den passenden Ort für Deine Notebook-Sessions zu finden, ist ein kleiner Rundgang mit dem Notebook durch Deine Wohnung.

Du erkennst recht schnell, wie das Bild förmlich im Bildrauschen untergeht, wenn das Licht nicht stimmt. Und Du siehst Deine Umgebung und den Hintergrund für Deine Videos gleich aus der Kameraperspektive. Das erleichtert es Dir, den passenden Standort zu finden.

Webcam auf Augenhöhe und gutes Licht, das sind die wichtigsten Voraussetzungen.

Webcam auf Augenhöhe und gutes Licht, das sind die wichtigsten Voraussetzungen.

Webcam-Sünden

Zwei Dinge beeinträchtigen viele Webcam-Videos. Zum einen ist vielen Menschen nicht klar, dass kleine Erschütterungen des Schreibtischs im Video förmlich als Erdbeben rüberkommen. Vehementes Gestikulieren, das Aufstützen auf der Schreibtischplatte oder auch nur das dagegen Stoßen mit dem Fuß sorgen bei Zuschauern für Irritationen.

Das andere betrifft den Blickwinkel der Webcams. An denen ist nichts verkehrt. Die Notebooks sind ja relativ klein. Wenn sie aufgeklappt vor uns liegen, richten wir die Kamera leicht nach oben. Und sehen als Folge davon die Zimmerdecke als Bild-Hintergrund. Das leässt sich leicht ändern, wenn wir unser Notebook bzw. die dort eingebaute Kamera auf Augenhöhe bringen. Das entspricht schon eher einem Blickwinkel, wie ihn unserer Ggegenüber normalerweise genießt. Schon ein paar Bücher als Unterlage schaffen Abhilfe. Keine Sorge: Deine Zuschauer sehen ein solches Provisorium ja nicht, sie erfreuen sich nur am guten Bild.

Lavaliermikrofone sind am dichtesten an der Schallquelle und liefern deswegen gute Ergebnisse.

Lavaliermikrofone sind am dichtesten an der Schallquelle und liefern deswegen gute Ergebnisse.

Ton aus einem anderen Zeitalter

Notebooks mit Webcam sind eine sehr kompakte Lösung, da will kaum einer was dran ändern. Und doch müssen wir für einen guten Ton auch hier zu einem externen Mikrofon greifen. Denn der normale Ton des eingebauten Mikros erinnert eher an Korrespondentenberichte aus Krisengebieten in den 70er Jahren. Das schon oben beschriebene Lavalier-Mikrofon lässt sich an jedem Notebook einstöpseln und verbessert die Tonqualität dramatisch.

Andere Mikro lassen sich natürlich auch einsetzen, aber die kleinen und preiswerten Lavalier-Mikrofone sind hier unschlagbar. Wer dennoch seinem Drang nach Perfektion nachgeben möchte, der kann an anderer Stelle Verbesserungen erzielen. Ich finde es zum Beispiel sehr ansprechend, wenn man das Lavalier-Mikrofon nicht als schwarzen Knopf an Hemd oder Bluse sieht. (Und erst recht nicht mit langem schwarzem Kabel dazu.)

Der Trick, um das zu erreichen, ist ganz einfach und wird in etlichen Videos beschrieben. Man formt aus breitem Klebeband zwei selbstklebende Dreiecke, in die die kleine Kikrofonkapsel gehüllt wird. Die eine Seite des klebenden Doppeldeckers drückt man an die Brust. An die andere Seite drückt das t-Shirt oder Hemd an, damit jegliches Stoff-Rascheln vermieden wird.

Dieser kleine 5-Minuten-Aufwand liefert letzlich beides: Professionelles Aussehen und erstklassigen Ton.

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