10 Fotobuch-Tipps für die Foto-Bücher Deiner Reisen

Fotobuch-Tipps: So bekommst Du die besten Ergebnisse.

Fotobuch-Tipps: So bekommst Du die besten Ergebnisse. (Doppelseite Kanada-Buch)

Fotobuch-Tipps gibt es von vielen Seiten. Oftmals wollen die Fotobuch-Anbieter damit sicher stellen, dass Hochzeiten, Geburtstage oder Urlaube schnell und sicher in ein Buch gepackt werden. Für einen Fotografen – egal ob Hobbyfotograf oder Profi, ist die Gestaltung eines eigenen Foto-Buchs sicher eine der reizvollsten Aufgaben, für die andere Regeln gelten. An Bildmaterial fehlt es den meisten Fotografen kaum, ebenso wenig an Anbietern und der passenden Software. Dennoch sind die Ergebnisse nicht immer so, wie man sich das gewünscht hatte. Hier sind meine Fotobuch-Tipps als Journalist und Fotograf für die Erstellung eines eigenen Fotobuchs.

In meinen Anfangszeiten als Journalist habe ich mich oft drüber geärgert, wenn ich einem Verlag Bilder und Texte abgeliefert hatte und dann das Ergebnis sah. Erst später konnte ich Projekte dann auch vollständig selbst gestalten. Heute ist es ist immer noch sehr befriedigend, ein fertiges Buch mit eigenen Fotos in der Hand zu halten. Ob das nun ein Produkt für einen Verlag ist oder das eigene Fotobuch der letzten Urlaubsreise oder von besonderen Anlässen spielt dabei weniger eine Rolle.

Natürlich kann sich bei der Gestaltung jeder von seinem Stil und seinen Inspirationen leiten lassen. Meine grundlegenden Fotobuch-Tipps sorgen nach meiner Erfahrung dafür, dass man auch nach Jahren seine Fotobücher gerne zur Hand nimmt. Ich habe die Reihenfolge der Tipps hier etwas aufgebrochen um meine wichtigsten drei Fotobuch-Tipps gleich am Anfang zu nennen. Und ich gehe davon aus, dass Landschaftsfotos und Querformate auch bei Dir dominieren.

Ich empfehle übrigens keinen Anbieter. Da ich meine Bilder in Lightroom bearbeite kann ich dort einfach wechseln von der Buch-Software für Blurb-Bücher und der Bildbearbeitung. Qualitativ und preislich haben viele sicher eigene Vorstellungen und Erfahrungen.

Schriften sparsam einsetzen: Dutzende Fonts und Farben sind oft möglich, aber nicht hilfreich.

Schriften sparsam einsetzen: Dutzende Fonts und Farben sind oft möglich, aber nicht hilfreich.

Fotobuch-Tipps: Kein Bilder ohne Texte

Was früher für mich bei der die Tageszeitung galt, hat noch heute seine Berechtigung: Bilder nur mit Texten. Oftmals erscheint es überflüssig, nach einer erlebnisreichen Reise die Bilder mit Bildtexten zu versehen, wenn die Eindrücke noch so frisch sind. Wie könnte man je vergessen, wo und wann und unter welchen Bedingungen man das aufgenommen hatte? Meine Erfahrung (und nicht nur meine) ist: man kann. Alleine die Namen der vielen Orte, die man auf einer Reise besucht hat, versickern im Laufe der Jahre in den hintersten Gehirnwindungen. Und die Mühe, solche Reisen später anhand von Karten rekonstruieren, stehen in keinem Verhältnis zu einfachen Bildtexten.

Auch Personen und neue Bekanntschaften einer Reise sind nach Jahren zwar oft noch als Bilder im Kopf präsent. Aber Namen und Details verblassen auch hier öfters. Mein Fotobuch-Tipp: Bildtexte kurz und knapp halten und nur bei Bedarf eigene Textseiten einzufügen. So dominiert die Wirkung der Bilder.

Ein guter Kompromiss ist es auch, Bilder von einem Ort gemeinsam zu betetxten. Also beispielsiwese nur ein Textblock für 4 bis 6 Bilder auf einer Seite. Das spart Platz und lässt den Text nicht zu dominant wirken.

Doppelseiten sind der Wow-Effekt. Wenn es Deine Fotos hergeben, solltest Du Dir diesen Luxus gönnen.

Doppelseiten sind der Wow-Effekt. Wenn es Deine Fotos hergeben, solltest Du Dir diesen Luxus gönnen. (Doppelseite England-Buch)

Gestalte Doppelseiten

Hast Du schon einmal versucht, alle Bilder einer Reise in einem Fotobuch unterzubringen? Es klappt nicht! In digitalen Zeiten sind die Bilderzahlen mindestens dreistellig, oftmals hat man von Reisen aber auch tausende von Bildern. Es fällt schwer, viele davon nicht zu verwenden. Und dennoch rate ich mit diesem Fotobuch-Tipp dazu, selbst eine reduzierte Bilderzahl noch einmal zu dezimieren, um einige Bilder wirklich ganz groß rauszubringen. Ganzseitige Bilder sind schön und sollten öfters eingesetzt werden. Aber Doppelseiten sind definitiv der Wow-Effekt.

mein Fotobuch-Tipp: So etwa all 10 Seiten könnte schon ein Doppelseitenbild kommen. Verwendest Du nur ganzseitige Bilder, sollten die sogar noch öfter erscheinen. Natürlich hat man immer auch die maximale Anzahl der Bilder im Blick und den Preis, der mit jeder Seite steigt. Aber ein paar Doppelseiten der wirklich schönsten Bilder sollte man sich gönnen. Wichtig ist, dass die Qualität stimmt – technisch und inhaltlich.

Extra-Fotobuch-Tipp: Schon bei der Reise große Querformate mit Panoramaaufnahmen und einem guten Weitwinkel-Objektiv einplanen.

Auch ganzseitige Fotos sind ein kleiner Luxus, auf den Du nicht verzichten solltest.

Auch ganzseitige Fotos sind ein kleiner Luxus, auf den Du nicht verzichten solltest.

Achte auf einen ähnlichen Look

Idealerweise organisiert man seine Bilder in einem Programm wie Lightroom. Hier trifft man auch die Auswahl. Ob man mit Presets arbeitet, mit fremden oder eigenen, spielt für diesen Fotobuch-Tipp erst einmal keine Rolle. Aber die Bearbeitung der Bilder sollte immer in einem eigenen Stil folgen. Und meistens zeigen Aufnahmen, die in einem überschaubaren Zeitrahmen entstanden und bearbeitet wurden, auch ein sehr ähnliches Erscheinungsbild.

Darauf solltest Du achten, wenn Du die Bildauswahl für eine Fotobuch triffst. Und das solltest Du auch einhalten, wenn Du Bilder von einer weiteren Kamera, dem Smartphone oder von Partnern und Freunden verwendest. Lade diese Bilder ebenfalls in Lightroom, bearbeite sie zusammen mit den anderen und passe sie ggf. entsprechend an. Ein einheitlicher Look macht die Bildpräsentation in einem Buch zum Erlebnis!

Zwei Schriftarten

Die Software ist bei fast allen Fotobuch-Anbietern sehr gut, die Möglichkeiten übersteigen meistens das Nötige. Vieles ist sogar etwas verwirrend. Von den Möglichkeiten der angebotenen Zeichensätze solltest Du nur sehr sparsam Gebrauch machen. Ich rate zu maximal zwei Schriftarten. Die Brotschrift gilt für Bildtexte und Textseiten. Es sollte eine gut lesbare Standardschrift sein, ohne modischen Schnick-Schnack. An den Klassikern wie Arial und Helvetica, Times oder Lucida Grande ist erst einmal nichts verkehrt.

Die zweite Schrift ist für Überschriften und sie sollte zur Brotschrift passen – muss aber nicht identisch sein. Du kannst auch gut wechseln und eine serifenlose Schrift für Überschriften und eine Serifen-Schrift für Fließtexte nehmen (oder umgekehrt). „Modische” Fonts, die Du jetzt gerade besonders originell findest, sind wahrscheinlich nach kurzer Zeit schon wieder anderen Favoriten gewichen (außer natürlich in Deinem Foto-Buch).

Wenn Du solche Fonts dennoch unterbringen möchtest, zum Beispiel eine der zahlreichen schönen Handschriften, dann hebe sie für besondere Gelegenheiten auf. Und nimm sie als dritte Schrift dazu, zum Beispiel beim Text in Bildern oder bei Textkästen.

Extra Fotobuch-Tipp für die Verwendung der Schriften: Wer wenig Erfahrung mit den Schriftgrößen in Punkt oder Pixel hat, der sollte zumindest einen Ausschnitt aus seinem Buch so ausdrucken, dass die Größe der späteren Originalgröße entspricht. Je nach Bildschirmgröße und Einstellungen kann es hier Überraschungen geben. Auch wirkt nicht jeder Font in 12 Pixel gleich groß und gleich gut leserlich.

Karten helfen Dir, später auch Orte und Routen nachzuverfolgen.

Karten helfen Dir, später auch Orte und Routen nachzuverfolgen.

Gestalte Karten

Landkarten sind ein heikles Thema. Wir Fotografen lieben es, einfach mit unseren Bildern zu gestalten. Grafiken oder Prospekte müssten wir einscannen, für Skizzen genügt das zeichnerische Talent oftmals nicht unseren Ansprüchen. Aber egal, was Du verwendest: Irgendeine Form von Karte ist hilfreich, wenn Du in zwei Jahren das Buch in die Hand nimmst oder es nächste Woche Deinen Freunden zeigst.

Natürlich gibt es immer die Möglichkeit, für private Zwecke auch eine gekaufte Karte abzufotografieren oder einzuscannen. Auch Online-Karten kannst Du privat verwenden. Und selbst eine handgemalte, ganz rudimenäre Skizze ist besser, als keinen grografischen Anhaltspunkt zu haben.

Ich würde bei diesem Fotobuch-Tipp dazu raten, bei einem Stil zu bleiben. Und die Karten sparsam zu verwenden.

Verwende keine grafischen Vorlagen

Anbieter der Fotobuch-Software wollen es uns leicht machen, das ist löblich. Aber die sogenannten Themes oder Vorlagen sind dennoch weit entfernt von einer professionellen grafischen Gestaltung.

Ich meine jetzt nicht die Layoutvorgaben, bei denen eine bestimmte Anzahl von Bildern gleichmäßig auf eine oder zwei Seiten verteilt wird. Ich meine eine grafische Darstellung, wie sie oft auch für anderen Themen verwendet wird und dort vielleicht sogar mehr Sinn ergibt. Zum Beispiel bei Baby-Foto-Alben, Büchern zu Familienfesten oder Hochzeiten.

In vielen Fällen wirkt die Verwendung der vorgegebenen Formen und Rahmen und grafischer Elemente eher schlicht. Ein bißchen wie Malen nach Zahlen. Und das ändert sich auch nicht, wenn man in wenigen Jahren nochmal drauf schaut. Es ist nicht falsch, wenn die Bilder für sich sprechen, gerne auch mal – je nach Motiv – mit einigem Weißraum oder einem schwarzen Hintergrund.

Konzept und Geschichte

Für Fotobücher von Reisen wirkt dieser Punkt fast banal. Denn meistens ist es einfach der chronologische Ablauf, der die Darstellung und die Reihenfolge der Bilder bestimmt. Und alles andere als eine chronologische Reihenfolge ist bei späterer Betrachtung schwer nach zu vollziehen.  In vielen ansprechenden Bildbänden großer Fotografen aber auch in Reiseführern gibt es aber durchaus auflockernde Elemente und Seiten.

Das kann eine einzelne Textseite mit einer Geschichte oder wichtigen Infos sein. Oder eine Sammlung von Bildern zu einem bestimmten Thema (zum Beispiel die besten Food-Fotos einer Reise). Wichtig ist es, die Elemente vorher zusammenstellen und sie gut gestreut im chronologischen Inhalt unterzubringen.

Kompromiss: Um die besten Bilder groß herauszubringen, musst Du eventuell viele kleine Erinnerungsfotos unterbringen.

Kompromiss: Um die besten Bilder groß herauszubringen, musst Du eventuell viele kleine Erinnerungsfotos unterbringen.

Bildverwertung

Bei aller Konsequenz haben wir angesichts des Umfangs unseres Fotobuchs meistens zu viele Bilder. Weil wir zu gute Fotografen sind, weil unser Herz an manchen Aufnahmen hängt, weil wir damit verbundene Erinnerungen nicht verlieren wollen. Dann hilft nur eine Methode, die zwar den grafischen Gesamteindruck etwas schmälert – unsere Erinnerungen aber bewahrt.

In jeder Software und bei allen Layoutvarianten sind immer auch auf Raster dabei, die bis zu 12 oder 16 kleinerer Bilder auf einer Seite unterbringen. Hilfreich ist es, auch hier in Doppelseiten zu denken. Zwei solcher bildlastigen Seiten, die sich gegenüber stehen, erschlagen den Betrachter. Aber wenn auf der Gegenseite nur zwei oder drei Bilder und ein Text stehen, dann wirkt die Bilderflut nicht so mächtig.

Bei Büchern im Querformat wirken auch die großen Bilder besser.

Bei Büchern im Querformat wirken auch die großen Bilder besser. (Auflösung beachten)

Buchformate

Ich bin immer überrascht, wenn ich sehe, dass viele Fotografen ihre Foto-Bücher im DIN A4 Formal anlegen. Weil sie so besser ins Regal passen? Weil Bücher und Magazine schon immer Hochformat sind? Oder weil es alle so machen?

Ich liebe das Querformat. Natürlich kann es störend sein, ein großes Querformat-Buch in seinem Bücherregal unterzubringen. Aber der größte Teil meiner Aufnahmen sind Querformate. Wenn es gut läuft sind auch einige Panorama-Aufnahmen dabei. Warum also Kompromisse eingehen bei der Gestaltung mit Hochformaten oder quadratischen Büchern?

Die Querformate machen die Bücher fast immer teurer. Ein Fotobuch A4 im Querformat ist oft fast doppelt so teuer wie das Hochformat. Bei gleichem Seitenumfang und gleicher Papier- und Umschlagfläche ist das schwer nachvollziehbar. Ich kann mir das nur so erklären, dass die Abläufe eben auf die Hochformate eingerichtet sind – und dass das fast alle Kunden auswählen.

Aber ich beiße ich in den sauren Apfel und zahle fürs Querformat drauf. Angesichts der Urlaubs- und Reisekosten erscheint mir diese Ausgabe verkraftbar.

Mit einem Papiermodell kannst Du leichter Elemente wie Doppelseiten, Karten oder Textseiten verteilen.

Mit einem Papiermodell kannst Du leichter Elemente wie diese obige Doppelseite, aber auch Karten oder Textseiten verteilen.

Bonus-Fotobuch-Tipp: Das Papier-Modell

Wer gerne planmäßig vorgeht, wer eine bestimmte Seitenzahl nicht überschreiten möchte, wer möglichst viele Elemente gleichmäßig verteilt unterbringen möchte (Karten, Doppelseiten, Info-Texte), der wird das Papier-Modell lieben. Natürlich liefert die Software für Fotobücher vergleichbare Hilfestellungen und Übersischten. Aber für mich sind diese Modelle (die ich früher für das „Ausschießen der Seiten” verwendet habe) noch immer hilfreich.

Zuerst legst Du fest, wieviele Seiten Du in Deinem Buch Seiten haben möchtest (Beispiel: 32). Dann teilst Du diese Zahl durch vier und nimmst genauso viele Blätter zur Hand. Das können 8 DIN A4-Blätter sein, aber auch DIN A5, DIN A6 (wenn Du die A4 Blätter jeweils halbierst). Du faltest sie je auf die Hälfte zusammen und legst sie ineinander, der Falz zeigt nach hinten.

Jetzt hast Du ein Mini-Büchlein mit 32 Seiten. Nun kannst Du wichtige Inhalte, die den Inhalt auf optisch auflockern, so verteilen, wie Du es für reizvoll hältst. Du kannst (nach dem Vorbild großer Magazine) eine Bildstrecke am Anfang machen, mit drei aufeinander folgenden Doppelseiten. Oder Du verteilst die Doppelseiten auf Kapitel, wie zum Beispiel die einzelnen Etappen Deiner Reise.

Genauso machst Du es mit anderen Elementen, die den Bilderfluss sinnvoll unterbrechen: Karten, Textkästen und Textseiten, Sammel-Seiten mit 12 bis 16 kleinen Bildern etc.

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