Story-Statistiken für Fotografen

Story-Statistiken für Fotografen - was bringen sie, auf was solltest Du achten?

Story-Statistiken für Fotografen – was bringen sie, auf was solltest Du achten?

Story-Statstiken sind ein bislang weitestgehend ungenutztes Instrument. Gerade Fotografen schauen oft auf Likes und neue Follower. Und sehen die Stories eigentlich nur als Plattform für die Verwertung derjenigen Bilder, die es nicht in den Feed geschafft haben. Nicht wenige folgen auch dem oft gehörten Rat, das Engagement bei den Stories durch Sticker, GIFs und Umfragen zu erhöhen. Zwar sind die Story-Statistiken nicht besonders umfassend. Aber sie geben Dir deutliche Hinweise, ob Deine Strategie aufgeht – oder ob Du als Fotograf vielleicht ganz andere Maßstäbe setzen solltest.

Story-Statistiken sind leicht zu finden. Sie heißen ‚Insights‘ und befinden sich in Deinem Business Account gleich an drei Stellen.

Einmal kannst Du Deine aktuelle Story solange sie sichtbar ist, nach oben wischen. Dann siehst Du gleich die Übersicht.
Ist die aktuelle Story schon nicht mehr sichtbar, dann kannst Du in Deinem Account rechts oben auf die drei waagrechten Balken klicken und tippst dann ‚Insights“. Dort gehst Du auf ‚Inhalte‘, dann auf ‚Stories‘.
Und findest Du im Bereich ‚Insight‘ auch ein Archiv. Dort findest Du alle Stories und ihre Daten – allerdings jeweils einzeln pro Story.

Weil es hier um die Anliegen von Fotografen geht, beziehe mich hier auf den Account @joachimott der zu diesem Blog gehört, und meine Erfahrungen, die ich dort gemacht habe. Für Mode, Lifestyle und andere Themen gelten sicher andere Regeln. Ich betreibe ja auch noch die Website testschmecker.de die sich mit Food-Themen beschäftigt. Dort habe ich meine Erfahrungen mit dem Instagram Food-Account @testschmecker,  beschrieben.

Drei Wege führen auf Instagram zu den Zahlen.

Drei Wege führen auf Instagram zu den Zahlen.

Story-Statistiken und ihre Aussagekraft

Die Beschränkungen, die für die Story-Statistiken gelten, sind weitgehend diejenigen, die auch für die Stories selbst gelten. Jede Story ist nur 24 Stunden sichtbar. Im Gegensatz zu den Fotos in Deinem Feed sind die statistischen Daten nach diesem Zeitraum eingefroren. Während erfolgreiche Bilder noch tage- oder wochenlang Likes und Follower bringen können, haben die Stories nur kurze Zeit, um zu wirken.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist, dass Dir Story-Erfolge keine neuen Follower bringen können. Denn die Stories werden ja nur Deinen Followern gezeigt. Zwar gibt es theoretisch die Möglichkeit, dass es Stories auch auf die Highlight-Seite schaffen und dann allen Instagramern gezeigt werden können. Aber schon an der Zahl der Stories, die auf dieser Übersichtsseite zu finden sind, erkennst Du rasch, dass diese Chancen minimal sind.

Aber dennoch hat die Story-Statistik auch in manchen Bereichen mehr Aussagekraft, als die normale Statistik für Deine Bilder im Feed. Du kannst sehen erkennen, ob Deine  Besucher zurück, ob sie ‚Weiter‘ wischen. Oder gar gleich zur nächsten Story  gehen.

Der Idealfall ist das Zurück-Gehen: Dann hat ihnen Deine Story so gut gefallen, dass sie das gleich nochmal sehen wollen. Dass sie ‚Weiter‘ wichen ist eher der Normalfall. Es bedeutet nicht, dass sie nicht an Deinen Story-Fotos oder -Videos interessiert sind. Es ist schlicht das zügige Durchsuchen des Story-Angebotes. Nur wenn Sie zur nächsten Story eines anderen Accounts gehen, dann ist das ein deutliches Zeichen für wenig Interesse an Deinen Inhalten.

Steigen sie ganz aus den Stories aus (Kreuz rechts oben), dann bedeutet das eher, dass Sie jetzt keine Zeit mehr haben, die U-Bahn am Ziel ist oder ähnliches. Als ist das nicht negativ.

Mit relativ wenigen Zahlen erkennst Du, was Deinen Followern besser gefällt.

Mit relativ wenigen Zahlen erkennst Du, was Deinen Followern besser gefällt.

Grundlegende Zahlen

Solange Deine Story zu sehen ist, kannst Du mit Klick auf das Symbol ‚Auge‘ sehen, wer Deine Stories aufgerufen hat. Wahrscheinlich sind das die treuen Anhänger unter Deinen Followern. Nicht jeder von denen interessiert sich auch für Stories, also dürfte die absolute Zahl immer geringer sein, als die Deiner Follower.

Dein Ziel sollte generell sein, dass die beiden Zahlen möglichst gleich hoch sind. Dann interessieren sich alle Deine Follwer auch für Deine Stories. Warum ist das so toll? Der viel gescholtene Instagram Algorithmus, der entscheidet, wievielen Menschen die Bilder Deines Accounts gezeigt werden, der beurteilt letztlich zwei Dinge. Die Zeit, die Menschen mit dem Betrachten Deiner Bilder verbringen.

Anders gesagt: Instagram wünscht sich  – wie jedes soziale Netzwerk, dass die Menschen möglichst lange dabei bleiben. Wenn Du das mit Deinen Followern schaffst, wirst Du mit mehr Reichweite belohnt.

Der andere wichtige Aspekt für den Instagram-Algorithmus sind Interaktionen. Die zeigt Dir das Säulen-Diagramm. Besucher liken und kommentieren, und auch das bewertet Instagram aus dem gleichen Grund sehr positiv.

Weitere Zahlenangaben betreffen Reichweite und Impressionen und ggf. auch Abonnements. Reichweite ist die Zahl der Menschen, die Deine Stories gesehen haben, also ein Teil Deiner Follower. Die Zahl der Impressionen ist dann höher als die Reichweite, wenn sich Besucher Deine Stories mehrfach angesehen haben. Auch das ist positiv zu bewerten.

Besonderheiten für Fotografen

Für viele Themenbereiche gibt es eine Vielzahl von Instrumenten innerhalb der Stories, die die Aufmerksamkeit der Besucher einfangen wollen. Sticker, GIFs und Umfragen zum Beispiel. Sie alle haben in meinen Augen gemeinsam, dass sie den Wert Deiner Fotos und Videos mindern. Natürlich kann man auch als Fotograf all das einsetzen. Aber als Follower von anderen Fotografen-Accounts will zumindest ich am ehesten weitere gute Bilder und Videos sehen. Und am liebsten machte ich das, wenn jemand versucht, mir mit seinen Bildern eine interessante Geschichte zu erzählen: Storytelling.

Ergänzungen wie typische ‚Behind-The-Scenes‘ Bilder oder Selfies, Umfragen nach den Vorlieben Deiner Follower oder auch Zitate und animierte GiFs stoßen sicher auch noch auf das Interesse Deiner Klientel. Food-Blogger zum Beispiel können mit Zubereitungsschritten oder Rezepten einen echten Mehrwert in den Stories bieten, der nicht auf guten Bildern basiert. Ein Fotograf, der sein Metier in den Stories komplett ausblendet, verschenkt in meinen Augen Potenzial.

Zumal gerade Fotografen ja viel mehr gute Bilder haben, als sie im eigentlichen Feed des Accounts unterbringen können. Der schmale Hochformat-Ausschnitt macht es sogar möglich, weniger attraktive Bilder auf spannende Bild-Inhalte zurecht zu schneiden.

Eigene Erfahrungen

Ich habe zum Beispiel gute Erfahrungen damit gemacht, in den Stories drei zum Haupt-Bild passende Motive zu posten, die als Ergänzung oder Fortführung angesehen werden können. Und ich habe nach etlichem Zögern schließlich auch alle Textelemente rausgeschmissen. Als kleine erfolge dafür verbuche ich, dass die Impressionen jetzt meist über einem Anteil von 10 Prozent der Follower liegen.

Und dass ich drei richtige, stimmige Bilder für die Story ausgewählt habe, das erkenne ich, wenn die Impressionen von Bild 1 zu Bild 3 nur minimal abnehmen. Aber egal wie stimmig diese kurze Geschichte auch ist, entscheidend ist das erste Bild der Story. Denn wer hier abspringt, der drückt die Zahlen von Bild 2 und 3.

Von allen Angaben der Story-Statistik im Überblick sind mir nach den Impressionen die ‚Profil-Aufrufe‘ am liebsten. Die zeigen, dass die Story Lust gemacht hat auf weitere gute Bilder im Profil

Die Schlussfolgerungen

Meine Schussfolgerungen aus der Auswertung von Story-Statistiken ist recht einfach und übersichtich.

  • Mit drei bis fünf guten Story-Bildern kannst Du erreichen, dass Follower mehr Zeit auf Deinem Account verbringen.
  • Pure Fotos und Videos ohne Schnick-Schnack sind den meisten Followern von Fotografen-Accounts wohl am liebsten.
  • Dass eine Drei-Bilder-Story die Besucher fesselt, erkennt man am ehesten daran, dass es kaum Absprünge gibt von Bild 1 bis zu Bild 3.
  • Das Interesse zu halten bei mehr als drei Bildern halte ich für sehr schwierig. Bevor ich das zwölfte Bild dann nur noch einer Hand voll Followern zeige, mache ich lieber rechtzeitig Schluss. Wann sind die Interaktionen am besten? Hier sind auch Sticker oder Umfragen sehr aussagekräftig.

Eine eigenes Thema, zu dem ich aber zu wenig sagen kann, sind Video-Stories. Hier ist der Aufwand ungleich höher, als mit den Fotos, die ich ja in großer Menge habe. Bei meinen frühen Versuchen erreichte ich statistisch mit Videos nicht mehr als mit Fotos. In Zukunft will ich das nochmal ausgiebiger testen, aber generell steigt der Aufwand mit Videos exponentiell – aber nicht das Engagement.

Nach meiner Ansicht hat der Erfolg der Stories in einem Fotografen-Account am ehesten mit Auswahl und Qualität der Story-Bilder zu tun. Bei Hashtags und Texten kann ich hier – im Gegensatz zu den Bildern im Feed – keine Wirkung ausmachen.

Wie fast überall gilt: Zahlen sind nicht alles. Austausch und Kommunikation, gute neue Bekanntschaften sind in meinen Augen das Salz in der Suppe.

 

 

 

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