7Artisans 25mm F1.8 an der EOS M: Handarbeit

7Artisans 25mm F1.8: Manueller Fokus und Anschluss für APS-C Kameras wie die EOS M.

7Artisans 25mm F1.8: Manueller Fokus und Anschluss für APS-C Kameras wie die EOS M.

Das 7Artisans 25mm F1.8 ist der neueste Zuwachs in meiner kleinen Objektiv-Familie. Und ich habe es spontan in mein Herz geschlossen. Ich benutze neben den modernen EF-M Objektiven auch ältere und neuere analoge Objektive an meiner Canon EOS M6. Das neue 25-mm-Objektiv spielt eine Sonderrolle: Es ist eines der kleinsten und leichtesten, funktioniert (eigentlich) komplett manuell, und das 25-mm-Objektiv kostete fabrikneu und in guter Qualität gerade mal so viel wie eine gebrauchte Vintage-Linse.

Anmerkung: Ich habe mir das Objektiv 7Artisans 25mm auf eigene Kosten gekauft, wie alle Teile meiner Foto-Ausrüstung. Keine Werbung, kein Sponsoring, keine ‚Kooperation‘.

Eine Technik-Review gibt es hier selten. Auch dieser Artikel bietet nicht so sehr den Blick auf Zahlen und Preise und Messwerte. Sondern es geht meine – noch frischen – Erfahrungen mit einem Ausrüstungsteil, an dem mir besonders das Kosten-Nutzen-Verhältnis gut gefällt.

Zur Einordnung: Ich besitze neben modernen Linsen wie den Standardzooms und dem Canon 22mm F2.0, das man als Konkurrenz zu diesem Objektiv sehen könnte, auch einige analoge / manuelle Objektive, die ich – meistens mit dem Canon Objektiv-Adapter – an meiner Canon EOS M und der Canon EOS M6 betreibe. Es sind lichtstarke Festbrennweiten, die ein schönes Bokeh und einen ausgeprägten Unschärfebereich ergeben.

Dank direktem EF-M Anschluss bleibt die Kamera mit dem 7Artisans 25mm sehr kompakt.

Dank direktem EF-M Anschluss bleibt die Kamera mit dem 7Artisans 25mm sehr kompakt.

Pluspunkt: Kompaktheit

In dieser Reihe benimmt sich auch das 7Artisans 25 mm nicht viel anders. Neben den bisherigen Brennweiten (24mm, 28mm, 35mm, 50mm) unterschiedet sich das neue Objektiv allerdings deutlich. Zum einen ist es wesentlich kompakter und auch leichter, als die älteren und neueren analogen Objektive. Das liegt auch daran, dass es direkt und ohne Adapter an die Canon EOS M6 (wie an alle EOS M Kameras) angeschlossen werden kann. Und in der Handhabung macht der sonst zusätzliche Objektivadapter doch viel aus, zumal die anderen Objektive auch schon so wesentlich größer sind.

Sanfte Verstellwege

Die andere ’neue‘ Eigenschaft des 7Artisans 25mm ist die nicht-klickbare Blende. Das habe ich bislang nur bei dem 35mm-Objektiv, das speziell für Filmaufnahmen gedacht ist. Das 7Artisans ist preislich und von den Maßen dagegen in einer ganz anderen Liga. Umso angenehmer, wenn man dieses Feature gleich mitbekommt.

Das fehlende Einrasten der Blende ist vor allem bei Videos nützlich. Beim Fotografieren wirkt das zunächst unerheblich. In der Praxis ist das flüssige und stufenlose Einstellen der Blende an einem komplett manuellen Objektiv dagegen aber sehr angenehm. Ich kenne und schätze das bereits von meinem 35mm-Cine-Objektiv.

Das Objektiv 7Artisans 25mm kommt für 79 € mit einer kleinen Sonnenblende, einem Beutel, Front- und Rückdeckel, Reinigungstuch und einem Aufsatz für einen der Verstellringe (Blende oder Entfernung). Die Einstellung ist glatt und sanft möglich, ohne Spiel. Der Objektivdurchmesser von 46mm für Filter erlaubt den Einsatz von ND-Fadern, die es in dieser Größe recht preisgünstig gibt. (Oder man nutzt Adapterringe für schon vorhandene, größere Filter.).

Die Sonnenblende hat vorne 58 mm Durchmesser. Man kann aber auch bei aufgesetzter Sonnenblende den vorhandenen Objektivdeckel auf die Linse aufsetzen.

Naheinstellung 18 cm, nicht klickbarer Blendenring.

Naheinstellung 18 cm, nicht klickbarer Blendenring.

Schwerpunkt: Schärfeeinstellung

In der Praxis verhält sich das 7Artisans 25mm wie meine anderen manuellen Linsen in diesem Brennweitenbereich. Der Schärfebereich ist bei offener Blende extrem gering. Damit wird das Fokussieren zur Herausforderung, lässt sich aber dank Fokus-Peaking bei der Canon EOS M6 gut bewerkstelligen. Die Naheinstellgrenze von nur 18 Zentimetern ermöglicht Aufnahmen im Nahbereich, die viele andere Vintage-Linsen nicht erlauben.

Die Schärfe nimmt bei offener Blende zum Rand hin stark ab. Aber da man solch ein Objektiv in der Regel dazu nutzt, ein Motiv in der Bildmitte durch die Unschärfe frei zu stellen, halte ich das für akzeptabel. Etwas störender wirkt die Vignettierung bei offener Blende. Aber die lässt sich zum einen in der Nachbearbeitung leicht entfernen. Oder gleich bei der Aufnahmen durch Abblendung entfernen. Und weil der Unschärfebereich auch bei 2,8 oder 4 noch ziemlich ausgeprägt ist, ist dieses Verhalten ebenfalls akzeptabel für mich.

Manuell – oder doch mit ‚Halbautomatik‘

Das völlig mechanische Objektiv verlangt an der Kamera normalerweise viel Handarbeit. Entfernung, Verschlusszeit und Blende sowie ISO müssen bei jeder Aufnahme individuell eingestellt werden. Zumindest was den Fokus betrifft, macht diese Einstellung aber sogar Spass. Mit kaum einem anderen Wert lassen sich Bilder so reizvoll beeinflussen, wie durch die Verlagerung der Schärfe.

An der Canon EOS M6 gibt es aber Hilfsmittel, die das manuelle Arbeiten zum Kinderspiel machen. Da ist zum einen das Fokus-Peaking. Die rot markierten Kanten zeigen genau an, was jetzt im Schärfebereich ist. Das funktioniert auch bei schwierigen Motiven und schlechten Lichtverhältnissen ganz gut.

Lichtstark mit schönem Bokeh - das 7Artisans 25mm ist gut zum Gestalten der Aufnahmen.

Lichtstark mit schönem Bokeh – das 7Artisans 25mm ist gut zum Gestalten der Aufnahmen.

Darüber hinaus gibt es an der EOS M6 auch eine Lupenfunktion für das Display. Mit oder ohne Fokus-Peaking ist das eine echte Hilfe zum scharf stellen.

Und dann gibt es – trotz des weit gehenden Verzichts auf Automatikfunktionen – noch zwei Möglichkeit, sozusagen halbautomatisch zu arbeiten und sich auf die wesentlichen Einstellung zu konzentrieren.

Im Modus Zeitautomatik wird die Blende festgelegt, das funktioniert auch ohne elektronische Übertragung der Blenden werte. Die Verschlusszeit wird automatisch festgelegt, so dass man im Display die richtige Belichtung sehr einfach kontrollieren kann.

Darüberhinaus kann man auch in diesem Modus – oder im Manuell-Modus – die ISO-Automatik nutzen. Zwei der drei Belichtungsparameter werden damit automatisch festgelegt – wenn man das möchte. In vielen Situationen sorgt das für ein sehr entspanntes Fotografieren, bei dem man sich auf Fokus und Motiv konzentrieren kann.

Fazit

Ich möchte das Objektiv schon nach kurzer Zeit nicht mehr missen. Neben dem 22mm-Objektiv ist es das kleinste und leichteste Objektiv für meine EOS M Kameras. Und das manuelle Fotografieren verspricht Spass und gute Gestaltungsmöglichkeiten, die man gerne nutzt.

Bildbeispiele

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