Voice-over Videos – besser als ein Vlog?

Voice-over Videos sind für viele ein besserer Einsteig ins Thema Videos als das gehypte Vloggen.

Voice-over Videos sind für viele ein besserer Einsteig ins Thema Videos als das gehypte Vloggen.

Voice-over Videos, das sind für viele Youtuber die besseren Lösungen.  Fast allgegenwärtig ist bei uns derzeit das Vlog. Ein Video, bei dem sich ein Youtuber selbst filmt und erzählt. Oft kommen dabei spannende Geschichten heraus, fesselnd, informativ, mit einem echten Nutzwert für die Zuschauer. Aber viele Youtuber haben tolle Ideen für interessante Videos, bei denen sie nicht selbst vor der Kamera stehen wollen. Sei es, weil sie sich in dieser Rolle unwohl fühlen, weil sie es nicht gewohnt sind, weil sie zu unsicher sind.

Bei Voice-over-Videos musst Du nicht selbst vor die Kamera treten. Du kannst mit dem Hintergrundkommentar erklären worum es geht, ohne dass Du im Bild bist. Du kannst Geschichten erzählen, Du kannst auch witzig sein oder ernst bleiben – nur eben als unsichtbarer Erzähler. In den vielen Fällen, in denen die Scheu vor der Kamera nur auf Unsicherheit und Unerfahrenheit zurückzuführen ist, kannst Du Dich bei Deinen Projekten dann immer noch ganz allmählich aus der Deckung heraustrauen. Dann kannst Du Dich vielleicht auch kurz selbst filmen für einzelne Szenen, und dabei kurz etwas in die Kamera sprechen.

Hier meine Tipps für all diejenigen, die sich mit diesen Voice-over Videos an ihre ersten Youtube-Videos mit Begleitkommentar herantrauen wollen.

Voice-over Videos erzählen eine Geschichte

Genauso wie ein typischer Vlogger erzählst Du auch als nicht sichtbarer Sprecher mit Voice-over Videos eine Geschichte. Und die ist dann spannend, wenn Du sie auf den Punkt bringen kannst. Mach klar, worum es in Deinem Video geht. Sag Deinen Zuschauern, was erwartet und wie ihnen das weiterhilft, was sie zu sehen bekommen. Das klingt recht simpel und hat doch schon einen großen Vorteil. Die typischen Vlogging-Szenen vom Kaffee trinken, vom Weg zum Flughafen, das Erzählen, während Du irgendwohin unterwegs bist, das haben viele Zuschauer als Füllstoff kennengelernt, den sie schon viel zu oft gesehen haben.

Natürlich brauchst auch Du auch für Voice-over Videos eine Art B-Roll. Das ist zusätzliches Material, das eben nicht nur im Bild das zeigt, was der Text gerade beschreibt. Aber im wesentlichen ist das Grundgerüst Deiner Geschichte ganz klassisch aufgebaut: Einführung, Hauptteil mit einem Spannungsbogen zum wichtigsten Teil oder zur Lösung eines Problems. Und dann ein Ende, das nicht nur resümiert, sondern Deine Zuschauer eher entspannt entlässt. Damit sie Lust haben auf weitere Videos von Dir.

Ei oder Henne?

In diesem Zusammenhang gar keine so blöde Frage: Was kommt bei Voice-over Videos zuerst? Dein Text über die Geschichte, die Du erzählen willst? Bringst Du zuerst Dein Tutorial, Dein Reisebericht, Deine Beschreibung eines neuen Objektivs zu Papier für das Script? Oder machst Du zuerst die Bilder und hangelst Dich dann daran entlang und hinterlegst einzelne Szenen oder den gesamten Film mit Deinem Text?

Da ich Journalist bin, kommt für mich der Text, der Inhalt der Geschichte immer zuerst. Mit diesem Text kann ich persönlich besser umgehen, als mit einer Flut von Video-Clips. Ich kann den Text strukturieren, straffen, Kapitel machen. Und dann dazu Szenen und deren Bilder festlegen und Ideen sammeln für B-Roll zur Auflockerung oder auch zur Ergänzung.

Aber ich habe auch schon wunderbare Video-Geschichten gesehen, bei denen ich mir sicher war, dass hier die Videoaufnahmen am Anfang standen. Reisegeschichten zum Beispiel oder Themen-Videos zu einzelnen Begriffen. Hier spielt der Text manchmal auch nicht die „tragende” Rolle, sondern ist eher eine Ergänzung.

Das Vorgehen

Wenn Du Deine Film und Ton zusammenbringen möchtest, hast Du zwei Möglichkeiten.

A – Du sprichst zuerst den Text ein. Dann suchst Du passende Bilder, die das Gesagte illustrieren. Praktischerweise weist Du schon die Länge der einzelnen Sequenzen. Aus Deinem Filmmaterial scheidest Du die besten Szenen zum Ton.

B – Wenn Du es andersherum machst, dann versuchst Du zuerst, Deine Geschichte mit Deinem Video logisch zusammenhängend darzustellen. Und im Nachhinein sprichst Du den Text ein. Hier geben die Bilder die Textlänge vor. Das kann manchmal etwas knifflig werden. Nach meiner Erfahrung ist es schwieriger, den Text den Bildern anzupassen, als umgekehrt.

Die Technik

Und was brauchst Du dazu? Beim Vlogger ist die Sache relativ klar. Er spricht in die Kamera, braucht möglichst einen Monitor zur Bildkontrolle an der Kamera und ein zusätzliches Mikrofon für guten Ton. (Im Prinzip gilt das, was ich auch hier beim Thema Podcasts geschrieben habe.)

Wenn Dein Ton nicht live zu den Bildern des Videos entsteht, dann gibt es auch hier wieder zwei Möglichkeiten.

A – Du nimmst den Ton zusammenhängend als eine ganze Geschichte auf. Das ist auch technisch der einfachste Weg. Du kannst Dein Smartphone als Diktiergerät nutzen oder einen kleine Recorder wie das Zoom H1. Oder Du stöpselst ein Mikrofon an Deinem Computer ein und nimmst hier den gesamten Text auf. Wichtig ist wie bei den Bildern Deines Videos, dass Du auch dieses Material anpasst. Du löschst also in der Nachbearbeitung die Sequenzen, in denen Du hängen geblieben bist oder Dich versprochen hast. Du schneidest Sachen heraus, die Dich beim erste Abhören so nicht mehr überzeugen. Wenn Du einen Mac benutzt kannst Du die mitgelieferte Software Garageband (kostenlos für Mac und Windows: Audacity) nutzen und die Audio-Datei nachher als MP3 exportieren.

B – Wenn Du den Ton im Nachhinein passend zu den Bildern Deines Videos sprichst, dann funktioniert das nur, wenn das wirklich synchron geschieht. Natürlich kannst Du theoretisch sagen: Ich brauchen jetzt einen Text mit 1:30 Minuten zu dieser Sequenz. Den spreche ich jetzt auf mein Aufnahmegerät und importiere ihn dann ins Video. In der Praxis funktioniert das bei mir aus verschiedenen Gründen nicht. Dann passt eben das Bild bei Sekunde 45 gerade nicht so gut zu der dortigen Textstelle. Oder es bietet sich ein Schnitt beim Video auch für eine Unterbrechung beim Text an.

Das Mittel der Wahl ist für mich deswegen ein USB-Mikrofon, das ich an meinem iMac anschließe. Wenn ich dann in meinem Schnittprogramm Final Cut Pro X für eine bestimmte Videosequenz Text brauche, kann ich mir diese Sequenz anzeigen lassen. Ich setze den Aufnahmepunkt an den Beginn der Sequenz und habe noch einen dreisekündigen Countdown bevor es losgeht. Während die Uhr runterzählt sehe ich die Videosequenz davor, dann geht es los. Ist die Tonaufnahme ok und passt sie auch zeitlich, brauche ich das nur abzuspeichern. Ansonsten wiederhole ich das so lange bis es passt. Oder ich stückele es in so kleine Teile, dass ich jedes passgenau aufsprechen kann.

Fazit

Voice-over Videos sind sicher eine gute Lösung für sehr viele Menschen, die sich nicht als Vlogger sehen und auch nicht unbedingt selbst vor der Kamera stehen wollen. Zum Einstieg bietet sich an, ein Script zum Thema zu verfassen – wie einen guten Aufsatz oder eine Reportage. Mit dem fertigen Script weißt Du auch, welche Bilder Du brauchst.  In der Praxis, so meine Erfahrung, wird sich das Ganze durchmischen. Dann hast Du auch Szenen aufgenommen, die Du im Nachnein noch vertonen musst. Weil Dir erst beim Filmen aufgefallen ist, dass noch eine wichtige Information fehlt, oder ein Übergang.

Wenn Du weitere Videos planst, versuche auch, Dich ab und zu selbst ins Bild zu bringen. Erstens wollen Zuschauer immer wissen, mit wem sie es zu tun haben. Und zweitens ist es in vielen Fällen auch einfacher, etwas selbst in die Kamera zu kommentieren.

 

 

Hinweis: Bei den gekennzeichneten Links handelt es sich um Affiliate Links. Durch einen Kauf über den Link werde ich am Umsatz beteiligt. Dies hat für Dich keine Auswirkungen auf den Preis.