Video-Licht 2017 – lohnt sich ein Neukauf?

Video-Licht 2017 - lohnt sich jetzt ein Neukauf?

Video-Licht 2017 – lohnt sich jetzt ein Neukauf?

Klassische Stativlösung für Video-Licht mit Softbox

Klassische Stativlösung für Video-Licht mit Softbox

Video-Licht ganz klassisch

Wer von der Fotografie zum Video filmen gekommen ist, der hat als Ideal-Lösung vielleicht noch die Standard-Studio-Beleuchtung vor Augen. Das waren zwei oder mehr größere Blitzgeräte auf Stativen, vielleicht noch ergänzt durch kleinere Blitzgeräte. Eventuell konnte man einem Fernauslöser zusätzlich die Kamera-Blitzgeräte verwenden.

Mir ging es auch so, und meine Beleuchtung für Tabletop und Interviews sah bei Foto und Video ganz ähnlich aus. Weil weiches Licht immer gut aus, habe ich zwei Soft-Boxen gewählt mit mehreren zuschaltbaren Lampen. Das Ganze funktioniert ähnlich gut wie die Studio-Blitzanlage – mit zwei bedeutsamen Nachteilen. Zum einen ist ein Video doch etwas bewegter. Interviewpartner werden verschieden platziert, vor einem anderen Hintergrund, mit neuer Ausleuchtung. Beim Fotografieren von Objekten kann man an seiner Standard-Aufstellung lange Zeit festhalten, mit kleinen Variationen. Das Umstellen der störrigen Softboxen auf Stativ fürs Video-Licht macht wenig Freude.

Zum anderen ist die Softbox mit Lampen im Vergleich zur Studio-Blitzanlage bei vergleichbarer Größe und mit vier Leuchten deutlich weniger leistungsfähig, als die Blitzanlage. Das bedeutet, die Leuchten müssen näher ran ans Objekt, und / oder man filmt mit höherer ISO-Einstellung und riskiert Körnigkeit und Unschärfe.

Mein Fazit hier: Mittlerweile sind auch die größeren LED-Leuchten preiswerter geworden. Und sie sind wesentlich kompakter, so dass man sie auch leichter einpacken und mitnehmen kann. Wer vor Ort schon Lichtboxen mit Stativ aufgebaut und verkabelt hat, der weiß das zu schätzen. Für rund 100 Euro bekommt man zwei brauchbare Video-Softboxen mit Dauerlicht. Für den gleichen Betrag ist zwar nur eine größere LED-Leuchte drin. Aber für einen Umstieg auf LED ist das ein guter Anfang.

Für preiswerte LED-Leuchte gibts einen aktuellen Bericht bei Caleb Pike.

Für preiswerte LED-Leuchte gibts einen aktuellen Bericht bei Caleb Pike.

Die mobile Lösung

Was beim Fotografieren die „entfesselten” Blitze mit Funk-Fernauslöser waren, das ist beim Videofilmen der Einsatz kleinerer LED-Leuchten. Im Fotobereich sind das bei mir alte Nikon-Blitze mit der bewährten Yongnuo-Fernsteuerung. Funktioniert prächtig, ist kompakt und überall einsetzbar, auch im Freien.

Die von mir gewählten kompaktem LED-Leuchten sind inzwischen deutlich überholt. Der unermüdliche Caleb Pike, der auf seinem Youtube-Kanal DSLR-Video Shooter eine beträchtliche Anzahl sehr informativer und gut gemachter Videos anbietet, hat aktuell diese kompakten LED-Leuchten getestet. Der erste Teil beschäftigt sich mit Leuchten in der Preisklasse bis etwa 50 Dollar. Die Preise sind bei uns ähnlich, fast alle Artikel sind auch hier erhältlich.

Wer sich den ausführlichen Test angesehen hat, kann gleich zur Tat schreiten. Zu den LED-Leuchten empfiehlt sich gleich der Kauf passender Akkus, wobei Augenmaß angebracht ist. Meine Akkus sind zwar leistungsfähig, aber aufgrund des Gewichts schwerer einzusetzen. Der Kugelkopf, auf dem die Leuchten befestigt sind, muss da schon etwas stabiler sein. Mein Tipp: Lieber mehrere kleinere Akkus kaufen.

Dimmbares LED-Ringlicht für Video.

Dimmbares LED-Ringlicht für Video.

Die Spezialisten

Da spielen bei den meisten Videofilmern vor allem zwei Kategorien eine Rolle: Makro und Porträt. Für beide eignet sich fast gleichermaßen ein Ringlicht. Und auch hier hat die LED-Technik Einzug gehalten. Statt der ringförmigen Lampen sind dimmbare LED-Leuchten für vergleichsweise wenig Geld zu haben. Wer mit den kleinen weißen Ringen, die als Reflex in den Augen der Porträtierten zu sehen sind, keine Probleme hat, sollte das Angebot prüfen.

Do-it-yourself

Anleitungen zum Bau eigener Leuchten für Video-Aufnahmen finden sich zahlreich im Netz (hier eine in deutscher Sprache). Früher habe ich mit dem Schwerpunkt auf Fotografie Beleuchtungen und Leuchtkästen selbst gebastelt. Heute bin ich kein Fan mehr davon. Die Selbstbau-Lösungen, meist mit vielen Holz- und / oder Plastikteilen, wirken etwas seltsam, wenn man sie vor fremden Augen aufbaut.

Ich habe keine Scheu, mit Uralt-DSLRs aufzutauchen für Aufnahmen. Auch der Rest meiner Ausrüstung muss nicht teuer wirken oder gar den vermeintlichen Profi-Ansprüchen genügen, sondern meinen. Aber die Selbstbau-Lösungen sind in meinen Augen oft erstens etwas unschön und zweitens lange nicht so funktionell wie gekaufte. Das gilt auch für Rigs und Dollys und Slider. Abgesehen davon sind die Preise hier so günstig geworden, dass zumindest eine Billig-Lösung aus Fernost für fast jederman erschwinglich ist.

War das hilfreich?
Ich freue mich übers Teilen und Liken!