
Website des Medien-Experten Jeff Jarvis
Die Internet-Gemeinde beschäftigt sich gerne und ausgiebig mit dem Thema Printmedien. Da fallen dann schon mal Ausdrücke „totes Holz“ um indirekt auch den Zustand der Branche zu beschreiben. Oder es werden einige der ach so zahlreichen Beispiele genannt, wo Tageszeitungen den Anschluss an das Internet-Zeitalter verschlafen haben.
Daran kann man sich mit Freuden beteiligen, muss man aber nicht. Schon gar nicht als Journalist, der gute Zeitungen und Zeitschriften ebenso liebt wie gute Websites. Außerdem kann man inzwischen auch eine ziemlich umfangreiche Liste anlegen mit Verlagen und Redaktionen, die den Web-Trend eigentlich gar nicht verschlafen haben – und trotzdem herumkrebsen, weil Ihnen Anzeigen und Abo-Kunden wegbrechen.
Eine weitere Vorhersage über die Zukunft der Print-Medien wagt aktuell der als „Web-Visionär“ betitelte Jeff Jarvis: : „Staatshilfe für Verlage? So eine Idee ist absurd“ – so fasst Spiegel Online das Interview in der Überschrift zusammen und beginnt den Artikel mit einer weiteren Kernaussage, die so überraschend freilich nicht ist: „Dieses Jahr wird eine echte Wende bringen.“
Für die USA sagt der Medienexperte ein massenhaftes Zeitungssterben voraus, das aber nach anderen Medienberichten bereits begonnen hat. Im Interview plaudert er kenntnisreich über Verlage und Medien, über Online-Dienste und Trends. Und er gibt gute Ratschläge zum Überleben der Zeitungen. Das ist solange amüsant, bis es zum Thema Einnahmen kommt. Da beschleicht den Leser doch allmählich die Ahnung, dass auch Experten hier noch lange zusehen und analysieren werden, aber zur Zeit kaum handfeste Ratschläge geben, geschweige denn Konzepte entwickeln können.
Als positives Beispiel führt Jarvis Merchandising an, wenn schon Internetbenutzer nicht für Inhalte zahlen wollen. Oder Spenden. Wer sich für die Zukunft der Print-Medien interessiert, sollte das Interview lesen – auch wenn es nicht gerade beruhigend wirkt.



