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Polaroid ist Geschichte

Polaroid ProPack

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Ich hätte ja nie gedacht, dass mir diese Meldung mal ein Seufzen entlockt: Polaroid won’t make Polaroids any longer berichtet die Chicago Sun Times. Wenn die letzte Rolle Kleinbildfilm produziert wird, sind sicher viele traurig. Aber Polaroid?

Ich habe die „Instant Cameras“ eigentlich nie gemocht: Die Bilder fand ich nicht ansprechend, das Verfahren eher unappetitlich, die Kameras meist hässlich. Dreimal in meinem Leben aber habe ich mich dem Thema doch zugewendet. Das erste Mal war während der Zeit, als ich noch in der Redaktion einer Tageszeitung tätig war. Für ein oder zwei Fotos zog man da – manchmal mehrmals am Tag – einen Filmschnipsel durch die Entwickler-Dosen und fertigte einen Handabzug. Wenn es schlecht lief, wurde der dann vom zuständigen Redakteur zusammengeschnippelt bis zur Unkenntlichkeit und erschien grob gerastert links unten auf einer der hinteren Seiten.

Da muss man ja irgendwann auf die Idee kommen, das Verfahren abzukürzen. Und so legte ich mir irgendwann die Polaroid ProPack zu: Ein schwarzes Monster, das von Form und Größe an die alten Reporterkameras in amerikanischen Schwarz-Weiß-Filmen erinnerte. Das Frontteil mit dem Objektiv musste man ausklappen, Entfernung und Belichtung schätzen. Aber dafür gabs einen großen, angebauten Stab-Blitz.

Für meine Verhältnisse war das Teil unverschämt teuer, aber die Filme und Bilder hier waren wenigstens etwa 6 x 8 cm groß. Das sollte für zweispaltige Zeitungsfotos reichen und tat es auch eine Zeit lang. Da ich mit der Qualität nie so recht glücklich war und der Vorteil gleichzeitig ein ebenso großes Negativ (!) produzieren zu können mit meinem KB-Vergrößerer nicht genutzt werden konnte, war die Kamera selten im Einsatz und schlummerte dann in einem Schrank. Spätestens mit der obigen Zeitungsmeldung dürfte sie jetzt auch bei Ebay unverkäuflich sein.

Die beiden anderen Male, die ich mich mit Polaroid beschäftigte, blieben übrigens weitgehend folgenlos: Einmal recherchierte ich ein Verfahren, bei dem die Polaroidabzüge noch frisch auf Papier übertragen werden, was interessante Effekte gibt. Das andere Mal liebäugelte ich mit einem Polaroid-Kamerarückteil, als ich meine kleine Studioblitzanlage schon hatte und die Lichtbedingungen schnellstmöglich kontrollieren wollte, ohne auf die Entwicklung der Kleinbildfilme zu warten.

Und darin lag in meinen Augen auch der Hauptvorteil dieser Technik: In den Polaroid-Rückteilen von großformatigen Kameras, mit denen man die Situation beurteilen konnte, bevor man seine Filme verschoss.

Abgesehen vom Ärger über den verpassten Zeitpunkt für den Ebay-Verkauf weine ich den Polaroidfilmen nicht nach. Und ich fürchte, wenn irgendwann einmal die Meldung über den letzten Kleinbildfilm erscheint habe ich mich auch schon viel zu sehr an das digitale Zeitalter gewöhnt, um richtig traurig zu sein. Immerhin habe ich jetzt noch eine Frist, um alte Contax- und Nikongehäuse los zu werden…

BOSTON — Polaroid Corp. is dropping the technology it pioneered long before digital photography rendered instant film obsolete to all but a few nostalgia buffs.

Polaroid is closing factories in Massachusetts, Mexico and the Netherlands and cutting 450 jobs as the brand synonymous with instant images focuses on ventures such as a portable printer for images from cell phones and Polaroid-branded digital cameras, televisions and DVD players.

This year’s closures will leave Polaroid with 150 employees at its Concord headquarters and a site in the nearby Boston suburb of Waltham, down from peak global employment of nearly 21,000 in 1978.

The company stopped making instant cameras over the last two years.

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Projekt „Time for Video“

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Joachim Ott

Journalist & Fotograf

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