Den neuen Krimi von Minette Walters habe ich mit Spannung erwartet – und war dann doch etwas enttäuscht. Schon der Anfang zieht einen nicht wirklich hinein in die Geschichte: Ein Rückblick in die 70er Jahre, dann lange Seiten mit einer Art fachlicher Abhandlung. Und wenns dann schließlich losgeht zwei schwierige Charaktere mit großen Problemen, schwieriger Kindheit etc.
Nun bin ich zwar nicht der Action-Fan, für den alles schnell und unkompliziert in einem Handlungsstrang ablufen muss. Aber diese Gescichte um den eher schrulligen Jonathan Hughes wirkt arg konstruiert. Da helfen auch die aktuellen Bezüge zum Irak-Krieg nicht, um mich ins Geschehen hineinzuziehen.
Naturgemäß schwierig ist es wohl auch, Spannung mit einer Geschichte zu erzeugen, bei der die Fortschritte sich in der Vergangenheit vollziehen. Denn es wird ja eine „alte“ Geschichte schrittweise aufgerollt. Und mich haben weder die aktuelle handlung noch die Rückblenden in den Bann gezogen, wie das bei früheren Minette-Walters-Krimis der Fall war.
Also: Wers ausleihen kann oder absoluter Walters-Fan ist soll sich dran wagen. Wer die älteren Werke der Autorin mehr schätzte und mit den Grundzügen der Geschichte, wie man sie auch bei Amazon und anderswo nachlesen kann, nicht gleich warm wird, der kann dieses Werk auch auslassen und auf den nächsten Walters hoffen.




