Urlaubs-Fotos: sinnvolle Minimalausrüstung

Wer will das nicht: Schöne Urlauubs-Fotos - ohne dauernd viel Gepäck mit sich herumzuschleifen.

Wer will das nicht: Schöne Urlaubs-Fotos – ohne dauernd viel Gepäck mit sich herumzuschleifen.

Wer im Urlaub fotografieren will, der steht schnell vor der Qual der Wahl. Nehme ich den großen Foto-Rucksack mit, meinem Lieblingsgehäuse, eine Zwei-Gehäuse für Notfälle, ein paar Objektiven, Blitz und Stativ. Oder komme ich mit weniger aus – und bekomme genauso eindrucksvolle Urlaubs-Fotos? Ich habe so ziemlich alle Varianten schon durch und für mich ist eine sinnvoll zusammengestellte Minimalausrüstung ausreichend.

Wer seine Foto-Ausrüstung nur einmal vom Auto ins Hotel transportiert, der wird sich darum kaum Gedanken machen. Wer dagegen campen geht, mit dem Wohnmobil unterwegs ist oder wandert, der  freut sich über das eingesparte Gewicht und Volumen. Doch zuerst die grundlegenden Überlegungen, damit man zu guten Urlaubs-Fotos kommt.

Minimalausrüstung für Urlaubs-Fotos: Kompakte Kamera und als Backup das Smartphone.

Minimalausrüstung: Kompakte Kamera und als Backup das Smartphone.

Urlaubs-Fotos absichern

Die wertvollsten Wochen des Jahres, wie es so passend heißt, bergen für jeden Fotografen auch ein gewisses Risiko. Es kann immer etwas schief gehen, kaputt gehe oder verloren gehen. Zuhause deckt man das zum Beispiel damit ab, dass man ein zweites Gehäuse dabei hat, diverse Objektive. Das wäre zwar auch auch mit meinen Canon EOS M Gehäusen möglich. Aber ich bevorzuge für meine Urlaubs-Fotos eine einfachere Lösung. Meine Backup-Camera ist das Smartphone. Mit ausreichend Speicher und guter Bildqualität (ein schon älteres iPhone 6s) sind die Ergebnisse durchaus ausreichend. Auch eine Vorsatzlinse wie die Weinwinkel-Linse von Moment-Lens wäre noch transportabel. Aber es geht auch ohne. Erfahrungsgemäß sind die iPhone-Bilder im Nachhinein qualitativ kaum zu unterscheiden von denen einer Kompaktkamera.

Die Erst-Kamera für die Reise ist eine Lumix LX100, mit einem Zoomobjektiv und einer Lichtstärke von 1,7. Das erlaubt ein schönes Bokeh und Aufnahmen in Innenräumen. Ebenfalls eine gute Lösung für eine Backup-Kamera ist in meinen Augen eine Gopro, erst recht, wenn es eine neuere mit Display ist. Die Bilder sind nur auf den ersten Blick grausig verzerrt und lassen sich in der Nachbearbeitung leicht zurechtschneiden und entzerren. Erst recht, wenn man nicht von vorneherein mit der Einstellung ultraweit fotografiert.

Praktischerweise sind alle drei Kameras auch für 4k-Video-Aufnahmen geeignet. Für eine hochwertige Video-Dokumentation wird die Qualität nicht so prickelnd sein. Aber für gute Urlaubsfotos und mit etwas Erfahrung und Kenntnis über Stärken und Schwächen aller Kameras ist man ganz gut dabei, finde ich.

Wieviel Licht?

Der Blitz (oder die Blitzgeräte) waren am Ende einer Reise immer das, von dem ich im Nachhinein wusste, das sie verzichtbar gewesen wären. Eine Kompaktkamera als Erst-Kamera hat meist einen eingebauten Blitz oder einen Mini-Aufsteckblitz. Damit kann man zwar keine Kirchen ausleuchten (wer will das schon?), aber man hat einen guten Aufheller dabei. Blitzlösungen für die Zweitkamera sind in meinen Augen verzichtbar.

Nicht missen möchte ich dagegen ein Mini-Stativ, in diesem Fall auch mit einer Halterung fürs Smartphone. Hat schon manches Urlaubs-Foto gerettet.

Datenspeicher für die Urlaubs-Fotos gibts für Smartphone und zum Übertragen der Inhalte von der SD-Karte.

Datenspeicher gibts für Smartphone und zum Übertragen der Inhalte von der SD-Karte.

Speicherfragen

Eine zweite Speicherkarte gehört auf jeden Fall ins Gepäck, notfalls auch eine ältere, kleinere. Und zwar für jede Kamera. Auch wenn man denkt, da kann kaum was kaputt gehen, geben doch etliche Speicherkarten einfach mal den Geist auf. Luft nach oben ist ebenfalls wichtig: eine 64 GB-Karte kostet heute nicht die Welt und hat Platz für jede Menge Fotos (damit bekommt sie wahrscheinlich nicht voll), Timelapse-Aufnahmen (damit schon ) und 4k-Video (damit gehts dann doch erstaunlich schnell).

Während zwei oder vier oder auch mehr Speicherkarten sprichwörtlich kaum ins Gewicht fallen, wird es mit einem Backup schon schwieriger. Alle par Tage sollte man seine Daten von der Karte auch einen Speicher wie einen USB-Stick, eine andere Karte oder eine kleine Festplatte übertragen. Wer kein Notebook dabei hat, der muss auf verhältnismäßig teure Lösungen zurückgreifen.

Für das iPhone gibt es USB-Sticks als Speicherweiterung, die sich für diesen Zweck nutzen lassen. Mit Geräten wie diesem lassen sich die Inhalte von SD-Karten auf kleine externe Festplatten übertragen. Das bedeutet, man hat zwei weitere kleine Kistchen im Gepäck, was aber immer noch weniger wiegt als ein Notebook. Einfacher geht es mit einer Festplatte mit SD-Karten-Slot. Das ist preiswerter, man ist aber auf diese Festplatte festgelegt.

Energie kann ein wichtiges Thema werden für Urlaubs-Fotos.

Energie kann ein wichtiges Thema werden auf Reisen.

Energie-Nachschub

Was einem jetzt noch zum Verhängnis werden kann, ist mangelnde Energie. Also die technische für die Geräte. Für Kameras jeder Art haben sich bei mir drei Akkus gut bewährt. Oft kommt man nicht gleich zum Aufladen des Reserve-Akkus, dann ist ein dritter hilfreich. An Stecker-Adapter für das Netz des Urlaubslandes denkt man sicher oder kann vor Ort einen Adapter kaufen.

Wichtig und hilfreich finde ich, wenn man neben der Landstrom-Variante mit 11o / 220 V auch eine mobile Lösung für das 12-V-Netz von Autos (Schiffen) parat hat. Die Original-Ladegeräte für die Original-Akkus sind da eher sparsam ausgerüstet. Kann man Fremd-Akkus nutzen, dann findet man oft auch Ladeschalen für sein Modell, die über einen USB-Adapter verfügen. Das braucht auch nicht mehr Platz und bietet zusätzliche Sicherheit.

Eine Powerbank ist ebenfalls hilfreich – wenn man sie denn für Foto-Zwecke nutzen kann. Wenn also wie oben beschrieben das Ladegerät einen USB-Anschluss hat (was nicht selbstverständlich ist). Oder wenn die Kamera intern den Akku laden kann (was ziemlich selten der Fall ist). Andernfalls kann eine Powerbank natürlich noch immer für die Backup-Kamera im Smartphone genutzt werden.

Die großen Powerbanks haben eine Kapazität von rund 20.000 mAh, das ist eine ganze Menge und reicht für mehrere Smartphone-Ladungen. Allerdings sind diese Dinger auch schwer,wenn man sie zB im Rucksack herumträgt. Für eine Wanderung nur Smartphone und eine kleine Powerbank mitzunehmen, ist durchaus sinnvoll.

Was kann jetzt noch schief gehen?

Erfahrungsgemäß kann immer etwas schief gehen. Ein Diebstahl, die Kamera fällt einem aus der Hand, man verwendet einen ganzen Urlaub lang eine falsche Einstellung… In dem Fall hilft nur ausreichende Erholung, damit man ruhig bleiben kann. Schön ist, wenn man zu zweit oder mehreren unterwegs ist und jeder selbst Aufnahmen macht. Auch das ist eine Art Absicherung für die Urlaubs-Fotos.

Überhaupt bleiben mir eher weniger technische Pannen in Erinnerung, als menschliche Unarten. Dazu gehören Menschen, die sich und ihre Urlaubsfotos wichtiger nehmen als andere Reisende. Die mit stundenlangem Posen schöne Orte ”verhunzen”, Denkmale erklettern oder auf andere Art dafür sorgen, dass sie unerwünscht auf tausenden anderer Urlaubsfotos verewigt sind. Und generell natürlich Leute, die sich und ihre Fotografiererei etwas zu ernst, zu wichtig nehmen.

Am Ende des Urlaubs entscheidet oft nicht die Menge der Aufnahmen oder die Zahl der fotografieren Highlights über den Erinnerungswert und das nachträgliche Bilder-Erlebnis. Sondern ob man die schönen Momente einfangen konnte, das was einen persönlich bewegt, woran man sich auch nach Jahren noch gerne erinnert.

 

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