Print ist tot? Eher nicht: Neugier.de

Printprojekt von neugier.de

Das Lamento über sinkende Einnahmen im Printbereich und was da alles unmöglich geworden ist, verfolgt man ja als Journalist besonders aufmerksam. Gute Geschichten zu machen sei heute fast nicht mehr möglich, heißt es dann, das rechne sich nicht. Die Folge sind banale Internetauftritte etablierter Verlage, im Bemühen, aus diesem Medienbereich etwas abzuschöpfen, mit dem man sinkende Werbeeinnahmen ausgleichen kann. Auf der anderen Seite des Schreibtisches formieren sich die Journalisten ebenfalls, um sich für Veränderungen zu wappnen. Ein Ergebnis davon ist krautrepoter.de, ein Crwodfunding-Plattform für journalistische Projekte.

Auf der anderen Seite gibt es unter den ungezählten Neuerscheinungen im Printbereich (von denen das meiste sang- und klanglos wieder verschwindet) auch immer ein paar Glanzlichter, die denjenigen Mut machen, die einen Faible haben für bedrucktes Papier und gute Geschichten.

Als erstes hochpreisiges Projekt ist mir das Kinfolk Magazin aufgefallen, das pro Ausgabe zwischen 18 und 24 Dollar kostet. Eine Zeit lang gab es davon auch eine iPad-Ausgabe, die aber eher enttäuschend war (nicht von den Inhalten, sondern von der Machart). Inzwischen hat das Projekt eine große Zahl von Anhängern und lädt auch regelmäßig zu gemeinsamen Veranstaltungen.

Auf deutscher Seite wäre das das Projekt Neugier.de mit der aktuellen Ausgabe „Made in Iceland”. Kostet 22 Euro (im Schuber mit 3D-Karte) plus Versandkosten. In Zeiten, wo alles fast umsonst oder sehr billig zu haben ist, ein mutiger Schritt. Die Banner für gewonnene Designpreise sind gar nicht dezent auf der Website platziert, eher zurückhaltend geht man mit den Namen der Initiatoren um: Dirk Maxeiner wird oft und gerne als Edelfeder bezeichnet, Fabian Nicolay ist vielen Schreibenden vom Projekt Perlentaucher bekannt.

Die Website zum Projekt ist eher sparsam, dafür gibts witzige Videoschnipsel zur Einstimmung auf das jeweilige Heftthema.

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