Zum Jahreswechsel gibts ja immer allerlei Rück- und Ausblicke, vieles davon ist Kaffeesatzleserei. Aber man erkennt manchmal doch recht deutlich, was besser und was schlechter wird. Besser wird einiges:

1. Mobile Themen kommen vielleicht nach dem Motto ‚mobile first‘, aber sie kommen. Die Zyklen von Websites werden kürzer, die Lebensdauer einer etablierten Seite ist dennoch immer noch erstaunlich lange. Deswegen wird es dauern, bis Komplett-Umbauten die Szene beherrschen. Auch 2013 werden Darstellungen für Desktops die Richtlinie sein, egal ob alle Welt auf mobile Endgeräte umsteigt und Facebook schon jetzt vorrangig mobil betrachtet wird. Das ist in meinen Augen eine eigene Geschichte und kein Unternehmen wird deswegen das Pferd beim Schwanz aufzäumen, denke ich.

2. Das Thema Typografie ist wieder da: Wer sich mit Druck beschäftigt und darüber zum Web kam, der war in den letzten Jahren vielleicht auch etwas verzweifelt darüber, dass Verdana-Arial-Helvetica sans-serif oder Georgia-Times etc. die Welt beherrschten. Mit den Google-Fonts wurde das aufgebrochen, und so wie ich die schöne große Schriften werden (ebenso wie immer größere Bilder und Videos) das Erscheinungsbild beeinflussen. Wenn selbst ich an Chalkboard-Schriften und Handlettering nicht mehr vorbeikomme, dann ists wohl ein Trend.

3. Infinite Scrolling ist wohl eine psychologische Folge des iPad-Wischens: Wer will noch klicken, um irgendwo hinzukommen? Facebook, G+ und viele Blogs machen es vor, Anzeigenverkäufer hätten natürlich lieber Klicks. Für mich gehört das in die gleiche Kategorie wie die ebenfalls wahrnehmbare Zunahme von Minimaldesigns (was sich jetzt nicht unbedingt aufs Optische bezieht).



