Blog-Planung: Der richtige Blogpost zur richtigen Zeit

Blog-Planung: Neben der Themenfindung ist auch der richtige Zeitpunkt für die Veröffentlichung wichtig.

Blog-Planung: Neben der Themenfindung ist auch der richtige Zeitpunkt für die Veröffentlichung wichtig.

Blog-Planung ist mehr als nur das Abarbeiten einer Themenliste, die man mal erstellt hat. Natürlich solltest Du nicht irgendwelchen Trends hinterherlaufen und / oder versuchen, etwas ‚Virales‘ zu machen. Aber wahrscheinlich kennst Du das, zumindest aus der Anfangszeit Deiner Internetaktivitäten, dass ein Blogpost ist erfolgreicher als andere. Das findest Du in Deiner Statistik heraus. Aber warum ist das so? Erst im Nachhinein dämmert Dir, dass Du damit eine aktuelle Frage, ein aktuelles Problem getroffen hast, einen Nerv getroffen hast.

Das kann ganz banale Ursachen haben. Vielleicht bechreibst Du eine Fehlfunktion in einer neuen App, die nach und nach auch andere Benutzer entdecken. Oder vielleicht wurde zeitgleich ein anderer Artikel eines erfolgreichen Bloggers publik, oder ein Stichwort, das Du auch als Suchbegriff verwendest, erschien immer wieder in den Nachrichten. Oder Du hast einfach zum richtigen Stichtag das richtige Thema erwischt.

Blog-Planung: manchmal ganz banal

Nein, so einfach, wie als Food-Blogger vor Weihnachten ein Rezept für Gänsebraten zu posten, ist es nicht. Aber gute Blog-Planung geht in diese Richtung. Da ich einige Websites anderer Leute betreue, habe ich früher in Newslettern auf wichtigen Termine für eine Branche hingewiesen. Seltsamerweise wurde das nur von wenigen dankbar (und erfolgreich) aufgegriffen. Dafür gibt es immer auch Kunden, die mich drei Tage vor Heilig Abend bitten, ihr Weihnachtsangebot in Shop und Blog zu posten. Dann weiß ich, dass meine Botschaften noch nicht von allen richtig verstanden wurden.

Dabei erkennt man in jedem Geschäft irgendwann einen Rhythmus. Egal ob jahreszeitlich, wöchentlich oder monatlich, für die Blog-Planungist er wichtig. Denn wenn Du Dich darauf verlässt, dieses punktuelle Interesse auch zu erkennen und ’spontan‘ bedienen zu können, dann klappt das oft nicht. Du hast vielleicht gerade dann keine Zeit für einen fundierten Artikel, Du hast nicht die passenden Bilder oder Du hast eine Entwicklung eben mal ganz einfach verschlafen.

Trend oder Aktualität

Ich plädiere nicht dafür, auf jeden fahrenden Zug aufzuspringen. Trends zu erkennen ist schön, aber man muss ihnen nicht immer folgen. Aber wenn Du Blog-Planung betreibt, und sei es nur mit einer Stichwortliste, dann wäre es doch blöd ein gutes Thema gerade dann zu präsentieren, wenn alle anderen damit schon durch sind. Aktualität ist nach meiner Meinung die wichtigere Bedingung.

Wenn Du für Deine Unternehmens-Webseite schreibst oder bloggst, dann hast Du sicher schon Erfahrungen damit, wie sich das Interesse Deiner Kunden oder Interessenten, Deiner Website-Besucher verändert. Dann brauchst Du nur für Deine Blog-Planung nur noch einen Redaktionskalender und etwas Disziplin, um die richtigen Geschichten zum richtigen Zeitpunkt auf den Weg zu bringen.  Schwieriger ist es, wenn Du für Dein privates Blog schreibst und kein ‚Geschäft‘ im eigentlichen Sinn dahinter steckt. Dann erhältst Du wahrscheinlich nur indirekt Rückmeldungen darüber, was gerade ein beliebtes Thema ist – oder war.

Hier ein paar Tipps, die Dir zumindest in den Anfangszeiten Deiner Aktivitäten für eine Unternehmensseite, ein Blog oder Deine Social Media Kanäle weiterhelfen können.

Google Analytics

Wahrscheinlich nutzt die Google Analytics oder etwas Vergleichbares, auf jeden Fall solltest Du das tun. Die eigenen statistischen Angaben sind nicht immer sehr aussagekräftig, vor allem nicht kurz nach dem Start. Wenn Du schon so lange dabei bist, dass Du ein Jahr zurückblicken kannst, dann schau nach, wen gut und was schlecht lief. Und überlege, ob ein ‚gutes‘ Thema vielleicht noch besser laufen könnte, wenn Du es zu einem anderen Zeitpunkt, mit einer anderen Variante nochmal aufgreifst.

Google Trends

Auch wenn ich hier bei Google Trends nicht so oft fündig werde, Trends erkennt man hier ganz gut. Allerdings muss man in der  Ergebnisliste schon etwas stöbern, damit man zu relevanten Themen für Blogs und Unternehmensseiten gelangt. Zunächst suchst Du im Kopf der Seite ein passenden Kategorie heraus. Falls das noch zu allgemein ist, verwendest Du eigene Suchbegriffe.

Beispiele der sehr allgemeinen Art: Bloggen als Suchbegriff und als Thema hat seine Spitzen (in Deutschland) im Januar, wenn alle mit neuen Plänen und guten Vorsätzen starten. Tiefpunkt ist über die Weihnachtsfeiertage, wenn andere Interessen im Vordergrund stehen.

Blog-Archiv

Sicher kennst Du Kollegen, als Blogger, Unternehmer, Freiberufler, die in Deinem Themenbereich schon länger unterwegs sind. Wenn ihre Seiten auf WordPress basieren, stehen die Chancen gut, dass Du beispielsweise die Blogposts eines bestimmten Zeitraums (November 2016) aufrufen kannst. Nicht und niemals um Ideen zu klauen! Aber vielleicht haben erfahrenere Kollegen sich schon früher an diesen speziellen ‚Rhythmus‘ der Themen in Deiner Branche angepasst. Oder sie haben ein bessere Gespür entwickelt, was wann auf größeres Interesse stößt. WordPress bietet die Möglichkeit ein Archiv für die Besucher anzubieten. Bei mir ist das in der Seitenleiste als Aufklapp-Menü. Wenn man die WordPress-Struktur kennt und die Link-Zusammensetzung, die der Blogger gewählt hat, dann hilft auch so etwas wie https://www.joachimott.de/journal/2016/11/. Aber das ist eher Versuch und Irrtum.

Mein Tipp

Am besten ist es, von den eigenen Interessen auszugehen. Das ist sicher auch die Leitlinie für Deine Themenfindung. Wenn Du nicht nur zum Vergnügen bloggst, ist ein Themenplan und Redaktionskalender ganz wichtig für Dich. Und wenn Du schließlich Schwerpunkte im Jahresverlauf ausgemacht hast, dann solltest Du vielleicht nicht nur einen Blogpost zu diesem Termin zeitnah veröffentlichen. Versuche ein paar Blopposts thematisch drumherum zu platzieren. Nicht so, dass es nervt und nach Wiederholung aussieht. Aber doch so, dass man es auch dann wahrnimmt, wenn man nur gelegentlich auf Dein Blog schaut.

Je nachdem in welcher Branche, welchem Themenbereich Du unterwegs ist, kann es auch eine gute Idee sein, sich dem Print-Bereich zu widmen. Zeitschriften und Magazine haben einen langen Vorlauf. Und natürlich eine fundierte Themenplanung. Bei den Themen Food und Fotografie weiß ich, dass die Ausgabe des nächsten Monats sehr früh erscheinen. Das kann für eine Orientierung im aktuellen Monat hilfreich sein. Ebenso wie die Vorschau auf das nächste Heft, die ebenfalls schon vorausschauend Themen nennt.

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Du oder Sie – die Anrede in Blogposts und auf Webseiten

Wie rede ich meine Leser an? Du oder Sie? Ab jetzt: Du.

Wie rede ich meine Leser an? Du oder Sie? Ab jetzt: Du.

Welche Anrede nutze ich für meine Leser: Du oder Sie? Über dieses Thema kann man stundenlang sinnieren – und dennoch zu keinem klaren Ergebnis kommen. Als Journalist, der auch auf anderen Webseiten und für anderer Leute Inhalte produziert, war die Sache für mich klar. Ich habe in den letzten Jahren in allen Artikeln alle ge-siezt – und gleichzeitig in Kommentaren und Antworten freundlichst ge-duzt.

Man merkt schon, das ist eine eigene Logik. Aber etwas anderes als die Sie-Form kam mir widersinnig vor. Zumal ich ja in Print-Texten und in Texten für meine Kunden auf jeden Fall die Anrede in der Höflichkeitsform benutzen muss.

Das habe ich durchgehalten, bis ich auf meinem Blog testschmecker.de als „goodie” für die Newsletter-Anmeldung einige PDFs geschrieben habe. Spätestens beim vierten („Ein Food-Blog starten”) war klar, dass ich mich ja ausschließlich an Blogger wende. Also bin ich vom Sie zum Du gewechselt.

Vom Sie zum Du

Mittlerweile stelle ich das generell in meinem Blogs und in den Sozialen Medien um. Das geschieht schweren Herzens, weil ich ja teilweise etliche sehr alte, noch immer nachgefragtere Artikel in jedem Blog führ. Und die will und werde ich nicht alle umarbeiten. Aber in dem Maße, in dem in den Inhalten hier zunehmend Tipps und Ratschlägen vorkommen, finde ich die Anrede mit Du einfach passender. Meine Rolle als Journalist tritt da zunehmend in den Hintergrund, und als Blogger (auch wenn ich diese Bezeichnung eher weniger mag) ist das „Du” schon passend finde ich.

Und weil ich eine klare Linie brauche, trenne ich fortan zwischen allem, was auf meinen Blogs und den dazu gehörigen Sozialen Medien veröffentlicht wird (Du) und allem, was anderswo, oder auch in Printform veröffentlicht wird (Sie). Die generelle Frage, die sich die meisten Menschen mit einem Blog ja wohl auch schon gestellt haben lautet: Was ist richtig?

Man kann es nicht richtig machen

Das wird wohl so sein: Es wird immer Menschen geben, das hat auch, aber nicht nur mit dem Alter zu tun, die finden es distanzlos, von einem „fremden” Menschen geduzt zu werden. Und sie haben ja auch recht. Die Situationen, wo ich in der Regel unbedenklich Fremde duze, sind überschaubar: beim Sport zum Beispiel, bei Festen oder großen Veranstaltungen, wo es ein Zusammengehörigkeitsgefühl gibt.

Man kann es nicht falsch machen

Andererseits ist Frage nach der passendsten und höflichsten Anrede zwar eine wichtige Sache. Noch wichtiger aber sind die Inhalte: Wenn meine Artikel jemandem einen Mehrwert bieten, werden sie gelesen. Wenn nicht, dann nicht. Da kann man schon mal über Du oder Sie hinwegsehen, finde ich. Generell, so ist meine Erfahrung, überwiegt in den Blogs ja ein Gemeinschaftsgedanke: Da haben die meisten Menschen die gleichen Interessen und tauschen sich aus.

Wer an der Diskussion mit einer förmlichen Anrede teilnehmen will kann das tun, und wird freundlich zurück gesiezt. Für mich soll es – wie im richtigen Leben – keine Unterschiede geben bei Herzlichkeit und Höflichkeit, die von Formalien herrühren.

Klare Regeln?

Gibt es wohl eher nicht. In dem Augenblick, wo ich als Unternehmen oder Dienstleister auftrete, komme ich auf die Höflichkeitsform zurück. Auf joachimott.de, testschmecker.de u.a. wird ab jetzt geduzt. Wichtig finde ich, dass man bei einer Linie bleibt (auch wenn man sie einmal gewechselt hat). Das bedeutet, dass nicht nur in Blogs sondern auch bei Facebook, Twitter & Co. entweder durchgehend geduzt oder gesiezt wird.

Auf Unternehmens-Websiten würde ich immer Sie verwenden, übrigens auch im Support und den sozialen Netzwerken. Schwedische Möbelhäuser sind eine Ausnahme, weil das in Skandinavien eben so ist und manchmal auch ein Markenzeichen.

 

 

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Werbelinks im Blog

Werbelinks auch in Blogs sollen gekennzeichnet werden. Aber wie?

Werbelinks auch in Blogs sollen gekennzeichnet werden. Aber wie?

Werbelinks im Blog müssen gekennzeichnet sein. Dazu gehören auch die sogenannten Affiliate Links, die viele Blogger verwenden, um damit bei einem Kauf über den Link eine kleine Provision zu verdienen. Ich tue das auch, ausschließlich mit Amazon-Links, wie zum Beispiel hier: Panasonic Lumx G81. Aber wer solche Links nicht kennzeichnet, der verstößt damit zum einen gegen die Amazon-Richtlinien. Und solche Links sollen außerdem einen Verstoß gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb darstellen.

Kennzeichnung oder nicht ist also keine Frage. Bleibt nur noch offen, wie man vorgeht. Schließlich sollen auch ältere Links einer Website erfasst werden. Und die *Sternchen-Lösung halte ich für wenig praktikabel. Dazu soll man händisch einen Stern hinter jeden Affiliate-Link setzen und das Sternchen – wie in Print-Produkten – am Fuß der Seite oder des Beitrags erklären. Aber da ich auf diversen Websites schon öfters nach diverse Sternchen-Erläuterungen gesucht habe (nicht immer erfolgreich) bin ich kein Fan dieser Lösung.

Werbelinks – eindeutig

Auf der Suche nach einem vernünftigen Plugin bin ich leider gescheitert. Ich hatte eine Zeit lang das Plugin Link Indication im Einsatz. Aber das kennzeichnet nur externe Links als solche. Damit ist noch nicht die Werbe- oder Affiliate-Funktion erklärt.

Auf der Suche nach einer CSS-Lösung, die auch alle alten Links meiner Blogs erfasst, bin ich auf diesen Artikel gestoßen: Affiliate Links im Inhalt mit CSS markieren.

Dort wird empfohlen, einen einfachen CSS-Selektor zu schreiben, der an jeden Link einen Text anhängt. Enthält der Link zum Beispiel „recommends“ würde die Anweisung lauten:

a[href*="/recommends/"]:after {
content: " (Werbelink)";
}

Das funktioniert schon recht gut. In den Kommentaren wird als Ergänzung noch eine farbliche Hervorhebung und Hochstellung angefügt, so dass für mich für die Amazon-Kurzlinks also folgendes herauskam.

a[href*="/amzn.to/"]:after {
content: " (Werbelink)";
color: #de2723;
vertical-align: super;
}

Und weil es früher auch mal die langen Links gab mit www.amazon.de habe ich noch folgendes hinzugefügt:

a[href*="/www.amazon.de/"]:after {
content: " (Werbelink)";
color: #de2723;
vertical-align: super;
}

Nachtrag: Nach dem Kommentar von Bernhard habe ich das nach seinem Muster geändert. Der Code sieht dann so aus:

a[href*="/amzn.to/"]:after,
a[href*="/www.amazon.de/"]:after {
content: " (Werbelink)";
color: #de2723;
vertical-align: super;
text-decoration: none;
display: inline-block;
padding-left: 3px;
font-size: smaller;
}

Danke für die Ergänzung!

Wohin damit?

Wer ein Standardtheme wie twentyseventeen benutzt, der kann das im CSS-Stylesheet an den Schluss setzen. Die Datei style.css findet sich hier: ../wp-content/themes/twentyseventeen/style.css. Wer ein Kauf-Theme nutzt oder ein Baukasten-System, der sollte nach einer Möglichkeit suchen, im Administrationsbereich „Custom CSS“ einzufügen. Und wer (noch) kein Child-Theme nutzt, der muss das nach jedem WordPress-Update wieder neu einfügen.

Diese Lösung bekommt sicher keinen Schönheitspreis. Aber ich finde sie so offensichtlich und so ehrlich, dass ich mir keine Sorgen zu machen brauche, es könnte jemand etwas falsch verstehen.

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Blogposts schreiben: Thema und Profil

Blogposts schreiben: wie wichtig sind das Profil, SEO und die Frequenz? Und wo bleibt die Lust am Schreiben?

Blogposts schreiben: wie wichtig sind das Profil, SEO und die Frequenz? Und wo bleibt die Lust am Schreiben?

Blogposts zu schreiben kann in Arbeit ausarten. Fliegen einem zu Beginn noch die Themen zu, wird es mit der Zeit manchmal doch zäh. Rat und Hilfe sucht man im Netz bei diversen Ratgebern – aber die sind sich nicht immer einig. Was ist nun am wichtigsten? Mein Profil, das knackscharf sein soll? Die Suchmaschinen-Optimierung? Oder einfach die Tatsache, dass ich drei Posts pro Woche veröffentliche?

Für die Ungeduldigen: Am Fuß des Posts gibts eine kurze Zusammenfassung mit den 5 wichtigsten Tipps

Blogposts schreiben – etwas weniger unbekümmert

Und so kaut man am Bleistift, an seinen Fingernägel oder was auch immer und prüft, welche Kriterien am wichtigsten sind. Und warum der Rat der Experten so unterschiedlich ausfällt. Ich muss mein Profil finden und meine Zielgruppe festlegen. Aber mit jeder Einengung wird es schwieriger, spontan Themen aufzugreifen. Und lustvoll und spannend darüber zu schreiben. Muss ich für mein Blog quasi einen Business-Plan erstellen?

Erfolge sind ein eher mittelfristiges Ziel

Jeder möchte, dass sein Blog gelesen wird. Und jeder, der heute ein Blog beginnt, schielt auch schon auf kleine oder größere Einnahmen. Kein Wunder, liest man doch überall von den Erfolgen vieler Blogger, die jetzt reich und berühmt sind. Aber so gut und sinnvoll Vorbilder sind, in allen kreativen Bereichen gilt: Es gibt keine Schablonen oder fixe Anleitungen, höchstens Anregung und Inspiration.

Testen und Messen

Auch wenn einige Ratgeber schnelle und überzeugende Erfolge versprechen: gut Ding will Weile haben. Selbst wenn man Schreib-Erfahrung hat ist ein Blog nicht dasselbe wie eine Pressemitteilung, ein Unternehmensbericht oder eine Kurzgeschichte. Diese Erfahrungen führen höchstens dazu, dass der Schreibprozess selbst vielleicht etwas flüssiger von der Hand geht.

Die wirklich wichtigen Dinge für ein Blog lernt man erst im Laufe der Zeit. Und auch wenn ich niemandem empfehlen würde, einer Statistik (oder der Suchmaschinenoptimierung) beim Schreiben zu folgen: Erfahrung hilft. Doch erst, wenn man ein paar Wochen aktiv war, die Reaktionen seiner Leser verfolgt und die Statistiken erforscht hat, wird man schlauer. Eine Statistik ist sinnvoll, wenn sie über längere Zeit Daten erfasst und Trends erkennen lässt. Nicht nach einer Woche, oder einem Monat.

Wer an dieser Stelle bereits sein Business-Modell scheitern sieht: Glückwunsch! Die klare Einsicht, dass keiner der Erfolgs-Leitfäden zu einem Raketenstart führen wird, ist doch ein realistischer Anfang.

Nutzloses Schreiben?

Vielleicht ist es der Anspruch, der viele neuen Blogger hemmt. Und die vermeintlichen Ziele, die andere so schnell erreicht haben. Dabei ist einer der hilfreichsten Ansätze um Schreiben zu „lernen” die Übung und Erfahrung. Wer dabei Angst hat, nicht suchmaschinenoptimiert zu formulieren, das Thema verfehlt zu haben oder von anderen kritisiert zu werden, wird es schwer haben.

Auch Artikel, die vielleicht zu Beginn nur von einer handvoll Leuten gelesen werden, sind nicht nutzlos. Auch dann nicht, wenn sie keine Kommentare, Likes, Verlinkungen erhalten haben. Wer es nicht schafft, seinen Stil, seine Handschrift zu finden, der wird auch mit SEO-Tipps nicht glücklich werden.

Ziel und Plan und Profil

Also heißt es schreiben. Nicht ziel- und planlos oder ohne Struktur. Aber so, dass man am Ende seinen Artikel / Blogpost durchliest und sagt: Ja, das ist spannend und unterhaltsam. Und vielleicht sogar lehrreich.  Sich zu Beginn ein Profil zu geben ist eine gute Idee. In der Regel wird sich ein Profil aber erst im Laufe der Zeit entwicklen und verfeinern. Das ist dann der Punkt, wo SEO und Keyword-Planung spannend werden, neue Aspekte bringen. Und wo solche Techniken nicht von vorneherein dazu führen, dass ein Text eher verhunzt wird.

Auf jeden Fall führt es mit etwas Gespür dazu, dass man „sein” Profil findet. Und das entdeckt ein Leser ja auch nicht nach den ersten drei Artikeln. Man kann sich also ruhig etwas Zeit damit lassen.

Was ist der Maßstab?

Auch mit viel Erfahrung und statistischer Auswertung und einer größeren Leserschaft wird man sich immer wieder fragen müssen, was wichtiger ist. Das Profil, die Reichweite, am Ende vielleicht sogar Werbung und Verkauf auf der Website? Warum nicht mal eine spitze Glosse schreiben, einen erlebnisorientierten Beitrag? Das bringt vielleicht keine „vorzeigbaren” und nutzbaren Ergebnisse. Aber es führt vielleicht dazu, dass mich die Menschen besser kennen lernen, die mein Blog lesen.

Es ist wie in vielen Bereichen des Alltags, auch in den Sozialen Medien. Wer von Anfang einer Beziehung an Verkauf und Eigennutz im Auge hat, der wird von anderen sicher eher skeptisch beurteilt. Und das völlig zu recht. Wer es schafft, sich sich als Kenner der Materie und Ratgeber zu profilieren, der erhält oftmals einen Vertrauensvorschuss. Und für diesen Weg gibt es keine Abkürzungen.

Meine Tipps:

  1. Schreiben, schreiben, schreiben: Ausprobieren, was sich gut liest und was man gut kann. Unterschiedliche Textlängen, Lehrreiches und Unterhaltsames, reichlich bebildert und eher karg illustriert.
  2. Messen: Statistik von Anfang an einrichten, aber getrost erst mal für einige Wochen vergessen. Dann erkennt man einen Trend: Was kommt gut an, was wird gesucht, aber nicht gelesen, etc.
  3. Nach den ersten lustvoll und spontan verfassten Posts die eigene, persönliche Bilanz ziehen: Was mache ich gerne, was liegt mir. Was ergibt am ehesten ein Bild von mir, von dem was ich mache und von dem was ich kann. Ein knackscharfes Profil kann man nicht vom ersten Post an haben. Aber man kann darauf hinarbeiten.
  4. Möchte ich das schreiben, was mir am Herzen liegt, was ich kann, wo ich Bescheid weiß? Dann baue ich mir ein Profil auf, dass mir das Vertrauen meiner Leser einbringt. Für Vertrauen muss ich aber Werbung und Verkauf erst einmal hinten anstellen.
  5. Oder will ich mit Optimierung der Suchmaschinen und der Suche nach relevanten Keywords vor allem Reichweite aufbauen und später konkret etwas verkaufen?

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Die „Über-mich”-Seite

Selfies helfen auch der „Über-mich”-Seite auf die Sprünge.

Selfies helfen auch der Über-mich-Seite auf die Sprünge.

Seltsamerweise ist bei Bloggern eine der unbelebtesten Seiten die „Über-mich”-Seite. Gerade die, die (fast) jeden Tag etwas schreiben. Die viel surfen, auf anderen Websites unterwegs sind und meistens auch gleich wissen wollen, wer da wohl wieder dahinter steckt. Nur wenn es darum geht, sich selbst darzustellen, in Worten und Bildern, da hapert es oft.

Dabei ist es doch ziemlich peinlich, oder? Da schreibt einer über Themen aus seinem Bereich, klug und lesenswert. Und meistens sind Blogger ja auch Experten, die gerne jemandem einen Rat mit auf den Weg geben. Woran liegts also, dass man die „Über-Mich”-Seite verkümmern lässt? Und was kann man besser machen?

„Über-mich”-Seite: Fakten, Fakten – Fakten???

Das ist der sichere Weg. Fakten aufzählen. Gerne auch mit der berühmten Liste: „Dinge, die Sie über mich wissen sollten”. Das ist dann meistens etwas belanglos und wirkt ziemlich willkürlich zusammengestellt. Tatsache ist: Menschen interessieren sich fürMenschen. Aber nicht unbedingt für Fakten, die einen Menschen beschreiben, sondern eher für Geschichten (deswegen lesen sie ja auch Blogs).

Diese Geschichte schwebt auch nicht im luftleeren Raum: Für Blog und Website gibt es ja eine Zielgruppe. Was könnte die interessieren? Wie würde ich mich einem meiner Leser vorstellen, wenn ich ihn persönlich treffen würde?

Bilder: „Es gibt ja keine guten”

Genauso ausgeprägt ist die Scheu vor der Selbstdarstellung in Bildern. Es gibt ja keine guten Fotos von mir. Ich habe die ersten Arbeitsjahre als Journalist für eine Tageszeitung gearbeitet und habe diesen Satz 1000mal gehört. Abwechselnd mit der Aussage: Ich sehe auf Fotos nicht gut aus. Und tatsächlich: Ich habe in der gleichen Zeit zwar auch 1000 Leute fotografiert, hatte aber was Bilder von mir betrifft die gleiche Einstellung.

Aber es hilft nichts. Alle Versuche, einen „guten” Fotografen zu einem Porträt zu überreden oder besondere Locations zu suchen oder witzige Situationen, sind müßig. Die Menschen am anderen Ende der Telefonleitung / Internetleitung wollen einfach nur wissen, wie das Gegenüber aussieht. Klar macht sich dann jeder ein Bild von mir und es stimmt nicht mit meinem Bild überein. Aber (fast) alles ist besser als kein Bild.

Wer darauf achtet, dass die Belichtung stimmt, das Bild technisch zumindest ok ist und kein grimmiger Gesichtsausdruck andere Menschen abschreckt, hat schon fast alles richtig gemacht.

Wieviel Text darfs denn sein?

Etwas mehr als der Dreizeiler sollte es schon sein. Aber wer bloggt hat erstens ein Anliegen, und zweitens kann er ja formulieren. Eine DIN A4 Seite ist reichlich. Es sollte nicht langweilig sein, aussagekräftig und korrekt. Verschwurbelte Formulierungen sind suspekt. Wer etwas zu verkaufen hat, der sollte es klar sagen. Meinungen Dritter zu zitieren ist peinlich, finde ich. Tut man das, weil man sich selbst nicht positiv darstellen kann und will? Dann reicht es doch, die eigenen Stärken und Schwächen halbwegs sachlich zu beschreiben.

Dauer-Baustelle

Und wenn Sie nicht zufrieden sind mit Ihrer Selbstdarstellung: Schreiben Sie eine neue. Es spricht ja nichts dagegen, diese Seite regelmäßig zu überarbeiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand diese Seite regelmäßig liest und sich über Veränderungen wundert ist denkbar gering. Aber auch das ist eine statistische Wahrheit: Die „Über-Mich”-Seite ist eine der meist besuchten Seiten innerhalb einer Website.

Checkliste

Zusammengefasst sind das die Punkte, die man beherzigen sollte:

  • es braucht einen aussagekräftigen Text für meine Zielgruppe, der eine Geschichte – meine Geschichte – erzählt.
  • Fotos sind wichtig. Es gehen auch Selfies, wenn man überlegt dran geht.
  • Seien Sie so ausführlich, so interessant, dass sie mit der Darstellung zufrieden sind.  Schreiben Sie ruhig lang – und kürzen Sie das ggf. auf eine starke, informative Seite.
  • Gehen Sie nächsten Monat noch einmal dran. Bis dahin haben Sie weitere interessante Über-Mich-Seiten gesehen und verglichen. Machen Sie das so oft, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind. Und spätestens nächstes Jahr wieder.

Und da ich mich viel zu oft über nichtssagende Seiten geärgert habe, wenn ich mehr über einen Blogger / Autor erfahren wollte, rate ich dringend: Schreiben Sie was! Verweise auf die Sozialen Medien sind allenfalls eine Ergänzung, kein Ersatz. Und keine Scheu vor Bildern und Selfies: So peinlich wie all die Fotografenseiten, auf denen sich die Lichtbildner im Halbdunkeln, mit Sonnenbrille oder von hinten fotografiert haben, kanns nicht werden.

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