
Der Preis sank und sank. Aus den USA kamen Meldungen, wonach der Dollarpreis schon an der 300er-Grenze kratzte – und das für ein Set, das bei Erscheinen mal 800 Dollar kostete. Die Rede ist von der Canon EOS M, bzw. gleich vom ganzen Set mit 18-55 mm Zoomobjektiv und dem smarten Blitz 90 EX.
Nachdem ich schon länger ein weiteres Canon-Gehäuse wollte, wurde es jetzt das EOS M Set. Bei rund 350 Euro kann man nicht viel falsch machen. Was mich gelockt hat? Gleich mehrere Punkte:
– Das Innenleben der EOS M ist fast identisch mit so ziemlich allem, was seit der EOS 550D auf den Markt kam: Immer 18 Megapixel, auch die Videodaten und der Prozessor sind gleich.
– Auch wenn ich oft genug eine schwere DSLR mit Batteriehandgriff und dickem Blitz mag zum Arbeiten: Für viele Zwecke ist kleiner und leichter einfach besser – erst recht, wenn die gleiche Technik drinsteckt.
– Der Touchscreen ist kein echtes Qualitätsmerkmal, aber eine nette Dreingabe.
– Das Mikrofon als Stereomikrofon oben ist nicht perfekt, aber dafür ist hier anstelle der lausigen automatischen Aussteuerung (AGC) manuelle Aussteuerung möglich und natürlich der Anschluss eines externen Mikros.
– Mit einem Adapter lassen sich nicht nur alle Canon-Linsen verwenden, sondern auch die lcitstarken Festbrennweiten verschiedener Fabrikate von Zeiss und Nikon, die ich für Videos nutze.
– Viewfinder und Rig und alles andere passen hier genauso wie an der DSLR.
– Die STM-Objektive können Fokusnachführung völlig lautlos.
– Der externe Mini-Blitz kann auch mit Kameras, die eigentlich keine externen Blitzgeräte steuern können dafür genutzt werden, ein entferntes Canon Blitzgerät über TTL zu steuern. Und natürlich auch erst recht an der EOS M.
Das ist ziemlich viel für ziemlich wenig Geld, finde ich.
Meine ersten Tests sind für mich ok: Die Bildqualität stimmt, Handling und Steuerung sind ebenfalls ok. Tatsache ist aber, dass noch immer die Canon Ixus die Immer-Dabei-Kamera ist, die man auch in die Hemdtasche steckt oder in die Skijacke. Die kompakte EOS M ist dafür schon zu groß und muss eben – mit Tuch – in den Rucksack oder gleich in eine Fototasche. Was dann nicht mehr ganz so smart ist.
Inzwischen verstehe ich etwas eher das oft gehörte Argument, die Mirrorless-Kameras seien diejenigen Kameras, die die DSLR ablösen werden. Rein logisch war mir das schon länger klar, den Spiegelkasten braucht mit der heutigen Technik niemand mehr und das Klicken und Klappern des Spiegels ist nur eine Reminiszenz an alte Zeiten.
Praktisch wird die Ablösung noch eine Weile dauern und einige Sachen – Handhabung, Batteriegröße und -Laufzeit und ein echter Sucher bei starkem Licht – werden den allgemeinen Wechsel noch etwas hinausschieben. Schön, dass es bei Canon ein System gibt, mit dem man seine Objektiv-Sammlung und Blitze weiter nutzen kann.



