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Gescriptete Videos – knapp und effizient

Teleprompter-Lösung mit dem iPad (es genügt ein altes Modell): Entspanntes Ablesen auch bei größerem Abstand.

Teleprompter-Lösung mit dem iPad (es genügt ein altes Modell): Entspanntes Ablesen auch bei größerem Abstand.

Was ist schlecht an gescripteten Videos?

Um die Antwort vorweg zu nehmen: Nichts. Und um meine Perspektive ebenfalls klar zu machen: Ich beurteile das als Journalist. Mir geht es nicht um ungefiltertes, spontanes Drauflosreden vor der Smartphone-Kamera (Yapping) oder um typische Vlogs, bei denen oft tagebuchartig einfach frei vor der Kamera erzählt wird. Ich halte auch nichts von KI-Lösungen, weder beim Entwurf des Scripts, noch bei Video und Audio. Wer will sich schon aus aus zweiter Hand von einer KI etwas erzählen lassen?

Mir geht es darum, in kompakter Form eine Geschichte zu erzählen und Dinge auf den Punkt zu bringen. Natürlich ginge das auch ohne Script und Teleprompter – wenn man nur genügend Aufnahmen macht und nachher solange schneidet, bis es flüssig wirkt und alles drin ist, was man sagen wollte.

Die iPad-Lösung für den Teleprompter nimmt etwas mehr Raum ein und ist nicht flexibel einsetzbar, wie das kleinere Modell auf dem Kamera-Objektiv.

Die iPad-Lösung für den Teleprompter nimmt etwas mehr Raum ein und ist nicht flexibel einsetzbar, wie das kleinere Modell auf dem Kamera-Objektiv.

Dank langer Praxis habe ich auch kein Problem damit, eine Geschichte binnen relativ kurzer Zeit zu Papier zu bringen. In der Regel genügen dann ein bis zwei Überarbeitungen, ergänzt durch kurze, spontane Umformulierungen vor der Kamera. Das ist schon deswegen wichtig, damit nicht gleich der Eindruck entsteht, da liest jemand ab. (Was natürlich genau das ist, was ich tue.)

Informieren und unterhalten statt verkaufen

Im Vergleich zu vielen anderen, die auf YouTube aktiv sind, bin ich in einer vergleichsweise komfortablen Position: Ich muss und möchte nichts verkaufen, außer der Geschichte selbst. Es gibt keine Vorgaben, welche Themen und Inhalte ich in welcher Form transportieren muss. Und ich habe kein Interesse daran, mir eine große Community aufzubauen, möglichst viele Follower zu erreichen und über längere Zeit mein Gesicht in die Kamera zu halten für einen guten Wiedererkennungswert. Mir genügen interessierte Zuschauer, die mit dem was anfangen können, was ich anbiete.

Meine persönlichen Vorteile sind ganz praktikabler Natur:

  • Mit einem guten Script verkürzt sich die Aufnahmezeit (A-Roll) ganz wesentlich.
  • Mir liegt es eher, Sachverhalte in schriftlicher Form auszuformulieren, um alle Aspekte zu berücksichtigen und Geschwurbel zu vermeiden.
  • Die Überarbeitung des Scripts führt meistens schon dazu, dass ich eine Liste von B-Roll-Aufnahmen quasi nebenher erstelle.
  • Im Schnitt kann ich auf aufwendige Techniken meistens verzichten. Im Gegenzug muss ich öfter mit Mulitciam-Techniken arbeiten und habe oft gleich verschiedene Tonspuren. So sind Bild und Ton doppelt abgesichert.

Das Script könnte man auch als reine ohne Bild aufnehmen. Dann braucht es einfach genügend B-Roll-Material, Grafiken und Bilder, um das Gesagte zu illustrieren. Trotzdem nehme ich mein Script immer auch als Video auf. Ganz klassisch mit einer statischen Kamera, der passenden Umgebung, einem schönen Hintergrund. Ich erscheine dennoch nicht lange im Bild, weil die Geschichte eher mit dem sogenannten B-Roll-Material gefüllt wird. Das ist die Darstellung der Dinge, um die es geht.

Die kleine Teleprompter-Lösung funktioniert auch gut unterwegs und begnügt sich mit einem Smartphone.

Die kleine Teleprompter-Lösung funktioniert auch gut unterwegs und begnügt sich mit einem Smartphone.

Screentime – immer nur für andere

Wenn ich wenige Male kurz im Bild bin, dann genügt das hoffentlich, um klarzustellen, dass das Video kein KI-Erzeugnis ist. Etliche Themen ließen sich auch nur mit B-Roll-Material darstellen, aber ein handelnde Personen vor der Kamera schafft nach meiner Erfahrung mehr Vertrauen.

Mögliche Nachteile dieses Vorgehens gibt es natürlich auch. Ein Text, wie er klassischerweise im ersten Anlauf geschrieben wird, entwickelt sich von den Grundlagen zum Speziellen. Diese Reihenfolge wirkt schnell langweilig oder banal. Aber Videos sind gar nicht so viel anders als gute Artikel in Zeitungen und Magazinen. Auch hier wird es spannender, wenn einen ‚Hokk‘ an den Anfang stellt, der Zuschauer fesselt. Und wenn man die wichtigen Sachen nach vorne nimmt. Das bricht die Reihenfolge auf, die letztlich ja nur für mein Verständnis der Dinge wichtig ist.

Der zweite Aufmerksamkeitskiller neben einer fehlenden Gewichtung und Einordnung der Inhalte ist oftmals die Nutzung eines Teleprompters. Auf den will ich trotzdem nicht verzichten. Wenn man sich nur aufs Ablesen beschränkt, merken das Zuschauer schnell. Aber mit mehreren Durchläufen und Überarbeitungen des Scripts ergibt sich eine gewisse Textsicherheit. Die kann man für kurze Einschübe und Improvisationen nutzen. Oder einfach dafür, den Blick für die nächsten zwei Sätze vom Bildschirm zu lösen. Reichlich B-Roll-Material trägt ebenfalls zur Auflockerung bei.

Adapterringe erlauben die Anbindung an verschiedenen Objektivgrößen.

Adapterringe erlauben die Anbindung an verschiedenen Objektivgrößen.

Zeitgewinn und Routine vs. Improvisieren und Kürzen

Ich bin ein Fan geschroteter Videos: Für mich sind sie die ideale Lösung. Und nachdem Teleprompter immer kleiner und intelligenter werden (mit der Erkennung von Sprache und Pausen) wird ihr Einsatz immer leichter. Andere Arten ein Script einzusetzen wie das Ablesen von einem Tablet oder einem Computermonitor, vom Smartphone oder von Zetteln haben die gleichen Nachteile wie die ‚freie‘ Rede ohne jede Unterstützung.

Die meisten Menschen werden wie ich nur relativ kurze Zeit flüssig so sprechen, dass alles Aspekte in knapper Form vermittelt werden. Wer sich dagegen ganz gerne selbst sprechen hört und kein Problem hat mit langen Videos oder kleinteiligen Schnitten, der fühlt sich vielleicht auch ohne textliche Unterstützung wohl bei der Aufnahme.

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Projekt „Time for Video“

Ein Video als Gegenleistung für Ihre Zeit als Interview-Partner. Etliche Fotografen bieten Models, die sich für Porträtfotos zur Verfügung stellen, als Gegenleistung die Nutzung der Fotos an (Time for Prints =TFP). Das Gleiche möchte ich mit Videos (Time for Videos=TFV) machen. Wer für ein kurzes Porträt- und Interview-Video zur Verfügung steht, kann dieses Video auf seiner Website und in den Sozialen Medien nutzen. Mehr Infos hier…

Joachim Ott

Journalist & Fotograf

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