
Matthias Eberl hatte in seinem Blog Rufposten noch im September einen Artikel über Audio-Slideshows angekündigt, der bereits in der DJV-Zeitschrift „journalist“ erschienen war. Ich hatte gespannt darauf gewartet, weil er angekündigt hatte, dort auf die Zeitungen und Zeitschriften einzugehen, die in ihrem Online-Angebot eben auch Audio-Slideshows veröffentlichen. Jetzt ist er unter dem Titel „Moderne Diashows“ veröffentlicht.
Das Ergebnis ist sehr umfassend, was die fachliche Seite angeht und die Stellungnahmen der Redakteure. Aber auch sehr ernüchternd, was die freien Journalisten angeht, die in diesem Bereich arbeiten. Tenor: Die Audio-Slideshows sind schon eine hochwertige Sache, gerade wenn es um Emotionen und gute Fotos geht. Aber Videos sprechen mehr Leute an, bringen mehr Klicks.
Die beste Zeitungsseite im deutschsprachigen Bereich ist meines Erachtens noch immer die der FAZ, die auch Matthias Eberl aufführt. Und auch hier gibts maximal einen Beitrag pro Woche, berichtet er, bei der Frankfurter Rundschau eher einen pro Monat.
Dass man in den Redaktionen auf das Thema Video eingestiegen ist kann ich ja noch verstehen. Das dies vor allem durch die Übernahme der Videos von Nachrichtenagenturen geschieht, kann ich schon wieder nicht mehr nachvollziehen. Ebensowenig wie das Festhalten an den meist ziemlich unsäglichen Bildergalerien. Die Krönung war für mich, als ich einmal einen Soundslides-Beitrag auf einer Zeitungsseite entdeckte, der ganz offenkundig mit der Demo-Version von Soundslides erstellt worden war…
Kurz und gut: Die aktuelle Zustandsbeschreibung der Redaktions-Websites wirft bei mir die Frage auf, ob eine handvoll engagierter Multimedia-Journalisten nicht mehr zustande brächte, als die meisten Tageszeitungen. Was damit an Erlösen erzielt werden könnte, reicht vielleicht nicht für die großen Redaktionen. Aber vielleicht ists genug für die Freischaffenden, die sind eh keine Reichtümer gewohnt…



