
Der amerikanische Fotograf Kirk Mastin hat die derzeit wohl preiswerteste und universellste kleine Videokamera mit seinem HD-Profigerät verglichen (einer Canon XH-A1. Das Ergebnis ist verblüffend und die beiden Original-Videos kann man sich hier ansehen: The Master of Emulsion: Flip Video Vlog: A Tale of Two Formats.
Auch die Konstruktion, die es Kirk Mastin erlaubte, beide Videofilme zeitgleich aus gleicher Perspektive aufzunehmen wird am Ende des Videos sichtbar. Die Ergebnisse sind wirklich verblüffend, belegen aber letztlich nur zwei simple Erkenntnisse:
1. Das technische Gerät ist nicht ausschlaggebend. Oder wie die Beton-Industrie lange Jahre geworben hat: „Es kommt drauf an, was man daraus macht.“ Das soll jetzt nicht heißen, dass jeder Schimpanse mit egal welchem Equipment heute gute Bilder machen kann. Aber wer sich lange mit Fotografie beschäftigt hat, wer verschiedene Kameras ausprobiert hat, mit der Technik umgehen kann und die technischen Zusammenhänge kennt, der wird auch mit einer einfachen Kamera gute Ergebnisse produzieren. Weil er die Beschränkungen kennt und gar nicht erst Dinge versuchen wird, die mit kleinem Gerät einfach nicht gehen. Und das Erstaunliche ist: All die großartigen technischen Features braucht man eigentlich nicht unbedingt (klar: man will sie haben). Das sieht man ja unter anderem schon daran, dass zum Beispiel auch die allermeisten Aufnahmen mit dem Standardobjektiv an der SLR gemacht werden und all die Weitwinkel und Fisheyes und Superteles nur eine untergeordnete Rolle spielen.
2. Für Foto und Video im Internet gelten andere Regeln. Auch die 12-Mega-Pixel-Aufnahme wird in aller regel heruntergerechnet auf vielleicht 800 oder 1024 Pixel Breite. Und das auch nur, wenn sich jemand schon ein eigenes Photo-Blog zugelegt hat, in dem man auch großformatige Bilder zeigen kann. In aller Regel wird das Standard-Layout einer Internetseite kaum mehr als 500 Pixel Breite zulassen. Und dasselbe gilt natürlich auch für Videos: Die HD-Auflösung kommt nur in wirklich wenigen Websites zum Tragen. Ansonsten ist auch hier die Breite auf 400 bis 500 Pixel festgelegt.

Entdecke die Möglichkeiten: Das Faszinierende an der Flip-Kamera, die bei uns noch lange nicht so bekannt ist wie englischsprachigen Raum, ist die einfache Bedienung und Verarbeitung der Filme. Für rund 100 Euro bekommt man Hard- und Software für Mac und PC, kann sofort loslegen, experimentieren und auf youtube oder anderen Plattformen veröffentlichen. Klar, dass das alleine noch kein Qualitätsmerkmal ist.
Aber wenn es mehr Leute dazu bringt, anzufangen, anstatt jahrelang zu planen oder auf die Anschaffung einer „großen“ Ausrüstung zu warten, dann hat es auch was Gutes. Zumal unter denen in Warteposition ja nicht nur Anfänger sind, sondern auch viele, die zum Beispiel schon in der Fotografie viel Erfahrung gesammelt haben.
Übrigens ist die Website von Kirk Mastin auch abgesehen von diesem Beitrag schon interessant: Seine Arbeiten ebenso wie sein Blog mit Bild- und Textbeiträgen.




