Pinterest – das neue große Ding?

Screenshot der Pinterest-Seite

Facebook, Google+ und jetzt Pinterest: Vor Jahren hätte man sich noch über findige Köpfe gefreut, die an Software frickeln, mit denen das Netz „umgänglicher” wird, mit denen Interaktion und Kommunikation verbessert werden.

Wer allerdings die Medien aufmerksam verfolgt, der hat eher das Gefühl, dass jetzt Goldgräberstimmung herrscht bei großen Unternehmen, die ihr Geld in riesige Datensammelmaschinen pumpen.

Doch egal, die Hintergründe interessieren mich an dieser Stelle erst mal wenig, zunächst geht um die fast kindliche Freude am Entdecken: Mit Pinterest erhält man eine große, schicke Pinwand, auf der man seine Fundstücke aus dem Netz sammeln kann. Wer also viel auf diversen Websites unterwegs ist, der kann hier leicht Artikel, Fotos und Websites an seine Wand pinnen, an verschiedene nach Themen sortierten Boards. Und weil das Ganze unter dem Überbegriff Social Media läuft (oder Datensammelmaschine) geht es wie bei anderen Plattformen auch darum, dass man sich anderen mitteilt und schaut, was andere machen.

Meine erste Freude wurde allerdings schlagartig getrübt, als ich feststellen musste, dass auf diese Weise fremde Inhalte noch leichter und oberflächlicher herausgepickt werden können – ohne dass der sonst übliche Werbe-Effekt für die Herkunftsseite auftreten müsste. Mit anderen Worten: Jemand kann seine Pinwand mit tollen Bildern und Fundstücken spicken, ohne dass ein Brosamen davon an die eigentlichen Erzeuger / Anbieter zurückgeht.

Das war bisher anders: Was ich in meinem Blog vorstelle, das wird verlinkt, auch auf Facebook sind die Ursprünge ja in der Regel zurückzuverfolgen. Und Bilder von fremden Websites zu klauen war bisher sowieso tabu: Ein Vorschaubild erschien meistens noch ok, evt. auch als Screenshot und dafür gibts einen Backlink.

Auf Pinterest konnte ich mich durch ganze Bildertafeln klicken ohne einen Anhaltspunkt zu finden, wer das eigentlich gemacht / fotografiert hatte. Ich habe freilich auch schnell gelernt, dass andere das sorgfältiger und fairer handhaben, mit Link zum Urheber. Eine kurze Recherche ergab schnell, dass auch Fachleute das durchaus kritisch sehen (t3n:„Pinterest und die rechtlichen Grenzen beim Teilen und Verlinken”).

Wieder andere stellen das, wenn ich das richtig verstanden habe, so dar, dass ein kometenhafter Aufstieg der neuen Plattform dazu führen könnte, dass das Urheberrecht den neuen „Erfordernissen” angepasst wird – was ich etwas gruselig finde: Es müssen nur genügend Leute mitmachen, damit man Rechte und Ansprüche kippt?

Meine erste Begeisterung ist auf jeden Fall erstmal einer Ernüchterung gewichen.

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