
Die Nachrichten aus der Medienszene sind keine guten: Tageszeitungen könnten aktuellen Berichten zufolge bald Teil einer aussterbenden Spezies sein. Redaktionen müssen sparen, entlassen Mitarbeiter, kürzen die Etats für freie Mitarbeiter oder schließen gleich ganz. Größere Zeitungsverlage beginnen wieder damit, ihr Gebiet zu bereinigen.
Sprich: Es gibt Absprachen darüber, aus welchen Regionen mit mehreren Anbietern man sich zurückzieht. Wenn man dafür vom Konkurrenten ein anderes Stück Zeitungsleser-Land bekommt. Dass dabei gerade die langjährigen Abonnenten vor den Kopf gestoßen werden, scheint kaum jemandem was auszumachen.
Vor diesem Hintergrund genießen positive Nachrichten einen hohen Aufmerksamkeitswert. Zzugelegt haben in jüngerer Zeit vor allem zwei Titel, während viele anderen teils lange am Markt befindlichen Zeitungen und Zeitschriften verschwinden.
Zu den Gewinnern gehört das brand eins Magazin, das ich selbst auch sehr schätze. Auch wenn ich mit dem Fotokonzept – das ich anfangs nicht wirklich für ein Konzept sondern für Stümperei hielt – noch immer hadere: Die unaufdringliche Gestaltung passt gut zu den sachlichen, positiven Inhalten.
Der andere Gewinner in der Zeitschriften-Szene ist Landlust. Und wenn ich mir bei brandeins noch sagen kann, diese Zeitschrift kann jeder brauchen, dann hat Landlust zwar auch noch Stück weit Sympathie. Aber wer braucht Landlust wirklich? Steht das nicht auch schon Brigitte und ungezählten anderen Zeitschriften? Und war das Original, das schon vor Jahren herauskaum, dann wieder verschwand und jetzt wieder am Kiosk zu finden ist, die Zeitschrift Country, nicht sowieso besser?
Ich gönne beiden Magazinen den Erfolg. Und in beide schaue ich auch ziemlich regelmäßig rein. Aber wenn ich mir schon mal eingebildet habe, die Medienszene halbwegs zu durchschauen und zu wissen, was sich am markt durchsetzt, dann sehe ich das jetzt wieder etwas nüchterner.



