{"id":8964,"date":"2018-07-17T09:48:28","date_gmt":"2018-07-17T09:48:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.joachimott.de\/journal\/?p=8964"},"modified":"2019-06-14T10:33:31","modified_gmt":"2019-06-14T09:33:31","slug":"nachtaufnahmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joachimott.de\/journal\/2018\/07\/17\/nachtaufnahmen\/","title":{"rendered":"Nachtaufnahmen mit Langzeitbelichtungen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_8971\" style=\"width: 630px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8971\" class=\"size-medium wp-image-8971\" src=\"https:\/\/www.joachimott.de\/journal\/wp-content\/uploads\/LR-0913-620x414.jpg\" alt=\"Nachtaufnahmen mit Langzeitbelichtungen malen Leuchtspuren ins Bild.\" width=\"620\" height=\"414\" \/><p id=\"caption-attachment-8971\" class=\"wp-caption-text\">Nachtaufnahmen mit Langzeitbelichtungen malen Leuchtspuren ins Bild.<\/p><\/div>\n<p>\u00dcber Langzeitbelichtungen und Nachtaufnahmen hatte ich hier schon mal geschrieben und gezeigt, wie einfach das <a href=\"https:\/\/www.joachimott.de\/journal\/2018\/03\/23\/langzeitbelichtungen-mit-dem-iphone\/\">mit dem iPhone<\/a> geht. Und dass die Ergebnisse \u00fcberraschend gut sind. Die Einschr\u00e4nkungen, so hatte ich damals geschrieben, liegen einzig und allein in dem kleinen Sensor. Der hat beim Smartphone nun einmal bei schlechtem Licht ein gewisses Bildrauschen. Und zwangsl\u00e4ufig aufgrund der Gr\u00f6\u00dfe des Sensors eine geringere Aufl\u00f6sung.<\/p>\n<p>Aber wer von seiner ersten Foto-Pirsch f\u00fcr Nachtaufnahmen mit guten Ergebnissen nach Hause gekommen ist, der will vielleicht nun doch auch die gro\u00dfen Abz\u00fcge haben von seinen guten Bildern. Und schielt deswegen auf Kameras mit gr\u00f6\u00dferen Sensoren wie MicroFour Thirds, APS-C oder gar Vollformat.<\/p>\n<p>Das Vorgehen ist auch hier nicht besonders knifflig. Um aber nicht gleich die ersten Stunden in dunkler Nacht komplett zu verschwenden, hier ein paar Tipps.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Was sind Nachtaufnahmen?<\/h3>\n<p>Nachtaufnahmen sind zumindest nach meiner Definition alle Aufnahmen, die ich nicht mehr verwacklungsfrei aus der Hand machen kann. Und dabei ist diese Grenze in den vergangenen jahren best\u00e4ndig ausgeweitet worden. Die Sensoren haben einen gr\u00f6\u00dferen Dynamikumfang, die Objektive und Kameras habe (manchmal beide) eine Bildstabilisation, die ein paar Blendenstufen ausmachen kann.<\/p>\n<p>Andererseits wird es richtig spannend ja nicht an der Grenze von Freihand- zu Stativ-Aufnahmen (die vielleicht bei maximal einer Sekunde liegen kann). Eindrucksvollere Ergebnisse gibt es in einer Spannweite von etwa 5 bis 30 Sekunden. Das ist der Bereich (ab 5 Sekunden), wo Bewegungen im Bild richtig gut sichtbar werden. Andererseits liegt die maximale automatische Belichtungszeit bei vielen Kameras bei 30 Sekunden. Wer l\u00e4nger belichten will, der muss auf Fernsteuerungen zur\u00fcckgreifen oder mit der Stoppuhr in der Hand in der Einstellung &#8218;Bulb&#8216; herunterz\u00e4hlen.<\/p>\n<h3>Mittlere Blendenwerte<\/h3>\n<p>Manchmal ist es einfach nicht dunkel genug, um vor allem in St\u00e4dten auf lange Belichtungszeiten von 30 Sekunden oder mehr zu kommen. Und die brauchst Du zum Beispiel f\u00fcr Nachtaufnahmen mit sch\u00f6nen Leuchtspuren. Mit zwei Sekunden gibts nicht viele Spuren. Einfach zu l\u00f6sen, sollte man meinen: Du blendest einfach ab. Aber bei sehr hohen Blendenwerten werden Deine Bilder nicht sch\u00e4rfer, sondern unsch\u00e4rfer. Abblenden f\u00fcr mehr Sch\u00e4rfe funktioniert, wenn Du von offener Blende wie 1,7 um zwei Stufen abblendest. Bei ganz hohen Werten dagegen sorgt die Lichtbeugung f\u00fcr unscharfe Kanten (Beugungsunsch\u00e4rfe). Also doch besser Graufilter nehmen.<\/p>\n<h3>Bildrauschen<\/h3>\n<p>Es ist wie fr\u00fcher bei den hochempfindlichen Filmen: Je h\u00f6her die Empfindlichkeit des Films war, desto mehr Korn hast Du gesehen. Bei digitalen Kameras ist das ganz genau so &#8211; und noch schlimmer. Bei langen Belichtungszeiten kommt auch bei ISO 100 immer Bildrauschen dazu. Das kannst Du hinterher zum Beispiel in Lightroom mildern.<\/p>\n<p>Mir gefallen die Ergebnisse besser, die meine Kamera (<a href=\"https:\/\/amzn.to\/2LmeF8F\" target=\"_blank\">Canon EOS M6<\/a>) mit ihren Einstellungen hin bekommt. Dort kann ich eine Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtungen einschalten. Und \/ oder High ISO Rauschreduzierung. Kleiner Nachteil ist, dass die Bilder in der Kamera gleich nach der Kamera nachbearbeitet werden. Du musst also ein paar Sekunden abwarten, bis das Bildverarbeitet ist. Da Nachtaufnahmen meistens keine Serienaufnahmen sind und auch sonst keine Eile haben, kann ich damit leben.<\/p>\n<div id=\"attachment_8969\" style=\"width: 630px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8969\" class=\"size-medium wp-image-8969\" src=\"https:\/\/www.joachimott.de\/journal\/wp-content\/uploads\/LR-0890-620x414.jpg\" alt=\"Mein Favorit ist Mischlicht: Das letzte Tageslicht plus Beleuchtung. \" width=\"620\" height=\"414\" \/><p id=\"caption-attachment-8969\" class=\"wp-caption-text\">Mein Favorit ist Mischlicht: Das letzte Tageslicht plus Beleuchtung.<\/p><\/div>\n<p><strong>Das brauchst Du f\u00fcr Nachtaufnahmen<\/strong><\/p>\n<h3>1. Stativ<\/h3>\n<p>Eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Dabei ist es in den meisten F\u00e4llen und gerade zu Beginn egal, ob es ein Mini-Stativ ist, ein kompaktes Reisestativ oder ein Profi-Ger\u00e4t. Die Zeiten haben sich allerdings dahingehend ge\u00e4ndert, dass heute auch Profis kaum mehr gewillt sind, zus\u00e4tzlich zu Kamera-Ausr\u00fcstung auch noch 5 Kilo Stativ mitzuschleppen.<\/p>\n<h3>2. Kugelkopf oder Video-Neiger<\/h3>\n<p>Viele empfinden den Video-Neiger als komfortabler. Er l\u00e4sst sich in jeder Ebene getrennt verstellen. Ein Kugelkopf schwenkt nach L\u00f6sen der Arretierung in alle Richtungen. Ich pl\u00e4diere schon aus Gewichtsgr\u00fcnden f\u00fcr einen qualitativ guten kleinen Kugelkopf, wie er in guten Reisestativen verbaut ist.<\/p>\n<h3>3. Kamera<\/h3>\n<p>Die Kamera sollte Belichtungszeiten automatisch bis zu 30 Sekunden nutzen k\u00f6nnen. Das ist gerade bei kompakten Kameras nicht immer der Fall. Dort geht die Maximal-Einstellung bis zu einer Sekunden, danach kommt mit T eine &#8218;Bulb&#8216;-Einstellung, bei der man selbst und manuell Anfang und Ende der Verschlusszeit festlegt. Ggf. findet man je nach Modell einen Fernausl\u00f6ser und Intervall-Ausl\u00f6ser, der sich auch gut f\u00fcr Timelapse-Aufnahmen einsetzen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend bei Leuchtspuren gilt &#8218;je l\u00e4nger desto besser&#8216; sollte man bei Aufnahmen des Sternehimmels vorsichtiger zu Werke gehen. Nach meiner Erfahrung sind 20 Sekunden ein gutes Limit, damit die Sterne durch die Bewegung am Himmel nicht unscharf werden. Au\u00dfer nat\u00fcrlich, man will genau diese Bewegung zeigen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sollte die Kamera einen Selbstausl\u00f6ser haben. Sie sind ein Garant daf\u00fcr, dass die Ber\u00fchrung der Kamera beim Ausl\u00f6sen keine Verwacklungen verursacht. Praktisch sind Einstellungen nicht nur f\u00fcr l\u00e4ngere Zeiten (10 Sekunden) sondern kurze (ab etwa 2 Sekunden). Je nach Situation und Zahl der Aufnahmen kann es elend sein, jedes Mal noch lange auf die Ausl\u00f6sung zu warten.<\/p>\n<h3>4. Funk-Fernausl\u00f6ser<\/h3>\n<p>Davon gibt es heute eine Vielzahl von Modellen, auch ganz preiswerte. Sie sind der komfortable Ersatz f\u00fcr den Selbstausl\u00f6ser an der Kamera, denn sie erlauben ber\u00fchrungsfreies Ausl\u00f6sen.<\/p>\n<h3>5. Objektiv<\/h3>\n<p>Am sichersten haben sich bei mir lichtstarke Weitwinkel-Objektive erwiesen. Sie lassen mit Blenden ab 2,8 Raum bei den Belichtungszeiten und ISO-Werte. Und Weitwinkel-Aufnahmen sind relativ unempfindlich gegen Verwacklungen. Normal- und Tele-Brennweiten dagegen reagieren oft schon empfindlich auf st\u00e4rkeren Wind.<\/p>\n<h3>6. ND-Filter<\/h3>\n<p>Egal wie man zu Filtern steht. Ein Graufilter oder ND-Fader (der sich stufenlos verstellen l\u00e4sst) hilft ungeheuer. Vor allem, wenn man seine Langzeitbelichtungen nicht bei Dunkelheit sondern schon in der D\u00e4mmerung machen m\u00f6chte. Leuchtspuren durch die Lichter von Autos beispielsweise wirken meiner Meinung anch besonders gut, wenn man die Landschaft noch im D\u00e4mmerlicht erkennen kann.<\/p>\n<div id=\"attachment_8970\" style=\"width: 630px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8970\" class=\"size-medium wp-image-8970\" src=\"https:\/\/www.joachimott.de\/journal\/wp-content\/uploads\/LR-0909-620x414.jpg\" alt=\"Geisterzug: Bewegte Dinge wie Fu\u00dfg\u00e4nger, Autos, Z\u00fcge kann man auf diese Art gespenstisch ausblenden. \" width=\"620\" height=\"414\" \/><p id=\"caption-attachment-8970\" class=\"wp-caption-text\">Geisterzug: Bewegte Dinge wie Fu\u00dfg\u00e4nger, Autos, Z\u00fcge kann man auf diese Art gespenstisch ausblenden.<\/p><\/div>\n<h3>7. Extras<\/h3>\n<p>&#8211; Zus\u00e4tzliche <strong>Akkus<\/strong>. In kalten N\u00e4chten saugen die Langzeitbelichtungen besonders am Akku. Wer schon einen oder zwei Standorte f\u00fcr Aufnahmen hinter sich hat, der sollte darauf gefasst sein, dass je nach Kameramodell der Akku in die Knie gehen kann. \u00dcbrigens: Bei Kameras mit kleinen Sensoren halten die Akkus meist l\u00e4nger, als bei gro\u00dfen Sensoren.<\/p>\n<p>&#8211; <strong>Sucherabdeckung<\/strong>. Die spielt bei klassischen Spiegelreflexkameras eine Rolle. Denn hier kann auch durch den Sucher Licht einfallen. Die Kleinteile gehen besonders gerne verloren, erst recht bei Nachtaufnahmen. Billigen Ersatz findet man bei Fremdherstellern, so dass man sich schmerzfrei auch eine Abdeckung in Reserve kaufen kann.<\/p>\n<p>&#8211; Brille \/ <strong>Lupe<\/strong>. Zumindest bei mir als Brillentr\u00e4ger verschlechtert sich die Sehf\u00e4higkeit vor allem bei Dunkelheit. Aber auch bei Tageslicht habe sich Displaylupen als hilfreich erwiesen. Meist werden sie \u00fcber die Stativhalterung oder einen Magnetrahmen am Display befestigt.<\/p>\n<p>&#8211; <strong>Taschenlampe \/ App<\/strong>. Zuerst brauchst Du die ganz banal, weil Du in manchen Situationen in der Dunkelheit einfach nichts mehr an Deiner Kamera erkennst. Gut, das Display leuchtet und f\u00fchrt Dich durch das Men\u00fc. Aber die Kn\u00f6pfe und R\u00e4dchen haben sich ergonomisch ins Geh\u00e4use eingef\u00fcgt, sind schwer zu ertasten. Und wer sein Kamerageh\u00e4use noch nicht in- und ausw\u00e4ndig kennt, tut sich schwer (Geht mir auch so, obwohl ich dachte, ich kenne meine Kameras.)<\/p>\n<p><strong>&#8211; Noch mehr Licht.<\/strong> Wer hat sich das noch nicht gew\u00fcnscht, dass in einer dunklen Umgebung eben doch ein Detail herausgehoben werden sollte. Zum Beispiel einen Gegenstand anstrahlen, eine Person aufhellen, B\u00e4ume oder H\u00e4user ausleuchten. In der Nachbearbeitung sind die M\u00f6glichkeiten beschr\u00e4nkt. Wer eine Taschenlampe oder eine Stirnlampe dezent einsetzt, der kann Personen oder Gegenst\u00e4nde damit sprichw\u00f6rtlich ins rechte Licht setzen. Um allerdings das richtige Ma\u00df zu finden und eine \u00dcberbelichtung zu vermeiden, muss man einige Testaufnahmen einplanen &#8211; und \u00fcben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber Langzeitbelichtungen und Nachtaufnahmen hatte ich hier schon mal geschrieben und gezeigt, wie einfach das mit dem iPhone geht. Und dass die Ergebnisse \u00fcberraschend gut sind. Die Einschr\u00e4nkungen, so hatte ich damals geschrieben, liegen einzig und allein in dem kleinen Sensor. Der hat beim Smartphone nun einmal bei schlechtem Licht ein gewisses Bildrauschen. 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