Zeitlupe – Video-Effekt ohne großen technischen Aufwand

Zeitlupe ist mehr als ein netter Effekt und heute ziemlich leicht möglich.

Zeitlupe ist mehr als ein netter Effekt und heute ziemlich leicht möglich.

Zeitlupe in einem Video ist mehr als netter Effekt. Die verlangsamte Darstellung erzeugt eine besondere Stimmung, die man leicht durch passende Bilder und Musik unterstützen kann. Aber wer nach Möglichkeiten für Zeitlupen-Aufnahmen forscht, der stößt schnell auf teures Equipment. Und das wollen sich die meisten Video-Filmer für ihre Youtube-Videos nicht zulegen.

Was ist Zeitlupe?

Zeitlupe oder Slow Motion-Aufnahmen (Slomo) ist eine Verlangsamung der Bildrate. Die meisten Videos in Deutschland zeigen 25 Bilder pro Sekunde (Frames per second, FPS). Das gilt als ideale Geschwindigkeit, bei der das menschliche Auge die Einzelbilder nicht mehr erkennt. Bei uns gibt es übrigens das PAL-System, bei dem die Bildraten ein Vielfaches oder Teiler von 50 FPS eingesetzt werden. In den USA dagegen setzt man mit dem NTSC-Format auf 24 oder 30 Bilder pro Sekunde oder ein Vielfaches.

Achtung, wenn Du eine Kamera kaufst, die zum Beispiel HD-Qualität bei bis zu 60 FPS bietet. Mit unseren Voreinstellungen wirst Du eher 50 statt 60 FPS nutzen. Aber die doppelte Aufnahme- und halbe Wiedergabe-Geschwindigkeit ist schon ausreichend.

Derzeitiges Limit bei normalen Kameras ist übrigens bei 120 FPS, in Ausnahmefällen auch 180 FPS (jeweils bei HD-Qualität). In 4K ist in der Regel bei 60 FPS Schluss, dieses Feture ist aber noch sehr selten (und teuer).

Drei einfache Wege zur Zeitlupe

Smartphone

Die einfachste Möglichkeit für Zeitlupe kann Dein Smartphone bieten. Das iPhone (auch ältere Modelle wie das 6s) kommen auf immerhin 120 FPS. Hier musst Du zwar wegen des kleinen Sensors und des verwendeten Codecs Abstriche bei der Qualität machen. Aber für kurze Sequenzen in einem Video reicht das durchaus, finde ich.

Gute Smartphones sind zwar auch nicht ganz billig. Aber da ein Smartphone heute fast immer sowieso vorhanden ist, ist das vielleicht die einfachste – und als Zusatzleistung zum Handy – auch die preiswerteste Möglichkeit. Falls Dein Handy das nicht kann, achte beim nächsten Neukauf drauf. Oder besorge Dir eines der besseren Handys mit dieser Funktion als älteres, gebrauchtes Modell.

Actionkameras

Auch einige Actionkameras bieten höhere Bildraten. Denn für Action und eine effektvolle Wiedergabe von Bewegung, sind sie ja gedacht. Die GoPro Hero 4 Black zum Beispiel ist schon ein bißchen älter. Und sie bringt es schon auf 120 FPS bei Full-HD. Auch das ist als Gebrauchtkauf eine akzeptable Lösung. Allerdings muss man wissen, dass dieses Modell eben nur ein Fixfocus-Objektiv hat.

50 FPS bei HD-Qualität ist ausreichend für eine Slomo-Aufnahme und mit vielen Kameras möglich.

50 FPS bei HD-Qualität ist ausreichend für eine Slomo-Aufnahme und mit vielen Kameras möglich.

Kompaktkameras und DSLRs

Auch einige Kompaktkameras und DSLR kommen auf immerhin 60 FPS bei HD-Qualität. Das ist immerhin in der Wiedergabe dann die halbe Geschwindigkeit. Der Vorteil bei diesen Kameras gegenüber dem Smartphone ist die bessere Qualität. Der größere Sensor ebenso wie die bessere Optik, evt. auch durch Wechselobjektive ein Baustein für schärfere Aufnahmen.

Die kleine Canon EOS M 100 zum Beispiel schafft die 60 FPS bei HD, die DSLR Canon 800D ebenfalls. Diese beiden Modell haben Wechselobjektive. Nun werden durch die Verlangsamung zwar auch Verwacklungen weniger deutlicher sichtbar. Empfehlenswert ist trotzdem, Freihand-Aufnahmen eher mit der Weitwinkel-Einstellung zu machen. Noch schöner sind Tele-Aufnahmen, für die ich dann aber unbedingt ein Stativ einsetzen würde, um den schönen Slomo-Effekt nicht durch Verwacklungen zu verwässern.

Und wie wird nun Zeitlupe draus?

Wenn Du Deine Clips einfach in die Timeline Deines Editors ziehst, wird Dein Video wahrscheinlich als Video mit 50 / 60 / 120 FPS abgespeichert. Dann haben die Aufnahmen auch in der Wiedergabe normale Geschwindigkeit. Nur wenn Du Dein neues Video anlegst als HD mit 25 FPS, kannst Du einzelne Clips mit höhere Bildrate langsam und ohne Verlust wiedergeben. Bei FCPX ist das zum Beispiel die Funktion Retime und dann die Auswahl Conform.

In Adobe Premiere geht das meines Wissens nach über Modify Clip. Dann kann man die niedrigere Bildraten angeben und der Clip wird verlangsamt wiedergegeben. Die Schnittprogramme haben darüberhinaus eine Funktion, mit der die Zeitlupe weicher wiedergegeben wird (optical flow).

Übrigens kann man noch ein bißchen mehr Effekt rauskitzeln. Man kann die Wiedergabe-Geschwindigkeit noch weiter herunter regeln. Dann leider aber die – trotz optical flow – die Qualität. Oder man legt seine Videos mit 24 FPS an und stellt in seiner Kamera den NTSC-Standard ein, der dann eben 60 statt 50 FPS ermöglicht. Die Frage ist, ob man den Wow-Effekt der Zeitlupe durch die geringere Qualität nicht wieder zunichte macht.

 

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Sofort die eigenen Videos verbessern

Professionelle Elemente werten das eigene Video auf, und es bleibt dennoch authentisch.

Bessere Videos sofort: Professionelle Elemente werten das eigene Video auf, und es bleibt dennoch authentisch.

Bessere Videos zu erhalten ist ein Kinderspiel. Das suggerieren uns zumindest viele Ratgeber im Internet. Und die Aussage hat einen wahren Kern: Nie war es einfacher und erschwinglicher, sein eigenes Video zu machen und ins Netz zu stellen. Handys können heute 4K-Videos aufnehmen, fast jede DSLR und Kompaktkamera bietet gute Videoqualität und hohe Auflösung. Und die Software für den Schnitt gibt es vielfach kostenlos. Dennoch stoßen viele ambitionierte Videofilmer schnell an ihre Grenzen und scheitern oft an ihren eigenen Ansprüchen.

Die Fähigkeit, eine Geschichte mit bewegten Bildern zu erzählen lässt sich sicher nicht von heute auf morgen erlernen. Aber mit wenigen Kniffen lassen sich die eigenen Videos so aufwerten, dass sie besser rüberkommen und damit auch die Chance erhalten, ein größeres Publikum anzusprechen.

Bessere Videos durch professionelle Elemente

Der große Teil des professionellen Looks von Videos lässt sich heute einkaufen. Und damit meine ich nicht das Stock-Material, mit dem viel Schaden angerichtet wird. So gut diese Archiv-Aufnahmen auch sein mögen: oft erkennt auch der Laie auf den ersten Blick, dass diese Aufnahmen nicht selbst gemacht wurden. Das Video wirkt nicht authentisch, wenn Bilder aus fernen Ländern dazwischen geschnitten werden. Oder Stock-Videos die erkennbar nichts mit dem Inhalt zu tun haben, sondern wegen der schönen Optik eingebunden werden.

Titel-, Intro- und Logo-Animationen einkaufen statt selber machen

Einfacher integrieren lassen sich grafische Elemente, wie sie sowieso in unseren Schnitt-Programm enthalten sind. Zum Beispiel animierte Titel oder Intros. Während diese Elemente im kostenlosen iMovie von Apple etwas altbacken wirken und die Auswahl eher gering ist, finden sich auf Plattformen wie Videohive.net die moderneren, aufwändigeren Geschichten. Und das meist für wenig Geld.

Verwendung in gängigen Schnittprogrammen

Für die Einbindung braucht man in der Regel nicht die Programme, mit denen diese Animationen erstellt wurden: After Effects von Adobe ist hier Marktführer, hierfür finden sich auch die meisten Elemente, die man in Adobe Schnittprogramm Premiere verwenden kann. Bei Apple heißt das Programm für Video-Animationen Apple Motion, die Elemente können im Schnittprogramm FCPX eingesetzt werden.

Auf beiden Plattformen lassen sich die Anpassungen aber auch im Schnittprogramm vornehmen, ohne weitere Kenntnisse und ohne das Motion-Programm selbst zu besitzen. Also: Adobe Premiere oder Final Cut Pro X genügen vollauf.

Stolperfalle Lizenz

Aber Vorsicht: In der Regel sehen die Lizenzbestimmungen die Verwendung in einem (!) End-Produkt vor. Offensichtlich ist sich die kreative Gemeinde aber darüber einig, dass die Verwendung in mehreren Videos des eigenen Youtube-Kanals nicht verfolgt wird. Anders ist das, wenn man für Kunden Videos erstellt und sich diese bezahlen lässt. Dann will freilich auch der Entwickler seinen Anteil, was ich nur richtig finde.

Wer im Zweifel ist, sollte in der Rubrik Support nachsehen, ob der Entwickler hier schon einmal entsprechende Fragen beantwortet hat. Oder eben selbst anfragen. Ohne diese Duldung würde sich für einen Youtube Kanal die Anschaffung von beispielsweise 99 Titeln für 33 US-Dollar kaum lohnen – wenn man diese Gebühr bei jedem neuen Video für eine neue Lizenz zahlen müsste. Das würde dann ja zum Beispiel auch die Ableger betreffen, also kurze Ausschnitte, die man als 1-Minuten-Videos verwendet.

Qual der Wahl

Wenn man die Suchergebnisse nach Bestsellern oder besten Bewertungen sortiert, erfährt man schnell, was gut ankommt. Vor allem beim Marktführer, also den After-Eeffects-Paketen ist die Auswahl schier unüberschaubar. Die Zahl der FCPX-Lösungen war lange Zeit marginal, holt aber in letzter Zeit deutlich auf. Da Anpassungen bei den Schriften und Farben, der Größe und der Platzierung möglich sind, braucht man nicht befürchten, dass man ein Allerwelts-Produkt kauft, das jeder auf den ersten Blick wieder erkennt.

Ratsam ist es, gleich zu Beginn Anpassungen für den eigenen Stil vorzunehmen und die Anzahl der verwendeten Elemente von vornherein zu begrenzen. Also zum Beispiel zwei Lösungen für große Titel anzupassen und zwei für die oft verwendeten „Bauchbinden”, also die sogenannten „Lower Thirds”. Denn auch die kann man durch die Anpassungen selbst erzeugen und muss kein weiteres Paket kaufen.

Wer was für sein Geld haben will und versucht, zum Beispiel alle Titel- oder Logo-Varianten eines Pakets zu „verbrauchen”, wird ziemlich gruselige Ergebnisse bekommen: Weniger ist mehr.

 

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1-Minuten-Videos: Appetithäppchen

1-Minuten-Videos erreichen mehr Zuschauer und sind, wenn man sie dauerhaft einsetzt, sinnvoll für Blog und Unternehmens-Webseite.

1-Minuten-Videos erreichen mehr Zuschauer und sind, wenn man sie dauerhaft einsetzt, sinnvoll für Blog und Unternehmens-Webseite.

Appetithäppchen kann ich nicht widerstehen – weder beim Essen, noch bei Videos. Schon die Anzeige der Laufzeit signalisiert mir: Das ist keine Ablenkung, keine Zeitverschwendung. Ich muss als Zuschauer auch nicht rasch entscheiden, ob ich mir das bis zum Ende ansehe. Bei 1-Minuten-Videos ist eh gleich alles rum.

Wer jetzt befürchtet, dass seine sorgsam geplanten, aufwändig inszenierten an mehreren Tagen gedrehten und bearbeiteten Videos quasi verschleudert werden: Gemach. Natürlich soll man „sein” fertiges Videos zeigen, wo immer und wie oft es geht. Aber bekomme ich damit auch die Aufmerksamkeit auf Facebook, Instagram & Co.? Auf Youtube sind die Besucher drauf eingestellt, sich jetzt ein Video anzusehen und nehmen sich etwas mehr Zeit. In den Sozialen Netzwerken herrscht ein eher flüchtiges „Wischen und Scrollen”. Da passen 1-Minuten-Videos besser.

Natürlich kann man ich 10-Minüter auf Facebook platzieren. Wesentlich mehr Resonanz bekomme ich aber mit den ganz kurzen Videos. Damit ist noch lange nicht sicher, dass sich Besucher auch meine Lang-Version ansehen. Aber in aller Regel liegen die Zahlen der Besucher, die sich die kurzen Videos ansehen so deutlich über denen bei Youtube und auf der Webseite, dass ich dieses Potenzial nicht verschenken will.

Gute Idee: Gleich beim Dreh ein paar Szenen zusätzlich für diesen Zweck aufnehmen

Crux der 1-Minuten-Videos

Die Crux ist, dass ich wählen muss: Es stehen Aussage und Qualität gegen Reichweite. Am Ende haben vielleicht auch nicht wesentlich mehr Menschen mein „ganzes” Video in voller Länge gesehen. Aber ich habe – mit weniger Inhalt – mehr Menschen erreicht. Die alte Werbe-Regel, dass man ein Angebot sieben Mal gesehen haben muss, bevor man einmal darauf reagiert, gilt ja – zumindest gefühlt – für fast alles, auch im Internet.

Längerfristig kann die Methode der 1-Minuten-Videos als Appetithäppchen also durchaus nachhaltiger sein, als das Drei-Gang-Menü (oder das 10minütige Video). Und wenn das Video nicht nur eine einmalige Sache war, sondern zu meinem Konzept fürs Blog oder die Unternehmens-Webseite gehört, dann sollte ich die besten Verwertungs-Möglichkeiten suchen, die ich kriegen kann.

Viedos sind durch Aufnahmen und Schnitt sehr viel zeitaufwändiger als Fotos. Bis ich schließlich einen Haken unter eine Produktion machen kann, atmet ich auf und will das gute Stück unter die Leute bringen. Natürlich hoffen viele Video-Filmer auf Resonanz und Kritik, die Auseinandersetzung mit den Zuschauern. Die ist bei den kleinen Appetithäppchen eher gering ausgeprägt. Aber wer die Aufmerksamkeit seiner Follower und Besucher einmal gewonnen hat, hat es auch mit späteren Angeboten immer leichter.

Der Mehraufwand für die kurzen optischen Anreißer ist gar nicht so groß. Ich komme meist in wenigen Schritten zu den passenden 1-Minuten-Videos.

Das große komprimierte Ganze

Voraussetzung ist natürlich, dass das Video fertig bearbeitet ist. Denn dann kenne ich alle Inhalte und weiß, welches die Kernaussagen sind. Und ich weiß, welches die „stärksten” Clips. Das sind die, die mir rein optisch am besten gefallen, oder die vielleicht sonst aus dem Rahmen fallen. Oder es sind gerade bei Interviews diejenigen, bei denen zu stimmungsvollen Bildern auch prägnante Aussagen kommen.

In der fertigen Aneinanderreihung von Szenen sehe ich schnell den Höhepunkt einer Geschichte, meistens irgendwo im mittleren Bereich. Das finden sich oft auch Aussagen, die man alleine stehen lassen kann. Dann filetier ich quasi noch eine gute Einstiegssequenz heraus und einen guten Aussteig. Die Problematik ist weniger die Arbeit, als das in stundenlanger Arbeit entwickelte Gefühl, welche wichtigen Aussagen alle rein müssen in das Video. Wie bei guten fertigen texten schmerzt das Rausschneiden.

Die Schwerpunkt-Variante

Bei der oben beschriebenen Fassung bleibt im wesentlichen der Erzählfluss – wenn auch arg reduziert – erhalten. Es geht aber noch knackiger, pointierter. Dazu stelle ich ohne Rücksicht auf Verluste die wichtigsten Aussage oder die knackigste Szene an den Anfang. Diesen Teil kann ich dann auch größer gewichten, denn danach finden allenfalls noch Ambient-Szenen und Ausstieg statt. Niemand will in einem Ein-Minüter jemanden eine Minute lang reden hören. Weniger ist mehr und weckt mehr Interesse, finde ich.

Geht auch Eins plus Drei?

In seltenen Fällen bietet es sich auch an, aus einem längeren Dreh gleich mehrere kurze Videos zu machen. Dann wird die Arbeit freilich gleich viel aufwändiger. Drei Kernaussagen lassen sich ja oft noch finden, auch in kürzeren Videos. Aber für drei Varianten sucht man auch B-Roll-Material, Umgebungsszenen und Details für Ein- und Ausstieg in drei Varianten. Da wirds eher knifflig.

Die Formate

Der Rest lässt sich leicht vorbereiten und wiederverwerten. Ein einminütiges Videos lässt sich auch in Full-HD (1920 x 1080) schnell exportieren und hochladen. Für die Instagram-Variante im Feed bietet sich eine quadratisches Format an (1000 x 1000). Und Instagram Stories verlangen in der Regel ein Stückelung in 15-Sekunden-Blöcke und ein besonderes Forma (1920 x 1080).

Wer nicht von vorneherein auch mit dem Smartphone Hochformat-Aufnahmen gefertigt hat, muss beim Vergrößern Qualitätsverluste hinnehmen. Oder arbeitet schon in der Timeline mit der 4K-Auflösung seiner großen Kamera, was aber wieder einige Nachteile hat. Ich akzeptiere eher die Qualitätsverluste, als bei den Video-Aufnahmen noch parallel Handy-Aufnahmen zu machen.

 

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Instagram Stories – weg von den Wackel-Videos

Instagram Stories - hier mit FCPX erstellt

Instagram Stories – hier mit FCPX erstellt

Instagram Stories gehören zu den Neuerungen, die ziemlich erfolgreich sind. Kein Wunder, hat sich doch das Konzept bereits an anderer Stelle bewährt 😉 Manchmal hat man sogar den Eindruck, dass die gute alte Foto-Geschichte mit einzeln geposteten Bildern und mehr oder weniger aussagekräftigen Bildtexten etwas ins Hintertreffen gerät. Das Ansehen und Durchsuchen der Mini-Video-Clips entwickelt Suchtcharakter.

Wer sich nun – je nach Neigung – vielleicht einen Feed zusammengestoppelt hat mit Bildern guter und sehr guter Fotografen, egal welchen Themenbereichs, der ist von den Stories nicht immer gleichermaßen begeistert. Man findet oft überzählige, manchmal auch schlechte Fotos, zugekleistert mit wenig Text, dazwischen verwackelte Videos. Das soll nun gar keine Kritik sein: Das Medium ist je gedacht für die spontane Verteilung von aktuellen Zustands-Bildern, sozusagen aus dem Handgelenk fotografiert / gefilmt. Das kann man mögen, wenn man die Leute mag, die hier berichten. Fällt diese persönliche Beziehung weg und man bewertet den Inhalt, wischt man diese Feeds eher schnell weg. Dabei ist zumindest für all diejenigen, die Fotos und Videos in aller Regel am Computer bearbeiten, der Weg zu besseren Inhalten ziemlich einfach.

Die Kurzbeschreibung konzentriert sich auf Videos, die mit FCPX am Mac bearbeitet werden. Aber das Verfahren ist leicht übertragbar auf Windows und andere Schnitt-Software.

Instagram Stories – der Workflow

Die Hürde für eine Bearbeitung ist oft die 24-Stunden-Regel: Am Smartphone werden mir für die Verwendung von Bildern und Videos in den Stories nur Aufnahmen der letzten 24 Stunden angezeigt. Da bleibt wenig Zeit für eine Bearbeitung. Deswegen werfen die meisten Benutzer diese Inhalte in den Stories-Feed – weg damit. Es spricht aber nichts dagegen, Fotos und Videos zum Beispiel mit Photoshop, Lightroom oder Final Cut Pro X nachzubearbeiten. Das gilt auch für die Hochformate. Die sind bei den Fotos sowieso kein Problem.

Hochformat-Videos: gewusst wie

Kniffliger wirds bei den Videos. Aber auch hier kann man die Hochformate weiter bearbeiten und schneiden. Final Cut (FCPX) wählt die Auflösung des Clips nach der ersten Datei, die man in die Timeline zieht. Noch besser ist es, das Projekt aufzurufen und die Einstellungen gleich selbst zu bearbeiten. Statt der Querformat-HD-Einstellung 1920 x 1080 wählt man die eben die Hochformat-Variante: 1080 x 1920. Das Video erscheint in der Vorschau schon richtig. Es lassen sich Clips aneinandersetzen, Übergänge gestalten, Texte einblenden – wie in jedem anderen Video auch.

Da die Maximallänge für Videos bei 15 Sekunden liegt, schneide ich am Ende das Video in 15-Sekunden-Stücke, die ich einzeln exportiere. Mit den entsprechenden Einstellungen geht das in Adobe Premier sicher genauso gut und einfach.

Der Export

Der Export bei FCPX erfolgt üblicherweise über Compressor. Auch hier kann man eigene Einstellungen vornehmen. entweder man kopiert seine Youtube-Einstellungen für das HD-Querformat und ändert die Größe einfach wieder in 1080 x 120. Oder man legt das neue an mit diesen Werten. Die Verarbeitung erfolgt aufgrund der Kürze der Clips recht schnell. Die abgespeicherten Clips liegen dann normalerweise in Filme. Von dort kann man sie mittels AirDrop aufs Smartphone ziehen. Der Zeitstempel wird beim Erzeugen des Videos vergeben. Man kann also von nun an innerhalb von 24 Stunden diese Clips in den Instagram Stories veröffentlichen. unabhängig davon, wie alt das Videomaterial ist.

Aber Achtung: Viele Nutzer reagieren allergisch, wenn man zeitlich unpassende Beiträge veröffentlicht. Sie gehen davon aus, dass diese Funktion so genutzt wird, wie sie gedacht war. Als aktuelle Bereicherung des Instagram Feeds. Nichtsdestotrotz kann man aus dem vorhandenen Material ja – solange die Bedingungen stimmen – weitere Clips erzeugen und „fristgerecht” innerhalb von 24 Stunden hochladen. Ob das Gezeigte am selben Tag aufgenommen wurde, ist für andere vielleicht nicht so interessant. Aber Schnee-Schipp-Bilder im Sommer zum Beispiel kommen deswegen trotzdem nicht gut an.

Mein Fazit: Lieber weniger Clips und dafür welche, die herausstechen.

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Foto-Know-How fürs eigene Blog: die Grundausrüstung

Foto-Know-How kostet auch – aber eben nur Zeit. Wer anfängt zu bloggen, der macht sich viele Gedanken um die ideale Foto-Ausrüstung. Wie machen es die anderen, was benutzen die Blog-Profis? Und gibts auch eine Lösung fürs kleine Budget? Die gute Nachricht: Es gibt immer eine preiswerte Lösung. Und die für wenig Geld muss nicht merkbar schlechter sein.

Foto-Know-How – besser als High Tech

Das Netz ist voll mit netten kleinen Geschichten, bei denen man den „Profis” eine „Gurke” untergejubelt hat. Glamour-Fotografen, die mit einer Barbie-Spielzeugkamera knipsen mussten. Video-Blogger, die mit der Auflösung auskommen mussten, die vor Generationen verwendet wurde. Und man ahnt es bereits. Diese Leute haben sich nicht bis auf die Knochen blamiert. Jemandem seine Canon 5D wegzunehmen und sie gegen eine sprichwörtliche „Schrott-Kamera” einzutauschen mag zu Beginn ziemlich hart erscheinen.

Das Bokeh - lässt sich leicht austesten.

Das Bokeh – lässt sich leicht austesten.

Der Profi, so lernen wir bei solchen Videos, reduziert die Schmach auf ein paar harte Fakten: Die Auflösung ist schlecht, also fotografieren formatfüllend, ohne dass Details eine zu große Rolle spielen. Die Belichtung ist so schlecht wie die Empfindlichkeit, also sorgen wir gutes Licht. Und die Tiefenschärfe geht gegen Unendlich, also sorgen wir selbst durch den Bildausschnitt dafür, das unser Hauptmotiv gut rauskommt.

Natürlich wünschen wir uns alle das beste Werkzeug für jede Aufgabe. Und auch wer „nur” für sein eigenes Blog arbeitet und (noch) kein Geld damit verdient, sollte sich vernünftiges Werkzeug zulegen. Wie bei jedem anderen Handwerk aber entscheidet letztlich nicht das Werkzeug, sondern der Mensch, der damit arbeitet über die Qualität.

Licht für Foto und Video - viele Ratgeber helfen bei der Auswahl.

Licht für Foto und Video – viele Ratgeber helfen bei der Auswahl.

Lernen ist die beste Investition

Eine Knipse für den Anfang zu kaufen ist ok. Damit jede Menge Schrott zu fabrizieren und nur wenige gute Bilder ist ebenfalls akzeptabel. Wer daraus allerdings nichts anderes lernt, als dass er eine teure Kamera will, hat eine Chance verpasst. Nie war es einfacher, sich das nötige Foto-Know-How anzueignen:

  • Anleitung: Neben ungezählten beinahe sinnfreien Unboxing-Videos gibt es etliche Einführungen ins Thema. Wie hängen Blende, Belichtung und Empfindlichkeit zusammen. Welche Rolle spielen Sensorgröße und Auflösung? Welcher Kamera entlocke ich wie die besten Ergebnisse? Wer sich von einem Suchbegriff zum anderen durchhangelt, der hat sich nach spätestens einer Woche das Basis-Wissen draufgeschafft.
  • Kosten: Bilder kosten nix mehr. Die ersten Gehversuche für fotobegeisterte Jugendliche führten vor einigen Jahre über teure Diafilme mit Entwicklung und Rahmung, oder ebenso teure Abzüge von Negativfilmen. Und immer, wenn man glaubte zu wissen, wie es geht, wechselte man den Film, machte neue Erfahrungen, neue Fehler, zahlte sprichwörtlich Lehrgeld. Heute kann ich in meinem Wohnzimmer dasselbe Motive in hundert Variationen ablichten. Und nachher mit einem kostenlosen Programm die Bilder betrachten, auswerten und meine Schlüsse ziehen. Wann ist die Schärfentiefe ideal? Wann beginnt die Aufnahme körnig zu erscheinen? Welche und wieviel Lichtquellen sind nützlich und praktikabel?
  • Langsamer Aufbau: Ich muss nicht von der Kompaktkamera zur Profi-Knipse umsteigen. Von 100 Euro zu 3.000 Euro. Vielleicht mache ich Food-Fotografie. Dann wird die Anschaffung, die meine Bilder schlagartig besser macht, der Kauf eines Stativs sein. Vielleicht will ich Menschen fotografieren, schnell, umstandslos, mit einem Porträt-Effekt. Dann hilft mir eine „schnelle” Linse als Wechselobjektiv weiter. Und wenn ich mir das Canon 1,4 /35 mm nicht leisten kann, dann ersteigere ich eine ältere 1,7er-Linse für 50 Euro, nötigenfalls mit einem Objektivadapter für 20 Euro. Oder ich brauche gutes Licht und einen schönen Hintergrund. Beides bekomme ich für kleines Geld im Baumarkt.

Klingt alles zu schön, um wahr zu sein? Hier ein paar Beispiele, wie man aus wenig mehr macht:

Die kleinste Canon gegen die Größte. Und bei den Ergebnissen gibts kaum Unterschiede.

Pro Photographer, cheap camera challenge – der Name der Reihe sagt schon alles

Simon Cade vom DSLR Guide wird nicht müde, in diversen Videos darauf hinzuweisen, dass er gerne mit seiner uralten Canon DSLR arbeitet, und dass das keinen Unterschied macht.

Mein Fazit

Wichtigste Ressource beim Fotografieren sind das Basis-Wissen und die Erfahrung. Wer mit einer kleinen Kamera beginnt und um die Einschränkungen weiß, der kann trotzdem tolle Ergebnisse bekommen. Wer nicht mit der von der Oma geschenkten Kompaktkamera beginnen will, der kauft sich in der Bucht eine simple DSLR mit Wechselobjeltiv. Das darf zu Beginn gerne das Kit-Objektiv sein, ein billiges Allerwelts-Zoom. Und wer Videos macht, die Zeichen an der Wand sieht (und sie richtig deutet), der kauft – gerne ebenfalls gebraucht – eine 4K-Kamera für später. Auch normale HD-Videos werden schärfer, wenn sie von 4K heruntergerechnet werden. Und die höhere Auflösung ermöglicht mit Hineinzoomen und Schwenks fast so viel, wie eine zweite Kamera am Set.

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