Creative Cloud? Lieber Alternativen zu Photoshop & Co.

Adobe hat angekündigt, seine Produkte bald nur noch in der Cloud anzubieten: Man installiert kein Programm mehr zuhause bei sich auf dem Rechner, das man auch physisch besitzt und gekauft hat. Man bezahlt vielmehr eine monatliche Nutzungsgebühr dafür.

Der Vorteil, so Adobe, bestehe darin, dass man immer die neueste Version bei sich auf dem Rechner hat. Zwar bekommt man einzelne Programme für monatliche Beträge zwischen 10 und 20 Euro, das Gesamtpaket CS_irgendwas, wie es die meisten beruflichen Nutzer bislang gekauft haben, summiert sich aber auf Jahresbeiträge von etlichen hundert Euro.

Damit dürfte Adobe bei mir gestorben sein, sobald OS-X und meine alten Adobe-Versionen sich nicht mehr vertragen (und dieser Zeitpunkt dürfte absehbar sein). Für mich passt dieses neue Geschäftsmodell hervorragend ins Bild von Drosselkom und Co: Abhängigkeiten nutzen und die Daumenschrauben anziehen.

Ich habe, seit ich freiberuflich tätig bin, Adobe-Produkte im Einsatz (und etliche andere). Und ich war – wie viele Freiberufler – auch nicht sonderlich interessiert daran, sofort die neueste verfügbare Version zu besitzen. Ich habe immer mindestens eine Version übersprungen, manchmal auch mehrere, wenn ich meinte, dass die angepriesenen Neuerungen es mir nicht wert sind. Damit wäre nun Schluss: Wer nur monatsweise nutzt, der muss zwar nicht ständig im Netz sein, um mit den Programmen arbeiten zu können. Aber er muss sich regelmäßig über eine Internetverbindung für die Nutzung legitimieren.

Ein „Aussetzen”, aus Kostengründen oder weil man eine Zeit lang in anderen Bereichen arbeitet, ist damit schwer möglich: Wer will schon einem Kunden, der eine Aktualisierung oder Korrektur vornehmen will, sagen, er soll sich mal ein paar Wochen gedulden? Die Kosten für Softwarenutzung, die man bisher durch geschickte Update-Politik etwas eindämmen konnte, steigen dadurch ganz gewaltig. Das scheint für Agenturen vielleicht keine große Rolle zu spielen, jeder Freiberufler wird sich überlegen, ob er sich eine weitere monatliche Belastung ans Bein hängt.

Wenn Adobe mit diesem Konzept nicht grandios scheitert (und alleine der Versuch macht mich schon wütend), dann wird es Zeit, sich nach kostengünstigen Alternativen umzusehen. Da ist die Auswahl derzeit zwar noch etwas mager, aber vielleicht ist das ja auch eine Chance für kleinere Unternehmen und Entwickler, sich jetzt gegen die übermächtige Konkurrenz zu behaupten. Es muss ja nicht Freeware sein, es muss nicht mal besonders billig sein: Schon bislang wurde für Programme viel Geld ausgegeben.

In der Vergangenheit ist Apple ein paar Mal mit kostengünstigen Programmen aufgetaucht, die Mac-like zu benutzen sind und für ihren Preis Erstaunliches leisten: Pages & Co. gehören ebenso dazu wie Aperture oder Final Cut Pro X. Freie Software wie Gimp oder OpenOffice dagegen hatte es bei den von der Oberfläche verwöhnten Mac-Nutzern meist etwas schwerer.

Am schwierigsten dürfte ein Ersatz für Indesign zu finden sein, zu QuarkExpress will ich nicht mehr zurück. Für Photoshop findet sich sicher leichter Ersatz: Acorn, Pixelmator, Gimp – hoffentlich bald mit CMYK wie jetzt schon der Grafikkonverter. Oder CMYK-Umwandlung über Apples ColorSync Utility. Und auch bei anderen Programmen wird sich was finden (Tipps willkommen).

Mal sehen, ob da nicht auch ein paar findige Software-Entwickler mit einem nutzerfreundlichen Konzept in die Bresche springen können.

Kompatibel zum Berglöwen? Compatibility for OS X Mountain Lion

Kompatibilität zu OS-X 10.8 Mountain Lion

Spannende Frage, bei jedem Update wieder. Hier kann man prüfen, welche Software sich (schon) mit dem neuen OS-X Mountain Lion verträgt: Application Compatibility for OS X Mountain Lion & iOS – RoaringApps – App compatibility and feature support for OS X & iOS.

Erfahrungsgemäß gibts am Anfang noch nicht so viele Rückmeldungen. Und später werden durch Updates auf beiden Seiten auch manche Sachen wieder ausgebügelt. Einfacher und sicherer ists meiner Meinung nach immer, die 2er Version abzuwarten (also in dem Fall 10.8.2). Was ja auch nicht ewig dauert…

iBooks authors: selbst veröffentlichen

iBooks Author - neu und kostenlos für OS-X 10.7 Lion

Kaum ist sie da, die mit Aufsehen angekündigte neue Software von Apple, iBooks Author, da wird schon wieder heftigst diskutiert. Ich würde ja gerne mitstreiten, einen ersten Erfahrungsbericht schreiben oder sonst etwas Erhellendes dazu beitragen. Aber zu meiner Schande muss ich gestehen, das ich zu denjenigen Menschen gehöre (die Bedenkenträger), die erst ziemlich spät auf neue Betriebssystem umstellen.

In diesem Fall verhindert den Wechsel zu OS-X 10.7 Lion die Tatsache, dass ich noch keinen Nachfolger gefunden habe für meine Fax-Software Pagesender. An dem hängt ein Teil meines ziemlich umfangreichen Presseverteilers (ja, auch viele Medienmenschen haben sich noch nicht vom Fax verabschiedet). Aber das nur am Rande.

iBooks Author soll es nicht nur ermöglichen, relativ einfach E-Books zu veröffentlichen. Am klassischen E-Pub-Format Büchern ist ja meistens nicht so schrecklich viel dran. Man soll damit auch interaktive E-Books fürs iPad erstellen können – und das ist der Punkt, wo ich sofort anspringe (naja, jetzt eben mit Verzögerung).

In der Apple-Gemeinde und darüberhinaus werden die Lizenzbedingungen teilweise kritisiert: Apple sagt (vereinfacht gesagt): Wer sein Buch gratis verteilt, der kann das auch auf anderen Plattformen anbieten. Wer aber Geld dafür verlangt, der muss es über iTunes verkaufen, ein Teil des Erlöses fließt dann an Apple. Egal wie das diskutiert wird, ich finde diese Lösung fair.

Verwechselt wird in der ganzen Diskussion oftmals die Urheberrechtsfrage: Apple erhebt keinen Anspruch auf die Inhalte des Werks, sondern – so verstehen zumindest ich und eine ganze Reihe anderer Menschen das – nur auf die mit seiner Software erzeugte digitale Datei. Ich kann also immer noch hingehen und meine Inhalte über eine andere Datei für andere Vetriebswege anbieten. Irgendwie erscheint es mir auch nicht ganz so abartig, dass man nach der Entwicklung einer Software selbst an dem daraus erzeugten Profit teilhaben möchte, wenn man die Software kostenlos weitergibt.

Das ist aus meiner Sicht auch der Bonus des „Ersten”, desjenigen also, der am schnellsten mit einer Lösung auf dem markt ist. All die anderen Entwickler, die irgendwann Ähnliches anbieten, werden da zwar keine Einschränkungen haben, aber vielleicht auch die Software nicht kostenlos abgeben.

Wer sich noch erinnern kann, wie schmerzhaft die großen Summen früher beim Berufseinstieg für die Anschaffung von Quark Express und / oder Adobe Pagemaker oder Indesign waren, der wird dieser Lösung auch einen Reiz abgewinnen können…

Bringt Apple am Donnerstag ‘GarageBand für E-books’

Bringt Apple GarageBand für E-Books?

An verschiedenen Stellen im Netz verdichten sich die Gerüchte, (Apple reportedly announcing ‘GarageBand for E-books’ on Thursday, dass Apple bei seiner Präsentation am Donnerstag nicht nur Neuigkeiten im pädagogischen Bereich vorstellen wird. Von einer Software ähnlich Garageband für die Erstellung von E-Books wird gemunkelt. Für mich wäre das der Hit.

Meine Recherche nach Möglichkeiten zur Erstellung E-books auf dem Mac hat zwar inzwischen schon reichlich Material zusammengetragen. Aber eine vergleichbare einfache und preiswerte Lösung wie GarageBand – oder andere, günstige Apple-Apps – ist nirgendwo in Sicht. Auf der anderen Seite ist der Bedarf nach solch günstigen und einfachen Lösungen, wie man sie von Apple vermuten könnte, schier unüberschaubar.

Gerade viele der unbekannteren Autoren, die bei der Verlagssuche viel Zeit und Kraft einsetzen, liebäugeln immer öfter damit, ihre Werke im Eigenverlag auf elektronischem Wege zu veröffentlichen. Angefeuert durch einige Erfolgsgeschichten schwimmen sich etliche Autoren und Journalisten sozusagen gerade frei, was die Kooperation mit Verlagen angeht. Gar nicht zu reden von den tausenden noch unerfahrenen Schreibern, die sich zur Veröffentlichung ihrer Werke berufen fühlen.

Endlich mal wieder ein Apple-Termin, von dem ich mir das Durchschlagendes erhoffe.

Tipp: „Digitaler Werkzeugkasten für Journalisten”

Digitaler Werkzeugkasten für Journalisten

Digitaler Werkzeugkasten für Journalisten

Die Website heißt passenderweise „Digitaler Wandel in der Redaktion” und einen sehr interessanten Beitrag für Journalisten gibt es genau hier: „Digitaler Werkzeugkasten für Journalisten”. Julius Tröger hat dort einen wirklich guten Überblick über Dienste und Programme zusammengefasst mit allem, was für Journalisten heute interessant sein könnte.

Alle Tools sind kostenlos, die Liste ist wirklich ziemlich lang geworden. Dafür finden aber auch die versierteren digital arbeitenden Journalisten noch das eine oder andere Glanzlicht.