Die Mini-Video-Ausrüstung fürs iPhone

Mini-Video-Ausrüstung - für den professionellen Look.

Mini-Video-Ausrüstung – für den professionellen Look.

Die Mini-Video-Ausrüstung fürs iPhone ist eigentlich das iPhone selbst. Die Kamera liefert gute Qualität, die Einstellmöglichkeiten reichen aus und iMovie ist auch schon installiert. Und auch wenn alle Experten gebetsmühlenartig wiederholen, dass die Ausrüstung nicht entscheidend ist für gute Videos, will niemand auf sinnvolles und preiswertes Zubehör verzichten. Schließlich hat man für sein iPhone auch schon einen ordentlichen Betrag hingelegt, da soll es an „Kleinigkeiten” für optimale Ergebnisse nicht scheitern.

Hier meine Erfahrungen und Tipps für eine sinnvolle Mini-Video-Ausrüstung.

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Stative: Warum man nicht genug haben kann….

Reise-Stative sind die wohl universellsten Dreibeine, die es in vielen Variationen gibt.

Reise-Stative sind die wohl universellsten Dreibeine, die es in vielen Variationen gibt.

Stative sind als Helfer oft unentbehrlich – wenn man sich erst einmal an den Gedanken gewöhnt hat, sie einzusetzen. Bis dahin erscheint den meisten Fotografen und Video-Filmern das Dreibein als lästiges Utensil, auf das man nur in Notzeiten zurückgreift. Gute Stative sind richtig schwer, haben wir als Fotografien gelernt. Das muss so sein, damit sie stabil sind und uns zu verwacklungsfreien Aufnahmen verhelfen. So richtig interessant werden Stative aber erst dann, wenn man sie immer dabei haben und schnell einsetzen kann. In dieser Art dominieren die kompakten Reisestative, die es in ungezählten Varianten und Qualitätsstufen gibt.

Das Reisestativ

Das kompakte und leichte Reisestativ ist mein Favorit. Wenn ich es nicht mit mir trage, liegt es zumindest in Reichweite, im Auto. Aber es wird auch zuhause schnell mal aufgebaut für Foto- und Video-Aufnahmen.

Das klassische Reisestativ ist für mich das Rollei C5i Karbon, aber es gibt Dutzende ähnlich gebauter Stative in den unterschiedlichsten Preisklassen. Die Merkmale sind ein geringes Gewicht (ein bis zwei Kilogramm), drei- oder vierfach ausziehbare Beine, ein kleiner Kugelkopf und eine Schnellwechselplatte (vorzugsweise eine Swiss-Arca-kompatible). Mit jedem dieser Merkmale, das einem besonders am Herzen liegt, wird das gute Stück teurer.

Geringes Gewicht durch Carbon beispielsweise verteuert die Sache. Dafür haben die ausziehbaren Beine einen größeren Durchmesser, sind stabiler und oft nur in drei statt in vier Teile gegliedert. Auch der Kugelkopf kann den Preis in die Höhe treiben, wenn er solider und besser justierbar ist. Richtig klein zusammenklappbar sind diese Stative, wenn sie keinen Videoneiger mit langem Griff haben, und wenn die Beine einfach nach oben geklappt werden können.

Viele kleine Details (und Angebote) entscheiden über den Preis.Komfort kostet extra.

Viele kleine Details (und Angebote) entscheiden über den Preis.Komfort kostet extra.

Die preiswerten Modelle wie mein preiswertes Stativ von Mantona fangen bei rund 60 € an, wiegen etwas mehr als ein Kilogramm und bringen es auf eine Höhe von rund 143 cm. Damit ist die Kamera noch nicht auf Augenhöhe, aber man kann damit leben.

Ähnliches Aussehen, unterschiedliche Details

Für die teueren Modelle wie das Rollei zahlt man gerne mal das Dreifache. Gewicht und Packmaß sind ähnlich, aber die Traglast ist höher und die Größe so, dass man sich nicht verbiegen muss (159 cm). Weitere Komfort-Merkmale sind generell bei Reisestativen, dass man zum Beispiel ein Bein abnehmen kann. Dann kann man eventuell(!) noch ein Stück der Mittelsäule und den Kugelkopf setzen und erhält ein Einbeinstativ mit angenehmer Arbeitshöhe hat.

Weitere Komfort-Merkmale: Die Füße gibts mit Gumminoppen und manchmal auch mit Spitze, Bein-Elemente können mit Schaumstoff griffiger gemacht werden, der Kugelkopf hat in manchen Fällen eine Wasserwaage und der Klapp-Mechanismus der Beide rastet in manchen Modellen von selbst ein. Und die Mittelsäule kann man auch manchmal umdrehen und so in Bodennähe arbeiten.

Das alles spielt sicher nicht bei jedem eine Rolle. Aber bei der Vielzahl der Modelle kann sich jeder seine Wunschausstattung zusammen stellen.

Für mich sind die Reisestative die eierlegenden Wollmilchsäue. Ich habe zwei davon, ein billiges und ein teures und sie sind ständig im Einsatz und mit mir unterwegs. Die beiden Schnellwechselplatten sind arca-swiss-kompatibel und damit ist egal, was man auf welches Stativ setzt. Gerade bei Video-Aufnahmen sind beide mit Kameras bestückt. Für Fotos trägt eines die Kamera, ein anderes eine LED-Leuchte oder einen ferngesteuerten Blitz.

Wenn das jetzt ziemlich begeistert klingt, dann stimmt das so. Ich habe noch ein schweres, großes Manfrotto, das eigentlich nur noch mit einem Slider zum Einsatz kommt. Normalerweise greife ich zu den kleinen.

Mini-Stative

Ein Notbehelf für unterwegs. Zusammen mit einer Halterung für Smartphones kann man auch das Handy einsetzen. Das ist praktisch für Langzeitbelichtungen in der Fotografie und für Video-Aufnahmen aus einer zweiten Perspektive oder mit Zeitlupe von bis zu 120 FPS (bei meinem iPhone).

Leuchtenstative

Ja, auch die haben ihre Reize. Früher trugen sie die Blitzköpfe meiner kleinen Studio-Ausrüstung. Heute habe ich billigere, leichtere Leuchtenstative, auf die ich direkt kleine LED-Leuchten aufsetzen kann. Meistens reicht das auch ohne Verstellmöglichkeiten aus. Wenn nicht, gibts ganz preiswerte kleine Kugelköpfe, die genügend Spielraum bieten.

Mikrofon-Ständer

Auch das ist im Prinzip ein Stativ und lässt sich für Fotos und Videos nutzen. Natürlich, um ein Mikrofon aufzunehmen. Ich habe damit aber auch schon Senkrecht-Aufnahmen gemacht, bei denen ich von der GoPro übers Handy bis zu einer Kompaktkamera alles senkrecht über der Aufnahmefläche platzieren konnte. Natürlich gibts dafür professionellere, stabilere Lösungen. Aber wenn man so ein Teil mehrfach nutzen kann, ist das doch eine tolle Sache.

Einbeinstative, Selfie-Sticks, Gimbals, Saugnapf-Befestigungen fürs Auto

Auch diese Helfer sind nützlich, kommen aber bei mir herzlich wenig als Stativ zum Einsatz. Doch wer neben seiner Hauptkamera eine zweite Perspektive nutzen möchte, der kann auch damit gute Ergebnisse erzielen.

Langzeitbelichtungen mit dem iPhone

Langzeitbelichtungen mit dem iPhone: einfach und effektiv.

Langzeitbelichtungen mit dem iPhone: einfach und effektiv.

Langzeitbelichtungen erfreuen sich unter Fotografen großer Beliebtheit. Kaum ein Instagram-Feed, der ohne Bilder von Wasserfällen mit Langzeitbelichtung auskommt oder von nächtlichen Straßen mit verwischten Scheinwerfer-Lichtern. Aber noch immer gibt es viele iPhone-Besitzer, die nicht alle Möglichkeiten ihrer Kameras ausgekundschaftet haben. Im Zweifelsfall greifen sie dann doch auf eine DSLR zurück. Hier gebe ich Dir drei Tipps, wie Du Langzeitbelichtungen mit dem iPhone gut hinbekommst.

Das Smartphone bietet viele Möglichkeiten, ggf. auch den Schutz vor verwackelten Bildern. Für „richtige” Langzeitbelichtungen brauchts aber immer ein Stativ mit einer Smartphone-Halterung. Ich habe in einer Seitentasche meines Rucksacks oder einer Umhängetasche immer ein Mini-Stativ von Joby dabei, manchmal auch das etwas schwerere von Manfrotto (Pixi).  Auch die dazu entsprechende Halterung fürs iPhone braucht zusammen geklappt wenig Platz.

Langzeitbelichtungen mit der Kamera-App

Ja, das kann die vorinstallierte App auch. Allerdings musst Du hier einen kleinen Umweg gehen, weil Du nicht direkt eine lange Belichtungszeit wie 10 Sekunden einstellen kannst. Du aktivierst in  der Kamera-App das kreisrunde Symbol für eine Live-Photo. Auch dazu solltest Du die Kamera auf einem Stativ befestigen. Wenn Dir das (wie beim Joby) etwas zu wackelig erscheint, kannst Du das Live-Bild auch mit dem Selbstauslöser kombinieren. Oder Du verwendest einen billigen Bluetooth-Fernauslöser benutzen.

Die Umwandlung der kurzen Drei-Sekunden-Video-Clips (denn nichts anderes verbirgt sich hinter den Live-Photos) geschieht, wenn Du das Bild in den gespeicherten Bildern aufrufst. Du darfst nicht auf ‚Bearbeiten‘ klicken, sondern das Bild nach oben wischen. Dann erscheinen darunter drei Möglichkeiten der Weiter-Bearbeitung. Das Mittel der Wahl heißt „Langzeitbelichtung”. Damit entsteht der gewünschte Effekt und das Bild ist damit in dieser Form in der Foto-App gespeichert.

Nachteil dieser Methode: Richtig lange Belichtungen (lange Lichtstreifen auf einer nächtlichen Straße) und die damit verbundenen Effekte funktionieren damit nicht. Für fließendes Wasser wie an an einem Wasserfall reicht das aber durchaus.

Slow Shutter

Natürlich gibts für fast alles die passende App, auch für Langzeitbelichtungen. Slow Shutter Cam kostet derzeit 2,29 € und macht genau das, was sie soll. Darüberhinaus ist sie eine clevere kleine Foto-App, mit der man zum Beispiel Fokus- und Belichtungspunkt trennen kann, einen Selbstauslöser programmieren kann oder Intervalle bestimmen kann für die Auslösung.

Auch nach dem Verwendungszweck der Langzeitbelichtung fragt die App: Bewegungs-Unschärfe, Light-Trails oder Low Light mit (Rauschreduzierung). Merke Dir die Belichtungsdauer, denn eine Anzeige dafür gibt es beim Auslösen nicht. Du musst einfach abwarten, bis nach der Aufnahme unten das Menü zum Speichern oder Bearbeiten erscheint, dann ist die Aufnahme beendet.

Camera+

Und schließlich kann auch eine der Universal-Kamera-Apps, die ich hier schon vorgestellt habe, prima mit Langzeitbelichtungen umgehen. In Camera+ (Preis derzeit 3,49 €) erscheint unten im Aufnahme-Fenster eine Angabe von Belichtungszeit und ISO-Wert. Die Blende kannst Du übrigens niemals verändern beim iPhone, auch nicht mit einer App. Dort tippst Du drauf und kannst dann die Belichtungszeit fast beliebig verändern bis 30 Sekunden). Während der Aufnahme wird die Belichtungszeit sichtbar heruntergezählt.

Dieses Feature und die angenehmen anderen Dienste wie Trennung von Fokus- und Belichtungspunkt oder die Wasserwaage für horizontale / vertikale Ausrichtung machen diese App zur wohl komfortabelsten Lösung für Langzeit-Belichtungen.

Spannende Foto-Exkursionen mit Erfolgserlebnis

Mein Fazit: Die Lösung mit der installierten Kamera-App ist für erste Experimente ganz ok. Du musst auf jeden Fall mindestens ein Mini-Stativ dabei haben und eine Smartphone-Halterung, dann kannst Du das schon bei der nächsten Wanderung ausprobieren.

Richtig Spass macht das Unternehmen Langzeit-Belichtungen mit den beiden vorgestellten Apps (es gibt sicher noch mehr). Wenn Du dann noch ein nicht ganz so kleines Reise-Stativ dabei hast (bei mir ist es das Rollei C5i Carbon), dann kannst Du alles ziemlich perfekt einstellen. Die Ergebnisse sind verwacklungsfrei und die Bildqualität ist gut und reicht nicht nur für die Webseite und Deine Social Media Profile.