Mischlicht: Fotografieren in der Dämmerung

Mischlicht-Fotografie lebt auch von der Farbigkeit des Himmels.

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Mischlicht beim Fotografieren in der Dämmerung gilt heute als reizvoll. Früher in Zeiten analoger Fotografie auf Film war die Vermischung von spärlichem Tages- oder Abendlicht mit dem Schein von Glühlampen und Neonleuchten eher gefürchtet. Der Farben-Mischmasch, der daraus entsteht, galt als schwer kontrollierbar. Heute darf es in der Fotografie durchaus bunter sein. Und wenn eine farblich unattraktiv wirkt, lässt sich ggf. auch in der Nachbearbeitung gegensteuern. Aber in den allermeisten Fällen sind Aufnahmen, die bei Mischlicht entstanden, sehr reizvoll und brauchen außer den üblichen kleineren Korrekturen in Programmen wie Lightroom oder Photoshop keine Sonderbehandlung.

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Klassische Stativlösung für Video-Licht mit Softbox

Klassische Stativlösung für Video-Licht mit Softbox

Video-Licht ganz klassisch

Wer von der Fotografie zum Video filmen gekommen ist, der hat als Ideal-Lösung vielleicht noch die Standard-Studio-Beleuchtung vor Augen. Das waren zwei oder mehr größere Blitzgeräte auf Stativen, vielleicht noch ergänzt durch kleinere Blitzgeräte. Eventuell konnte man einem Fernauslöser zusätzlich die Kamera-Blitzgeräte verwenden.

Mir ging es auch so, und meine Beleuchtung für Tabletop und Interviews sah bei Foto und Video ganz ähnlich aus. Weil weiches Licht immer gut aus, habe ich zwei Soft-Boxen gewählt mit mehreren zuschaltbaren Lampen. Das Ganze funktioniert ähnlich gut wie die Studio-Blitzanlage – mit zwei bedeutsamen Nachteilen. Zum einen ist ein Video doch etwas bewegter. Interviewpartner werden verschieden platziert, vor einem anderen Hintergrund, mit neuer Ausleuchtung. Beim Fotografieren von Objekten kann man an seiner Standard-Aufstellung lange Zeit festhalten, mit kleinen Variationen. Das Umstellen der störrigen Softboxen auf Stativ fürs Video-Licht macht wenig Freude.

Zum anderen ist die Softbox mit Lampen im Vergleich zur Studio-Blitzanlage bei vergleichbarer Größe und mit vier Leuchten deutlich weniger leistungsfähig, als die Blitzanlage. Das bedeutet, die Leuchten müssen näher ran ans Objekt, und / oder man filmt mit höherer ISO-Einstellung und riskiert Körnigkeit und Unschärfe.

Mein Fazit hier: Mittlerweile sind auch die größeren LED-Leuchten preiswerter geworden. Und sie sind wesentlich kompakter, so dass man sie auch leichter einpacken und mitnehmen kann. Wer vor Ort schon Lichtboxen mit Stativ aufgebaut und verkabelt hat, der weiß das zu schätzen. Für rund 100 Euro bekommt man zwei brauchbare Video-Softboxen mit Dauerlicht. Für den gleichen Betrag ist zwar nur eine größere LED-Leuchte drin. Aber für einen Umstieg auf LED ist das ein guter Anfang.

Für preiswerte LED-Leuchte gibts einen aktuellen Bericht bei Caleb Pike.

Für preiswerte LED-Leuchte gibts einen aktuellen Bericht bei Caleb Pike.

Die mobile Lösung

Was beim Fotografieren die „entfesselten” Blitze mit Funk-Fernauslöser waren, das ist beim Videofilmen der Einsatz kleinerer LED-Leuchten. Im Fotobereich sind das bei mir alte Nikon-Blitze mit der bewährten Yongnuo-Fernsteuerung. Funktioniert prächtig, ist kompakt und überall einsetzbar, auch im Freien.

Die von mir gewählten kompaktem LED-Leuchten sind inzwischen deutlich überholt. Der unermüdliche Caleb Pike, der auf seinem Youtube-Kanal DSLR-Video Shooter eine beträchtliche Anzahl sehr informativer und gut gemachter Videos anbietet, hat aktuell diese kompakten LED-Leuchten getestet. Der erste Teil beschäftigt sich mit Leuchten in der Preisklasse bis etwa 50 Dollar. Die Preise sind bei uns ähnlich, fast alle Artikel sind auch hier erhältlich.

Wer sich den ausführlichen Test angesehen hat, kann gleich zur Tat schreiten. Zu den LED-Leuchten empfiehlt sich gleich der Kauf passender Akkus, wobei Augenmaß angebracht ist. Meine Akkus sind zwar leistungsfähig, aber aufgrund des Gewichts schwerer einzusetzen. Der Kugelkopf, auf dem die Leuchten befestigt sind, muss da schon etwas stabiler sein. Mein Tipp: Lieber mehrere kleinere Akkus kaufen.

Dimmbares LED-Ringlicht für Video.

Dimmbares LED-Ringlicht für Video.

Die Spezialisten

Da spielen bei den meisten Videofilmern vor allem zwei Kategorien eine Rolle: Makro und Porträt. Für beide eignet sich fast gleichermaßen ein Ringlicht. Und auch hier hat die LED-Technik Einzug gehalten. Statt der ringförmigen Lampen sind dimmbare LED-Leuchten für vergleichsweise wenig Geld zu haben. Wer mit den kleinen weißen Ringen, die als Reflex in den Augen der Porträtierten zu sehen sind, keine Probleme hat, sollte das Angebot prüfen.

Do-it-yourself

Anleitungen zum Bau eigener Leuchten für Video-Aufnahmen finden sich zahlreich im Netz (hier eine in deutscher Sprache). Früher habe ich mit dem Schwerpunkt auf Fotografie Beleuchtungen und Leuchtkästen selbst gebastelt. Heute bin ich kein Fan mehr davon. Die Selbstbau-Lösungen, meist mit vielen Holz- und / oder Plastikteilen, wirken etwas seltsam, wenn man sie vor fremden Augen aufbaut.

Ich habe keine Scheu, mit Uralt-DSLRs aufzutauchen für Aufnahmen. Auch der Rest meiner Ausrüstung muss nicht teuer wirken oder gar den vermeintlichen Profi-Ansprüchen genügen, sondern meinen. Aber die Selbstbau-Lösungen sind in meinen Augen oft erstens etwas unschön und zweitens lange nicht so funktionell wie gekaufte. Das gilt auch für Rigs und Dollys und Slider. Abgesehen davon sind die Preise hier so günstig geworden, dass zumindest eine Billig-Lösung aus Fernost für fast jederman erschwinglich ist.

Philips Hue – Lichtspiel mit dem iPhone

Philips Hue

„Personal wireless lighting“, wie Philips seine fernsteuerbare LED-Lampe mit wechselnden Farben nennt, klingt zwar sehr hochgestochen. Aber es ist auch eine Spielerei, die viel Anklang findet, sogar schon bevor Sie offiziell erhältlich war / ist.

Auf dieser Website stellt der Hersteller das Zauberding vor, das ich persönlich zwar für sehr hübsch halte. Dennoch bin ich überzeugt, dass es eigentlich nicht die Weltmeisterschaft in Programmierung und Herstellung verdient hat und deswegen finde ich den Preis auch ziemlich happig (Start bei 200 Euro).

Was kann man damit machen? Man kann die Farbe und Leuchtkraft einer Leuchte per iPhone steuern und programmieren. Sprich: Man kann auch mehrere solcher Leuchten mit unterschiedlicher Leuchtkraft und verschiedenen Farben leuchten lassen und damit einem Raum ein ganz neues Gesicht geben. Auch Timer-Funktionen sollen möglich sein.

Die Preise: Das Starterset kostet 200 Euro, einzelne LED-Glühbirnen 60 Euro.

Die Weltrevolution ist es sicher nicht, aber nachdem vor kurzem ein mitdenkender, per iPhone steuerbarer Thermostat in den Handel kam (und die App in den iTunes-Store), ist das nach meiner Kenntnis ein weiteres System, das einen praktischen Nutzen für den Alltag zuhause bietet. Mal abgesehen natürlich von ungezählten Fernsteuer-Apps für TV und Musik.

Der superschicke und programmierbare Thermostat lässt sich wohl zumindest bei uns zuhause nicht einsetzen, Oder wenn dann nur auf teuren Umwegen. Aber der Gedanke, einige Dinge im Haushalt sinnvoll und energiesparend von was auch immer für einem handlichen Gerät steuern zu können, hat für mich schon etwas verlockendes. Ganz abgesehen natürlich von der Lust am Spielen, die bei solchen Gadgets aufkommt…

PS: Kaufen kann man das wohl nur im Apple Store. Wer keinen vor der Türe hat, muss das Online bestellen, ohne Versandkosten. Dort steht zwar noch versandfertig in 2 bis 3 Monaten, aber erstens gibt es schon Rezensionen dazu (das muss allerdings nix heißen, die werden oft auch blind geschrieben) und man muss halt doch direkt in einen Store vor Ort. Oder abwarten, bis man es zu vernünftigen Preisen auch woanders herbekommt…