Schreiben – jeden Tag!?

Schreiben kann eine Herausforderung sein. Aber auch viel Spass machen, wenn es rund läuft.

Schreiben kann eine Herausforderung sein. Aber auch viel Spass machen, wenn es rund läuft.

Schreiben kann Lust sein – oder Last. Egal ob man jetzt einmal pro Woche in die Tasten haut oder jeden Tag. Manchmal fließen einem die Formulierungen nur so in den Mac (so soll es sein) und man strukturiert erst im Nachhinein, was man da alles produziert hat. Aber zu manchen Themen, Anlässen oder Terminen fällt einem Partout nichts ein, was man für würdig hält, zu Papier gebracht zu werden. Mit ein paar Tipps überwindet man diese Schwelle oftmals leichter.

Themen finden

Ich habe bei der Tageszeitung als Freier Journalist angefangen. Später habe ich Redaktionsvertretungen gemacht, auch Allein-Vertretungen. Das bedeutet auch, dass man mitten im Sommerloch alleine in der Redaktion sitzt und nicht weiß, wie man für die morgige Ausgabe eine Seite füllen soll. Natürlich gibts diese Flaute, das stimmt. Aber dass nichts passiert, was von Interesse wäre, stimmt eben nicht.

Bis heute geht es mir so, das ich in Gesprächen mit Kunden immer eine Antwort habe, wenn es heißt: „Wir wissen nicht, was wir auf der Website / Facebook-Seite / im Newsletter schreiben könnten. Die rüde Antwort wäre: Sie haben den falschen Job, wenn Sie nur Dinge tun, die wirklich niemanden interessieren. Die behutsamere, pädagogisch richtige Antwort lautet: Natürlich gibt es interessante Themen in Ihrem Themenbereich. Man muss sie nicht einmal finden, denn sie sind schon da. Man muss sie nur entdecken und bewerten.

Der Filter

Meistens liegt das Hauptproblem der Themenfindung im Filter: Man blendet bei der Suche alles aus, was einem aus eigener Sicht unwesentlich und langweilig erscheint. Das sind große Teile des Alltags. Ein Beispiel.

Nun gehören zu meinen Kunden auch Winzer und ich weiß aus Erfahrung, wie neugierig Weintrinker und Kunden auf den Alltag des Winzers sind. Was macht er da genau? Und warum? Im Prinzip wissen die meisten Menschen, wie Wein gemacht wird. Aber eben nur im Prinzip. Dabei sind da ganz faszinierende Themen dabei. Man muss nur, in diesem Beispiel als Winzer, einmal die Perspektive wechseln. Was fragen meine Besucher, wofür interessieren sie sich. Und das Thema ist nicht erschöpft, wenn man zum Beispiel ein Jahr lang seine Praxis beschrieben hätte (was wohl niemand schafft.)

Ideen sammeln

In lichten Momenten erkennt man selbst genau, was andere interessieren könnte. Aber in dem Moment, wo ich an einem Sonntagabend einen Newsletter verfassen soll oder einen Blogpost, will mir nichts einfallen. Das ist der Moment, wo diese alberne Liste endlich ihre Berechtigung erfährt, die seit Wochen herumliegt. Mit gesammelten Stichworten und Ideen. Gut, die Hälfte davon verwirft man nach erstem Draufschauen wieder. Aber es bleiben noch genügend Einfälle und Inspirationen übrig.

Ich liebe Listen und wahrscheinlich produziere ich mehr handschriftlichen Papiermüll, als nötig. Aber letztlich hat das gute alte Stück Papier noch immer seine Berechtigung. Keine App, die man erst starten muss, wenn man eine Idee hat. Nur Stift und Papier.

Anregungen sammeln

Natürlich ist niemand perfekt. Und niemand sammelt dauernd Material, das er später mal verwenden könnte. Es gibt auch Lücken. Große Lücken. Und dann kann man ja immer noch schauen, was andere machen. Aber nie, nie, nie, um etwas zu kopieren. Auch nicht mit Abwandlungen oder kreativen Verschönerungen.

Aber wer heute ein Blog betreibt, der weiß auf Anhieb mindestens 10 andere Blogs in seinem Themenbereich. Zu schauen, was die anderen machen und wie sie es machen, ist nie verkehrt. Im Gegenteil. Manchmal lernt man dadurch mehr, als aus der eigenen Praxis. Aber wenn einem etwas gefällt, dann ist der nächste Schritt sinnvollerweise auch zu schauen, was daran gut ist. Warum mich das anspricht. Und was ein eigenes Thema wäre.

Auch solche Sachen wollen gesammelt sein. Merken kann sich das bei der heutigen Datenflut kein Mensch mehr. Schriftliche Notizen sind dafür auch gut, aber nicht so praktikabel. Für digitales eignet sich dann doch eher der Computer. Man kann Beiträge im Netz mit dem WordPress-Kürzel als Entwurf im eigenen Blog speichern (nicht den ganzen Text, nur den Link zum Artikel). Mann kann sich ebenfalls über den Browser einen Artikel als Link auf das eigene Email-Konto schicken lassen, dann hat man dort ein kleines Archiv. Oder man nutzt Dienste wie Evernote, Buffer, Pinterest oder eine der Read-Later-Apps.

Mein Fazit

Wie alle kreativen Arbeiten lebt auch das Schreiben von Anregungen. Dass man diese dann sucht, findet und in eigene Projekte umsetzt, wenn man sie ganz dringend braucht, ist schwierig. Sammeln hilft. Jeder Künstler hat Dinge, die ihn inspirieren, beschäftigt sich mit Kunst und mit dem, was andere Künstler so machen. Wer in einem anderen Bereich, vielleicht auch handwerklich, tätig ist, sollte dieses Interesse ebenfalls aufbringen.

 

Inspirierendes aus sozialen Netzwerke: Mal schauen, was die anderen machen

Unlängst habe ich hier über meine Zweifel an Pinterest geschrieben. Nicht, dass ich das nicht eine tolle Sache fände. Aber – und darauf weisen immer mehr Leute hin – es kann auch juristisch etwas zweifelhaft sein, wenn man sich mit Bildern anderer Urheber schmückt.

Dabei ist Pinterest natürlich nur einer von vielen solcher Dienste, aber wahrscheinlich der, der gerade den spektakulärsten Raketenstart hinlegt.

Unbeachtet der aktuellen Diskussion um Urheberschaft: Schon immer schauen die Kreativen natürlich gerne nach, was die Kollegen so machen. Fotografen, Designer, Webentwickler, sie alle leben auch von den Inspirationen, die sie von anderen Seiten bekommen.

Für mich mit die besten Quellen sind:

500px

500px

Wurde als Alternative zu Flickr zuerst hoch gelobt. Ist jüngst erst überarbeitet worden und bietet viele qualitativ hoch stehende Fotos. Außerdem belegt die Website meiner Ansicht nach sehr gut, dass im kreativen Bereich eine Masse engagierter Amateure (dort sind aber auch Profis vertreten) leicht eine viel größere Anzahl toller Ergebnisse liefern kann, als eine kleine Schar von Profis.

Natürlich bildet solch eine Sammlung immer auch aktuelle Trends sehr schön ab. Und wer einen Einstieg in den Markt sucht, der kann sich solchen Trends dann leicht anschließen (oder mit Grausen abwenden).

Ach ja, und natürlich gibts auch eine App dafür.

Fancy

Fancy

Ich glaube, Fancy könnte man gut als den direkten Konkurrenten zu Pinterest sehen. Fancy-Empfehlungen sind zB auch sehr gut und oft in der iPad-App Flipboard vertreten. Das Prinzip ist das gleiche wie bei Pinterest, die Darstellung nicht ganz so pfiffig.

Dribble

Dribble

Dribble dagegen ist wiederum eher mit 500px zu vergleichen: Hier sind es die Kreativen selbst, die sich präsentieren. Allerdings dieses Mal nicht auf Fotografie beschränkt, sondern in einem größeren Spektrum. Und: Man kann hier nicht so einfach mitmischen, sondern braucht eine Einladung. Interessant auch, dass es statt der üblichen Einteilung auch ”Debuts” und „Playoffs” gibt.

4. Fotobook Festival

Dummy Award beim 4. Fotobook Festival

Dummy Award beim 4. Fotobook Festival

Gerade hatte ich das Fotobuchtage 2011 angekündigt, das ist das 4. Fotobook-Festival schon zu Ende. Während die Photo+Art Book Hamburg eher Workshop-Charakter hat und erst Anfanh September stattfindet, ging das 4. Fotobook-Festival am 5. Juni in Kassel zu Ende.

Dort wurde ein Dummy Award 2011 vergeben sowie ein Photo Book Award 2011. Für beide Bereiche kann man sich nun auf der Website die Ergebnisse ansehen und gute Vorsätze fassen für das nächste Jahr.

Den Dummy Award finde ich eine besonders gute Idee, weil man mit relativ wenig Aufwand seine Bilder bzw. sein Konzept vorschlagen kann und einer größeren Öffentlichkeit bekannt macht. Schade, dass man gerade bei den beiden Erstplatzierten auf der Website nichts von ihrem Projekt zu sehen bekommt.