Produktfotos: 5 Tipps für gute Ergebnisse

Auch für Produktfotos gilt: Brennweite, Lichtstärke, Verschlusszeit und das sogenannte Bokeh gehören zusammen .

Auch für Produktfotos gilt: Brennweite, Lichtstärke, Verschlusszeit und das sogenannte Bokeh gehören zusammen .

Produktfotos waren lange Zeit Profisache. Neben der Studio-Blitzanlage waren Vorrichtungen wie große Reflektoren im Einsatz, Hohlkehlen für eine schattenlose Ausleuchtung und leichtere Freistellung. Und natürlich ging ohne Mittelformatkameras gar nichts. In Zeiten von Ebay, Foodblogs und Online-Shops beschäftigen sich offensichtlich zigtausende mit dem Thema. Und sehr sehr viele bringen tolle Ergebnisse hervor. Wer durch Foodblogs stöbert muss sich wundern, wie viele Blogger zuhause Aufnahmen hinbekommen, die man in dieser Qualität noch vor kurzer Zeit nur in Zeitschriften gesehen hat.

Da Herbst und Winter ja auch Ebay-Saison sind, hier in paar allgemeine Tipps, wie man mit vergleichsweise wenige Aufwand zu brauchbaren Produktfotos kommt. Für spezielle Aufgaben wie Flaschenfotos oder Food-Fotografie kann man sicher noch zwei Dutzend weitere Tipps geben (hier sind zum Beispiel welche für ein schönes Bokeh), aber für den Alltagsgebrauch sollte eigentlich jeder mit Digitalkamera und einem PC / Mac damit hinkommen.

Das Schöne an der digitalen Fotografie ist ja, dass man das Prinzip Versuch und Irrtum ausreizen kann. Auch bei diesen Tipps kann man nachjustieren, bis man das gewünschte Ergebnis erzielt.

1. Produktfotos mit natürlichem Licht

Ein erschreckendes Anfänger-Erlebnis ist ja oftmals, dass die Produktfotos, die man auf dem Wohnzimmertisch gemacht hat, total verwackelt und körnig sind. Was uns hell vorkommt, ist für die Kamera oftmals – trotz bunt strahlendem Display – graue Soße. Wenig Licht führt zu langen Belichtungszeiten und / oder hoher Empfindlichkeit. Beide stellt die Kamera oftmals automatisch ein. Und wo wir soeben im Freien noch tolle Ergebnisse bekamen, siehts im Wohnzimmer dagegen sprichwörtlich dunkel aus.

Also gehen Sie ans Fenster. Selbst das Nordfenster sollte tagsüber ausreichen, wenn draußen nicht totales Schietwetter ist. Die Fenster mit direkter Sonneneinstrahlung sollten Sie dagegen meiden: Die hässlichen Kontraste sind kaum auszugleichen. Ein gleichmäßiges Licht ohne zu starke Schlagschatten ist ideal. Einzige Ausnahme ist eine sehr tiefstehende Sonne, die schon durch die Atmosphäre abgemildert ist. Aber warten Sie besser nicht darauf.

2. Vergessen Sie den eingebauten Blitz

Blitze sind tolle Lichtspender. Erst recht, wenn man sie individuell / manuell steuern kann, die Reflektoren gegen die Decke richten kann oder andere Aufheller nutzt. Der kleine Blitz über der Linse ihrer Kamera dagegen hat nur von vorne viel Licht auf das Objekt, das im Gegensatz zur Umgebung überstrahlt. Das kommt bei Produktfotos eher schlecht an.

3. Stative oder Auflagen

Ein Stativ ist hilfreich, wenn man in der Wohnung fotografiert. Auch wenn Ihnen eine 30stel Sekunde ziemlich kurz vorkommt: Ob das Bild verwackelt ist, sehen Sie erst später am Bildschirm. Wenn kein Stativ zur Hand ist, behelfen Sie sich mit einem Bücherstapel oder anderen Stützen, auf die Sie die Kamera platzieren können. Und damit es beim Auslösen nicht doch noch verwackelt, benutzen Sie den Selbstauslöser. (Mit dem hat man früher Selfies gemacht, Sie erinnern sich?)

4. Tiefenschärfe

Manche Dinge sollen von vorne bis hinten knackscharf sein. Das macht Ihre Digitalkamera wahrscheinlich ganz automatisch so. Aber Sie kennen den Effekt, dass in einem guten Foto nur der bildwichtige Teil scharf ist, und der Rest etwas verschwommen. Das bekommen Sie für ein gutes Produktfoto mühelos mit einer DSLR und einem lichtstarken Normal-Objektiv hin. Ideal ist das klassische 50-mm-Objektiv mit Lichtstärke 1,8. Sie fotografieren dazu mit offener Blende (also zum Beispiel 1,8).

Wenn ihre kompakte Digitalkamera nur ein Objektiv mit geringerer Lichtstärke hat (vielleicht 5,6), dann können Sie vielleicht das eingebaute Zoom nutzen. Festbrennweiten sind ja sowie eher selten geworden. Und eine geringere Tiefenschärfe können Sie auch erzeugen mit einer längeren Brennweite. Also gehen Sie auf die Tele-Einstellung. Und dann entfernen Sie sich gerade so weit von Ihrem Objekt, dass es an der Naheinstellgrenze leigt (einfach ausprobieren). Den Nachteil, dass dann automatisch eine langsamere Verschlusszeit gewählt wird, können Sie ausgleichen. Sie setzen einfach das Stativ oder die Buchauflage ein und benutzen den Selbstauslöser.

5. Flat-Style: senkrecht von oben

Sie sind im Internet schon auf die flat-style Aufnahmen gestoßen? Da werden ein malerisches Sammelsurium drapiert, gerne irgendwelchen stylischen Objekte. Also das Smartphone neben dem Laptop, dazu eine Sonnenbrille und die dampfende Kaffeetasse. (Fragen Sie nicht, warum es auf Ihrem Schreibtisch nie so stylisch aussieht.) Im Prinzip können Sie das ohne technische Aufwendung zuhause nachstellen. Wichtig ist, dass Sie nicht schräg, sondern senkrecht von oben fotografieren.

Deswegen ist es eher knifflig, dafür den Schreibtisch zu nehmen. Denn dann müssen Sie zum Fotografieren auf Stuhl oder Leiter steigen. Ideal ist der Fußboden vor Ihrer Balkontür, wenn dort nicht gerade die Sonne direkt hineinscheint. Wenn Sie keinen schönen Holz- oder Steinfußboden haben, nehmen Sie eine andere glatte Platte oder Fläche. Vielleicht haben Sie auch noch Dielen übrig oder einen anderen großen Karton von einer Verpackung. Es geht auch Zeichenkarton, vorzugsweise in weiß oder lichtgrau. Und wenn durch die Balkontür noch immer zu viel Licht hereinkommt, stellen Sie gegenüber, also vor sich, einen anderen weißen Karton, der das Licht reflektiert. Versuchen Sie besser nicht, mit einem Blitz aufzuhellen, das ist eher schwierig.

Normalerweise hat Ihre Kamera einen automatischen Weißlichtabgleich. Der sorgt dafür, dass Sie statt der Balkontüre auch Lampen benutzen können. Eine Stehlampe links, eine rechts, beide möglichst mit indirektem Licht, also keine Strahler. Funktioniert der Weißlichtabgleich nicht, werden die Bilder unter Glühlampenlicht rotstichig, bei Neonlampen grünstichig.

Ein Lichtzelt oder Reflektoren können das vorhandene Licht für Produktfotos wesentlich verbessern.

Ein Lichtzelt oder Reflektoren können das vorhandene Licht für Produktfotos wesentlich verbessern.

Für wenig Geld…

Die bisherigen Tipps haben keine zusätzlichen Kosten verursacht. Wenn Sie allerdings öfters gute Produktfotos brauchen, lohnt sich vielleicht ein kleines Lichtzelt oder ein paar günstige Reflektoren. Beide ergeben ein weiches, ziemlich gleichmäßiges Licht und liegen in der Preisklasse unter 50 Euro.

Natürlich können Sie noch viel mehr Aufwand treiben. Aber mit diesen Tricks sollten Sie die Situation so meistern, dass Sie klare Darstellungen für einen bestimmten Zweck hinbekommen – ohne dass Sie größere Einkäufe für Zubehör tätigen. Denn egal ob Sie für Ebay, das Foodblog oder Ihren Shop fotografieren: bessere Bilder erzeugen mehr Aufmerksamkeit und auch Vertrauen in das Produkt.

2015: Isch over

Abendstimmung am Rhein

Naja, fast over. Es ist zumindest schon verdächtig ruhig und man kann nun die Sachen in Angriff nehmen, die man noch vor Jahresende erledigen soll / muss. Und man kann sich schon mal vorsichtig den neuen Vorsätzen nähern, die noch etwas unartikuliert im Kopf herumschwirren und Halt suchen.

Mehr Fotos wie dieses zum Beispiel, die ja nicht nur optisch was hermachen: Dazu gehört auch draußen sein, weg vom Schreibtisch, schöne Dinge entdecken und festhalten und was draus machen. Den ganzen Tag am Schreibtisch zu verbringen ist zwar sehr effektiv, aber auf die Dauer wahrscheinlich auch eher ungesund.

Das 100. Instagrambild

Instagram Schwarzwald

Jetzt wirds was: Instagram hat zu denjenigen Sozialen Medien gehört, die ich mal angetestet hatte, für die mir aber einfach die Zeit fehlte. 2013 zog ich also einfach ein paar Fotos vom Handy in meinen neu aufgemachten Instagram-Account @joachimott, verfolgte das eine Weile und fand dann keine Zeit mehr dafür. Auch 2014 unternahm ich einen eher müden Anlauf.

Dieses Jahr dann entdeckte ich Instagram-Accounts, die mir richtig Spass machten: Die Bilder ergaben knackscharfe und passende Profile, waren alle technisch perfekt und machten Lust, auch auf die zugehörige Website zu schauen oder zur Facebook-Seite zu wechseln.

Seit Oktober verfolge ich das ernsthafter mit meinem Instagram-Account und siehe da: Es kommen Likes und Follower. Und – was mindestens genauso gut ist – ich entdecke laufend interessante Menschen und Profile. Instagram macht zwar mehr Arbeit als andere Accounts, denn man muss ihn mit dem Handy bedienen und kann auch keine Posts terminieren. Aber Instagram scheint mir der passende Ort zu sein meine Bilder: Auf der eigenen Website und in anderen sozialen Medien gehen sie leicht unter.

Ich konnte zu Beginn schwer vorhersagen, welche Bilder mehr Likes bekommen und welche weniger. Inzwischen gibts da weniger Überraschungen. Die Bildauswahl hat noch den regionalen Schwerpunkt Schwarzwald, aber zukünftig werde ich das Spektrum etwas erweitern.

Fotografen-Werkzeug: Online Beleuchtungsschema erstellen

Online Lighting Diagram Creator

Ich habe früher schon mal nach so etwas gesucht. jetzt gibt es das: Mit dem Online Lighting Diagram Creators kann man bildlich ganz gut darstellen, wie man ein Objekt, eine Szene für eine bestimmte Aufnahme ausgeleuchtet hat. Freilich ist das Ganze stark schematisiert, aber besser als die Kugelschreiber-Skizzen auf einem Notizblock ist es allemal.

Was mich zuerst etwas verwirrt hat, ist (wie so oft) die Einschränkung auf nicht kommerzielle Nutzung: Bedeutet das, dass man es auf einer Fotografen-Homepage nicht einsetzen kann? Offensichtlich nicht:

A minimum donation of $10 USD is asked for each commercial project (except the use on a photographer website, blog or gallery).

Unter Downloads gibt es übrigens noch die Möglichkeit, eine PSD-Datei für die Verwendung in Photoshop oder in Photoshop Elements herunterzuladen. In allen Fällen bittet der Autor der Website um eine Spende, was ich aber durchaus für angebracht halte, wenn man daraus Nutzen zieht.

Auf die Schnelle: 5 Geschenke für Fotografen bis 100 €

Weihnachten naht, die meisten Geschenke sind besorgt. Jetzt noch schnell was als Belohnung fürs eigene Hobby kaufen? 100 € sind eine Schmerzgrenze, die man dank des breiten Angebots des Online-Handels leicht unterschreiten kann. Hier meine Favoriten.

1. Reisestativ Rollei Compact Traveler No. I

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Ja, ich weiß: Ein Stativ muss groß und schwer und stabil sein. Das war zumindest die alte Regel für SLR-Fotografen, die gerne auch mal an die schwere Kamera samt Batterieteil ein 2,3/200mm-Objektiv dranschraubten. Heute hat fast jeder ambitionierte Hobby-Fotograf auch die spiegellose Kamera dabei. Kleines Gepäck, geringes Gewicht. Da ist ein Mini-Stativ gerade ausreichend, passt auch noch in die Umhängetasche. Und dient bei anderen Aufgabenstellungen als Zweitstativ für die zweite Kamera, das Licht, den Blitz oder einen Reflektor.

32 cm Packmaß, 1200 Gramm Gewicht, Panoramakopf und Schnellkupplung. Kann man noch am Weihnachtsabend für Familienfotos vor dem Baum einsetzen.

2. Canon Mount Adapter EF-EOS M

Objektiv-Adapter

Objektivadapter wie dieser für den Anschluss alter Objektive an neue spiegellose oder DSR-Kameras machen Spass: Man kann das ganze alte Glas auf einmal wieder benutzen. Die alten lichtstarken Objektive lassen sich meistens mit einem Adapter weiter benutzen, die meisten anderen Adapter sind auch etwas billiger als dieses spezielle Canon-Modell.

3. Makrovorsätze (Hier: Raynox RADCR-0250 Super Makro mit Universal-Schnappadapter

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Es muss nicht immer das große, teure, lichtstarke Makro-Objektiv sein. Genauso wenig, wie man ja auch nicht immer plakatgroße Abzüge von seinen Bildern machen lässt. Mit ein paar Einschränkungen muss man leben. Wer nach Achromat sucht, der findet ebenfalls einige preiswerte Vorsätze mit gutem Preis-Leistungsverhältnis und (meist) guten Bewertungen.

4. Blitzgeräte für entfesseltes Blitzen: Yongnuo OS02037 YN-560 Mark III Systemblitz mit integriertem Funkauslöser

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Frontal blitzen geht gar nicht, nicht mal mehr für Familienfotos. Aber System-Blitzfgeräte von Canon und Nikon für entfesseltes Blitzen sind teuer. Dieser Blitz hier hat genügend Einstellmöglichkeiten und taugt als Slave-Gerät: Er ist kompatibel mit den Fink-Auslösern von Yongnuo wie zum Beispiel dem Yongnuo RF603CII RF603II Funkauslöser Blitzauslöser Auslöser für Canon EOS , die man für weitere rund 30 Euro noch dazu kaufen kann, ohne die 100-Euro-Grenze auch nur anzukratzen.

5. 5in1 Faltreflektoren Set – 107cm Ø – gold, silber, schwarz, weiß und Diffusor

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Genug Licht gibts immer, man muss nur irgendwie nachhelfen: Mir natürliche Lichtquellen, Blitzen, Leuchten und – last but not least – Reflektoren. Diese hier sind groß (107 cm Durchmesser), leicht, kompakt verstaubar und preiswert.