Timelapse-Tipps für schnelle Zeitraffer-Aufnahmen

Drei schnelle Timelapse-Tipps

Drei schnelle Timelapse-Tipps

Hier meine drei Timelapse-Tipps um ein bißchen Zeit zu sparen. Denn die Zeitraffer-Aufnahmen braucht jeder, der Videos macht – irgendwann mal. Und wahrscheinlich braucht sie auch fast jeder, der irgendeinen Social Media Account hat. Denn sie sind umkompliziert zu machen, sie lockern jeden Inhalt und jeden Account auf und sie fesseln alle Besucher – denn losreißen kann man sich davon kaum. Dazu trägt auch bei, dass man um die Kürze dieser Filmschnipsel weiß. Weiterlesen…

Hochformat-Videos für IGTV

Hochformat-Videos für IGTV

Hochformat-Videos für IGTV

Videos im Hochformat wurden ja oft belächelt. Vielleicht ändert sich das jetzt, nachdem der Instagram-Ableger IGTV mit eigener App das bislang ungeliebte Format hoffähig macht. Natürlich – und das ist ja auch Sinn und Absicht der ganzen Aktion – kann man wie bisher auch bei allen anderen Sozialen Medien mit seinem Smartphone problemlos Hochformat-Videos erstellen und hochladen.

Dieses Mal ist aber tatsächlich auch einiges anders. Das fängt schon damit an, dass Instagram bisher eben die reine Smartphone-Geschichte war. Auch die Instagram-Stories, für die Hochformat-Videos verwendet werden konnten, mussten vom Smartphone kommen. Nun kann man über seinen Desktop-Rechner Videos auf IGTV hochladen. Das zeigt auch ein bißchen die Richtung, in die die Macher von IGTV schielen. Youtuber nämlich filmen kaum mit dem Smartphone für die Videos auf ihrem Kanal. Sie nutzen Kameras, gerne die großen, teuren mit den tollen neuen Features. Und sie arbeiten am Rechner, um aus ihren Aufnahmen tolle Videos zu machen.

Deswegen an dieser Stelle ganz kurz die Anleitung, wie man mit geringer Youtube- und Video-Erfahrung auf dem eher konservativen Weg zu Hochformat-Videos kommt. Die Clips müssen länger als 15 Sekunden sein (das ist die Obergrenze bei Stories) und können derzeit maximal 10 Minuten lang sein.

Hochformat-Videos: Fast alle Aufnahmen sind brauchbar

Das ist die gute Nachricht. Fast alles, was man an Aufnahmen in seinem Archiv hat ist brauchbar, um daraus beispielsweise mit FCPX neue Hochformat-Videos zu erstellen. Am besten sind natürlich neue Hochformat-Aufnahmen mit dem Smartphone. Sie haben von vorneherein das ideale Maß von 1080 x 1920. Man kann sie einfach in die Timeline ziehen und fertig.

Mindestens genauso gut brauchbar sind alle Fotos, auch die im Querformat. Hier ist die Auflösung nämlich schon von Hause aus so groß, dass man ohne weiteres einen Ausschnitt mit 1080 x 1920 Pixeln bei Bildschirmauflösung 72 dpi herausschneiden kann. Beim iPhone 6s sind 4032 x 3024 Pixel. Da kann man bestenfalls sogar verschiedene Bildteile einzeln verwerten.

Nicht ganz so gut sieht es bei den herkömmlichen Video-Aufnahmen aus, die man im Querformat gemacht hat. Die müssen deutlich vergrößert werden und verlieren damit eindeutig an Qualität. Besser sieht es mit 4K-Videos aus. Die haben eine Auflösung von 3840 x 2160.

Hochformat-Videos sind mit jedem Schnittprogramm am Desktop recht einfach zu erstellen.

Hochformat-Videos sind mit jedem Schnittprogramm am Desktop recht einfach zu erstellen.

Die Arbeitsweise

Wer schon einiges mit FCPX oder anderen Schnitt-Programmen gemacht, für den ist das nicht grundlegend neu. Man legt ein neues Projekt an und wählt als Video-Format „Angepasst“. Die Auflösung ist jetzt standardmäßig mit 1920 x 1080 angegeben, das ändert man von Hand in 1080 x 1920. Und bei der Framerate behält man am besten den Wert bei, den die Kamera hat, von der das meiste Material kommt.

Zieht man einen Querformat-Clip in die Timeline passt alles, wie gehabt.

Wenn man nun einen Querformat-Clip in die Timeline zieht, sieht man im Vorschaufenster, dass der im Querformat erscheint und nur einen Teil des Hochformat-Fensters ausfüllt. Man wählt den Befehl transormieren und kann den Clip vergrößern, bis er den ganzen Rahmen ausfüllt. Mit Anfassern in der Mitte kann man den Clip so verschieben, dass man den richtigen Ausschnitt sieht.

Zieht man ein Bild in die Timeline, muss man auch hier wieder vergrößern, hat aber deutlich mehr Reserven wegen der besseren Auflösung. Wenn man Bewegung ins Bild bringen möchte und den Ken-Burns-Effekt auswählt, ist das Ergebnis aber sehr bescheiden. Hier muss man bei der verkleinerten Darstellung bleiben und in dem kleinen Querformatfenster die beiden passenden Rahmen wählen.

Export der Hochformate

Idealerweise exportiert man die Hochformat-Clips aus FCPX mit Compressor, dabei erhält man gute Qualität bei geringer Dateigröße. Auch wenn man in Compressor schon das passende Hochformat angelegt hat, muss man nachher noch einmal im Reiter Video die Bildgröße korrigieren. Bei mir springt das automatisch auf einen größeren Wert.

Wichtig ist auch, gleich ein passenden Thumbnail / Titelfoto zu erstellen, vorzugsweise im Bildbearbeitungsprogramm seiner Wahl.

Die Clips auf dem Mac auswählen und per AirDrop aufs iPhone ziehen. Von dort über die App IGTV veröffentlichen und dabei auch das Titelbild nicht vergessen.

Vor- und Nachteile

Die Vorteile sind die leichtere Bearbeitung an einem größeren Bildschirm. Inklusive Korrekturen, Ausschnitten, Color-Grading. Auch die Anpassung der Geschwindigkeiten der Clips vom Zeitraffer bis Slomo lassen sich leicht erledigen. Und ggf. kann man da auch nachhelfen, etwas schneller, langsamer machen und mit Optical Flow auch qualitativ verbessern. Auch das Stabilisieren ist bei vielen Clips hilfreich. Es gibt wohl nur wenige, die längere Arbeiten am Mini-Bildschirm erledigen wollen.

Ebenfalls hilfreich ist, dass man alle Clips in seiner Ordnerstruktur am Schreibtisch-Rechner ablegen kann und damit später leichter wieder drauf zugreifen kann.

Vorteilhaft ist sicher auch, dass man im derzeitigen IGTV-Angebot mit solchen „handgemachten” Hochformat-Videos einen Bonus hat gegenüber all denjenigen, die ihre alten Querformat-Filme dort einstellen und hoffen, dass die Nutzer ihr Smartphone eben quer halten.

Der einzige Nachteil ist in meinen Augen der erhöhte Zeitaufwand. Aber wer Videos für Youtube gemacht hat (oder Clips für die Instagram Stories), der findet sich schnell in eine Routine ein und wird mit besserer Qualität belohnt.

Zeitlupe – Video-Effekt ohne großen technischen Aufwand

Zeitlupe Beispiel-Clip für iPhone 6s und Canon EOS M6

Zeitlupe Beispiel-Clip für iPhone 6s und Canon EOS M6

Zeitlupe in einem Video ist mehr als nur ein netter Effekt. Die verlangsamte Darstellung erzeugt eine besondere Stimmung, die man leicht durch passende Bilder und Musik unterstützen kann. Aber wer nach Möglichkeiten für Zeitlupen-Aufnahmen forscht, der stößt schnell auf teures Equipment. Und das wollen sich die meisten Video-Filmer für ihre Youtube-Videos nicht zulegen.

Was ist Zeitlupe?

Zeitlupe oder Slow Motion-Aufnahmen (Slomo) ist eine Verlangsamung der Bildrate. Die meisten Videos in Deutschland zeigen 25 Bilder pro Sekunde (Frames per second, FPS). Das gilt als ideale Geschwindigkeit, bei der das menschliche Auge die Einzelbilder nicht mehr erkennt. Bei uns gibt es übrigens das PAL-System, bei dem die Bildraten ein Vielfaches oder Teiler von 50 FPS eingesetzt werden. In den USA dagegen setzt man mit dem NTSC-Format auf 24 oder 30 Bilder pro Sekunde oder ein Vielfaches.

Achtung, wenn Du eine Kamera kaufst, die zum Beispiel HD-Qualität bei bis zu 60 FPS bietet. Mit unseren Voreinstellungen wirst Du eher 50 statt 60 FPS nutzen. Aber die doppelte Aufnahme- und halbe Wiedergabe-Geschwindigkeit ist schon ausreichend.

Derzeitiges Limit bei normalen Kameras ist übrigens bei 120 FPS, in Ausnahmefällen auch 180 FPS (jeweils bei HD-Qualität). In 4K ist in der Regel bei 60 FPS Schluss, dieses Feture ist aber noch sehr selten (und teuer).

Drei einfache Wege zur Zeitlupe

Zeitlupe ist mehr als ein netter Effekt und heute ziemlich leicht möglich.

Zeitlupe ist mehr als ein netter Effekt und heute ziemlich leicht möglich.

Smartphone

Die einfachste Möglichkeit für Zeitlupe kann Dein Smartphone bieten. Das iPhone (auch ältere Modelle wie das 6s) kommen auf immerhin 120 FPS. Hier musst Du zwar wegen des kleinen Sensors und des verwendeten Codecs Abstriche bei der Qualität machen. Aber für kurze Sequenzen in einem Video reicht das durchaus, finde ich.

Gute Smartphones sind zwar auch nicht ganz billig. Aber da ein Smartphone heute fast immer sowieso vorhanden ist, ist das vielleicht die einfachste – und als Zusatzleistung zum Handy – auch die preiswerteste Möglichkeit. Falls Dein Handy das nicht kann, achte beim nächsten Neukauf drauf. Oder besorge Dir eines der besseren Handys mit dieser Funktion als älteres, gebrauchtes Modell.

Actionkameras

Auch einige Actionkameras bieten höhere Bildraten. Denn für Action und eine effektvolle Wiedergabe von Bewegung, sind sie ja gedacht. Die GoPro Hero 4 Black zum Beispiel ist schon ein bißchen älter. Und sie bringt es schon auf 120 FPS bei Full-HD. Auch das ist als Gebrauchtkauf eine akzeptable Lösung. Allerdings muss man wissen, dass dieses Modell eben nur ein Fixfocus-Objektiv hat.

50 FPS bei HD-Qualität ist ausreichend für eine Slomo-Aufnahme und mit vielen Kameras möglich.

50 FPS bei HD-Qualität ist ausreichend für eine Slomo-Aufnahme und mit vielen Kameras möglich.

Kompaktkameras und DSLRs

Auch einige Kompaktkameras und DSLR kommen auf immerhin 60 FPS bei HD-Qualität. Das ist immerhin in der Wiedergabe dann die halbe Geschwindigkeit. Der Vorteil bei diesen Kameras gegenüber dem Smartphone ist die bessere Qualität. Der größere Sensor ebenso wie die bessere Optik, evt. auch durch Wechselobjektive ein Baustein für schärfere Aufnahmen.

Die kleine Canon EOS M 100 zum Beispiel schafft die 60 FPS bei HD, die DSLR Canon 800D ebenfalls. Diese beiden Modell haben Wechselobjektive. Nun werden durch die Verlangsamung zwar auch Verwacklungen weniger deutlicher sichtbar. Empfehlenswert ist trotzdem, Freihand-Aufnahmen eher mit der Weitwinkel-Einstellung zu machen. Noch schöner sind Tele-Aufnahmen, für die ich dann aber unbedingt ein Stativ einsetzen würde, um den schönen Slomo-Effekt nicht durch Verwacklungen zu verwässern.

Und wie wird nun Zeitlupe draus?

Wenn Du Deine Clips einfach in die Timeline Deines Editors ziehst, wird Dein Video wahrscheinlich als Video mit 50 / 60 / 120 FPS abgespeichert. Dann haben die Aufnahmen auch in der Wiedergabe normale Geschwindigkeit. Nur wenn Du Dein neues Video anlegst als HD mit 25 FPS, kannst Du einzelne Clips mit höhere Bildrate langsam und ohne Verlust wiedergeben. Bei FCPX ist das zum Beispiel die Funktion Retime und dann die Auswahl Conform.

In Adobe Premiere geht das meines Wissens nach über Modify Clip. Dann kann man die niedrigere Bildraten angeben und der Clip wird verlangsamt wiedergegeben. Die Schnittprogramme haben darüberhinaus eine Funktion, mit der die Zeitlupe weicher wiedergegeben wird (optical flow).

Übrigens kann man noch ein bißchen mehr Effekt rauskitzeln. Man kann die Wiedergabe-Geschwindigkeit noch weiter herunter regeln. Dann leider aber die – trotz optical flow – die Qualität. Oder man legt seine Videos mit 24 FPS an und stellt in seiner Kamera den NTSC-Standard ein, der dann eben 60 statt 50 FPS ermöglicht. Die Frage ist, ob man den Wow-Effekt der Zeitlupe durch die geringere Qualität nicht wieder zunichte macht.

 

Sofort die eigenen Videos verbessern

Professionelle Elemente werten das eigene Video auf, und es bleibt dennoch authentisch.

Bessere Videos sofort: Professionelle Elemente werten das eigene Video auf, und es bleibt dennoch authentisch.

Bessere Videos zu erhalten ist ein Kinderspiel. Das suggerieren uns zumindest viele Ratgeber im Internet. Und die Aussage hat einen wahren Kern: Nie war es einfacher und erschwinglicher, sein eigenes Video zu machen und ins Netz zu stellen. Handys können heute 4K-Videos aufnehmen, fast jede DSLR und Kompaktkamera bietet gute Videoqualität und hohe Auflösung. Und die Software für den Schnitt gibt es vielfach kostenlos. Dennoch stoßen viele ambitionierte Videofilmer schnell an ihre Grenzen und scheitern oft an ihren eigenen Ansprüchen.

Die Fähigkeit, eine Geschichte mit bewegten Bildern zu erzählen lässt sich sicher nicht von heute auf morgen erlernen. Aber mit wenigen Kniffen lassen sich die eigenen Videos so aufwerten, dass sie besser rüberkommen und damit auch die Chance erhalten, ein größeres Publikum anzusprechen.

Bessere Videos durch professionelle Elemente

Der große Teil des professionellen Looks von Videos lässt sich heute einkaufen. Und damit meine ich nicht das Stock-Material, mit dem viel Schaden angerichtet wird. So gut diese Archiv-Aufnahmen auch sein mögen: oft erkennt auch der Laie auf den ersten Blick, dass diese Aufnahmen nicht selbst gemacht wurden. Das Video wirkt nicht authentisch, wenn Bilder aus fernen Ländern dazwischen geschnitten werden. Oder Stock-Videos die erkennbar nichts mit dem Inhalt zu tun haben, sondern wegen der schönen Optik eingebunden werden.

Titel-, Intro- und Logo-Animationen einkaufen statt selber machen

Einfacher integrieren lassen sich grafische Elemente, wie sie sowieso in unseren Schnitt-Programm enthalten sind. Zum Beispiel animierte Titel oder Intros. Während diese Elemente im kostenlosen iMovie von Apple etwas altbacken wirken und die Auswahl eher gering ist, finden sich auf Plattformen wie Videohive.net die moderneren, aufwändigeren Geschichten. Und das meist für wenig Geld.

Verwendung in gängigen Schnittprogrammen

Für die Einbindung braucht man in der Regel nicht die Programme, mit denen diese Animationen erstellt wurden: After Effects von Adobe ist hier Marktführer, hierfür finden sich auch die meisten Elemente, die man in Adobe Schnittprogramm Premiere verwenden kann. Bei Apple heißt das Programm für Video-Animationen Apple Motion, die Elemente können im Schnittprogramm FCPX eingesetzt werden.

Auf beiden Plattformen lassen sich die Anpassungen aber auch im Schnittprogramm vornehmen, ohne weitere Kenntnisse und ohne das Motion-Programm selbst zu besitzen. Also: Adobe Premiere oder Final Cut Pro X genügen vollauf.

Stolperfalle Lizenz

Aber Vorsicht: In der Regel sehen die Lizenzbestimmungen die Verwendung in einem (!) End-Produkt vor. Offensichtlich ist sich die kreative Gemeinde aber darüber einig, dass die Verwendung in mehreren Videos des eigenen Youtube-Kanals nicht verfolgt wird. Anders ist das, wenn man für Kunden Videos erstellt und sich diese bezahlen lässt. Dann will freilich auch der Entwickler seinen Anteil, was ich nur richtig finde.

Wer im Zweifel ist, sollte in der Rubrik Support nachsehen, ob der Entwickler hier schon einmal entsprechende Fragen beantwortet hat. Oder eben selbst anfragen. Ohne diese Duldung würde sich für einen Youtube Kanal die Anschaffung von beispielsweise 99 Titeln für 33 US-Dollar kaum lohnen – wenn man diese Gebühr bei jedem neuen Video für eine neue Lizenz zahlen müsste. Das würde dann ja zum Beispiel auch die Ableger betreffen, also kurze Ausschnitte, die man als 1-Minuten-Videos verwendet.

Qual der Wahl

Wenn man die Suchergebnisse nach Bestsellern oder besten Bewertungen sortiert, erfährt man schnell, was gut ankommt. Vor allem beim Marktführer, also den After-Eeffects-Paketen ist die Auswahl schier unüberschaubar. Die Zahl der FCPX-Lösungen war lange Zeit marginal, holt aber in letzter Zeit deutlich auf. Da Anpassungen bei den Schriften und Farben, der Größe und der Platzierung möglich sind, braucht man nicht befürchten, dass man ein Allerwelts-Produkt kauft, das jeder auf den ersten Blick wieder erkennt.

Ratsam ist es, gleich zu Beginn Anpassungen für den eigenen Stil vorzunehmen und die Anzahl der verwendeten Elemente von vornherein zu begrenzen. Also zum Beispiel zwei Lösungen für große Titel anzupassen und zwei für die oft verwendeten „Bauchbinden”, also die sogenannten „Lower Thirds”. Denn auch die kann man durch die Anpassungen selbst erzeugen und muss kein weiteres Paket kaufen.

Wer was für sein Geld haben will und versucht, zum Beispiel alle Titel- oder Logo-Varianten eines Pakets zu „verbrauchen”, wird ziemlich gruselige Ergebnisse bekommen: Weniger ist mehr.

 

Instagram Stories – weg von den Wackel-Videos

Instagram Stories - hier mit FCPX erstellt

Instagram Stories – hier mit FCPX erstellt

Instagram Stories gehören zu den Neuerungen, die ziemlich erfolgreich sind. Kein Wunder, hat sich doch das Konzept bereits an anderer Stelle bewährt 😉 Manchmal hat man sogar den Eindruck, dass die gute alte Foto-Geschichte mit einzeln geposteten Bildern und mehr oder weniger aussagekräftigen Bildtexten etwas ins Hintertreffen gerät. Das Ansehen und Durchsuchen der Mini-Video-Clips entwickelt Suchtcharakter.

Wer sich nun – je nach Neigung – vielleicht einen Feed zusammengestoppelt hat mit Bildern guter und sehr guter Fotografen, egal welchen Themenbereichs, der ist von den Stories nicht immer gleichermaßen begeistert. Man findet oft überzählige, manchmal auch schlechte Fotos, zugekleistert mit wenig Text, dazwischen verwackelte Videos. Das soll nun gar keine Kritik sein: Das Medium ist je gedacht für die spontane Verteilung von aktuellen Zustands-Bildern, sozusagen aus dem Handgelenk fotografiert / gefilmt. Das kann man mögen, wenn man die Leute mag, die hier berichten. Fällt diese persönliche Beziehung weg und man bewertet den Inhalt, wischt man diese Feeds eher schnell weg. Dabei ist zumindest für all diejenigen, die Fotos und Videos in aller Regel am Computer bearbeiten, der Weg zu besseren Inhalten ziemlich einfach.

Die Kurzbeschreibung konzentriert sich auf Videos, die mit FCPX am Mac bearbeitet werden. Aber das Verfahren ist leicht übertragbar auf Windows und andere Schnitt-Software.

Instagram Stories – der Workflow

Die Hürde für eine Bearbeitung ist oft die 24-Stunden-Regel: Am Smartphone werden mir für die Verwendung von Bildern und Videos in den Stories nur Aufnahmen der letzten 24 Stunden angezeigt. Da bleibt wenig Zeit für eine Bearbeitung. Deswegen werfen die meisten Benutzer diese Inhalte in den Stories-Feed – weg damit. Es spricht aber nichts dagegen, Fotos und Videos zum Beispiel mit Photoshop, Lightroom oder Final Cut Pro X nachzubearbeiten. Das gilt auch für die Hochformate. Die sind bei den Fotos sowieso kein Problem.

Hochformat-Videos: gewusst wie

Kniffliger wirds bei den Videos. Aber auch hier kann man die Hochformate weiter bearbeiten und schneiden. Final Cut (FCPX) wählt die Auflösung des Clips nach der ersten Datei, die man in die Timeline zieht. Noch besser ist es, das Projekt aufzurufen und die Einstellungen gleich selbst zu bearbeiten. Statt der Querformat-HD-Einstellung 1920 x 1080 wählt man die eben die Hochformat-Variante: 1080 x 1920. Das Video erscheint in der Vorschau schon richtig. Es lassen sich Clips aneinandersetzen, Übergänge gestalten, Texte einblenden – wie in jedem anderen Video auch.

Da die Maximallänge für Videos bei 15 Sekunden liegt, schneide ich am Ende das Video in 15-Sekunden-Stücke, die ich einzeln exportiere. Mit den entsprechenden Einstellungen geht das in Adobe Premier sicher genauso gut und einfach.

Der Export

Der Export bei FCPX erfolgt üblicherweise über Compressor. Auch hier kann man eigene Einstellungen vornehmen. entweder man kopiert seine Youtube-Einstellungen für das HD-Querformat und ändert die Größe einfach wieder in 1080 x 120. Oder man legt das neue an mit diesen Werten. Die Verarbeitung erfolgt aufgrund der Kürze der Clips recht schnell. Die abgespeicherten Clips liegen dann normalerweise in Filme. Von dort kann man sie mittels AirDrop aufs Smartphone ziehen. Der Zeitstempel wird beim Erzeugen des Videos vergeben. Man kann also von nun an innerhalb von 24 Stunden diese Clips in den Instagram Stories veröffentlichen. unabhängig davon, wie alt das Videomaterial ist.

Aber Achtung: Viele Nutzer reagieren allergisch, wenn man zeitlich unpassende Beiträge veröffentlicht. Sie gehen davon aus, dass diese Funktion so genutzt wird, wie sie gedacht war. Als aktuelle Bereicherung des Instagram Feeds. Nichtsdestotrotz kann man aus dem vorhandenen Material ja – solange die Bedingungen stimmen – weitere Clips erzeugen und „fristgerecht” innerhalb von 24 Stunden hochladen. Ob das Gezeigte am selben Tag aufgenommen wurde, ist für andere vielleicht nicht so interessant. Aber Schnee-Schipp-Bilder im Sommer zum Beispiel kommen deswegen trotzdem nicht gut an.

Mein Fazit: Lieber weniger Clips und dafür welche, die herausstechen.