e-Book Cover Design Awards und viele Tipps für Autoren und Selbst-Verleger

141021_book_designer

Die Tipps für E-Book-Autoren häufen sich, längst gibt es eine eigene Ratgeber-Branche für diesen Bereich. So ähnlich wie sich das für Blogger, die auf der Schiene Geld verdienen wollen ja vor einiger Zeit entwickelt hat.

Den praktischen Nährwert solcher Websites kann man recht schnell feststellen. Eine, die mir fundiert und gut gepflegt erscheint, vergibt monatlich e-Book Cover Design Awards. Die Seite heißt „The Book Designer” und hat sich einem besonderen Aspekt verschrieben, deckt aber ein viel weiteres Feld ab: Da werden auch Tipps gegeben für die Website zum Buch, das Autoren-Blog oder es werden Copyright-Fragen behandelt (was in den USA etwas anders aussehen kann als bei uns in Deutschland).

Alleine schon der E-book cover award aber ist einen monatlichen Blick Wert, wenn man sich auch nur ab und zu mit solchen Gestaltungsfragen beschäftigt.

Neu: Die Kindle Singles bei Amazon – eine Chance auch für Journalisten

Kindle Singles

Jetzt sind sie also auch in Deutschland angekommen: Die Kindle Singles bei Amazon.de. Im US-Shop gibt es sie schon einige Zeit länger, dort ist die Rubrik auch ganz erfolgreich. (Kleiner Wermustropfen: Im Safari wird die deutsche Seite bei mir nicht korrekt dargestellt, dafür in Firefox.)

Kindle Singles, das sind eigentlich Kurzgeschichten, wenn es um Prosa geht. Oder bei den Fachbüchern kurze Anleitungen oder Fachartikel, wie sie auch gut in Zeitschriften erscheinen könnten – wenn sie dafür nicht etwas zu lang wären.

Preislich liegen sie meist zwischen 0,99 und 2,99 Euro. Und sie sind wahrscheinlich eine echte Hilfe beim Einstieg als Autor für E-Books. Immerhin ist der Umfang gering, der Aufwand ist überschaubar und damit ist auch das wirtschaftliche Risiko geringer. Zunächst freilich dürften diejenigen Autoren die Charts stürmen, die sich bereits bei den größeren Redaktionen einen Namen gemacht haben, und die die Themen quasi auf Abruf parat haben. Eine gute Verwertungschance also für alle Journalisten.

In der Szene der Selbst-Veröffentlicher ist das Kindle Single Format bereits seit 2010 ein Thema, zeitweise wurden die kleineren E-Books auch als Alternative für Online-Bezahlmodelle wie Flattr gehandelt.

Dass Liebesgeschichten und Phanasy hier boomen wird kann man sich vorstellen, ob klassische Kurzgeschichten hier wirklich marktfähig werden, wage ich zu bezeifeln: da sind 1,99 oder 2,99 € schon ein hoher Preis. Meine Hoffnung gilt praktischen fachlichen Themen in kompakter Form. Und wenn auf diese Weise all die Reportagen unters Volk kämen, die in Redaktionen wegen ihrer Länge abgelehnt werden, dann wäre das auch toll.

Amazons startet E-Book-Verleih in Deutschland

Das klang ja zunächst ganz verlockend: Amazons startet E-Book-Verleih in Deutschland – Was ändert sich für Selfpublisher und Leser?.

Schon alleine aus der Sicht der Leser erhöht das den Nutzen des Kindle ganz beträchtlich. Und Amazon hat ja gerade erst den Kindle Paperwhite vorgestellt, der in meinen Augen eine echte Bereicherung ist. Vielleicht liegts ja am fortgeschrittenen Alter und geringerer Sehschärfe, aber mir sind zur Zeit „Beleuchtete” Lesegeräte wie das iPad lieber, da ich hier auch bei schlechteren Lichtbedingungen noch alles gut lesen kann. Das vielgerühmte Feature der E-Book-Reader dagegen, man könne damit auch am Strand und bei strahlendem Sonnenschein lesen, dafür habe ich im allgemeinen keine Verwendung…

Als Vorteile des iPad hatte ich ja hier noch aufgeführt, dass man mehr Formate lesen kann und die Onleihe nutzen kann. Und nun steht einem das ganze Amazon-Angebot kostenlos zur Verfügung?

Nein nicht das ganze, wie man schön in dem oben verlinkten Artikel nachlesen kann: Nur derjenige Teil von Büchern, dessen (Selbst-)Verleger dieser Nutzung zustimmen. Und das werden sie voraussichtlich nur tun, wenn sie auf den Gewinn aus einem Verkauf nicht mehr angewiesen sind oder wenn sie – kostenlos – für sich Reklame machen wollen.

Ein weiterer Haken an der Sache, den ich aber gut nachvollziehen kann: Das kostenlose Ausleihen wird nur mit dem Kindle-Geräte von Amazon funktionieren. Weitere Details stehen in dem sehr informativen, oben verlinkte Artikel.

Skoobe: Die Flatrate fürs E-Book-Lesen

Skoobe- Flatrate fürs E-Book-Lesen

Als mir Skoobe das erste Mal aufgefallen ist, war die Website noch eher mysteriös, kein Geschäftsmodell erkennbar. „Tausende Leseproben kostenlos…” hieß es dort unter anderem. Inzwischen ist dort ein Angebot entstanden, das man wohl am ehesten als Flatrat fürd E-Book-Lesen bezeichnen kann. Auch das Preismodell ist recht übersichtlich: Für 9,99 Euro pro Monat könne man soviel lesen, wie man wolle, aktuelle Bücher von mehr als 70 Verlagen werden versprochen.

Und: „Synchronisiertes Lesen auf bis zu drei Geräten”. Das ist vor allem auch deswegen sinnvoll, weil man ja normalerweise nicht am Computer liest, sondern an einem E-Book-Reader und / oder dem iPad. Bislang, so ergibt ein Blick auf die FAQ-Seite, werden iPhone, iPad und iPod touch unterstützt.

Spegel Online hat das Angebpt bereits getestet (App-Test Skoobe: Das taugt die E-Book-Flatrate und vergleicht das Angebot mit Onleihe. Dort findet man auch einen Verbgleich mit Titeln aus der Spiegel-Bestsellerliste (Skoobe – Kindle – Libreka – Onleihe).

Mein Favorit wird vorerst das Angebot von Onleihe bleiben, selbst das wird aber relativ wenig genutzt. Mein Bücherhunger ist zwar groß, aber die Lesekapazitäten schwanken je nach Arbeitsanfall. Und kombiniert mit dem Angebot meiner Bücherei und Einzelkäufen bei Amazon, „richtigen” gedruckten Büchern (ja, auch die muss ich manchmal haben) sowie Hörbüchern von Audible plus einer ziemlich umfangreichen Lektüre von Online-Seiten, Zeitungen, Zeitschriften und Apps müsste ich erst mal meine Arbeitszeiten reduzieren (oder aufgeben?), um mehr lesen zu können…

Kindle & Co.: Von Selbstverlegern und Urlaubstestern

Kindle, iPad & Co - für Selbstverlage

Wer Bücher veröffentlicht, der kommt am Thema E-Book wohl über kurz oder lang nicht vorbei. Wer das Glück hat, bei großen Verlagen zu veröffentlichen, bei dem wird sich die Auseinandersetzung vielleicht darauf beschränken, dass er gefragt wird, ob er mit einer Veröffentlichung bei Kindle & Co. einverstanden ist (wenn er seinem Vertrag zufolge überhaupt gefragt werdenb muss).

Wer – wie die allermeisten – bei kleineren Verlagen veröffentlicht und nicht sehr schnell reich werden kann, der hat als Alternative zu den eher geringen Tantiemen wohl immer auch im Hinterkopf, dass die Möglichkeit des Selbstverlages nun dank elektronischer Medien auch für kleines Geld realisiert werden kann. Im Gegensatz zu Veröffentlichungen auf den Tablets wie Apples iPad & Co., die man zwar auch mit einem einfachen PDF bedienen kann, die aber für breiten Publikumserfolg wohl eher nach einer richtigen App mit der Einbindung von Texten, Fotos, Videos und Websites verlangt.

Auch einige Blogs haben diesen Trend bereits erkannt und aufgegriffen („Kindle & Co. pushen den Selbstverlagboom“). Interessant ist diese Möglichkeit aber wohl vor allem für diejenigen, die bereits ein entsprechendes Manuskript oder bereits veröffentlichtes Werk griffbereit haben, das sie nur anpassen und evt. leicht überarbeiten müssen. Mit so einem Testfall kann man dann relativ schnell abschätzen, welcher Aufwand mit der Veröffentlichung in digitaler Form verbunden ist.

Angefeuert wird der Trend von wahren oder vermeintlichen Erfolgsgeschichten: Bis dahin unbekannte Autoren veröffentlichen ihre Werke mit durchschlagendem Erfolg, erreichen sechsstellige Auflagenzahlen, mit denen selbst Mini-Preise für E-Books sehr gewinnbringend sind (siehe 26-jährige Autorin Amanda Hocking verkauft 900.000 Bücher ohne Verlag).

Der E-Book-Trend scheint aber nur ein Teil der digitalen Revolution, die gerade den Buchmarkt umkrempelt. In den USA, so kann man nachlesen, werden schon jetzt 90% aller veröffentlichten Bücher – egal ob Print oder digital – ohne Mitwirkung eines „richtigen” Verlags veröffentlicht (wobei natürlich jeder Autor, der sein Werk selbst verlegt als Verlag in Erscheinung tritt).

Um sein E-Book selbst auf den Markt zu bringen brauchts also nicht viel – außer Zeit, Geduld und natürlich auch ein bißchen Geld. Hilfestellung gibt es gerade im Internet genügend: So veröffentlichte literaturcafe.de nicht nur den sehr nützlichen Artikel mit 10 Tipps, wie man sein eigenes E-Book bei Kindle veröffentlicht. Es folgte auf der gleichen Website auch recht rasch ein Erfahrungsbericht.

Und dieser Erfahrungsbericht zeigt auch recht deutlich, was zum Selbstverlag eben dazu gehört: Trommeln fürs eigene Produkt. Da ist es schon sehr hilfreich, wenn man mit den neue Medien nicht nur ganz gut zurecht kommt, sondern darüber hinaus auch seine eigene, gut besuchte Website hat und mit dem Begriff Social Media etwas anfangen kann.

Der ideale Zeitpunkt für solch einen Selbstversuch ist schnell gefunden: Generell ist die Zeit mit den höchsten Umsätzen im Buchhandel die Vorweihnachtszeit. Da dürfte die Benutzung des Kindle in der Tat etwas ändern, denn das klassische Buchgeschenk funktioniert so noch nicht richtig. Es gibt noch nicht so wahnsinnig viele Kindle-Benutzer, denen man eine weihnachtliche verpackte Datei unter den Christbaum legen kann. Und es gibt noch nicht so viele Buchtitel für die Lesegeräte (In der Amazon-Hitliste stehen auf Platz drei Grimms Märchen, das sagt j auch etwas über die Konkurrenz).

Bleibt die andere Zeit der guten Umsätze, die Ferienzeit. Die wiederum dürfte Geräte die E-Books wesentlich besser an der guten Marktsituation beteiligen. Denn schließlich sind die Lesegeräte genau für diese Situation, fürs Reisen und unterwegs sein, geschaffen. Der Urlaub dürfte die beste Situation sein, um solche Geräte mal zu testen: Die Anschaffungskosten sind überschaubar und angesichts der Reisekosten scheinen sie weniger ins Gewicht zu fallen, Dafür wiegt der Vorteil des geringen Gewichts der Bücherlast schwer. Und im Urlaub hat man schließlich auch mal Zeit, sich mit Themen zu beschäftigen, für die man sonst keine Zeit hat. Sprich: man setzt vielleicht auch einmal einen Titel auf die digitale Liste, der ansonsten weit hinter die Bestseller wandern würde.

Aber die gedruckten Favoriten gibt es eben noch nicht immer auch in digitaler Form.

Freilich könnten auch die digitalen Träume vieler Autoren und künftiger Selbstverleger rasch wie Seifenblasen zerplatzen: Denn die Flut von Neuerscheinungen, die dieser Trend mit sich bringt, sorgt nicht automatisch auch für Leserinteresse. Ein Blick auf die Auflagenzahlen und Besteller der Book-on-Demand-Branche mag da hilfreich sein: Auch dort kann man schon lange recht kostengünstig veröffentlichen. Seine privaten Reisebeschreibungen, die Erfahrungen beim Hausbau oder bei der Kindererziehung. Die Marktmechanismen sind aber immer die gleichen.