Unschärfe und Bokeh auch mit einfachen Kameras

Gezielte Unschärfe bekommt man auch mit MFT-Kameras, einem lichtstarkem Objektiv und Tele-Einstellung

MFT-Kameras mit einem lichtstarkem Objektiv und Tele-Einstellung ergibt auch einen schönen Unschärfe-Bereich.

Unschärfe im Bild (oder Bokeh) hebt das Hauptmotiv, den bildwichtigen Teil, auf die wohl ansprechendeste Art hervor. Erwünscht ist diese Hervorhebung bei vielen Aufnahmen. Bei Porträts ebenso wie bei Produktfotos, in der Food-Fotografie oder wann immer es um stimmungsvolle Aufnahmen geht. Dann machen sich ein paar Lichter im unscharfen Hintergrund besonders gut.

Meistens hört man zu diesem Thema, dass dafür vor allem Kameras mit großen Sensoren geeignet seien. Also bei Digitalkameras vor allem Vollformat-Kameras, wie die Canon 5D III oder die Sony A7 III. Rechnet man zu den sowieso schon teuren Kameramodellen noch ein Lichtstarkes Objektiv, ist der Traum vom schönen Bokeh fast schon geplatzt. Tatsache ist aber, dass man auch mit Kameras mit kleineren Sensoren diese Unschärfe erzeugen kann. Vielleicht nicht so perfekt, aber der Effekt lässt sich durchaus erreichen, auch mit weniger Aufwand.

Smartphones haben die wohl kleinsten Sensoren im Vergleich

Smartphones haben die wohl kleinsten Sensoren im Vergleich

Unschärfe und Sensorgröße

Rein physikalisch betrachtet ist der Unschärfebereich umso geringer, je kleiner der Sensor ist. Wer also ein Smartphone benutzt, der hat erst einmal kein oder nur einen sehr schwachen Unschärfe-Bereich: Das Bokeh ist hier nicht sehr ausgeprägt. Ich benutze ein iPhone 6s, da ist der Sensor mal 4,6 mal 6,2 Millimeter groß. Eine Vollformatkamera bringt es auf etwa 24 x 36 Milimeter.

Hier eine Übersicht der verbreiteten Kameratypen:

  • iPhone: 6,2 mal 4,6 Millimeter
  • Kompaktkamera mit 1-Zoll-Sensor: 13,2 x 8,8 Milimeter
  • Micro-Four-Thirds (MFT) Kameras: 17,3 x 13,0 Milimeter
  • APS-C-Kameras: 22,2 x 14,8 Milimeter
  • Vollformat Kleinbild: 36 x 24 Milimeter

Die kleinen Sensoren sollte man aber nicht als unzureichend abtun. In den letzten Jahren hat sich die Qualität gerade bei Smartphone Kameras enorm verbessert. Und sie haben einige Vorteile. Der größere Schärfebereich ist für viele Schnappschüsse praktisch. Und Smartphone und kleine Kameras werden eben bevorzugt auch von nicht so versierten Fotografen genutzt. Der Stromverbrauch ist geringer, auch das ist eine sehr positive Eigenschaft. Nicht jeder will sich mit der Kamera erst einmal drei weitere Akkus anschaffen. Oder nach einem halben Tag ohne Saft aufgeben müssen.

Smartphone

Beim Smartphone bietet sich eine Lösung an, die man eher als Notlösung bezeichnen könnte: die Nachbearbeitung. Es muss kein teures Bildbearbeitungsprogramm sein. Auch das kostenlose Snapseed kann schon als App auf dem Handy Unschärfe ins Bild zaubern: Einmal als Zone, also in einem Streifen, ein anderes Mal im Kreis. Die Übergänge lassen sich einstellen, ebenso der Grad der Unschärfe. Mit etwas Übung gelingen realitätsnahe Bilder, die für Social Media Kanäle sicher ausreichen.

Eine weitere Hilfestellung bieten Makro-Adapter. Die Lupen-Linsen sorgen dafür, dass der Schärfebereich ebenfalls zusammenschmilzt. Allerdings ist hier keine so gute Feinjustierung möglich wie bei der App und es werden manchmal nur sehr kleine Bereiche scharf abgebildet.

Mit Snapseed und der Funktion Tilt Shift kann man Unschärfebereiche gezielt festlegen.

Mit Snapseed und der Funktion Tilt Shift kann man Unschärfebereiche gezielt festlegen.

Kompaktkameras

Hierzu rechne ich mal die wirklich sehr kompakten Kameras mit einem 1-Zoll-Sensor und die Micro-Four-Third Kameras. Hier gibt es zwei gute Möglichkeiten. Zum einen schmilzt der Schärfebereich, wenn wir eine Tele-Einstellung verwenden. Je extremer, je länger die Brennweite, desto geringer der Schärfebereich. Wer also die Zoomfunktion nutzen kann, kann auf diese Art auch ein Motiv freistellen.

Die andere Methode nutzt die Tatsache, die selbst bei Vollformat-Kameras für ein gutes Bokeh ausschlaggebend ist. Ausschlaggebend für ein schönes Bokeh ist nämlich vor allem auch eine große Blendenöffnung oder Lichtstärke. Auch Profi-Kameras und Linsen bilden bevorzugt dann kleinere Schärfebereiche ab, wenn die Lichtstärke bei 1,4 oder 1,7 liegt und die Blende ganz geöffnet ist. Zumindest bei den MFT-Kameras gibt es einige lichtstarke fest verbaute Objektive (Lumix LX 100 mit 1,7 Summilux), mit denen man das machen kann. Und es gibt auch etliche Kameras mit Wechselobjektiven. Selbst wenn das Objektivprogramm des Herstellers nicht passendes aufweist, kann man oft noch seine alten analogen lichtstarken Linsen mit einem Adapter verwenden. Diese Lösung ist freilich wegen der Anschaffungskosten eines Objektivs die teuerste der hier genannten.

Offene Blende und lange Brennweite, das ergibt bei APS-C-Kameras schon einen akteptablen Unschärfebereich - auch bei Standardzooms ohne große Blendenöffnung.

Offene Blende und lange Brennweite, das ergibt bei APS-C-Kameras schon einen akteptablen Unschärfebereich – auch bei Standardzooms ohne große Blendenöffnung.

APS-C Kameras

Jetzt sind wir schon ziemlich nahe dran an den Vollformatkameras und haben immerhin beim Sensor die halbe Vollformat-Größe. Die meisten Modelle der großen Hersteller (Canon, Nikon) erlauben von Hause aus auch die Verwendung aller Vollformat-Linsen. Wer also alte oder neue lichtstarke Objektive hat, kann die nutzen. Und mit Adaptern kann man natürlich so ziemlich jedes ältere lichtstarke Objektiv oder Tele-Objektiv verwenden. Beispielsweise kann man ein altes Olympus Objektiv mit Blendenöffnung 1,4 mit einem preiswerten Adapter an Nikon, Canon oder anderes APS-C-Kameras anschließen.

Alte analoge Objektive lassen sich mit Adapter an APS-C- und MFT-Kameras nutzen. Und zaubern oft ein schönes Bokeh.

Alte analoge Objektive lassen sich mit Adapter an APS-C- und MFT-Kameras nutzen. Und zaubern oft ein schönes Bokeh.

Wer zum Beispiel das preisgünstige, früher als Standardobjektiv gehandelte 1,8/50mm von Canon oder Nikon günstig ersteht, der hat schon eine gute Lösung. Am APS-C-Sensor verlängert sich zwar die Brennweite um den Faktor 1,6, aber damit ist es mit einer Brennweite von nun 80 Milimetern immer noch gut im Food-Bereich einsetzbar.

Daneben gibt es auch analoge Objektive mit hoher Lichtstärke und Angebote von Fremdherstellern. Mit einem Meike 35mm f/1.7 APS-C hat man für wenig Geld sogar beides. Man kann die hohe Lichtstärke nutzen und erhält die Standard-Brennweite von umgerechnet 50 mm auch bei APS-C-Kameras (35 Milimeter x 1,6 ergibt etwa 56 Milimeter Brennweite).

Und natürlich greift hier bei APS-C-Kameras auch die Makro-Lösung. Möglich sind ein Vorsatz an einem fest verbauten Objektiv. Oder Zwischenringe, die es mit oder ohne Automatik für fast alle Kameras gibt. Ich benutze diese Lösung an meinen Canon EOS M Kameras und habe hier darüber berichtet.

Makro-Linsen ergeben generell einen geringeren Schärfebereich.

Makro-Linsen ergeben generell einen geringeren Schärfebereich.

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Kamera-Ausrüstung: Stärken sammeln

Die Immer-Dabei-Kamera einer Kamera-Ausrüstung steckt heute meistens in einem Smartphone.

Die Immer-Dabei-Kamera einer Kamera-Ausrüstung steckt heute meistens in einem Smartphone.

Kann eine Kamera-Ausrüstung jemals groß genug sein? Wenn man die Rezensionen neuer Modell liest: wohl eher nicht. Der unablässige Vergleich rückt vor allem die Schwächen in den Blickpunkt. Das führt bei vielen Fotografen zum beständigen Wunsch nach neuer Kamera-Ausrüstung (auch bei mir). Der limitierende Faktor ist aber oft genug nicht die Schwäche der eigenen Ausrüstung ist, sondern die Zeit, die man zur Verfügung hat, die Ideen für neue Projekte und der Antrieb, auch ohne konkrete Aufträge etwas Kreatives zu machen.

Auch eine ältere Kamera-Ausrüstung hat ihre Stärken

Deshalb hier mal beispielhaft die Stärken einiger Teile meiner Kamera-Ausrüstung, mit denen ich gerne unterwegs bin – ganz ohne großen Foto-Rucksack, dicke Stativ und viele Objektive.

Das iPhone

Im Alltag genieße ich neben der guten Bildqualitäten vor allem ein paar besondere Funktionen. So kann ich damit am schnellsten eine schnelle Timelapse-Aufnahme oder ein bewegtes Hyperlapse machen. Das ist jetzt nichts Vorzeigbares fürs Portfolio. Aber gerade die Accounts der Sozialen Netzwerke schreien förmlich nach diesen Schnipseln. Ebenso wie Zeitraffer natürlich auch Zeitlupen mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde.

Auch wenn ich auf ein normales Stativ verzichte, habe ich fast immer ein Mini-Stativ in der Außentasche des Rucksacks. Ideal nicht nur für Timelapse oder andere Video-Schnipsel, sondern auch für ein Selfie, das man immer wieder mal braucht. Und schließlich macht es Spass, immer wieder mal ein Foto vom Fotografieren zu machen: also mit der einen Kamera die andere beim Fotografieren aufzunehmen.

Die besten Farben und schönsten Darstellungen kommen bei mir aus der Lumix.

Die besten Farben und schönsten Darstellungen kommen bei mir aus der Lumix.

Die Lumix LX100

Gute Bildqualität, erstklassige 4K-Video-Qualität. Eine Lupenfunktion fürs manuelle Scharfstellen mit Fokus-Peaking(!). Die eingebaute Möglichkeit für Timelapse-Aufnahmen macht es mir möglich, die Kamera irgendwo zu parken und meist mit einer Länge von 150 Bildern kurze Sequenzen von sechs Sekunden zu schießen. Und dass, ohne dass ich nachher lange in der Nachbearbeitung kleine Kunstwerke draus mache. Zeitaufwand bei einer Sekunde-Intervall: 150 Sekunden = 2,5 Minuten, bei zwei Sekunden = 5 Minuten etc.

Das lichtstarke 1,7er Objektiv ist auch in der Dämmerung gut, die Naheinstellgrenze hat fast schon Makro-Qualität. So universell die Kamera ist, so gut die Ergebnisse ausschauen: Am großen Bildschirm sehe ich deutliche Unterschiede, vor allem bei schwachem Licht. So ist die Lumix zwar besser als das iPhone, aber schlechter als jede normale DSLR. Meine alte Canon 550D hat 18 Megapixel, das ist spürbar besser.

Deswegen habe ich als „kleine” Lösung die Canon EOS M.

Vor allem bei wenig Licht machen die kleineren Sensoren schnell schlapp.

Bei wenig Licht stoßen kleine Sensoren an ihre Grenzen, die EOS M schneidet besser ab.

Canon EOS M

Diese kleine Canon hat nämlich im Prinzip die gleiche optische und technische Qualität, die wie größere DSLR Canon 550D. Ein Prinzip, das bis heute auch zum Beispiel bei den vergleichbaren Modellen Canon EOS M6 und der DSLR Canon 800D gilt. Nur dass die kleine Kamera eben in einer kleinen Tasche Platz hat.

Die meisten Details liefert noch immer eine etwas größerer Sensor, wie der an der EOS M.

Die meisten Details liefert noch immer der größere Sensor, wie der an der EOS M.

Vor allem im schwachen Licht ist die EOS M deutlich besser was Schärfe und Bildrauschen anbelangt. Und wenn man noch das kleine 22-mm-Pancake-Objektiv dabei hat, ist man sehr gut bedient, auch für Nahaufnahmen. Zwar ist die Bedienung nicht ganz so elegant wie an der Lumix. Aber mit Touch-Display und allen manuellen Möglichkeiten bei Foto und Video ist die Kamera in meinen Augen noch immer ein Hit. Mikrofon-Eingang und regelbarer Pegel machen das gute Stück zur idealen Zweitkamera für Video-Aufnahmen.

Mein Fazit

Neue Kameras zu haben ist immer gut. Und technisch sind sie wieder ein Stück besser. Wer schon einige Zeit fotografiert, bei dem ergänzen sich oft ein paar ältere Sachen ideal. Und statt weiter nach der eierlegenden Wollmilch-Sau zu schielen, die es doch niemals gibt, zieht man besser jetzt und hier los und nutzt, was man schon hat. Natürlich kann man sich über die Schwächen mancher Kameras ärgern. Aber wahrscheinlich hat man mehr davon, wenn man sich auf die Stärken konzentriert.

PS: Das nächste neue Kamera-Modell ist übrigens nach sechs Monaten wieder „veraltet”.

 

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Auflösung und Sensorgröße: Wie gut ist meine Kamera?

Reichen Auflösung und Bildqualität für einen großen Abzug? Oder gar für ein Panoramabild?

Reichen Auflösung und Bildqualität für einen großen Abzug? Oder gar für ein Panoramabild?

Bei den technischen Daten der digitalen Bilderwelten kommen manche ins Straucheln. Brauche ich eine Kamera mit Vollformatsensor? Und hilft mir Vollformat bei 4K-Video? Brauche ich überhaupt 4K-Video? Und auf was soll ich nun beim Kauf achten? Sensorgröße und / oder Auflösung? Die einzige korrekte Antwort dazu gibts nicht. Nicht einmal die lange Jahre gültige Empfehlung „So gut wie möglich und so teuer, wie erschwinglich” scheint mehr Gültigkeit zu haben. Aber es gibt dennoch eine Nachricht: In fast allen Klassen gibts Angebote, die gute Ergebnisse liefern.

Auflösung als Stolperstein für Vergrößerungen

Bei vielen ist die althergebrachte Vergrößerung von Bildern der Anlass, an dem sie ins Grübeln kommen. Reicht die Auflösung meiner Kamera, um zum Beispiel nach dem Urlaub einen DIN A 4 großen Abzug machen zu lassen? Oder reicht die Auflösung sogar für ein schickes Panoramaformat über dem Wohnzimmer-Sofa?

Bis hierhin ist das leicht zu beantworten. DIN A 4 ist 21 x 30 Zentimeter groß. Das ergibt bei einer idealen Druck-Auflösung von 300 dpi insgesamt 3503 x 2480 Pixel. Das kann man leicht in seiner Kamerabeschreibung nachschlagen. Zur Information die Bilddaten meiner Kameras:

  • Mein iPhone 6s erzeugt mit einer Auflösung von 12 Megapixel Bilder mit 4032 x 3024  Pixel
  • Die Uralt-Canon 550D mit einem APS-C-Sensor und 18 Megapixel Auflösung erzeugt Bilder mit 5184 x 3456  Pixel
  • Die Lumix LX100 mit einem MFT-Sensor und 16 Megapixel Auflösung erzeugt Bilder mit 4272 x 2856 Pixel
Die Sensorgröße ist wichtig, die Auflösung auch - für gute Qualität braucht es dennoch mehr.

Die Sensorgröße ist wichtig, die Auflösung auch – für gute Qualität braucht es dennoch mehr.

Auflösung und Sensorgröße

Soweit wäre die Welt der Fotografen beim Einkauf einer neuen Kamera ziemlich einfach: Auflösung nachschlagen, bestes Preis-Leistungs-Verhältnis ermitteln – fertig. Aber Auflösung ist eben nicht alles. Die Größe des Sensors ist – wie einiges andere – ebenfalls ein Faktor für Qualität von Fotos und Videos.

Das iPhone 6s hat einen Sensor, der 6,2 x 4,6 Milimeter groß ist.

Der Bildsensor der Panasonic Lumix DMC-LX100 17,3 x 13,0 Milimeter groß. Das ist der Standard des Micro-Four-Thirds Sensors (MFT), den viele Systemkameras benutzen (also meistens nicht DSLRs).

Meine alte Canon 550D verwendet wie heute noch viele preiswerte DSLRs einen APS-C-Sensor, und der ist 22,2 x 14,8 Milimeter groß und löst 18 Megapixel auf.

Und wer sich noch an das gute alte Kleinbild-Format 36 x 24 Milimeter erinnert: Auch das gibt es noch. Es ist der Königsklasse der Vollformat-Kameras vorbehalten und erbringt zum Beispiel bei der Canon 6D ganze 20,6 Megapixel.

Ist nur die Größe entscheidend?

Man ahnt es schon. Die Auflösung hängt zwar mit der Sensorgröße zusammen. Aber es gibt auch kleinere Sensoren, die eine höhere Auflösung haben. Das es hier ”Spielraum” gibt, belegt schon die Tatsache, dass die Einsteigermodelle von Canon bei gleicher Sensorgröße die Auflösung von 18 auf 24 Megapixel gesteigert haben.

Warum? Wegen der Bildqualität? Nun zuallererst wohl deswegen, weil viele Kamerakunden die Auflösung als einziges Kriterium für Bildqualität kennen. Und zweitens wohl einfach deswegen, weil es geht.

Bildqualität mit geringerer Auflösung

Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass es gute Bildqualität sowohl mit kleineren Sensoren, als auch mit geringerer Auflösung gibt. Plattformen wie dpreview.com testen jedes neue Kamera-Modell und machen meist klare Aussagen zur Bildqualität. Dazu gibts Testbilder und Messungen.

Trotzdem bleibt oft auch der persönliche, rein subjektive Eindruck, dass die teureren Kameras die besseren Bilder machen. Gibts also noch eine geheime Zutat?

Zum einen wird die Schärfe der Bilder auch durch die Qualität und Arbeitsweise der Sensoren beeinflusst. Wer aus einem kleinen Sensor 20 Megapixel Bilddaten erzeugen will, der muss zwangsläufig mehr Kniffe anwenden, als bei einem großen Sensor.

Bildqualität ist kein fester Begriff

Was oft vergessen wird: Das Objektiv ist mindestens ebenso entscheidend für die Bildqualität wie die Kamera. Mit dem Kauf besserer Wechselobjektive ist später ein Nachbessern möglich. Ob das Argument noch gilt, Geld für teure Objektive sei gut angelegt, weil man diese Jahrzehnte lang nutzt, weiß ich nicht. Die Zeiten, in denen man sich für den Rest seines Lebens auf eine große Marke festlegt, scheinen vorbei zu sein.

Bildqualität umfasst eben auch Schärfe, Kontrast, den Kontrastumfang. Und Rechenspiele mit der 300-dpi-Druckauflösung helfen nur bedingt: Ein 100 Zentimeter breites Bild braucht keine 300 dpi, um scharf zu wirken. Und es wird sich beim Betrachten auch niemand direkt vor die Nase halten.

Die Lumix LX 100: kompakt, hohe Lichtstärke, gutes Bokeh - aber eben kein Wechselobjektiv.

Die Lumix LX 100: kompakt, hohe Lichtstärke, gutes Bokeh – aber eben kein Wechselobjektiv.

Bokeh als Entscheidungshilfe

Das hier schon erläuterte Bokeh eines Bildes hängt ebenfalls an der Sensorgröße . Und viele Menschen empfinden die meist mit DSLR aufgenommenen Bilder mit ausgeprägtem Bokeh und einer geringen Schärfentiefe als qualitativ besser – sowohl bei Fotos als auch bei Videos. Wer selbst schon mit kleinen Kompaktkameras fotografiert hat, der weiß, dass die meisten Bilder dieser Kameras von vorne bis hinten scharf sind.

Das ist für Foto-Anfänger gut und bringt ein befriedigendes Ergebnis. Fortgeschrittene wollen dagegen oft ein Motiv freistellen, von einem unscharf abgebildeten Hintergrund trennen. Aus physikalischen Gründen geht das mit einem großen Sensor besser. Ein Stück weit kann man auch kleinere Sensoren zu dieser „Freistellung” bringen: Wenn man zum Beispiel sehr lichtstarke Objektiv hat und mit offener Blende fotografiert und / oder den Tele-Effekt nutzen kann.

Mein Fazit

Gute Bildqualität gibt es bei allen Sensorgrößen und Preisklassen. Ob rein rechnerisch die Auflösung für gewünschte Vorhaben wie große Abzüge oder Panoramabilder reicht, lässt sich leicht errechnen. Ob die Bildqualität auch unabhängig von den Zahlen den eigenen Ansprüchen gerecht wird, lässt sich nur mit guten Tests und Vergleichen herausbekommen. Rezensionen oder Gefälligkeitsberichte in Blogs bringen hier wenig.

Bei DSLRs und Systemkameras ist die Auswahl groß und die für die Qualität fast ebenso entscheidende des Objektivs lässt sich durch Wechselobjektive beeinflussen. Bei Kompaktkameras ohne Wechselobjektiv wird man am ehesten fündig bei den Modellen, die gute Objektive mit hoher Lichtstärke haben. Die kosten freilich fast ebenso viel wie die „Großen”.

 

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Der Große JPG-Vergleich: Canon, Nikon, Sony, Fuji, iPhone, Pentax, Olympus, Panasonic

JPG-Vergleich über mehrere Kameramarken hinweg: viel Fleißarbeit, gutes Ergebnis.

Das Video mit dem JPG-Vergleich ist für die meisten Kamerabesitzer interessant. Die Gegenüberstellung der JPG-Dateien, wie sie – ohne weitere Voreinstellungen – aus der Kamera kommen ist eine ziemlich große und löbliche Aufgabe. Und wer könnte diese Aufgabe besser angehen als ein Händler?

Im kanadischen Youtube-Kanal TheCameraStoreTV findet man seit langem gute und aufschlussreiche Videos. Die gibts zu den Produkten, die dort verkauft werden, aber auch zu allen Themen, die für Foto und Video wichtig sind.

JPG-Vergleich praxisnah

Wer könnte die Aufgabe eines JPG-Vergleichs über die verbreitetsten Kamera-Modelle besser bewältigen als jemand, der alle Kamera-Marken „zur Hand” hat? Diese beiden, Chris Niccolls und Jordan Drake machen den Verlgeich – mit dem kompletten Sortiment eines Foto-Geschäfts im Rücken – sozusagen als Service und als Fleißaufgabe.

Und nein: Das ist keine Werbung. Weder von mir für einen kanadischen CameraStore (wäre ja absurd). Noch vom Camerastore für seine Produkte.

Natürlich lässt das Ergebnis des nicht-wissenschaftlichen aber praxisnahen Tests verschiedene Interpretationen zu. Und natürlich kann man durch diverse Einstellung und / oder Apps (zum Beispiel beim iPhone) einiges steuern. Aber der Ruf einiger Kameramarken beruht nicht zuletzt auf diesen ganz spezifischen Eigenheiten von Farbe und Bildstil. Und schließlich fotografieren die meisten Menschen genauso. Nämlich mit den Voreinstellungen, wie sie ab Werk zu finden sind.

Deswegen sind auch alle Hinweise auf Photoshop, Lightroom, Presets und RAW-Verarbeitung hinfällig. Auch meiner Ansicht nach ist die Qualität im Auslieferungszustand ausschlaggebend. Die meisten Fotografen (und Hobby-Fotografen) wollen sich zu Recht mit dem kreativen Teil, dem Fotografieren beschäftigen. Der Rest kann auch Spass machen, ist aber eher ein notwendiges Übel für viele Fotografen.

Ich habe nicht alle Marken im Einsatz, aber Kameras von Nikon, Canon, Panasonic und das iPhone. Und ich kann insofern das meiste nachvollziehen. Ob es für eine Kaufentscheidung wichtig ist, diesen Vergleich zu kennen, sei mal dahingestellt. Immerhin zerstört es in meinen Augen den Mythos, die Bilder einzelner Marken seien ohne weiteres Zutun besser als die anderer Marken. Und das ist ja auch schon ein gutes Ergebnis.

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Strobist: Drahtlos blitzen mit noch weniger Aufwand

Blitze, in die Jahre gekommen

Drahtlos blitzen ist offensicht noch deutlich einfacher und komfortabler geworden. Das ist die positive Seite einer Nachricht, die zunächst einmal für mich nicht so prickelnd war: Seit Jahren nutze ich zwei Nikon SB 24 als drahtlose Blitze zusammen mit den preiswerten Funk-Fernauslöser von Yongnuo, die ich hier schon einmal beschrieben habe. Ein Verfahren, an das ich mich gewöhnt habe: Zwei externe Blitzer auf die eingeschalteten Fernauslöser setzen, Fuß oder Stativ drunter und die erste Einstellung der manuellen Blitzleistung nach Gefühl vornehmen (je nach Entfernung zum Objekt und der ISO-Einstellung also zwischen 1/4 und 1/16. Auf die Kamera kommt dann das Sendeteil, das mit einem Kabel (in meinem Fall mit einer Canon) verbunden wird. Fertig.

Nun hat einer der beiden Alt-Blitze den Geist aufgegeben. Eine Reparatur lohnt nicht, verkaufen wahrscheinlich auch nicht. Bleibt ein Nikon SB 24 und ein noch vorhandenes neueres Modell, das Speedlight SB-600. Prinzipiell lassen sich alle Blitze verwenden, deren Leistung sich manuell einstellen lässt, auch ältere Modelle funktionieren klaglos.

Da mir die Mixtur aber nicht nur unordentlich sondern auch unzuverlässig erschien (wann gibt der andere Alt-Blitz auf?) habe ich nach den neueren preiswerten Blitzen geschaut. Und da ich mit Yongnuo gute Erfahrungen gemacht habe, kommen zwei Varianten in Frage.

Das ältere Yongnuo arbeitet mit dem neuen, dem Steuergerät und den Funk-Fernauslösern zusammen.

Das ältere Modell, der Yongnuo YN-560 Mark III kostet derzeit knapp 60 Euro und funktioniert mit meinen Funkfern-Auslösern RF 603. Er hat selbst einen eingebauten Funk-Empfänger, so dass die externen Funkfernauslöser nicht mehr nötig sind.

Die externen Yongnuo-Funkfernauslöser funktionieren auch mit alten Blitzgeräten anderer Hersteller

Das neueste Yongnuo-Blitzmodell kann die Steuerung übernehmen

Das neuere Modell, der Yongnuo YN-560 Mark IV kostet jetzt zwar knapp 70 Euro, kann aber mehr: Er funktioniert selbst als Master-Blitz und kann die anderen Blitzer ohne Zusatzgerät auslösen. Sind diese anderen die Modelle III und IV, dann brauchts keine weiteren Geräte mehr (Funk-Empfänger). Und die Einstellungen für die anderen Blitze kann man dann wohl auch am Display des Hauptblitzes vornehmen.

Das Steuergerät von Yongnuo

Damit würde die Anschaffung eines externen Steuergerätes, des Yongnuo YN 560-TX hinfällig – sofern der Hauptblitz auf der Kamera bleibt und somit leicht bedienbar ist. Will man alle Blitzer extern platzieren und von der Kamera aus steuern, dann braucht man noch dieses Steuergerät. Und wenn man dieses nutzt, dann kann man auch die älteren, preiswerteren IIIer-Modelle kaufen.

Klingt kompliziert? Kann sein, aber es gibt so viel gute Erfahrungsberichte und Beschreibungen im Netz (fast alle sind positiv), dass man sich ruhig einmal in die Materie vertiefen kann. Und wer sich mit dem Thema externes („entfesseltes”) Blitzen zuletzt beschäftigt hat, als die Angebote der Platzhirsche Canon und Nikon den Markt beherrschten, der wird sich über die gewaltige Preisdifferenz freuen und gerne etwas Zeit investieren.

Insofern hat es auch durchaus etwas Gutes, wenn ein Stück uralter Ausrüstung einmal seinen Geist aufgibt…

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