Kameratasche oder Foto-Rucksack?

Kameratasche oder Foto-Rucksack: Praktikabel solle es sein.

Kameratasche oder Foto-Rucksack: Praktikabel solle es sein.

Wer geht heute schon noch mit Kameratasche aus dem Haus? Inzwischen, so hat man den Eindruck, hat fast jeder ambitionierte Fotograf oder Videofilmer so viel Ausrüstung, dass er mindestens einen Foto-Rücksack braucht. Man will ja schließlich für alles gerüstet sein. Und erfahrungsgemäß vermisst man gerade das schmerzlich, was man jetzt nicht dabei hat. Für jede Situation kann man sich sicher nicht das richtige Behältnis zulegen. Aber mit diesen Lösungen und Kamerataschen komme ich im Alltag gut (und unauffällig) zurecht.

Also noch mehr Zeug kaufen, damit man das andere Zeug gut verstauen kann? Eigentlich nicht. Ich empfehle meine Artikel über minimalistische Foto-Ausrüstung und Video-Ausrüstung. Diese Ausstattung kann man wirklich immer dabei haben. Und sie genügt in vielen Fällen. Auch das Festlegen auf eine Kamera und ein Objektiv (Normalobjektiv) ist eine gute Sache und mehr als eine Notlösung.

Aber trotzdem meine Kameras in den letzten Jahren immer kompakter geworden sind, von der DSLR zur spiegellosen Systemkamera wie der Panasonic Lumix G81 oder der Canon EOS M6, hat der große Foto-Rucksack noch nicht ausgedient. Als Journalist und Fotograf stelle ich mein „Päckchen” für jeden Anlass immer ziemlich individuell zusammen. Das sind meine Abstufungen.

Die Umhängetasche – leichtes Foto-Gepäck

KameratascheJa, statt dieser Umhängetasche könnte man auch eine Fototasche nehmen. Eine schicke, von einem renommierten Hersteller. Wasserdicht, stoßfest, genial eingeteilt. Der Sinn davon, keine Fototasche zu benutzen, liegt darin, dass sie nicht als Fototasche erkennbar ist.

Man muss dazu gar nicht undercover unterwegs sein. Aber eine Fotoasche wecket Begehrlichkeiten. Und in Großstädten richten sich sicher mehr Augen auf die bekannten Hersteller-Logos, als einem lieb sein kann. Mein erstes Aha-Erlebnis zu den eher unscheinbaren Behältnissen, hatte ich schon in frühen Jahren. Wir waren zu Fuß mit Zelt und Rucksack unterwegs. Und ich vergaß beim Ausschecken am Campingplatz meine unscheinbar grüne Umhängetasche mitsamt der Spiegelreflex.

Alte KamertascheVielleicht waren die Zeiten damals anders. Aber auf jeden Fall lag die etwas abgeranzte Tasche eine halbe Stunde, als ich das Malheur bemerkte und zurückkehrte, noch immer dort. Und in meine Erleichterung mischte sich die Erkenntnis, dass in dieser Tasche wohl niemand etwas halbwegs Wertvolles vermutet hatte.

Bis heute habe ich solche Taschen im Einsatz, sie wirken aber nicht mehr ganz so herunter gekommen. Ich habe das schon etwas ältere Modell von dieser Tasche, aber die gibt es so oder ähnlich von allen möglichen Herstellern. Ein paar kleine Taschen und Fächer, ein großes Hauptfach. Sie hat Platz für eine kompakte Kamera, Wechselobjektive für kompakte (!) Kameras, Adapter, Filter, Mini-Stativ. Dazu noch Geldbeutel, iPhone, Papiere.

Klar: Auf die Linse kommt ein Objektivdeckel, die Gehäuse bekommen vielleicht im Lauf der Jahre ein paar Kratzer ab. Nötigenfalls hilft auch ein Tuch als Schutz. Natürlich wirkt das Fototaschen-Modell vom gleichen Hersteller viel praktikabler, mit Einteilung und Regenschutz. Dafür ist es auch auf Anhieb als Fototasche erkennbar, oder?

Kamertasche „Undercover”: Darf ruhig etwas abgenutzt aussehen.

Kamertasche „Undercover”: Darf ruhig etwas abgenutzt aussehen.

Der Foto-Einsatz – die Undercover-Lösung

Das ist auf den eine eigene Kategorie. Die Lösung wird dadurch zu etwas Besonderem, dass man sie in ungezählten Varianten gestalten kann und fast beliebig anpassen kann. Als Tasche dient eine einfache Baumwohll-Tasche wie diese. Ich weiß von Kollegen, die gerne ausgemusterte Bundeswehr-Taschen nehmen. Je schlichter der optische Eindruck (um nicht zusagen: herunter gekommen), umso besser.

Worauf es ankommt ist das Innenleben. Und das gestaltet man mit Hilfe dieser Foto-Einsätze. Als ich das erste Mal so etwas suchte, war die Auswahl sehr überschaubar. Heute gibt es Angebote in allen Größen und Qualitätsstufen, mit allen Möglichkeiten der Inneneinrichtung – auch von den Fototaschen-Herstellern.

Diesen Einsatz (oben) hatte ich mir bei einem Kollegen ausgeguckt, der sehr zufrieden mit dieser Lösung war. Man kann diese Fotoeinsätze auch im Rucksack verwenden, oder in einer Einkaufstasche oder für den Reisekoffern benutzen.

Wer sich als „Hülle” so eine einfache Baumwoll-Umhängetasche für rund 15 € zulegt (es gibt auch noch billigere), der wird nicht den Eindruck erwecken, als ob es bei ihm viel zu holen gäbe.

Für längere Touren fast unvermeidbar: das große Foto-Gepäck.

Für längere Touren fast unvermeidbar: das große Foto-Gepäck.

Foto-Rucksack – die Sherpa-Lösung

Die heißt so, weil man sich nach wenigen Stunden wünscht, man hätte einen Gehilfen, der das Tragen übernimmt. Eigentlich liebe ich diese Rücksack-Lösungen. Sie bieten viel Platz hat und man hat immer die Hände frei. Normalerweise gibt es gleich den passenden Regenschutz dazu. Und wenn man den Rucksack einen Abhang hinunter wirft, dann sind die Chancen gut, dass alles unbeschädigt bleibt.

Was mich nervt ist das dauernde Abnehmen des Rucksackes, wenn man irgendein Kleinteil braucht. Und sei es nur ein Filter oder ein Staubpinsel. Und natürlich sind Rücksäcke, weil sie so schön groß sind, auch fast immer randvoll und dementsprechend schwer.

Auch nach der Verschlankung meiner Ausrüstung von DSLR auf spiegellose Kamera bekomme ich das Ding noch immer mühelos voll. Kameragehäuse und Objektive wiegen weniger und brauchen weniger Platz. Aber dann kommt noch die Drohne rein, Akkus und Fernsteuerung. Und damit man für alles gerüstet ist, kommt noch das Reisestativ außen dran.

Kurzum, es ist eine Art Hassliebe – was freilich mit dem Foto-Rucksack an sich wenig zu tun hat. Ich habe diesen Dakine Fotorucksack mit 25 Litern. Und wenn er voll ist und außen noch das Stativ trägt, dann rettet mich nur noch das halbwegs komfortable Tragesystem.

Vorteil Foto-Rucksack: Viel Platz (bei viel Gewicht).

Vorteil Foto-Rucksack: Viel Platz (bei viel Gewicht).

 

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