Canon EOS M: gute Kamera zum Filmen

Die Canon EOS M verfügt über etliche technische Feinheiten, die sie für Video-Aufnahmen prädestinieren.

Die Canon EOS M verfügt über etliche technische Feinheiten, die sie für Video-Aufnahmen prädestinieren.

Eine ältere Canon EOS M bietet sich als preiswerter Einsteig für HD-Video an. Dass Foto-Experten selbst an den neueren Modellen bis zur EOS M50 neben den Stärken auch einige Schwächen diskutieren, sollte einen nicht vom Einstieg mit diesem „Oldtimer” abhalten. Für viele Youtube-Videos reicht die Basis-Aussattung einer betagten EOS M für qualitativ gute Videos und Ton. Wer Youtube auch als Suchmaschine bemüht, der findet viele engagierte Videofilmer und Youtuber, die die kleinen EOS M Kameras mit Begeisterung einsetzen und die Vorteile beschreiben. Empfiehlt sich dieser Einstieg mit einem älteren EOS M Modell auch für Neulinge? Unbedingt: Die folgenden Vorteile kann jeder nutzen, und sie machen die Kamera zu einem professionellen Einsatzgerät.

Ein Weitwinkel-Zoom mit 11 bis 18 mm ergibt am APS-C-Sensor eine Brennweite von umgerechnet etwa 18 bis 28 mm.

Ein Weitwinkel-Zoom mit 11 bis 18 mm ergibt am APS-C-Sensor eine Brennweite von umgerechnet etwa 18 bis 28 mm.

Canon EOS M und die Wechselobjektive

Kritisiert wird oft, es gebe nicht ausreichend Objektive für die M-Reihe. In der Tat ist die Auswahl der speziellen EF-M Objektive überschaubar. Dafür sind die Voraussetzungen gut für das, was viele Videofilmer sehr gerne machen. Sie schließen gute ältere Objektive, Prime-Objektive mit hoher Lichtstärke und bester Qualität mittels Adapter an die kleine EOS M an. Siehe auch „manuellen Objektive an modernen Kameras”.

Die einfachste Methode dafür ist der von Canon selbst angebotene Canon Mount Adapter EF-EOS M. Er verbindet alle EF- und EF-S-Objektive mit der kleineren EOS M. Erhalten bleiben dabei meistens die Autofokusfunktion und die Blendensteuerung. Wem der 100 € teure Original-Adapter zu teuer ist, der findet von anderen Herstellen gleichwertige, preisgünstigere Modelle.

Doppelt gemoppelt: Canon Adpater für EF- und EF-S-Objektive zusammen mit einem Zeiss-Objektiv und einem einfachen Adapter Contax-Canon.

Doppelt gemoppelt: Canon Adpater für EF- und EF-S-Objektive zusammen mit einem Zeiss-Objektiv und einem einfachen Adapter Contax-Canon.

Auch zwei Adapter zusammen funktionieren gut. Damit sind Conon-Objektive und Fremdmarken anschließbar.

Auch zwei Adapter zusammen funktionieren gut. Damit sind Canon-Objektive und Fremdmarken anschließbar.

Speedbooster für EOS M

Und mit dem Viltrox EF-EOS M2 Adapter gibt es sogar einen Speed Booster, der die Verwendung dieser Objektive besonders attraktiv macht. Dieser Adapter kompensiert fast vollständig die Brennweiten-Verlängerung. Die Fokusreduzierung von 0,71 hebt die Verlängerung von 1,6 fast wieder auf, so dass man in etwa die Normalbrennweite erhält. Die klassischen DSLR-Objektive für gr0ße Sensoren weisen an den kleineren APS-C-Sensoren der EOS M Reihe nämlich normalerweise einen Verlängerungsfaktor von 1,6 auf. das bedeutet, aus einem Standardobjektiv mit 50 mm Brennweite wird ein 80-mm-Objektiv. Oder mit dem Viltrox-Adapter eben wieder ein 50-mm-Objektiv.

Die sonst übliche Brennweiten-Verlängerung kann auch reizvoll sein, weil man diese Tele-Wirkung erhält. In der Praxis gehen einem aber mit den Standard-Brennweiten älterer Objektive die Weitwinkelbereiche verloren. Ein 20 mm Objektiv, das ja eigentlich als ziemlich weitwinkelig gilt, wird mit dieser Verlängerung zum 32 mm Objektiv. In Brennweitenbereiche von 20 mm und darunter vorzudringen wird dagegen knifflig. Dazu müsste das originale Objektiv etwa 12 mm Brennweite haben.

Ähnlich wie die fast 800 Euro teuren Speedbooster Adapter von Metabones vergrößert der ungleich billigere Viltrox auch die Blendenöffnung der Objektive. Aus dem obigen Beispiel mit dem 1,8 50 mm Objektiv wird damit ein 1,2 50 mm Objektiv. Damit kann man auch ein schönes Bokeh bei offener Blende erzielen. (Funktioniert wohl nicht immer mit EF-S Objektiven!)

Die manuellen Einstellmöglichkeiten und Magic Lantern machen die Kamera ziemlich universell einsetzbar.

Die manuellen Einstellmöglichkeiten und Magic Lantern machen die Kamera ziemlich universell einsetzbar.

C-Mount: Klein, Billig, Lichtstark

Und noch eine Variante gibt es bei den preiswerten Objektiven für die Canon EOS M. Es sind die noch kleineren, recht billigen Wechselobjektive für Überwachungskameras mit einem C-Mount. Mitsamt dem passenden Adapter ist man hier mit einem Objektiv 1,6 35 mm schon ab 30 Euro dabei. Die Qualität ist nicht überragend, die Ränder sind manchmal eher unscharf, außerdem funktionieren die Linsen nur im manuellen Modus. Dennoch gibt es einige überzeugende Beispiele für gute Aufnahmen auch mit diesen Linsen auf Youtube.

Audioprobleme kennt die Kamera nicht: Der MIkrofonanschluss ist vorhanden, eine manuelle Aussteuerung des Tons Möglich.

Audioprobleme kennt die Kamera nicht: Der Mikrofonanschluss ist vorhanden, eine manuelle Aussteuerung des Tons Möglich.

Magic Lantern

Magic Lantern ist eine Software, die das Betriebssystem der Canon erweitert oder ersetzt. Es ist für viele Canon-Modelle erhältlich, es gibt ausführliche Anleitungen zur Installation. Und auch gründliche Aufklärung über die Risiken. Man sollte sich also damit auseinandersetzen. Dafür erhält man professionelle Werkzeuge zum Filmen und Fotografieren wie Zebra, Fokus-Peaking, RAW-Videos oder Videoaufnahmen mit 2,5 K. Auch eine Einstellung des 3×3 Crop ist eher etwas für Video-Experten, verbessert aber die Filmqualität.

So ein Hack der Betriebs-Software ist nicht jedermanns Sache. Ich habe das an einer älteren DSLR vorgenommen und gute Erfahrungen damit gemacht. Das Risiko bei einer Kamera, die man heute gebraucht für rund 200 € bekommt, ist andererseits auch relativ überschaubar.

Ältere lichtstarke Objektive wirken am schmalen Body der EOS M allerdings unverhältnismäßig groß.

Ältere lichtstarke Objektive wirken am schmalen Body der EOS M allerdings unverhältnismäßig groß.

Manuelle Einstellungen, Touch Display, Audio

Noch heute ärgern sich viele Fotografen, dass ihre modernen Kameras kein Touch-Display haben oder keinen Mikrofon-Anschluss. Das etwas in die Jahre gekommene EOS M Basis-Modell war dagegen seiner Zeit schon voraus. Die Bedienung erfolgt recht einfach sowohl über das übersichtliche Menü mit Knöpfen als auch über den Touchscreen.

Manuelle Einstellungen sind möglich, sie lassen sich in der Qualität schon am Display beurteilen. Sogar die Aufnahmepegel eines externen Mikrofons, für das es ebenfalls einen Anschluss gibt, lassen sich hier kontrollieren.

Kleine Komplett-Ausrüstung mit Mini-Stativ, L-Bracket, lichtstarkem 22-mm-Objektiv, Makro-Zwischenringen und dem Objektiv-Adapter.

Kleine Komplett-Ausrüstung mit Mini-Stativ, L-Bracket, lichtstarkem 22-mm-Objektiv, Makro-Zwischenringen und dem Objektiv-Adapter.

Zubehör

Mit einem L-Bracket oder sogar einem Cage lässt sich die Handhabung beim Filmen weiter verbessern, ohne allzu große Kosten. ND-Fader sind ebenfalls preiswert zu haben, weil die Linsen oft einen geringen Frontdurchmesser haben. Und weil man aus naheliegenden Gründen nicht die ND-Fader mit der allerbesten Qualität und dem höchsten Preis kaufen muss. Die Graufilter sorgen für einen cinematischen Look, weil man bei geöffneter Blende ein schönes Bokeh erzeugen kann.

Wer nach den ersten Tests seiner EOS M schon angetan ist, der kann auch den Kauf eines preiswerten Gimbals überlegen. Auch mit Objektiven liegt das Gewicht der EOS M im unteren Bereich, so dass die jeweils kleinsten Modelle ausreichend sein müssten für gute Ergebnisse.

Auch Akkus gehören hier in die Kategorie preiswertes Zubehör. Anders als bei meiner neuen Canon EOS M6 muss man hier nicht den teuren Original-Akku für 70 Euro kaufen. Statt dessen bekommt man Produkte von Fremdherstellern, die problemlos funktionieren für wenig Geld (hier zB zwei Akkus plus Ladegerät für 27 €).

Canon Zubehör wie der FunkAuslöser funktionieren auch mit der EOS M. Auf Wlan dagegen muss man verzichten. k-

Canon Zubehör wie der FunkAuslöser funktionieren auch mit der EOS M. Auf Wlan dagegen muss man verzichten. k-

Mein Fazit

Wer eine Canon DSLR besitzt und einige Objektive, der sollte sich die Anschaffung eines älteren EOS M Modells überlegen. Als Zweitkamera leistet sie gute Dienste, hat durchaus etliche professionelle Features und belastet die Kasse nicht besonders. Auch wer keine Canon DSLR besitzt hat für wenig Geld einen reellen Gegenwert. Und eine Kamera, die viel Spass am Videofilmen verspricht.

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