Videos für Soziale Medien wie Instagram und Facebook

Dieses Video des Youtube-Kanals „The Edit Room“ zeigt recht anschaulich, wie man quadratische Videos fürs Social Web in Final Cut Pro X erstellt. Ich habe diese Anleitung auch benutzt, um ein Outdoor-Kaffee-Video für Instagram und Facebook aus dem vorhandenen Material zu erstellen. Warum brauchts dieses spezielle Format?

Instagram hat jetzt Stories, Facebook wird nicht müde, die Verwendung von Videos zu propagieren: Zwei der Großen setzen – wie alle anderen – auf Videos im News Feed, haben aber auch besondere Regeln. Snapchat und Beme lassen wir mal außen vor, die haben ganz eigene Regeln und Zielgruppen. Für die anderen lohnt sich, etwas mehr Aufwand für maßgeschneiderte Videos in guter Qualität zu treiben.

Wobei jetzt nicht alle erschrecken müssen, die ihre Video-Schnipsel locker aus der Hand mit dem Smartphone schießen. Alles ist gut so, wenn man es selbst schön findet und auch positive Rückmeldungen bekommt. Viele haben über die Jahre einen immer höheren Aufwand getrieben, um im Social Web mit guten Fotos zu beeindrucken. Die wollen jetzt logischerweise auch mit den Videos Erfolg haben. Vielleicht hilft das andere Format?

Es gibt andere Werte für soziale Kommunikation, das kann man sich auch sagen. Aber wenn man mit guten Bildern seine Anhängerschaft verwöhnt, will man auch mit Videos eine ansehnliche Reichweite. Dass gut gemachte Mini-Videos in astronomische Höhen (bei den Zuschauerzahlen und Likes) vordringen, belegen am besten die so beliebten Food-Mini-Videos. Meistens wird dort eine Anleitung auf wenige Sekunden zusammengepresst. Mit Zeitraffer und schnellen Schnitten wird in ein bis zwei Minuten gezeigt, wie eine Rezept umgesetzt wird.

Die Video-Zahlen sprechen für sich

Schönes Beispiel ist das Food-Blog pinchofyum.com: Die quadratischen Klein-Videos in dessen Instagram-Account erreichen teilweise höhere Zuschauerzahlen als die Followerzahl, bis zu 274.000. Nun ist die Website schon kein gewöhnliches Food-Blog, der Aufwand in jeder Hinsicht professionell und die Kommerzialisierung sehr effektiv. Das merkt man auch den Videos an.

Für Foodblogger, die deutlich weniger Aufwand treiben stellt sich schon die Frage, ob sich ein solcher Aufwand lohnt. Zumal jeder Trend eine begrenzte Lebensdauer hat. Dieser hier könnte länger andauern. Aber ich zum Beispiel überspringe animierte Bilder oder solche Kurzvideos in meinem Instagram-Feed inzwischen. Denn sie kosten im Endeffekt auch den Zuschauer viel Zeit. Und sie sind (für mich) entbehrlich. Wer etwas nachkochen möchte, der sucht letztlich nach einem Rezept und einer Anleitung. Und die wählt man nicht zwangsläufig dort aus, wo man das Mini-Video gesehen hat.

Quadratisches Format ist besser

Wer mit Videos ein bißchen Erfahrung hat, dem hilft das obige Video vielleicht weiter. Denn oftmals kommt man als Ungeübter schon ins Grübeln, wenn es darum geht ein quadratisches Video zu erstellen, das nicht viel Speicherplatz braucht.

Das quadratische Format eignet sich für Instagram und Facebook in meinem Augen auch besser als jedes andere. Es ist immer noch ein Hingucker, nutzt die Anzeigefläche auch der Smartphones gut aus und zeigt mehr, als das Standardformat.

Zum Einsatz von Videos in den Sozialen Medien gibts einige Beiträge im Netz, die weiterhelfen. Sie lassen sich freilich nicht nur im Food-Bereich gut verwenden, aber dort sind sie derzeit besonders hoch im Kurs. Grund dafür ist sicher, weil man von vorneherein weiß, dass es einen konkreten Inhalt und ein Ziel gibt. Wer den wackeligen Videoschnipseln auf Instagram folgt, die oft auch im Profil verknüpft sind, der durchleidet oftmals viele langweilige Zufalls-Aufnahmen, die auch durch Schrift und Grafik nicht wirklich verbessert werden.

Generelle Tipps für Social Media Videos

Ein paar generelle gute Tipps sind für mich, …

– dass man sich gut überlegen sollte, ob man das ganze Video in den Sozialen Medien einstellt. Vielleicht reicht ein Appetithappen, um Besucher auf die eigene Website zu ziehen

– dass man auf den Ton getrost verzichten kann. Denn die meisten Facebook-Besucher schalten den (aus Gründen) sowieso ab.

– und dass man nicht den gleichen aber einen ähnlichen Effekt auch mit animierten GIFs erreichen kann. Dabei ist egal ob man sie manuell zusammensetzt oder mit einer App aus einem Video-Abschnitt erzeugt.

Instagram-Videos kommen gut an: 274.00 Besucher interessierten sich dafür, wie man eine Avocado-Rose schneidet

Instagram-Videos kommen gut an: 274.00 Besucher interessierten sich dafür, wie man eine Avocado-Rose schneidet

Lichtzelt: Retter in der (Zeit)-Not

Lichtzelt und Beleuchtung im Set - eine preisgünstige Lösung

Lichtzelt und Beleuchtung im Set – eine preisgünstige Lösung

Lichtzelte sind für Amateure und Profis oft ein schneller Weg, um Fotos mit akzeptabeler Beleuchtung zu machen. Und das ist dringend notwendig, denn an Produktfotos werden heute hohe Anforderungen gestellt. Wo vor einigen Jahre noch als Foto der Schnellschuss mit dem Handy reichte, um ein Produkt im privaten Verkauf zu illustrieren, so sind die Verbraucher heute verwöhnt. Auf Instagram und Facebook, bei Ebay und in Kleinanzeigen sind gut ausgeleuchtete Fotos und Freisteller eher die Regel als die Ausnahme. Ein guter Verkäufer ist hier meist auch ein guter Fotograf. Ein Fotostudio muss es dennoch nicht sein, schon ein Lichtzelt kann hier gute Dienste leisten.

Eigentlich habe ich mir mein kleines Lichtzelt nur spasseshalber und zum Experimentieren zugelegt. Und, na gut, auch weil es bei einem Elektronik-Versender unverschämt billig zu haben war. Seitdem ist es ab und zu mal in Gebrauch. Und weil ich es relativ selten benutze brauche ich fast mehr Zeit zum Zusammenlegen als zum Fotografieren.

Nein, stimmt nicht, ein Scherz. Die Dinger lassen sich ähnlich wie die runden Reflektoren auf ein Mini-Maß zusammenlegen. Nur das die Zelte etwas kniffliger zu falten sind. Aber wenn man sich dann mal gemerkt hat, wo zu Beginn die Hände angesetzt werden müssen, ergibt sich die Drehbewegung fast von selbst.

Lichtzelt, Leuchten oder Blitz

Mein Favorit bei Produktfotos ist eine Multiblitz-Anlage sowie zwei transparente / nicht-transparente Hohlkehlen von Novoflex. Das ist praktisch, wenn man zum Beispiel hintereinander zwei Dutzend Weinflaschen fotografiert (was schon mal vorkommt).

Ein Lichtzelt mittlerer Größe. Sicher für die meisten Haushalts-Gegenstände ausreichend. Im Zweifelsfall lieber eine Nummer größer kaufen.Fast genauso oft kommt es dann vor, dass eine Weinflasche hinterher-tröpfelt, mit ein paar Tagen Verspätung kommt. Also alles noch einmal aufbauen, eine Flasche fotografieren, Dateien bearbeiten. Fertig. Dauert nur insgesamt nicht ein Vierundzwanzigstel der Zeit, die man für die ersten 24 Flaschen gebraucht hat. Sondern gefühlt die Hälfte.

Dann kommt das Lichtzelt zum Einsatz. Weil es inzwischen ja neben der Blitzanlage auch eine Beleuchtungsanlage mit zwei relativ billigen Standleuchten gibt. Zelt auf, Leuchten daneben, Flasche ins Zelt, fertig.

Blitz oder Dauerlicht?

Besonders schön ist, dass bei diesen Fotos die Lichter und Reflexe sehr weich sind, ohne dass man besonders herumkniffelt. Und die Schatten recht gut aufgehellt.

Warum sich dieses Verfahren bei mir dann nicht als Standard durchsetzen wird?

Das Zelt ist klasse für das schnelle Foto. Kann ich mir auch gut vorstellen, wenn man viele Dinge in unregelmäßigen Abständen bei Ebay verkauft oder auf anderem Wege. Aber es ist natürlich hier nicht alles besser.

Nachteile meiner Lichtzelt-Lösung

– Beim Vordergrund stört mich zum Beispiel, dass das Fenster – also die nach vorne zeigende Seite des Würfels – nicht total offen ist. Den Rand muss man irgendwie herunterdrücken.

– Der Innenraum ist nicht so glatt und glänzend wie meine Hohlkehle. Die aber bekomme ich nicht ins Zelt. Das bedeutet etwas mehr Aufwand bei der Nachbearbeitung.

– Und ein Nachteil geht auf meine eigene Dummheit zurück: Mein erstes Lichtzelt war zu klein. Also genauso groß, dass zum Beispiel eine Weinflasche gut darin Platz hat. Das macht auch die Fensteröffnung nach vorne kleiner und behindert das Hantieren im Innenraum. Im Zweifelsfall also lieber ein paar 10-Zentimeter zugeben.

Set aus Lichtzelt und BeleuchtungInzwischen gibts die Lichtzelte auch in sinnvollen Kombinationen günstig, wie hier mit zwei (nicht sehr schönen) Leuchten. Da man die Leuchte nicht sieht, zählt hier vor allem der Vorteil, dass sie recht kompakt sind.

Bei diesem Preis lohnt es sich meiner Ansicht nach auch nicht mehr, ein Lichtzelt oder einen anderen Kubus für diesen Zweck selbst zu basteln. Wer sparen möchte, der kann ja bei den Leuchten auf das zurückgreifen, was der Haushalt so bietet. Über den Weißabgleich der Kamera sollte sich ein Farbstich vermeiden lassen.

Wann lohnt sich die Mini-Lösung?

Lohnend ist die Investition aus meiner Sicht schon dann, wenn man auch für begrenzte Zeit ein paar Dinge fotografieren muss, die möglichst gut zur Geltung kommen sollen. Wer also einen Ebay-Handel hat oder über seine Website ab und zu Dinge verkauft (oder wer ein Weingut hat), ist damit gut beraten. Im Gegensatz zur Blitzlösung muss man sich auch über Synchronisation keine Gedanken machen. Und die Beurteilung der Lichtsituation ist ebenfalls einfacher, als beim Blitzen. Ein Stativ ist praktisch, aber nicht zwingend: Über die ISO-Einstellung kann man die Empfindlichkeit hochsetzen. Das sollte reichen, wenn man die Leuchten nahe am Lichtzelt platziert (und ich meine: sehr nahe).

Verzichtbar ist dagegen nach meiner Auffassung der Hintergrundstoff: Wer so fotografiert, der will in der Regel einen Freisteller haben. Da kann man den buntenStoff eher weniger gut nutzen. Eine manuelle Einstellung an der Kamera ist auf jeden Fall hilfreich und – wie so oft- auch ein bißchen Grundwissen über die Zusammenhänge von Lichtstärke und Entfernung, Blende und Verschlusszeit.

Wistia-Tutorial über Nicht-Schauspieler vor der Kamera

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Ich mag die Jungs (und Mädchen) von Wistia: Die Ratgeber und Tipps sind immer sehr konkret und auf den Punkt gebracht. Die ganze Mannschaft steht in wechselnder Besetzung selbst vor der Kamera und macht vor, wie man die Aufgabe einer Videoproduktion mit Spass und einer positiven Einstellung so über die Bühne bringt, dass auch der Zuschauer von dieser positiven Einstellung profitiert: Es macht einfach Spass zuzuschauen.

Das jüngste Video der zahlreichen Tutorials beschäftigt sich mit der Frage, wie man mit Nicht-Schauspielern vor der Kamera umgeht (https://wistia.com/library/directing-non-actors). Ich habe das Problem nicht, weil ich keine Botschaften zu transportieren habe: Wenn bei mir jemand vor der Kamera steht, ist das rein dokumentarisch. Ich muss nicht auf eine effektive, positive Darstellung ohne jede Schwäche achten: So wie die Menschen sind, sind sie.

Aber ich kann die Perspektive einer Videoproduktion für Geschäftszwecke gut nachvollziehen. Denn jeder Mensch reagiert vor der Kamera anders. Menschen, mit denen man sich gerade noch locker und detailliert über bestimmte Problemstellungen unterhalten hat, sagen vor der Kamera gerade noch drei stockende Sätze zu einem komplexen Sachverhalt – nervös und unvollständig.

Andere lassen sich überhaupt nicht von der Kamera beeinflussen, leider in keine Richtung.

Das 10minütige Video mit Chris Lavigne hilft sicher jedem, der mit Menschen vor der Kamera zu tun hat. Und es ist ein schmaler Ausschnitt eines einstündigen Videos, das Wistia anlässlich seines Fests erstellt hat, und das man ebenfalls kostenlos ansehen kann (der Link kommt nach dem ersten Video).

So einfach alles, was mit Youtube und Vimeo zu tun hat auch ist: Wenn man Videos für sein Unternehmen macht und auf die positive Darstellung angewiesen ist, dann ist man dort mit Sicherheit besser aufgehoben. Für kleinere Projekte mit privaten Videos lohnt sich die teuere Plattform mit guten Analysemöglichkeiten wahrscheinlich nicht so richtig. Es gibt zwar einen kostenlosen Account, aber der richtige Einstieg liegt bei 10 Dollar im Monat, der Standard für Unternehmen bei 100 Dollar im Monat.

Wer entfolgt Dir wo? Ein paar Werkzeuge für Soziale Medien

Wer entfolgt Dir wo in den Sozialen Medien?

Wer entfolgt Dir wo in den Sozialen Medien?

Wer Dir wo folgt ist schnell festzustellen und ein täglicher Quell der Freude: Für Twitter, Facebook und Instagram werden neue deutlich angezeigt. Man kann sich seine Follower auflisten lassen, entdeckt alte Bekannte und neue Gesichter. Spannender ist heute vielmehr, wen man nicht mehr entdeckt, wer sich nach dem Zurück-Folgen klammheimlich wieder davon macht.

Aktuelle Rezepte für einen schnellen Erfolg in den Sozialen Medien fordern oft genug unverhohlen dazu auf, möglichst vielen Leuten zu folgen und darauf zu vertrauen, dass der andere zurückfolgt. Leider gehört zum so angepriesenen social media business auch die Empfehlung, die Zahl der Follower stets größer zu halten als die Zahl derer, denen man selbst folgt. Schließlich sei das ja das Kannzeichen der echten Größen auf diesen Plattformen und vielleicht kann man ja Reichweite irgendwann zu Geld machen.

Die Folge sind oftmals Anfragen, Likes, Freundschaften und Follower, die manchmal schon nicht mehr dabei sind, wenn man zurückfolgt. Manche davon sind mit einem Blick auf ihr Profil schnell zu durchschauen: Dass da wenige bis gar keine Anknüpfungspunkte existieren, sieht man auf den ersten Blick. Andere sind im gleichen Themenbereich aktiv, und dann freut man sich meistens über neue digitale Bekanntschaften.

Am größten ist die „Fluktuation” (um nicht zu sagen das Spammen) nach meiner Einschätzung bei Twitter und Instagram. Auch wenn es für mich mittlerweile einfach zu bereinigen ist, empfinde ich es wegen des Zeitaufwandes doch als ärgerlich. Wobei nichts dagegen zu sagen ist, wenn es sich Follower anders überlegen: Schließlich korrigiere ich selbst meine Einstellungen immer wieder.

Generell finde ich es nicht nachteilig, wenn man selbst wesentlich mehr Leuten folgt, als man zurück-gefolgt wird: Die Neugier auf viele Accounts und Websites und Menschen ist ja oft einfach zu groß, als dass man abzählen möchte. Viele Instagram-Accounts zum Beispiel sind für mich eine Quelle für Inspirationen. Und mein Tumblr-Account ist wird fast ausschließlich zum Folgen benutzt und ist ziemlich gut platziert im Dreieck Outdoor – Vanlife und Reisen – Fotografie.

So ziemlich gar nichts halte ich von Formulierungen wie „Follower generieren”, gerne noch mit dem Zusatz „in kürzester Zeit”. Das krasse Mißverhältnis zwischen Followerzahlen und den Inhalten, die viele auf ihren Accounts oder Profilen präsentieren bezeugt aber, dass man wohl – zahlenmäßg – manchmal recht schnell Erfolge aufweisen kann.

Hier sind ein paar Werkzeuge, mit denen man den Überblick behält.

Twitter

Am einfachsten finde ich diese Lösung: Die Website notfollow.me gibt einfach eine Liste mit Twitter-Accounts an, die nicht zurückfolgen. Das ist schnell und übersichtlich. Es reicht, da jeden Monat mal vorbeizuschauen. Das Vorgehen ist simpel: Es werden die Follwer verglichen mit denen, denen man selbst folgt, also nur der Ist-Bestand.

Etwas komfortabler ist der Account https://twitter.com/unfollowr?lang=de. Wer sich bei http://unfollower.name einloggt, der erhält sogar regelmäßig Emails bei jedem Unfollow.

Es gibt noch einige andere Websites und Apps, die wahlweise auch gegen Bezahlung funktionieren oder mit Werbung.

Instagram

Kostenlos und über jeden Browser erreichbar ist unfollowgram.com. Sie funktioniert wahlweise für Instagram und Twitter.

Als App auf dem iPhone nutze ich die App Followers. (Der Link führt direkt hin, denn es gibt eine Unzahl von gleichnamigen Apps, die oft mit unsauberen Methoden Follower verschaffen wollen.) Sie funktioniert zuverlässig ab dem Zeitpunkt der Installation, vergleicht also von da an, wer kommt und geht.

Facebook

Bei Facebook habe ich letztlich nur eine Browser-Erweiterung gefunden, die man hier bekommen kann: http://www.deleted.io/. Auch diese funktioniert ab dem Zeitpunkt, zu dem man sie das erste Mal aufruft. Der gleiche Service bietet hier auch eine App für iOS an.

Google+

Obwohl Google+ für mich kaum noch eine Rolle spielt hier der Vollständigkeit halber eine Browwser-Erweiterung für Google Chrome, die ebenfalls ab dem Zeitpunkt funktioniert, zu dem sie erstmals installiert wirde: circlocope

ND-Filter für Videoaufnahmen: hilfreich aber qualvoll

Einen einzelnen ND-Fader sollte man immer nach dem Objektiv mit dem größten Durchmesser kaufen. Step-Filter zur Anpassung sind billiger als weitere ND-Filter.

Einen einzelnen ND-Fader sollte man immer nach dem Objektiv mit dem größten Durchmesser kaufen. Step-Filter zur Anpassung sind billiger als weitere ND-Filter.

Filter für Foto-Kameras – damit können die meisten Fotografen heute nicht mehr viel anfangen. Wozu auch? Wer ein Bildbearbeitungsprogramm besitzt wie Photoshop oder Lightroom, der nimmt alle Anpassungen sowieso später am Rechner vor. Richtig interessant dagegen ist das Thema Filter für all diejenigen, die ernsthaft mit ihrer Kamera Videos machen wollen: Der Vorteil der sogenannten Prime-Lenses, also lichtstarker Festbrenntweiten, schmilzt dahin, wenn bei normalen Lichtbedingungen hohe Blendenwerte / geringe Blenden-Öffnungen notwendig werden. Sie greifen immer öfter auf ND-Filter zurück: Graufilter, die die Aufnahme erst einmal dunkler machen. (Walimex Pro ND-Fader vergütet 67 mm ND2 – ND400 37 €)

Die meisten, die übers Fotografieren zum Thema Video kamen, hatten ihre Filter längst entsorgt oder griffen nur noch auf UV- oder Skylight-Filter als Schutz für die Linse zurück. Doch gerade bei Video-Aufnahmen spielt das sogenannte Bookeh eine große Rolle: Die Schärfentiefe stellt einen Gegenstand vor dem Hintergrund frei. Das geht bevorzugt bei offener Blende (oder bei starker Telewirkung). Und die offene Blende kann man bei halbwegs normalen Lichtbedingungen noch durch eine geringere Verschlusszeit ausgleichen, selbst beim Video, obwohl eine Faustregel davon abrät.

Das bedeutet, dass im strahlenden Sonnenschein eine offene Blende auch bei ISO 100 einfach nicht mehr drin ist. Und das Abblenden auf 5,6 oder 8 macht das Bokeh zunichte, die Schärfentiefe wächst erheblich.

In guter Qualität teuer: ND-Fader. Aber lieber einen billigen als gar keinen.

In guter Qualität teuer: ND-Fader. Aber lieber einen billigen als gar keinen.

Hier kommt der ND-Filter ins Spiel: Ein Graufilter, der das Bild abdunkelt. Um das auszugleichen, öffnet man die Blende und voila: Der Bokeh-Effekt ist wieder nutzbar. Die ND-Filter gibt es als Fader. Man muss also nicht verschiedene Filter kaufen, die 2x-, 4x- oder 8x die Belichtungszeit verlängern. Durch Drehen am Filterring wird ähnlich wie beim Polfilter der Wert verändert, in diesem Fall wird das Bild einfach heller oder dunkler.

Step-up Ring Filter Set ermöglicht die Anpassung eines großen ND-Filters an kleinere Durchmesser.

Step-up Ring Filter Set ermöglicht die Anpassung eines großen ND-Filters an kleinere Durchmesser.

Diese ND-Fader haben Fotografen und Videofilmern das Leben also schonmal erheblich einfacher gemacht: Statt jedes Mal einen anderen Filter aufzuschrauben, genügt der Dreh am Filterring. Komplizierter wird es dann wieder, wenn man mehrere Objektive mit mehreren Festbrennweiten hat. Und das ist druchaus öfters der Fall: Fängt man zunächst mit einem alten Normalobjektiv seiner früheren SLR an, einem 1,8 50 mm, dann kommt man schnell auf den Geschmack und möchte weitere Festbrennweiten nutzen um den gleichen Funktionsumfang zu haben, wie man ihn mit Zoomobjektiven hat. Dann heißt es wieder, bei jedem Objektivwechsel auch den Filzer umzusetzen. Und: Da die meisten Objektive verschiedene Durchmesser haben, muss man jedes Mal mit einem oder mehreren Adapterringen den ND-Filter anpassen. (7 teiliges Step Up Metall Ring Filter Set 14,90 €)

Sinnvoll: Objektiv-Adapter mit eingebautem ND-Fader.

Sinnvoll: Objektiv-Adapter mit eingebautem ND-Fader.

Einfacher geht es nun, wenn man bei Verwendung der Prime-Linsen schon früher eingreift. Denn zum Ansetzen der meist älteren manuellen Objektiven der Spiegelreflex-Kameras braucht es meistens einen Adapter. Und diese Adapter gibt es seit einiger Zeit auch mit eingebautem ND-Filter. Die Folge ist, dass das lästige Ummontieren der ND-Filer ausbleiben kann – solange man die Fremdobjektive des gleichen herstellers verwendet. Wer also früher beispielsweise mit Canon fotografiert und aus dieser Zeit noch einige Festbrennweiten hat, der kann für seine neue Kamera, beispielsweise eine Sony, einmal einen Adapter kaufen von Canon EF auf Sony E-Mount und danach alle alten Canon Objektive nutzen, und automatisch auch bei jedem Objektiv den ND-Fader. (Vizelex ND Throttle Lens Mount Adapter from Fotodiox Pro – Canon EOS (EF, EF-s) Lens to Sony E-Mount Camera 113 €)

Die Kosten halten sich zumindest bei dem oben beschriebenen Modell in Grenzen. Denn die Kosten für gute ND-Filter sind relativ hoch, dazu brauchts normalerweise noch die Adapterringe (wenn man nicht verschiedene Filter in verschiedenen Größen kauft, was aber noch teurer ist). Zwar gibt es einfache Adapter schon für deutlich weniger Geld. Aber angesichts der Tatsache, dass man hier einen Artikel mit Zusatznutzen kauft, erscheint die Ausgabe sicher vielen Filmern vertretbar. Erst recht, wenn sie bei Filmaufnahmen schon entsprechende Erfahrungen mit den ND-Filtern gemacht haben.

Bleiben eigentlich nur noch zwei Fragen offen: Warum gibt es normale Objektive nicht schon mit einem eingebauten ND-Filter. Und warum besitzen moderne Kameras, die ganz offensichtlich für Video-Aufnahmen bestens ausgestattet sind, nicht dieses Feature, das bislang nur Profi-Kameras aufweisen, nämlich einen interne Regelung des Grauwert-Filters?

Auch für kompakte Kameras mit „kleinem” Objektiv gibt es oft passende ND-Filter.

Auch für kompakte Kameras mit „kleinem” Objektiv gibt es oft passende ND-Filter.

Übrigens gibt es auch bei vielen Kompaktkameras die Möglichkeit einen ND-Filter aufzusetzen. Für meine Lumix LX 100 mit 43 mm gibt es zum Beispiel einen preiswerten ND-Fader von Fotga für gerade mal 12 €. Dafür, dass das nicht meine Haupt-Videokamera ist würde ich diese preiswerte Lösung akzeptieren, zumal der Filter bei Amazon überwiegend gute Beurteilungen erhält. (Fotga Einstellbare 43mm Fader ND Filter 11,99 €)