Zeitungssterben und „Paid Content“

Es ist ein trauriges Kapitel: Den Zeitungsverlagen, die jahrelang die Entwicklungen im Internet verschlafen haben, brechen Anzeigen und Leser weg. Heute berichtet Spiegel Online über das Beispiel des Miami Herald, der seine Leser um Spenden bittet (US-Medienkrise: Online-Zeitung bittet Leser um Spende).

So traurig diese Entwicklung und ein weiteres Beispiel auch sein mögen, die Darstellung von Stefan Niggemeier Aussichtslos, selbstmörderisch, unverschämt lässt mich dann doch wieder schmunzeln. Er berichtet, wie der Axel Springer-Verlag versucht, das Hamburger Abendblatt von jetzt auf nachher auf Bezahl-Inhalte umzustellen. Aus dem Artikel:

„Man könnte denken, dass ein Händler, der plötzlich eine so radikale Verteuerung seines Angebotes bekannt geben muss, alles dafür tut, seine Kunden zu umwerben, ihm treu zu bleiben. Ikens Text aber ist eine Frechheit. Er liest sich fast, als müsste man sich als Leser von Online-Medien schämen, dafür so lange nichts gezahlt zu haben. Das muss man erst einmal bringen: Bei der Bewerbung seines eigenen „Qualitätsjournalismus” Absätze lang rumzuschimpfen wie ein einarmiger Renter 1968 über die langhaarigen Studenten.“

Absolut lesenswert und aus meiner Sicht ebenso gut analysiert wie richtig.

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