1-Minuten-Videos: Appetithäppchen

1-Minuten-Videos erreichen mehr Zuschauer und sind, wenn man sie dauerhaft einsetzt, sinnvoll für Blog und Unternehmens-Webseite.

1-Minuten-Videos erreichen mehr Zuschauer und sind, wenn man sie dauerhaft einsetzt, sinnvoll für Blog und Unternehmens-Webseite.

Appetithäppchen kann ich nicht widerstehen – weder beim Essen, noch bei Videos. Schon die Anzeige der Laufzeit signalisiert mir: Das ist keine Ablenkung, keine Zeitverschwendung. Ich muss als Zuschauer auch nicht rasch entscheiden, ob ich mir das bis zum Ende ansehe. Bei 1-Minuten-Videos ist eh gleich alles rum.

Wer jetzt befürchtet, dass seine sorgsam geplanten, aufwändig inszenierten an mehreren Tagen gedrehten und bearbeiteten Videos quasi verschleudert werden: Gemach. Natürlich soll man „sein” fertiges Videos zeigen, wo immer und wie oft es geht. Aber bekomme ich damit auch die Aufmerksamkeit auf Facebook, Instagram & Co.? Auf Youtube sind die Besucher drauf eingestellt, sich jetzt ein Video anzusehen und nehmen sich etwas mehr Zeit. In den Sozialen Netzwerken herrscht ein eher flüchtiges „Wischen und Scrollen”. Da passen 1-Minuten-Videos besser.

Natürlich kann man ich 10-Minüter auf Facebook platzieren. Wesentlich mehr Resonanz bekomme ich aber mit den ganz kurzen Videos. Damit ist noch lange nicht sicher, dass sich Besucher auch meine Lang-Version ansehen. Aber in aller Regel liegen die Zahlen der Besucher, die sich die kurzen Videos ansehen so deutlich über denen bei Youtube und auf der Webseite, dass ich dieses Potenzial nicht verschenken will.

Gute Idee: Gleich beim Dreh ein paar Szenen zusätzlich für diesen Zweck aufnehmen

Crux der 1-Minuten-Videos

Die Crux ist, dass ich wählen muss: Es stehen Aussage und Qualität gegen Reichweite. Am Ende haben vielleicht auch nicht wesentlich mehr Menschen mein „ganzes” Video in voller Länge gesehen. Aber ich habe – mit weniger Inhalt – mehr Menschen erreicht. Die alte Werbe-Regel, dass man ein Angebot sieben Mal gesehen haben muss, bevor man einmal darauf reagiert, gilt ja – zumindest gefühlt – für fast alles, auch im Internet.

Längerfristig kann die Methode der 1-Minuten-Videos als Appetithäppchen also durchaus nachhaltiger sein, als das Drei-Gang-Menü (oder das 10minütige Video). Und wenn das Video nicht nur eine einmalige Sache war, sondern zu meinem Konzept fürs Blog oder die Unternehmens-Webseite gehört, dann sollte ich die besten Verwertungs-Möglichkeiten suchen, die ich kriegen kann.

Viedos sind durch Aufnahmen und Schnitt sehr viel zeitaufwändiger als Fotos. Bis ich schließlich einen Haken unter eine Produktion machen kann, atmet ich auf und will das gute Stück unter die Leute bringen. Natürlich hoffen viele Video-Filmer auf Resonanz und Kritik, die Auseinandersetzung mit den Zuschauern. Die ist bei den kleinen Appetithäppchen eher gering ausgeprägt. Aber wer die Aufmerksamkeit seiner Follower und Besucher einmal gewonnen hat, hat es auch mit späteren Angeboten immer leichter.

Der Mehraufwand für die kurzen optischen Anreißer ist gar nicht so groß. Ich komme meist in wenigen Schritten zu den passenden 1-Minuten-Videos.

Das große komprimierte Ganze

Voraussetzung ist natürlich, dass das Video fertig bearbeitet ist. Denn dann kenne ich alle Inhalte und weiß, welches die Kernaussagen sind. Und ich weiß, welches die „stärksten” Clips. Das sind die, die mir rein optisch am besten gefallen, oder die vielleicht sonst aus dem Rahmen fallen. Oder es sind gerade bei Interviews diejenigen, bei denen zu stimmungsvollen Bildern auch prägnante Aussagen kommen.

In der fertigen Aneinanderreihung von Szenen sehe ich schnell den Höhepunkt einer Geschichte, meistens irgendwo im mittleren Bereich. Das finden sich oft auch Aussagen, die man alleine stehen lassen kann. Dann filetier ich quasi noch eine gute Einstiegssequenz heraus und einen guten Aussteig. Die Problematik ist weniger die Arbeit, als das in stundenlanger Arbeit entwickelte Gefühl, welche wichtigen Aussagen alle rein müssen in das Video. Wie bei guten fertigen texten schmerzt das Rausschneiden.

Die Schwerpunkt-Variante

Bei der oben beschriebenen Fassung bleibt im wesentlichen der Erzählfluss – wenn auch arg reduziert – erhalten. Es geht aber noch knackiger, pointierter. Dazu stelle ich ohne Rücksicht auf Verluste die wichtigsten Aussage oder die knackigste Szene an den Anfang. Diesen Teil kann ich dann auch größer gewichten, denn danach finden allenfalls noch Ambient-Szenen und Ausstieg statt. Niemand will in einem Ein-Minüter jemanden eine Minute lang reden hören. Weniger ist mehr und weckt mehr Interesse, finde ich.

Geht auch Eins plus Drei?

In seltenen Fällen bietet es sich auch an, aus einem längeren Dreh gleich mehrere kurze Videos zu machen. Dann wird die Arbeit freilich gleich viel aufwändiger. Drei Kernaussagen lassen sich ja oft noch finden, auch in kürzeren Videos. Aber für drei Varianten sucht man auch B-Roll-Material, Umgebungsszenen und Details für Ein- und Ausstieg in drei Varianten. Da wirds eher knifflig.

Die Formate

Der Rest lässt sich leicht vorbereiten und wiederverwerten. Ein einminütiges Videos lässt sich auch in Full-HD (1920 x 1080) schnell exportieren und hochladen. Für die Instagram-Variante im Feed bietet sich eine quadratisches Format an (1000 x 1000). Und Instagram Stories verlangen in der Regel ein Stückelung in 15-Sekunden-Blöcke und ein besonderes Forma (1920 x 1080).

Wer nicht von vorneherein auch mit dem Smartphone Hochformat-Aufnahmen gefertigt hat, muss beim Vergrößern Qualitätsverluste hinnehmen. Oder arbeitet schon in der Timeline mit der 4K-Auflösung seiner großen Kamera, was aber wieder einige Nachteile hat. Ich akzeptiere eher die Qualitätsverluste, als bei den Video-Aufnahmen noch parallel Handy-Aufnahmen zu machen.

 

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Instagram Stories – weg von den Wackel-Videos

Instagram Stories - hier mit FCPX erstellt

Instagram Stories – hier mit FCPX erstellt

Instagram Stories gehören zu den Neuerungen, die ziemlich erfolgreich sind. Kein Wunder, hat sich doch das Konzept bereits an anderer Stelle bewährt 😉 Manchmal hat man sogar den Eindruck, dass die gute alte Foto-Geschichte mit einzeln geposteten Bildern und mehr oder weniger aussagekräftigen Bildtexten etwas ins Hintertreffen gerät. Das Ansehen und Durchsuchen der Mini-Video-Clips entwickelt Suchtcharakter.

Wer sich nun – je nach Neigung – vielleicht einen Feed zusammengestoppelt hat mit Bildern guter und sehr guter Fotografen, egal welchen Themenbereichs, der ist von den Stories nicht immer gleichermaßen begeistert. Man findet oft überzählige, manchmal auch schlechte Fotos, zugekleistert mit wenig Text, dazwischen verwackelte Videos. Das soll nun gar keine Kritik sein: Das Medium ist je gedacht für die spontane Verteilung von aktuellen Zustands-Bildern, sozusagen aus dem Handgelenk fotografiert / gefilmt. Das kann man mögen, wenn man die Leute mag, die hier berichten. Fällt diese persönliche Beziehung weg und man bewertet den Inhalt, wischt man diese Feeds eher schnell weg. Dabei ist zumindest für all diejenigen, die Fotos und Videos in aller Regel am Computer bearbeiten, der Weg zu besseren Inhalten ziemlich einfach.

Die Kurzbeschreibung konzentriert sich auf Videos, die mit FCPX am Mac bearbeitet werden. Aber das Verfahren ist leicht übertragbar auf Windows und andere Schnitt-Software.

Instagram Stories – der Workflow

Die Hürde für eine Bearbeitung ist oft die 24-Stunden-Regel: Am Smartphone werden mir für die Verwendung von Bildern und Videos in den Stories nur Aufnahmen der letzten 24 Stunden angezeigt. Da bleibt wenig Zeit für eine Bearbeitung. Deswegen werfen die meisten Benutzer diese Inhalte in den Stories-Feed – weg damit. Es spricht aber nichts dagegen, Fotos und Videos zum Beispiel mit Photoshop, Lightroom oder Final Cut Pro X nachzubearbeiten. Das gilt auch für die Hochformate. Die sind bei den Fotos sowieso kein Problem.

Hochformat-Videos: gewusst wie

Kniffliger wirds bei den Videos. Aber auch hier kann man die Hochformate weiter bearbeiten und schneiden. Final Cut (FCPX) wählt die Auflösung des Clips nach der ersten Datei, die man in die Timeline zieht. Noch besser ist es, das Projekt aufzurufen und die Einstellungen gleich selbst zu bearbeiten. Statt der Querformat-HD-Einstellung 1920 x 1080 wählt man die eben die Hochformat-Variante: 1080 x 1920. Das Video erscheint in der Vorschau schon richtig. Es lassen sich Clips aneinandersetzen, Übergänge gestalten, Texte einblenden – wie in jedem anderen Video auch.

Da die Maximallänge für Videos bei 15 Sekunden liegt, schneide ich am Ende das Video in 15-Sekunden-Stücke, die ich einzeln exportiere. Mit den entsprechenden Einstellungen geht das in Adobe Premier sicher genauso gut und einfach.

Der Export

Der Export bei FCPX erfolgt üblicherweise über Compressor. Auch hier kann man eigene Einstellungen vornehmen. entweder man kopiert seine Youtube-Einstellungen für das HD-Querformat und ändert die Größe einfach wieder in 1080 x 120. Oder man legt das neue an mit diesen Werten. Die Verarbeitung erfolgt aufgrund der Kürze der Clips recht schnell. Die abgespeicherten Clips liegen dann normalerweise in Filme. Von dort kann man sie mittels AirDrop aufs Smartphone ziehen. Der Zeitstempel wird beim Erzeugen des Videos vergeben. Man kann also von nun an innerhalb von 24 Stunden diese Clips in den Instagram Stories veröffentlichen. unabhängig davon, wie alt das Videomaterial ist.

Aber Achtung: Viele Nutzer reagieren allergisch, wenn man zeitlich unpassende Beiträge veröffentlicht. Sie gehen davon aus, dass diese Funktion so genutzt wird, wie sie gedacht war. Als aktuelle Bereicherung des Instagram Feeds. Nichtsdestotrotz kann man aus dem vorhandenen Material ja – solange die Bedingungen stimmen – weitere Clips erzeugen und „fristgerecht” innerhalb von 24 Stunden hochladen. Ob das Gezeigte am selben Tag aufgenommen wurde, ist für andere vielleicht nicht so interessant. Aber Schnee-Schipp-Bilder im Sommer zum Beispiel kommen deswegen trotzdem nicht gut an.

Mein Fazit: Lieber weniger Clips und dafür welche, die herausstechen.

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Foto-Know-How fürs eigene Blog: die Grundausrüstung

Foto-Know-How kostet auch – aber eben nur Zeit. Wer anfängt zu bloggen, der macht sich viele Gedanken um die ideale Foto-Ausrüstung. Wie machen es die anderen, was benutzen die Blog-Profis? Und gibts auch eine Lösung fürs kleine Budget? Die gute Nachricht: Es gibt immer eine preiswerte Lösung. Und die für wenig Geld muss nicht merkbar schlechter sein.

Foto-Know-How – besser als High Tech

Das Netz ist voll mit netten kleinen Geschichten, bei denen man den „Profis” eine „Gurke” untergejubelt hat. Glamour-Fotografen, die mit einer Barbie-Spielzeugkamera knipsen mussten. Video-Blogger, die mit der Auflösung auskommen mussten, die vor Generationen verwendet wurde. Und man ahnt es bereits. Diese Leute haben sich nicht bis auf die Knochen blamiert. Jemandem seine Canon 5D wegzunehmen und sie gegen eine sprichwörtliche „Schrott-Kamera” einzutauschen mag zu Beginn ziemlich hart erscheinen.

Das Bokeh - lässt sich leicht austesten.

Das Bokeh – lässt sich leicht austesten.

Der Profi, so lernen wir bei solchen Videos, reduziert die Schmach auf ein paar harte Fakten: Die Auflösung ist schlecht, also fotografieren formatfüllend, ohne dass Details eine zu große Rolle spielen. Die Belichtung ist so schlecht wie die Empfindlichkeit, also sorgen wir gutes Licht. Und die Tiefenschärfe geht gegen Unendlich, also sorgen wir selbst durch den Bildausschnitt dafür, das unser Hauptmotiv gut rauskommt.

Natürlich wünschen wir uns alle das beste Werkzeug für jede Aufgabe. Und auch wer „nur” für sein eigenes Blog arbeitet und (noch) kein Geld damit verdient, sollte sich vernünftiges Werkzeug zulegen. Wie bei jedem anderen Handwerk aber entscheidet letztlich nicht das Werkzeug, sondern der Mensch, der damit arbeitet über die Qualität.

Licht für Foto und Video - viele Ratgeber helfen bei der Auswahl.

Licht für Foto und Video – viele Ratgeber helfen bei der Auswahl.

Lernen ist die beste Investition

Eine Knipse für den Anfang zu kaufen ist ok. Damit jede Menge Schrott zu fabrizieren und nur wenige gute Bilder ist ebenfalls akzeptabel. Wer daraus allerdings nichts anderes lernt, als dass er eine teure Kamera will, hat eine Chance verpasst. Nie war es einfacher, sich das nötige Foto-Know-How anzueignen:

  • Anleitung: Neben ungezählten beinahe sinnfreien Unboxing-Videos gibt es etliche Einführungen ins Thema. Wie hängen Blende, Belichtung und Empfindlichkeit zusammen. Welche Rolle spielen Sensorgröße und Auflösung? Welcher Kamera entlocke ich wie die besten Ergebnisse? Wer sich von einem Suchbegriff zum anderen durchhangelt, der hat sich nach spätestens einer Woche das Basis-Wissen draufgeschafft.
  • Kosten: Bilder kosten nix mehr. Die ersten Gehversuche für fotobegeisterte Jugendliche führten vor einigen Jahre über teure Diafilme mit Entwicklung und Rahmung, oder ebenso teure Abzüge von Negativfilmen. Und immer, wenn man glaubte zu wissen, wie es geht, wechselte man den Film, machte neue Erfahrungen, neue Fehler, zahlte sprichwörtlich Lehrgeld. Heute kann ich in meinem Wohnzimmer dasselbe Motive in hundert Variationen ablichten. Und nachher mit einem kostenlosen Programm die Bilder betrachten, auswerten und meine Schlüsse ziehen. Wann ist die Schärfentiefe ideal? Wann beginnt die Aufnahme körnig zu erscheinen? Welche und wieviel Lichtquellen sind nützlich und praktikabel?
  • Langsamer Aufbau: Ich muss nicht von der Kompaktkamera zur Profi-Knipse umsteigen. Von 100 Euro zu 3.000 Euro. Vielleicht mache ich Food-Fotografie. Dann wird die Anschaffung, die meine Bilder schlagartig besser macht, der Kauf eines Stativs sein. Vielleicht will ich Menschen fotografieren, schnell, umstandslos, mit einem Porträt-Effekt. Dann hilft mir eine „schnelle” Linse als Wechselobjektiv weiter. Und wenn ich mir das Canon 1,4 /35 mm nicht leisten kann, dann ersteigere ich eine ältere 1,7er-Linse für 50 Euro, nötigenfalls mit einem Objektivadapter für 20 Euro. Oder ich brauche gutes Licht und einen schönen Hintergrund. Beides bekomme ich für kleines Geld im Baumarkt.

Klingt alles zu schön, um wahr zu sein? Hier ein paar Beispiele, wie man aus wenig mehr macht:

Die kleinste Canon gegen die Größte. Und bei den Ergebnissen gibts kaum Unterschiede.

Pro Photographer, cheap camera challenge – der Name der Reihe sagt schon alles

Simon Cade vom DSLR Guide wird nicht müde, in diversen Videos darauf hinzuweisen, dass er gerne mit seiner uralten Canon DSLR arbeitet, und dass das keinen Unterschied macht.

Mein Fazit

Wichtigste Ressource beim Fotografieren sind das Basis-Wissen und die Erfahrung. Wer mit einer kleinen Kamera beginnt und um die Einschränkungen weiß, der kann trotzdem tolle Ergebnisse bekommen. Wer nicht mit der von der Oma geschenkten Kompaktkamera beginnen will, der kauft sich in der Bucht eine simple DSLR mit Wechselobjeltiv. Das darf zu Beginn gerne das Kit-Objektiv sein, ein billiges Allerwelts-Zoom. Und wer Videos macht, die Zeichen an der Wand sieht (und sie richtig deutet), der kauft – gerne ebenfalls gebraucht – eine 4K-Kamera für später. Auch normale HD-Videos werden schärfer, wenn sie von 4K heruntergerechnet werden. Und die höhere Auflösung ermöglicht mit Hineinzoomen und Schwenks fast so viel, wie eine zweite Kamera am Set.

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Besseres Audio – die Basis für gute Videos

Besseres Audio für die Video-Aufnahme entsteht in der Vorbereitung, während der Aufnahme und in den Nachbearbeitung. Und braucht nicht immer große Investitionen.

Besseres Audio für die Video-Aufnahme entsteht in der Vorbereitung, während der Aufnahme und in den Nachbearbeitung. Und braucht nicht immer große Investitionen.

Besseres Audio ist wichtig. Also zumindest besser als das, was ohne weiteres Zutun als Kamerasound zum Video geliefert wird. Vielleicht fällt einem das bei den Videos anderer Leute mehr auf, als bei den eigenen. Aber die Zahl der Fehler, die man hier machen kann, ist verhältnismäßig hoch. Andererseits muss man eigentlich nur wenig beachten, um guten Ton für seine Videos zu haben. Und das alles, ohne viel Geld auszugeben.

Was brauche ich für besseres Audio?

Kamera ohne AGC

Egal, wie gut die Kamera ist. Mit einem externen Mikrofon wird der Ton besser, wenn man einige Dinge beachtet. Für den schlechten Ton in der Kamera sind ein paar wenige Dinge verantwortlich. Das unsägliche AGC ist an erster Stelle zu nennen. Automatic gain control bedeutet automatische Aussteuerung. Und das bedeutet wieder, dass in Sprech- oder Musikpausen der Level angehoben wird, um das hörbar zu machen, was gar nicht zu hören ist: Stille.

Die Folge ist ein Rauschen in den stillen Passagen. Und eine Übersteuerung, sobald der Ton wieder einsetzt. Klingt ziemlich schlecht. Was kann man tun? Wenn man AGC nicht im Menü der Kamera abschalten kann hilft nur ein externes Mikro mit einer externen Aufnahmemöglichkeit (Recorder). In der Nachbearbeitung lässt sich da nicht mehr viel machen.

Ich habe bei meiner alten Canon 550D Magic Lantern installiert, das löst das Audio-Problem ebenfalls. Ist aber nicht jedermanns Sache. Meine Lumix LX100 hat keinen Mikrofoneingang, aber für meinen Geschmack ein gutes eingebautes Mikrofon, das sich manuell aussteuern lässt.

Recorder wirken zwar unhandlich, haben aber einen großen Einsatzbereich und sind erschwinglich.

Recorder wirken zwar unhandlich, haben aber einen großen Einsatzbereich und sind erschwinglich.

Lavalier-Mikro plus evt. Recorder

Stoßseufzer der Filmer: Was das wieder kostet. Ist aber gar nicht so schlimm. Sinn der Sache ist nicht nur die Umgehung der automatischen Aussteuerung mit externem Mikro und einem Recorder. Auch wenn eine manuelle Aussteuerung möglich ist, kommt man mit einem externen Mikro näher an die Tonquelle oder den Sprecher heran und erhält damit automatisch bessere Tonqualität.

Das Lavaliermikrofon, von den einen geliebt (wegen des klaren Sounds), von den anderen gemieden (weil in jeder Aufnahme unübersehbar).

Das Lavaliermikrofon, von den einen geliebt (wegen des klaren Sounds), von den anderen gemieden (weil in jeder Aufnahme unübersehbar).

Ein gutes Lavalier-Mikro mit langem Kabel (ich verwende das Audio-Technica ATR3350 für ca. 35 €) ist die billigste Möglichkeit und mit einem Recorder die beste Ausstattung für Interviews. Diese Lösung sieht aber nicht gut aus. Denn das Mikro ist in jedem Fall im Bild, das Kabel zumindest sollte möglichst unter dem Hemd versteckt werden. Das den Männern und Frauen vor der Kamera nahe zu bringen, ist manchmal etwas knifflig, weil man ihnen sprichwörtlich an die Wäsche muss. Meistens hilft eine freundliche Erklärung und die Möglichkeit, dass der Aufzunehmende an einem Stillen Ort Kabel und Wäsche arrangieren kann.

Ein externer Recorder (ab 100 €) löst die Tonaufnahme von der Kamera und ist in der Praxis sehr hilfreich. Ich verwende das Tascam DR-05, viel im Einsatz ist aber auch das Zoom H1. So kann man leichter die Kameraposition wechseln,ohne sich um das Kabel zu kümmern. Oder man kann aus der Ferne Aufnahmen mit dem Tele machen und hat trotzdem den Ton in bester Qualität.

Eine Funkstrecke erleichtert das Arbeiten. Vorsicht bei der Frequenzwahl.

Eine Funkstrecke erleichtert das Arbeiten. Vorsicht bei der Frequenzwahl.

Funkstrecke

Am schönsten gelöst ist das Tonproblem mit einer Funkstrecke. Dabei funkt das dezente Lavalier-Mikrofon über einen kompakten Sender (meist am Hosenbund angebracht) zum Aufnahmegerät, das an der Kamera angebracht ist. Kann man die Kamera nicht manuell aussteuern, sollte der Empfänger statt dessen mit einem Recorder verbunden werden, möglichst nahe an der Kamera. So hat man im Blick, ob beides noch funktioniert.

Lange Zeit waren die Sennheiser Mikros Standard. Jetzt ändert sich einiges bei den benutzbaren Frequenzen. Die Rode Funklösung (Rode RodeLink Filmmaker Kit für rund 350 €) scheint da eher auf der sicheren Seite zu sein und bekommt gute Rezensionen.

Gute Video-Mikros gibts in allen Preisklassen.

Gute Video-Mikros gibts in allen Preisklassen.

Richtmikrofon

Muss eigentlich heißen Mikrofon mit Richtcharakteristik, wie das kompakte Rode Video Mikro. Erhältlich für unter 50 € inklusive Windschutz. Richtcharakteristik bedeutet nichts anderes, als dass das Mikrofon besonders gut und zielgenau das aufnimmt, was vor einem liegt. Das ist nicht selbstverständlich, weil für Interviews mit mehreren Leuten eben Mikros verwendet werden, die quasi nach oben oder unten weisen, aber ringsherum aufnehmen.

Das fängt bei 50 € an und endet im höheren dreistelligen Bereich. Sehr beliebt bei Videofilmern ist das Rode Video Mikro Pro Rycote, das aber schon an die 200-€-Grenze heranreicht (ohne den unentbehrlichen Windschutz). Rode hat da ziemlich viel anzubieten, auch wenn manche mit der Klangcharakteristik der Video-Mikrofone nicht glücklich sind. Dann hilft nur, andere Modelle ausprobieren, möglichst mit Rückgaberecht.

Nachbearbeitung

In der Schnittsoftware kann man den Ton auch nachbearbeiten. Leichter gehts, wenn man mit der richtigen Audio-Software die Aufnahmen schneidet, sortiert, bearbeitet. Mac-Benutzer sind fein raus. Mit Garageband kommt man schnell zurecht und das Programm reicht völlig aus. PC-Nutzer finden in Audacity eine kostenlose Lösung.

Wenn die Datei nicht schon bei der Aufnahme immer wieder unterbrochen wurde, sollte man sie am besten gleich in Häppchen je nach Einstellung zerlegen. Die Off-record-Passagensind diejenigen Passagen, wenn die Kamera nicht oder nicht mehr lief. Dann sind viele Leute plötzlich viel entspannter.  Auch die sollte man sichten und ggf. auch miteinbeziehen.

Kleinigkeiten…

Und dann sind da noch ein paar Kleinigkeiten, die einem das Leben leichter machen können.

  • Köpfhörer-Anschluss an Kamera oder Recorder nutzen und zumindest eine Probeaufnahme machen, wenn das „live” mithören zu Kontrollzwecken nicht möglich ist.
  • Nebengeräusche und Hall bekämpfen. Fenster zu, ratternde Festplatten oder Lüfter abstellen, Handy aus. Beim Hall wirds etwas kniffliger. Andere location suchen, Orte mit viel Stoff und Vorhängen. Oder im Zweifelsfall für ein eigenes, als Studio genutztes Zimmer, Schaumstoffmatten oder ähnliches verwenden.
  • Batterien / Akkus am Tag vor der Aufnahme prüfen, immer ausreichend Ersatzbatterien mitnehmen. Nicht vergessen, das Mikro mit Batteriespeisung auch an- und abzuschalten. Das klingt jetzt sehr banal, hat aber schon viele Aufnahmetermine zunichte gemacht.
  • Beste Aussteuerung zuhause mit Tests ermitteln, anstatt vor Ort. Gerade fürs Lavaliermikrofon mit dem immer gleichen Abstand geht das gut.

Noch eine Anmerkung. Es wird immer kritisiert, dass viele Kameraas (gerade die günstigeren) keinen Kopfhörer-Eingang haben, oftmals nicht einmal einen für eine externes Mikro. Deswegen muss man sich aber keine teurere oder gar eine Profi-Kamera kaufen. Die nachträgliche Synchronisierung ist zwar ein Arbeitsschritt mehr. Aber sie macht gute Aufnahmen mit externem Sound noch lange nicht unmöglich.

 

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Der Video-Frühjahrsputz – aufgeräumt wirkt besser bei Besuchern

Video-Frühjahrsputz: Mit dem Auffälligsten anfangen. Header dürfen öfters erneuert werden.

Video-Frühjahrsputz: Mit dem Auffälligsten anfangen. Header dürfen öfters erneuert werden.

Wer sein Geld nicht mit Videos verdient (und wer tut das schon?), der behandelt Plattformen wie Youtube oder Vimeo gerne als kleine Werkstatt: Rein in die Bude, ein paar Kleinigkeiten erledigt, und wieder raus. Und wie in jeder Werkstatt gibt es viele Dinge, die Spass machen wie Videos hochladen, Statistiken ansehen, Videos schauen. Und ein paar Dinge, die weniger Spass machen: Aufräumen!

Natürlich kann man das jederzeit machen. Aber der Jahresanfang und der sogenannte Frühjahrsputz sind ja oft eine psychologische Hilfe, um solche Dinge in Angriff zu nehmen.

Video-Frühjahrsputz auf den Plattformen

Hausboot-Reise, 7 Jahre alt, tolle Bilder, gute Musik - besser als privat markieren, auch wenns schön ist.

Hausboot-Reise, 7 Jahre alt, tolle Bilder, gute Musik – besser als privat markieren, auch wenns schön ist.

Ausmisten: nur die guten Videos bleiben

Man gibt es nicht gerne zu. Aber nicht jedes Video ist eine kleine Perle im Repertoire der eigenen Arbeiten. Manche haben sich einfach überholt. Manche können mit den heutigen Standards nicht mehr verglichen werden, weil sie zu alt sind. Wer hier einfach ein kleines Archiv führt, der kann diese Dinge stehen lassen. Oder besser noch: in ein Archiv verschieben. Wer solche Beiträge als Privat markiert, der kann sie selbst dort noch ansehen. (Von meinen Youtube-Videos ist derzeit etwa die Hälfte als privat markiert; aber ich bin auch nicht sehr aktiv.) Andere Besucher dagegen sehen ein aufgeräumtes Portfolio. Und wahrscheinlich wird kein Besucher diese alten Beiträge wirklich vermissen.

Zeigt ein Blick in die Statistik, dass ausgerechnet ein Uralt-Beitrag die höchsten Besucherzahlen aufweist, kann man ihn stehen lassen. Oder sich überlegen, ob man das gleiche Thema nicht noch einmal frisch aufbereitet. Allerdings ist dann die schöne Statistik futsch.

Aufhübschen: Header-Fotos nach Maß

Was Besucher zuerst zu sehen bekommen ist der Header der eigenen Profilseite. Den hat man meist irgendwann einmal mühsam ausgesucht und bearbeitet, damit er den Anforderungen entspricht. Und da steht er nun, Jahr um Jahr. Dabei gibt es inzwischen nicht nur viele neue Videos, sondern auch etliche gute Fotos, mit denen man diesen Header ablösen könnte. Jetzt gehen bei Vimeo übrigens auch Videos als Header. Wenn man sich nur nicht mit den Maßen herumschlagen müsste. Meinem Wissen nach ist meine Anleitung für Header noch immer aktuell, ansonsten nach neueren Angaben suchen.

Outros - gehen am leichtesten direkt in Youtube.

Outros – gehen am leichtesten direkt in Youtube.

Video-Intros & Outros

Intros und Outros waren lange Zeit ziemlich knifflig für Leute, die sich nur auf Videos machen beschränken. Die Arbeit zum Aufnehmen, Schneiden, Vertonen braucht genug Zeit. Und spätestens seit Casey Neistat wissen wir, dass ziemlich rudimentäre Titel und Abspänne das Gesamtergebnis kaum negativ beeinflussen.

Aber die Zeiten ändern sich. Mittlerweile hat Youtube die Möglichkeiten für leichte Erstellung guter Outros auch in Deutschland etabliert. Mit einer Anleitung dazu, die sich in der Youtube-Hilfe findet, gehts einfach und schnell. Intros sind wichtiger, weil der erste Eindruck zählt. und sie sind schwieriger zu erstellen, weil nicht von Youtube automatisiert. Ist zwar weniger ein Video-Frühjahrsputz als eine echte Erweiterung. Aber die lohnt sich.

Über mich / Kanal-Info / Profil

Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass eine gute und informative Über-mich-Seite auf der eigenen Website ganz hilfreich sein kann, um mit Leuten in Kontakt zu kommen. Sträflich vernachlässigt sind dagegen viele der Kanal-Info-Seiten auf Youtube oder der Profilseiten auf Vimeo. Dabei ist der erste Schritt, nachdem man ein interessantes Video gesehen hat, der Klick zum Profil. Dort sucht mach nach weiteren guten Videos und schließlich nach Infos, wer dahinter steckt.

Wer Kontakte knüpfen möchte oder wer seine Arbeit anderen anbieten möchte, der sollte hierauf etwas mehr Augenmerk verwenden. Ein Text, der neugierig macht und die wichtigsten Fakten vermittelt. Aktuelle Links und korrekte Angaben zu den Sozialen Netzwerken sind hilfreich.

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