Newsletter-Themen finden

Newsletter-Themen: Geht es nur um Angebote oder um nützliche Informationen?

Newsletter-Themen: Geht es nur um Angebote oder um nützliche Informationen? Beispiel Weingut: Weintrinker haben stets ein großes Interesse daran, was im Weingut passiert, wie dort gearbeitet wird. 

Was kann schon schwer daran sein, Newsletter-Themen zu finden? Das denken sich viele Blogger, Selbständige und Shop-Betreiber, wenn sie sich bei einem der Dienste wie Mailchimp oder Aweber anmelden. Der regelmäßige Newsletter, so liest man in ungezählten Ratgebern, kann ganz prima fürs Verkaufen genutzt werden. Also preist man mit den Newsletter-Themen einfach seine Waren und Dienstleistungen an. Oder ist es vielleicht nicht ganz so einfach?

Newsletter-Themen: Segen oder Plage

Ich versende häufig Newsletter: eigene und fremde im Auftrag. Aber reine Verkaufs-Newletter akzeptiere ich nur in ganz geringer Zahl. Auch wenn ich den Newsletter selbst abonniert habe: Nur Werbung, Angebote, Rabatte und Preise sind mir etwas zu wenig.

Mir geht es bei den abonnierten Newsletter auch darum, etwas über die Unternehmen und Anbieter zu erfahren. Bei Weingütern freue ich mich, wenn ich etwas über die Arbeitsweise erfahre. Bei Foto-Angeboten bin ich dankbar für Tipps zum Fotografieren oder schöne Foto-Stories.

Wenn ich dieses weiter gehende Interesse nicht habe, genügt mir ein Lesezeichen im Browser für den Online-Shop. Dann gehe ich gezielt dorthin. Was also sollen Newsletter-Themen aufgreifen, wenn es nicht nur um Angebote geht? Diese Frage stellen mir auch viele Betriebe, denen ich einen Newsletter ans Herz lege.

Hier deswegen ein paar Tipps zur Themenfindung. Denn die Ausrede „Bei uns passiert ja nichts, was Außenstehende interessiert” gilt nicht.

Themen mixen: Verkaufen und Erzählen

Jemand, der immer nur verkaufen möchte, nervt. Das ist bei jeder Veranstaltung so, bei privaten Kontakten, in den Medien. Andererseits hat kaum jemand was dagegen, wenn er von jemandem, der ihm regelmäßig interessante Neuigkeiten berichtet, auch mal ein Angebot bekommt.

Generell gilt, dass ein Newsletter ein gutes Mittel ist, um die Beziehung zu Interessenten zu festigen. Dazu kann man aus seiner Arbeit berichten, oder auch mal etwas Persönliches schildern. Wer es schafft, durch die Berichte in seinem Newsletter auch seinen Status als Experte in einem Bereich zu dokumentieren, der erwirbt damit auch das Vertrauen seiner Leser. Von daher ist es nicht verkehrt, sachkundig und unterhaltsam über seine Arbeit zu berichten.

Was interessiert meine Leser?

Ziemlich sicher interessieren sich die meisten für die Geschichten hinter einem Produkt oder einer Dienstleistung. Das können die eigenen Erfahrungen mit einem Artikel sein, die allerdings sehr ehrlich beschrieben werden sollten. Das können aber auch Hintergründe der eigenen Arbeit sein: Warum macht er das genau so und nicht anders? Und das können sogar die Schwierigkeiten sein, mit denen man zu kämpfen hat – wenn man positiv bleibt und nichts ins Jammern verfällt. Private Geschichten sind nicht tabu, wenn sie meinen Lesern genauso passieren könnten und zudem noch unterhaltsam geschrieben sind.

Die wichtigsten Angebote aus meiner Sicht als Kunde sind übrigens meist nicht Rabatte oder Sonderaktionen. Sondern Tipps und Anleitungen, die ich kostenlos bekomme, die mir weiter helfen. Und das sollte in der Regel auch der Bereich sein, wo jeder Newsletter-Schreiber aus dem Vollen schöpfen kann.

Tipp: Normalerweise hält man sich in seiner Branche selbst auch auf dem Laufenden. Es schadet nichts, andere Newsletter aus dem eigenen Themenbereich zu abonnieren. Anregungen sammeln ist gut, Kopieren und Klauen ist tabu.

Themen-Routine

Die richtigen Themen zu finden ist auch eine Routine-Sache. Wer zum Beispiel regelmäßig Besucher durch sein Weingut führt, der weiß ziemlich genau, wann welche Fragen gestellt werden. Wer wenig direkten Kontakt zu Kunden und Lesern hat, der kann zur Orientierung ja mal auf die Statistik seiner Webseite schauen. Was ist die am häufigsten aufgerufene Seite?

Und wenn das eigene Angebot an Informationen vielleicht (noch) nicht ganz so groß ist, kann die Suchmaschine helfen. Gib den ersten Begriff ein, der Dir zu deinem Angebot einfällt, und schon schlägt Google verschiedene Suchanfragen vor, die damit verbunden sind. Wer es noch genauer wissen will, nutzt ein Tool für die sogenannte Keyword-Planung, wie es bei Google Adwords aber auch bei anderen Anbietern zu finden ist.

Besser nicht…

Bis hierhin war das eine ganz positive Liste. Und vielleicht denkt schon der eine oder andere: Newsletter-Themen zu finden ist ja einfach. Ein bißchen aus meinem Leben erzählen und schon sind meine Leser glücklich. Tatsächlich flüchten sich viele Newsletter-Schreiber in Allgemeinplätze, um die Seite zu füllen.

Wenn man eine Liste von möglichen Themen gefunden hat, sollte man sehr selbstkritisch weitermachen. Und sich bei jedem möglichen Thema fragen: Was ist der konkrete Nutzen für meinen Leser? Welchen Vorteil hat er, wenn er weiter liest? Wer mit einiger Mühe ein Dutzend Newsletter-Themen gefunden hat, der sollte sich nicht scheuen, viele davon wieder zu verwerfen. Zum Beispiel dann, wenn er sich nicht zutraut, daraus eine gute Geschichte zu machen. Eine, die seinen Lesern was bringt, die informiert und unterhält. Die konkret ist und aktuell.

Witzigerweise hat fast jeder, der sich Themen ausdenkt die Angst: Beim nächsten Mal fällt mir wieder nichts ein. Also hebe ich meine Themen – die ja bis jetzt eigentlich nur eine Ideensammlung sind – alle auf und arbeite die ab. Nur die besten und überzeugendsten zu verwenden ist viel Erfolg versprechender. Und wenn Du befürchtest, dass Dir die Ideen ausgehen, kannst Du ja trotzdem einen Vorrat anlagen – aber mit System.

Kreislauf-Denken

Das Problem mit dem Finden von von Newsletter-Themen ist, dass man jedes Mal wieder bei Null anfängt. Und wenn man dann eine Idee umsetzt, seufzt man auf und verschiebt den Rest aufs nächste Mal. Oft ist es einfacher, seine Newsletter-Themen im Zusammenhang zu planen.

In fast jeder Arbeit gibt es einen Zyklus, oft auch jahreszeitlich. Wer dran bleibt und gleich sechs oder 12 Themen im Zusammenang kreiert, der kann thematisch einen Bogen schlagen, das Große und Ganze aufzeigen. Und meistens gewinnst Du  beim Schreiben schon weitere Ideen für die nächsten Themen, wenn Du weißt, was noch alles auf Deiner Liste steht.

Wichtig ist, dass man dabei die Perspektive seiner Leser im Auge behält. Sonst wird aus der Themensammlung schnell eine fachliche Abhandlung. Aber der Leser will auch unterhalten werden. Nur Kompetenz zeigen ermüdet auf die Dauer.

Im Prinzip kann man dafür die gleichen Werkzeuge nutzen, die man zum Beispiel für seine Redaktionskalender für die Webseite verwendet.

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Online-Geschenke zur Kundenbindung?

Online-Geschenke sollten nützlich sein, witzig und gut aussehen. Im Idealfall.

Online-Geschenke sollten nützlich sein, witzig und gut aussehen. Im Idealfall.

Online-Geschenke sind die neuen Päckchen. Der gute alte Brauch, zu Weihnachten Geschenke zu machen ist ja etwas aufgeweicht in den Familien. Für den Geschäftsbereich trifft das überhaupt nicht zu. Ab Mitte November gibts Geschenke zuhauf: Preisnachlässe, Dreingaben, Black und andere Fridays. Das Email-Postfach quillt über vor Angeboten. Und beim Lesen merkt man meist, dass man all das gar nicht haben möchte.

Sinn dieser geschäftlichen Geschenke ist die Kundengewinnung oder Kundenbindung. Gut, wenn man jetzt einen Online-Shop hat, an den man die Gratis-Gaben (oder zumindest Rabatte) anbinden kann. All die Freiberufler, Dienstleister und diejenigen, deren Produkt man sich nicht zuhause ins Regal stellen kann, schauen in die Röhre. Oder gibt es auch für die Online-Geschenke, mit denen sie ihre Kunden beglücken können?

Online-Geschenke mit Phantasie

Klar ist ja schon einmal: Der Beschenkte kann kein Päckchen aufmachen. Es kann also „nur” darum gehen, jemandem eine Freude zu machen. Bestenfalls gibt man etwas weg, das einem anderen einen konkreten Nutzen bringt. Und ihn vielleicht an die gute Zusammenarbeit erinnert. Oder man findet zumindest etwas, das den anderen zum Lachen bringt. Und weil fast alle heute am oder mit einem Computer arbeiten, besteht durchaus die Wahrscheinlichkeit, dass die digitalen Präsente gut ankommen.

Digital, aber mit Schleife und ganz persönlich

Die Zahl der Beispiele ist unüberschaubar, die Form allerdings bleibt meistens gleich. Wenn man jemandem etwas digital übermitteln will, sind die Formen eingeschränkt. Es kommen PDFs in Frage, Bilder, Gutschein (sind etwas banal), E-Books. Und ja, es gehen auch Fotos und vielleicht auch Videos. Im weitesten Sinne ist zum Beispiel auch die aktuelle Weihnachts-Werbung vieler Firmen ein solches Weihnachtsgeschenk. Der Aufruf, Zeit zu schenken oder ein Frankenstein-Video von Apple, das Menschen rührt und zum Schmunzeln bringt.

Was soll das Online-Geschenk erreichen

Mal abgesehen von dem netten Nebeneffekt, dass man sich in Erinnerung bringt und seine Wertschätzung zeigt, kann man als vernünftiger Mensch bevorzugt Dinge mit einem praktischen Nutzen verschenken. Ich habe in den Anfangszeiten meiner Online-Redaktion den Betrieben einer bestimmten Branche einen sehr übersichtlichen Jahreskalender als PDF geschenkt. Der sollte als Entwurf für einen Redaktionskalender dienen und jeden Monat passende Themen für die Aktualisierung der Website vorschlagen, mit passenden Bildmotiven. Das klappte gut, weil ja alle Beschenkten in der gleichen Branche waren. So weit ich das beurteilen kann, kam das gut an. Ich wurde noch Jahre später darauf angesprochen. Konkret umgesetzt wurde es in wenigenFällen, aber seinen Sinn hatte es dennoch erfüllt.

Digitale Weihnachtskarten gehören nicht zu meinen Favoriten. Aber ich erinnere mich an schöne, ergreifende Videos, die mit ziemlichem Aufwand produziert wurden und die mir lange in Erinnerung geblieben sind. Die empfand ich auch als ein Geschenk.

PDFs, E-Books und ähnliches wird heute so breit gestreut, kostenlos oder für wenig Geld, dass es schwer ist, aufzufallen. Außerdem sollte der Beschenkte nicht den Eindruck haben, dass hier jemand nur in die große Kiste gegriffen hat und eines sehr zahlreichen Angebote an eine Email gehängt hat. Und wie immer spielt neben dem Inhalt auch die Gestaltung eine Rolle. Der Aha-Effekt beim Öffnen ist bereits der halbe Erfolg.

Werkzeug

Sie wissen sicher, was sich Kunden und Interessanten am meisten wünschen. Geben Sie es Ihnen. Und machen Sie das, was Sie am besten können. Schreiben, fotografieren, beraten, programmieren, filmen. Wenn Ihr Geschenk noch immer etwas dröge aussehen sollte, hübschen Sie es mit den Mitteln auf, die Ihnen online zur Verfügung stehen. Die obige Grafik ist zum Beispiel mit Canva erstellt und lässt selbst PDFs etwas schöner aussehen.

Geben! Und nehmen?

Dass man mit seinem Online-Geschenk auch gleichzeitig Werbung für sich macht ist ok. Es sollte aber eher dezent geschehen. Das Ganze an an Aufträge zu koppeln erscheint mir zu geschäftsmäßig. In meinen Augen ist dann die Grenze zwischen Geschenk und Werbung überschritten.

Was darf man also erwarten, damit man noch in guter Erinnerung bleibt? Meiner Meinung nach: gar nix. So ist das eben mit Geschenken. Niemand freut sich über Geschenke, die mit Hintergedanken gemacht werden. Bestenfalls kann man auch das weiterhin machen, was man mit dem Geschenk ausdrücken möchte: In Verbindung bleiben, guten Kontakt halten, aufeinander eingehen. Dann ist das Online-Geschenk quasi das i-Tüpfelchen, dass dieses gute Verhältnis noch einmal betont.

 

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