Fotos und Fernbedienungen: mehr Möglichkeiten für wenig Geld

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Wo liegt nochmal die Fernbedienung? Die kleinen handgerechten Strahler mit der direkten Verbindung zum nächsten technischen Gerät können Segen sein – und Fluch: Schnell hat man zu viele davon, dann sind bei einigen die Battterien leer, andere sind störungsanfällig. Und jetzt soll man sich das auch noch für Fotos und Videos antun? Ja, warum eigentlich nicht?

Spätestens seit WLAN auch bei Kameras verfügbar ist, sollte das Strippen legen ein Ende haben. Ältere Semester erinnern sich noch schaudernd an Kabel-Fernauslöser von Canon und Nikon, für deren Anschaffungspreis man heute auch kleine Kameras bekommt. Gar nicht zu reden von Blitzgeräten, die man mit Kabeln verbunden hat, um sie synchron auslösen zu können. Heute sind kabellose Verbindungen bei Kameras ein Standard (auch wenn der noch nicht von allen Geräten und Herstellern erfüllt wird).

Hier ein paar Beispiele (gratis oder für wenig Geld), wo man auf die kabellose Fernbedienung nicht verzichten sollte, sofern nicht schon eine WLAN-Lösung des Herstellers „eingebaut” ist.

1. GoPro-Kameras

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Diese Action-Kameras sollen klein und kompakt sein. Also verzichtet man nur zu gern auf die Ausführungen mit einem Display auf der Rückseite. Spätestens wenn man zigmal den Horizont bei der Nachbearbeitung ausgerichtet hat und / oder feststellen musste, dass der Ausschnitt nicht stimmt, ergibt man sich der GoPro-App, die in diesem Fall die Fernsteuerung mittels eigenem (!) WLAN darstellt, kostenlos.

Kleiner aber akzeptabler Nachteil: Das Herstellen der WLAN-Verbindung ist etwas knifflig und die der Dauerbetrieb mit Smartphone saugt an der Batterie des Handys. Und: Die WLAN-Verbindung mit der GoPro muss in den Einstellungen aufgerufen werden und löst damit die Verbindung ins heimische WLAN-Netz erst einmal ab.

2. (Ältere) DSLRs ohne WLAN-Funktionen

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Die älteren Modelle haben oft noch kein WLAN, sind aber dennoch kabellos steuerbar und zwar sowohl für Fotoauslösungen als auch für Video-Aufnahmen. Zum Beispiel die Canon-Modelle mit der Fernbedienung RC-6 (oder zahllosen Nachahmer-Geräten, die den Amazon Rezensionen oft funktionieren, manchmal auch nicht). Die RC-6 arbeitet auch mit älteren Canon-Modellen zusammen wie der Canon 550D, die bei mir noch immer zum Einsatz kommt. Und sie arbeitet sogar mit der alten EOS M zusammen. Das kleine Teil hat einen noch kleineren Ein- und Ausschalter, den man benutzen sollte, damit die Knopfzelle nicht zu schnell leer ist.

Die Verbindung wird über Infrarot hergestellt, also wie bei vielen älteren Modellen der TV-Fernbedienung. Das Original ist meistens für unter 20 Euro zu haben.

3. Handys wie das iPhone 6s

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Diese Fernauslöser werden von Fremdherstellern angeboten, viele sind im absoluten Billig-Segement – funktionieren aber dennoch ganz prächtig. Natürlich auch hier für Foto und Video (je nachdem, was am Handy voreingestellt ist). Auch dieses quietschbunte Teil hat einen Ein- und Ausschalter und funktioniert über Bluetooth.

Dieses hier ist erhältlich in verschiedenen Farben für etwa 8,50 Euro.

4. Kombinierte Auslöser für ferngesteuerte Blitze und Kameras

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Wer mit mehreren Blitzgeräten fotografiert und wem die originalen Funk-Auslöser der Kamerahersteller zu teuer sind, der erhält mit einigen Abstrichen mit den Yongnuo-Funkfernauslösern eine brauchbare Alternative. Natürlich wird hier nichts an Daten übermittelt, es geht lediglich ums zeitgleiche Auslösen der Blitze und oder der Kamera.

Mit zwei Geräten, einem Sender und einem Empfänger, steckt man den Sender auf den Blitzschuh der Kamera und verbindet ihn über das Kabel mit der Kamera. Der Empfänger kommt unter das Blitzgerät und löst über den Blitzschuh aus. Steuern muss man die Blitze manuell oder – sofern vorhanden – über eine Automatikfunktion des Blitzes, die sich aber einzig an der Helligkeit orientiert. Im Zeitalter der digitalen Fotografie aber kommt man mit ein paar Probe-Auslösungen auch recht schnell ans Ziel und kann so auch gleich verschiedene Effekte testen (wenn die Blitze unterschiedlich weit entfernt sind vom Objekt, auf verschiedene manuelle Leistungen eingestellt wurden oder verschiedene Diffusoren vorgesetzt sind).

Einsatzzwecke

Die Einsatzzwecke sind vielfältiger, als man zunächst denkt. Neben dem Hauptgrund, dem klassischen Selfie, gibt es eine ganze Reihe weiterer Situationen, die man sich mit den kleinen Helfern für Foto- und Video-Aufnahmen erschließen kann.

– Die Kamerauslöser sind immer dann unverzichtbar, wenn die Kamera gerade nicht erreichbar ist: Eine GoPro auf dem Kotflügel kann man schlecht während der Fahrt kontrollieren.

– Sind mehrere Kameras im Einsatz verlangt die Situation manchmal, dass man nicht dauernd zwischen seinen Kameras hin- und hergeht. Beispiel: Eine Video-Aufnahme mit zwei Kameras, zwei Perspektiven. Bei einem Interview ohne jeden Zeitdruck kann man beliebig oft hin- und herlaufen oder auch die Kamera durchlaufen lassen. Angenehmer auch für den Interviewten istd ie Fernsteuerung (und die Tatsache, dass nicht wirklich jeder Satz des Gesprächs zwischen den Szenen aufgenommen wird).

– Wer unabhängig vom klassischen Selfie-Porträt zum Beispiel Landschafts-Aufnahmen machen möchte, auf denen er selbst drauf ist, gerät mit dem Selbstauslöser schnell in Verzweiflung. Die kleinen Sender lassen sich unauffällig betätigen. Die Reichweite in freier Landschaft ist ziemlich groß, wenn man in die richtige Richtung auslöst.

Mein Fazit:

Am meisten Spass machen die kleinen, recht preiswerten Ein-Knopf-Fernsteuerungen. Apps für Kameras, die über die Einrichtung eines WLAN gehen, sind oft etwas kniffliger. Und wenn man sie nicht regelmäßig benutzt endet das Ganze nach wenigen erst einmal mit der Suche nach dem Handbuch. Doch wie immer beim Fotografieren (und allen anderen Fertigkeiten): Üben hilft. So wie man die Funktionen seiner Kamera nur lernt, wenn man sie regelmäßig verwendet, so klappt auch die WLAN-Geschichte, wenn man ein paar Tage lang ausprobiert  und nicht nur einmal nach dem Kauf testet, ob das wirklich funktioniert.

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Tipp:

Die genialste Kombination ist meiner Meinung nach die des iPhones mit dem Mini-Sender und einem kleinen Stativ, wie dem Joby Gorillapod mini. Diese Kombination enthält die komplette Ausrüstung für gute Fotos und Videos bis 4k mit absolutem Mini-Packmaß. Und wer zum Beispiel nicht viel Speicher im Handy hat, der ist froh, wenn nicht die Szenenlänge durch Aufstellen – Einschalten – Weglaufen – Zurückkommen – Ausschalten aufgeblasen wird.

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Mix-it, Baby: Videomaterial verschiedener Kameras mischen

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Dieser Artikel entspringt einer etwas vorauseilenden Neugier. Nachdem ich mir eine Panasonic Lumix LX100 bestellt hatte, um auch 4K-Videos machen zu können, wollte ich wissen, wie ich das 4K-Material verarbeiten kann und warf die Suchmaschine an. Die Suche für mein Programm Final Cut Pro X (FCPX) erbrachte jedoch fast nur Treffer auf kostenpflichtige Software, die es mir ermöglichen sollte, das 4K-Material aus der Kamera in FCPX zu laden.

Als die Kamera dann da war, stand schnell fest, dass man 4K-Material ohne weitere Umstände (und Software) importieren kann und auch als 4K bearbeiten kann: reinzoomen, wenn man in 1080 arbeitet oder eben wirklich 4K-Videos machen und ausgeben. Ich weiß nicht, ob zusätzliche Software dafür jemals notwendig war, heute braucht man sie offenkundig nicht und ich mixe munter HD und 4K aus verschiedenen Quellen

(Hier gibts dazu auch ein schönes Youtube-Video.)

Deswegen jetzt ein kurzer Überblick, was bei mir wie verarbeitet wird.

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Canon EOS 550D und EOS M

Liefern beide das Standardmaterial, normales HD. Die mitgelieferte Software von Canon erlaubt hier (und nur hier) sorgenfreien Import: Importiert wird nur das neue Material an einen voreingestellten Ort. Die Bearbeitung erfolgt dann ausschließlich in FCPX. Das Material aus beiden Kameras unterscheidet sich nach meinem Empfinden (und nach den technischen Daten) qualitativ nicht, die Güte hängt nur vom verwendeten Objektiv ab.

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[Beide Kameras sind inwzischen natürlich ‚Oldtimer‘. Nachfolger für die 550D ist am ehesten das Modell Canon EOS 700D mit Touchscreen und für die EOS M gibts jetzt eine Canon EOS M3 mit immerhin 24 Megapixel und WiFi, NFC, in Kürze soll eine presiwertere EOS M10 erscheinen.]

Panasonic Lumix LX100

Kann normales HD und 4K, und auch wenn die Kamera toll ist, hat die Bedienung der Panasonic DMC-LX100 Lumix doch einige Schwächen. Das fängt schon bei der Aufnahme an: Hier muss man von Hand das Dreh-Rädchen von 4:3 für Fotos auf 16:9 für Videos umstellen. Was man oft genug vergisst. Zumindest für den Mac wird keine Software mitgeliefert, die sorgenfreien Import mit einem Klick erlaubt. Statt dessen Karte einschieben oder Kamera anschließen und Dateien, deren Inhalt man nicht sieht (keine Vorschaubilder in den Verzeichnissen) von einem Ordner in einen anderen schieben.

Auch Apples Dienstprogramm Digitale Bilder ist nur unwesentlich besser: Hier gibts Vorschaubilder aber natürlich weiß diese Software auch nicht, was bereits importiert wurde. Also Dateien aussuchen und verschieben. Mühsam. Dafür gibts qualitativ gute Videos und Bilder in HD und 4K.

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GoPro Hero 3

Die inzwischen auch schon etwas älteres GoPro Her 3 Black Edition kann als Video bestenfalls eine 1440er Auflösung, normal und brauchbar ist die HD-Auflösung. Das Handling zunächst ähnlich mühsam: Dateien auswählen und verschieben, dann möglichst gleich händisch am Mac auf der Karte löschen, denn die Bedienung der Gopro über das Mini-Menü ist [Inzwischen gibts die bessere GoPro Actionkamera HERO4 Black Adventure 4k, wie der Name schon sagt auch in 4K.]

Ihre Stärken zeigt die Gopro, wenn es um Timelapse-Aufnahmen geht: Zum einen bei der Aufnahme, die wirklich einfach ist, sofern man auch nur ein Mini-Stativ zur Hand hat. Richtig gut wirds dann, wenn man die Fotos in das mitgelieferte GoPro-Studio importiert: Dort lassen sich die Bilder schnell und einfach und mit vielen Einstellmöglichkeiten zum Timelapse-Video weiterverarbeiten: Horizont gerade rücken, Fisheye-Effekt ausgleichen, ein- und ausblenden, Farben und Belichtung verändern. Geht alles schnell und einfach.

Man kann sich das Timelapse-Video gleich als normales HD ausgeben lassen oder die etwas größeren Einzel-Bilder zu einem ”großen“ Video verarbeiten und erst in FCPX einzoomen.

Die normalen Videoaufnahmen aus der GoPro sind eher was für Actionsportler. Alle anderen werden die Qualität der normalen Kameras höher einschätzen. Aber als zweite oder dritte Kamera auf einem kleinen Stativ ist sie eine echte Bereicherung und natürlich erst recht für Timelapse.

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iPhone 6s

Die Kamera des iPhone 6skann auch 4K Video und kann qualitativ ohne Probleme mit meinen Canon-Kameras und der Lumix LX100 mithalten. Zum Filmen gibt etliche Extra-Apps, aber die Bordmittel reichen. Nur als Stativlösung muss man sich etwas einfallen lassen, der Joby Grip tight Gorillapod Stand ist eine gute Sache dafür. Der Import geht normalerweise über iPhoto, was ich aber schon lange nicht mehr mache. Da alle meine Foto- und Video-Dateien in Ordern sortiert sind, musste ich nach dem Import in iPhoto alle Dateien wieder in die Ordner exportieren.

Jetzt nutze ich das Dienstprogramm des Mac ‚Digitale Bilder‘, anstatt das ansonsten von mir nicht genutzte iPhoto weiter mit Daten aufzublähen.

Fazit: Das Bildmaterial aus diesen fünf Quellen lässt sich gut mischen, einzig die Clips mit GoPro-Qualität lassen sich später klar erkennen. Wenn über kurz oder lang die DSLR wegfällt bleiben vier recht kompakte Kameras übrig, eine davon mit Wechsel-Objektiven. Alle mit brauchbarer Qualität und zwei von vier mit der Möglichkeit, 4K-Material zum Einzoomen zu benutzen. Das Schöne ist, dass man eine Kamera immer dabei haben kann, selbst eine zweite Kamera (wenn es eine der kleineren ist) belastet das Gepäck noch nicht spürbar. Wenn die Uralt-Canon mal durch eine gute spiegellose Kamera mit Wechselobjektiven ersetzt wird, dürfte der Gewichtsverlust deutlich sein – aber nicht so gewaltig, weil dann ja immer noch Wechsel-Objektive im Gepäck sind.

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1 Day In Paradise. 20 unique filmakers. 20 epic stories.

1 Day in Paradise

1 Day in Paradise

Und wieder eine schöne Werbe-Aktion wo man denken sollte: Die haben das doch gar nicht nötig: 1 Day In Paradise. 20 unique filmakers. 20 epic stories. North Queensland in Australien gehört wohl zu den Gegenden, die sich unsereins als Mitteleuropäer vorstellt, wenn er ans Paradies denkt.

Offensichtlich hatten die Tourismus-Manager dort Bedenken, ob das immer noch wirkt. 20 Filmemacher sind als mit der GoPro losgezogen und haben zweiminütige Filme gedreht. Einige sind davon originell, einige wirklich herzerweichend. Die Beschränkung auf die Mini-Kamera zeigt, dass es für schöne Geschichten kein Riesen-Equipment braucht.

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