Kundenmagazin oder Newsletter?

Kundenmagazin oder Newsletter?

Kundenmagazin oder Newsletter?

Kundenmagazine haben noch immer den Hauch von etwas Exklusivem. Aber manchmal meint man, der elektronische Newsletter hat ihnen den Rang abgelaufen. Ich selbst werde ja nicht müde, den Vorteil von Email-Newslettern zu erklären: Die große Reichweite, die geringen Kosten, die statistische Auswertung. Aber ich mache auch Kundenmagazin. Und ich mache sie gern, ich liebe sie.

Muss man sich also entscheiden, für das eine oder gegen das andere? Und welches ist die bessere Lösung?

Kundenmagazine sterben nicht aus

Dass ich Kundenmagazine gerne mache, von den redaktionellen Beiträgen über die Fotos bis zur Gestaltung und Druckvorlage, das liegt nicht nur daran, dass ich diese Arbeit als Journalist und Fotograf sehr mag. Ich schätze auch das Produkt. Und ich denke, ich bin da nicht alleine. Je nach Branche, je nach Produkt kann ein Kundenmagazin eine gute, ja sogar die beste Lösung sein.

Ich arbeite zum Beispiel oft für Weingüter. Generationenwechsel ist da oft ein wichtiges Thema. Die Jungen rücken auf, machen vieles anders und besser. Die Kunden der Weingüter sind aber oftmals mit den Inhabern zusammen gealtert: Der gute Kunde eines Weingutes kennt und schätzt das Sortiment. Er hat Lust und Muße für Weinverkostungen, auf jeden Fall aber zum Weintrinken. Er legt sich einen Weinvorrat an, hat vielleicht sogar einen Weinkeller und gibt einiges an Geld dafür aus.

Die jungen Kunden sind da in manchen Punkten anders. Wein ist da oft ein Getränk unter vielen, der besondere Stellenwert fehlt. Die Bindung zu einem oder mehreren Weingütern ist oft noch nicht da oder noch nicht so gefestigt. Und junge Kunden haben oft generell andere Wertvorstellungen: Ein hippes Event steht vielleicht besser im Kurs als ein informatives Magazin.

Kurzum: Die jungen Kunden (die in der Regel erst aufgebaut werden) haben oft andere Ansprüche als die älteren. Die einen schätzen die schnelle Mail auf dem Handy, die anderen das Printprodukt zum Blättern und Lesen.

Printprodukte haben Werte

Gedruckte Kundenmagazine haben noch immer eine Reihe von Vorteilen. Das fängt bei der Haptik an: Ein gedrucktes Werk in Händen zu halten, umzublättern und in Ruhe zu lesen hat für viele Menschen noch immer einen hohen Stellenwert. Und schon alleine der Umgang mit dieser Form der Information verlangt mehr Aufmerksamkeit, mehr Zeit als zum Beispiel eine Email.

Natürlich ist die spontane Reaktion nicht so ausgeprägt: Beim Email-Newsletter ist der Kauf nur einen Klick entfernt. Beim Printprodukt muss man sich Dinge merken, später erinnern, dann reagieren. Aber im Gegensatz zur Email ist das Kundenmagazin am nächsten Tag meist immer noch da. Weil man nochmal was lesen wollte. Weil man sich das als Erinnerungshilfe ins Blickfeld gelegt hat.

Klientelfrage oder Stilfrage?

Wann wählt man also ein Kundenmagazin, um seine Anliegen zu transportieren? Wenn die Kunden älter sind? Wenn die Produkte hochwertiger sind, so dass man vor dem Kauf vielleicht nochmal drüber nachdenkt?  Wahrscheinlich ist das eine Frage, die PR-Strategen und Marketingleute am besten beurteilen.

Aus meiner Sicht, einmal als Journalist und einmal als Kunde, der auch solche Magazine bekommt, ist es noch einfacher. Ein solches Magazin ist stilprägend – oder sollte es zumindest sein. Es bedeutet: Jemand hat sich mehr Zeit genommen und mehr Aufwand getrieben, damit ich diese Darstellung bekomme. Keinen Werbezettel, kein Brief, keine Mail. Etwas, das auf den ersten Blick schon wertiger erscheint, das man erst einmal nicht wegwirft. etwas in dem man blättern und lesen kann.

Das sagt zuerst mal mehr aus über den Anbieter als über seine Kundschaft.

Warum entweder oder?

Soll ab jetzt mein Briefkasten überquellen vor lauter Kundenmagazin, gedruckter Werbung zu allem und jedem? Was ist mit den Nachteilen? Der fast unmöglichen sStatistischen Auswertung des Erfolgs eines Kundenmagazins? Was ist mit den Kosten und den Folgen für die Umwelt durch Druck und Transport?

Ein Kundenmagazin, um es genauer zu beschreiben, ist eine tolle Sache – wenn es gut gemacht ist. Und wenn es sparsam eingesetzt ist. Mails kann ich dutzendweise löschen ohne Stress. Berge von Altpapier sind lästiger.

Wann kann es eine gedrucktes Magazin sein?

Das ist in meinen Augen immer dann sinnvoll, wenn ich es schaffe, die hochwertige Form durch hochwertige Inhalte zu füllen. „Gebrauchstexte” in einem Kundenmagazin sind ok. Aber Werbegeschwafel oder Plattitüden möchte niemand, auch nicht auf teurem Papier lesen.

Viele Kunden sind bei gedruckten Informationen noch sensibler als bei digitalen: Habe ich das bestellt? Darf der mir das zuschicken? Auch Kundenmagazine sollte man nur an Leute verschicken, die das angefordert haben – wie Emails auch. Ich finde, das macht sogar den Wert des Magazins anschaulich: Kostenlos, aber auf Anfrage. Und die Schwelle zur Belästigung liegt beim Papier sehr viel niedriger als bei Mails: Ein oder zwei Magazine pro Jahr werden durchaus toleriert, das ist meine Erfahrung.

Kundenmagazine sind aber nicht „die” Alternative. Nicht zur klassischen Werbung, nicht zum Email-Newsletter. Sie sind eine Ergänzung. In einem achtseitigen Magazin bringe ich mindestens drei selbst recherchierte und fotografierte Geschichten unter, mit authentischen Fotos, keine Stock-Fotografie mit amerikanischen Models. Dazu kommt als Ergänzung dieser „Geschichten” eine Vorstellung der Produkte und / oder Leistungen, die eher sachlich und damit auch glaubwürdiger ist. Und natürlich eine persönliche Ansprache, persönliche Infos.

Das alles entspricht letztlich nicht dem Inhalt eines Email-Newsletters sondern eher dem, einer eigenen Micro-Website. Die viel aufwändiger ist und auch preislich näher am Kundenmagazin als am Newsletter liegt.

Fazit

Ich bekomme gerne beides (und als Journalist und Fotograf mache ich auch gerne beides): Email-Newsletter für die schnelle und aktuelle Information, ein Kundenmagazin als Präsentation guter Geschichten und Informationen. Beides sind gute Ergänzungen zur informativen und ansprechend gestalteten Website und gehören nach meiner Ansicht zu einer guten Kommunikation mit Interessenten und Kunden.

Was man wann und wie oft einsetzt, hängt letztlich von der eigenen Persönlichkeit, dem Produkt, dem eigenen Stil ab.

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Twitter-Geschichten: 140 Sekunden

140 Zeichen

Twitter ist nicht mein Ding: Zu kurz die Nachrichten zu aufwändig die ständigen Statusmeldungen, die ich auch gar nicht dauernd mitteilen möchte. Schon eher interessant finde ich aber die Geschichten hinter manchen Twittermeldungen, wie sie hier zu sehen sind: 140 Sekunden. Und 140 Sekunden sind dann auch für ein Video viel opulenter als es die Textzeichen für eine Twittermeldung sind.

„Tweets und ihre Geschichte“, so der Untertitel der noch jungen Website, auf der zum derzeitigen Zeitpunkt gerade mal zwei Geschichten stehen. Aber für Tim Klines und Robin Green steckt hinter jeder Geschichte ja auch erheblich mehr Aufwand, als hinter dem jeweiligen Tweet. Die Website ist bereits für den Deutschen Videopreis 2011 nominiert, immerhin war das Projekt auch schon mal bei jetzt.de vorgestellt worden.

Wer das Projekt interessant findet: Jeder kann Tweets vorschlagen, aus denen monatlich fünf ausgewählt werden sollen. Was für mich schon nach einem echten Halbtagsjob klingt, der ja auch irgendwie finanziert sein will… Viel Glück!

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