Pinterest-Leitfaden für Food-Blogger

Den Pinterest-Leitfaden gibt bei testschmecker.de

Den Pinterest-Leitfaden gibt bei testschmecker.de

Ein Pinterest-Leitfaden für Food-Blogger, das wäre beim Start des Food-Blogs doch praktisch gewesen (neben einigen anderen Dingen). Denn nicht alle sozialen Netzwerke sind gleich. Jedes soziale Netzwerk seinen eigenen Stil, sein eigenes Profil, seinen eigenen Nutzerkreis. Und gerade Pinterest scheint bei den Food-Bloggern hoch im Kurs zu stehen – offensichtlich noch mehr, als die Bilder-Plattform Instagram.

Pinterest-Leitfaden kompakt

Auf zwei DIN A Seiten zusammengefasst gibt es deswegen auf meiner Food-Seite, dem Testschmecker, einen neuen Pinterest-Leitfaden zum kostenlosen Download.

Viele Food-Blogger berichten, dass es ihnen gelungen ist mit dem Engagement bei Pinterest auch die Besucherzahlen ihres Blogs zu steigern. Das gelingt freilich auch bei einigen anderen Sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram. Aber nirgends scheint die Resonanz so gut zu sein wie bei Pinterest.

Doch der Weg zum Erfolg kann steinig werden. Ähnlich wie Twitter verlangt Pinterest ein recht großes zeitliches Engagement. Häufige Postings, viele Hinweise auf Fremdartikel, viel Foto-Arbeit. Da hilft bei etliche engagierten Bloggern nur der Rückgriff auf Dienste wie Buffer, mit denen man Beiträge im voraus planen kann.

Eigenheiten von Pinterest

Wer sich bislang nur suchend durch die Pinwände bewegt hat, dem wurden einige Besonderheiten vielleicht nicht gleich bewusst. Zum Beispiel dass Bilder im Hochformat wesentlich besser funktionieren, als das in Blogs übliche Querformat. Das vorwiegend Frauen hier unterwegs sein. Und dass es durchaus auch kleine Netzwerke gibt, in denen man sich gegenseitig fördert.

Alle sozialen Medien gleichwertig zu bedienen, das schafft wohl kaum ein Blogger, der nicht ins Profi-Lager gewechselt hat. Und bei der Wahl der einen Plattform, der man den Vorzug vor allen anderen gibt, sollte man sich mit den Eigenheiten vertraut machen. Dazu gehört freilich auch die eigene Recherche, die einem kein Leitfaden abnehmen kann: Wo sind meine Interessenten, Freunde, Kunden unterwegs? Wie schaffe ich die Zusatzbelastung mit weiteren Fotos, den so sehr beliebten Text-Bildern und vor allem die zahlreichen Pins von anderen Websites?

Die Entscheidung ist nicht für ewig. Aber im Nachhinein zu erkennen, dass man mit dem gleichen Engagement mehr erreicht hätte, ist immer schmerzlich. Deswegen soll der Leitfaden ein kleines Mosaiksteinchen bei der Recherche sein, die einem nicht erspart bleibt.

 

 

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Pinterest – Nische im Sozialen Netz?

Pinterest, eins der kleineren Sozialen Netzwerke, ist für manche Themen und Arbeitsweisen besonders gut geeignet.

Pinterest, eins der kleineren Sozialen Netzwerke, ist für manche Themen besonders gut geeignet.

Wenn von Sozialen Medien die Rede ist, ist das für viele Leute gleichbedeutend mit Facebook. Vielleicht auch noch mit Twitter. Aber danach kommt lange Zeit nichts. Dies hat seinen Grund nicht nur in der Reichweite des ältesten und verbreitetsten Netzwerks. Die Kombination aus Links und Artikeln mit und ohne Bild ist vielen Menschen offensichtlich sympathischer als vorwiegend Text (wie das lange Zeit bei Twitter die Regel war) und Bilder-Diensten wie Instagram oder Pinterest.

Im Vergleich zu Facebook (1,6 Milliarden) und Twitter (300 Millionen) hat Pinterest (100 Millionen) eine relativ geringe Reichweite. Aber als Soziales Netzwerk funktioniert es für manche Bereiche ganz ausgezeichnet. Und letztlich entscheidet in jedem Netzwerk, welche Verbindungen man knüpft, mit welchen Themen. Da sind 100 Gleichgesinnte in einem Netzwerk vielleicht besser als 100 zufällige Kontakte in einem anderen. Wer also soll sich bei Pinterest engagieren? Und wieviel Zeit und Arbeit soll man reinstecken?

Pinterest – Favorit von Frauen und Kreativen?

Gleich vorneweg: Die Zahlen zu allen Netzwerken unterscheiden sich je nach Quelle. Was annähernd gleich bleibt sind die Größenordnungen und einige andere nutzbezogene Aussagen.

Pinterest ist unstrittig das Netzwerk, bei dem neben Instagram die Bilder die größte Rolle spielen. Text ist dennoch mehr als nur Beiwerk. Schließlich geht es in den Pins um Links zur eigenen oder zu anderen Websites. Und natürlich spielen auch Aspekte für Suchmaschinen eine wichtige Rolle.

Die Bilderlastigkeit befördert denn auch Themen, die sich gut mit schicken Fotos, vielleicht auch mit Grafiken und Infografiken darstellen lassen. Architektur und Design, Kochen, Mode und Reisen sind hier bestens vertreten. Und die Statistiken weisen aus, dass der Frauenantiel bei Pinterest höher ist, als in anderen Netzwerken.

Vertikale Bilder

Am störendsten ist für all diejenigen, die schon eine Routine fürs Posten in den Sozialen Netzwerken entwickelt haben, das Bildmaß. Als ideale Bildgröße wird ein Hochformat von 735 mal 1102 Pixel angegeben. Blöd. Für die meisten anderen Netzwerke reicht es als unperfekte Lösung, Querformate mit 1000 Pixel Kantenlänge zu haben. Abgesehen davon stimmt natürlich der Bildausschnitt nie.

Hinzu kommt, dass offensichtlich Bilder am ehesten Besucher zu einem Klick verleiten, die über dem Bild einen (manchmal recht aufdringlichen) Text zeigen. Die Schlagzeilen-Größe verdeckt viel vom eigentlichen Bildmotiv. Als dominant empfinde ich die Pins, bei denen Bilder, Schriftarten und Grafiken mit Websites wie Canva zusammengestellt wurden.

SEO für Pins

Auch die Aspekte der Suchmaschinen-Optimierung spielen eine Rolle. Und das heißt wieder ganz banal: Wenn Sie ein Rezept für Schoko-Muffins mit einem Pin verlinken wollen, dann sollte der Text „Schoko-Muffins” enthalten, der Link und der Bildname auch. Während sich das in anderen Netzwerken weitgehend durchgesetzt hat, sind die Pinterest-Nutzer dem Anschein nach eher weniger konsequent in SEO-Dingen.

Erfolgreiche Pinterest-Nutzer können dagegen berichten, dass ihnen Google Analytics einen steten Besucherstrom von ihren Pin-Boards ausweist.

Frequenz und Zeiten

Wer schon bei den „Schlagzahlen” von Twitter ins Schnaufen kommt, der muss sich für eine gute Präsenz auf Pinterest nochmals wärmer anziehen: Empfohlen werden 5 bis 30 Pins pro Tag. Das ist eine ganz schöne Menge. Und wenn man bedenkt, dass vor allem gute Fotos mit Texten im Bild gut funktionieren, steckt da viel Arbeit drin.

Schaut man sich erfolgreiche Pniterest-Nutzer an, hat man schon den Eindruck, dass es die schiere Masse macht. Mehrere Dutzend Boards mit insgesamt Zig-Tausend Pins sind keine Seltenheit.

Experten raten, nur einen kleinen Teil der Pins eigenen Themen zu widmen: Externe Links machen die Boards bunter und attraktiver für die Besucher. Die erwarten von den Pinterest-Boards Abwechslung und Expertise in ihrem Themenbereich. Das bedeutet aber auch, dass man mehr Leute zu anderen Websites schickt, als zur eigenen.

Auch die Zeiten, zu denen am meisten gepostet und gelesen wird, fallen etwas aus dem Rahmen: Nachmittags und abends herrscht hier der größte „Verkehr” und an Samstagen. Natürlich lassen sich auch Pins durch Plattformen wie Buffer vorausplanen (aber erst mit einem kostenpflichtigen Plan. Wiees bei anderen Anbeitern aussieht, habe ich jetzt nicht recherchiert.) Wer vor allem tagsüber unter der Woche am Rechner sitzt und postet, der kann leichter auf das Geschehen reagieren und ist am Wochenende aber auch eher „abgehängt” vom Geschehen.

Fazit

Mein Ratschlag ist, dass sich jeder die Plattform sucht, die ihm am sympathischsten ist – ohne auf Zahlen und Statistiken zu schielen. Wer Spass daran hat, Pins zu sammeln, zu gestalten, zu sortieren, der wird sich hier wohl fühlen. Wem es nichts ausmacht, Fotos etwas länger mit Photoshop aufzuhübschen und zu betexten oder mit Canva an der richtigen Gestaltung zu pfrimeln, der wird sich hier wohl fühlen. Und schließlich sind Design, Mode und Kochen hier bestens vertreten. Wer in diesem Bereich unterwegs ist, der findet hier sicher auch mehr Anregungen als auf vielen anderen Plattformen.

Und wie bei allen Sozialen Netzwerken gilt: Ein kleiner Kreis engagierter Leute ist für viele Themenbereiche besser als die schiere Masse von Followern. Wer also bei Facebook zum Beispiel nicht die richtigen Leute findet und bei Pinterest auf Anhieb guten Kontakt hat, kann seine Zeit künftig besser hier investieren.

Mich hält von einem stärkeren Engagement bei Pinterest die hohe Posting-Frequenz ab und die Tatsache, das „nackte” Fotos (ohne Texte), wie ich sie auf meinen Websites und auch bei Facebook, Twitter und vor allem Instagram verwende, nicht so gut ankommen wie Text-Bilder.

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Selfie 2.0 – WLAN statt ausgestreckter Arm

Selfie, wie es sein soll: schönes Licht, wenig Schärfentiefe, Kamera gerade.

Selfie, wie es sein soll: schönes Licht, wenig Schärfentiefe, Kamera gerade.

Ein Selfie, das war mal sehr angesagt: Arm ausstrecken, lächeln, auslösen. Wenn Sie heute Fotos von sich außerhalb der Sozialen Medien brauchen, überlegen sie besser zweimal, ob diese Variante genügt. Denn zu den Schwächen der Selfies (Ausschnitt, Tiefenschärfe) kommen andere Nachteile.

Aber die Freund-als-Fotograf-Lösung hat auch ihre Haken. Wie immer ist das Wetter draußen gerade mies, der Fotograf in ihrem Freundeskreis hat keine Zeit. Und Sie keine Ideen. Es geht auch ohne den ausgetreckten Arm und Handy-Foto. Zumindest, wenn Sie ein neueres Kameramodell auftreiben können. Das bißchen Aufwand für bessere Selfies lohnt, auch und erst recht für die eigene Website.

Testlauf: Kamera schräg, das verräterische Handy für die Fernsteuerung im Bild.

Testlauf: Kamera schräg, das verräterische Handy für die Fernsteuerung im Bild.

Selfie 2.0 mit Fernsteuerung

Wenn Ihre Kamera WLAN unterstützt oder sich fernsteuern lässt, dann können Sie selbst zur Tat schreiten. Ideal ist es, wenn Sie entweder eine WLAN-App für Ihre Kamera haben, mit der Sie das Bild kontrollieren können. Oder wenn Ihre Kamera einen ausklappbaren Monitor hat, auf dem Sie sich sehen. Über die Technik für die Selfies (WLAN, Bluetooth, Kabelauslöser etc.) schreibe ich jetzt mal nichts, das würde den Rahmen sprengen. Und für die Aufnahmetechnik sollten Ihnen diese paar Regeln helfen:

  1. Möglichst offene Blende, damit der Hintergrund unscharf ist.
  2. Abstand zum Hintergrund, damit der Hintergrund unscharf ist.
  3. Kein Weitwinkel! Entweder Normal-Brennweite oder geringfügige Tele-Wirkung.
  4. Kein Blitz und keine direkte Sonne. Keine Schlagschatten.

Die Version mit Selbstauslöser ist ziemlich nervig und eignet sich ohne eine direkte Kontrolle der Bilddarstellung meiner Ansicht nach eher nicht. Zumal bei rund 50 bis 100 Bilder pro Session ganz schön viel Wartezeit fürs Auslösen zusammenkommt.

Vorteile der Selfies

Das Foto von sich selbst zu machen ist mehr als eine Notlösung und hat nicht etwa nur Nachteile.

  1. Sie haben selbst die volle Kontrolle über das Geschehen und das fertige Bild.
  2. Sie können so lange daran herumpfrimeln, wie Sie wollen.
  3. Sie können Posten und Mimik variieren, wie Sie es vielleicht noch nie getan haben. Ohne Scheu und ohne fürchten zu müssen, dass Sie jemand schief anschaut.

Planung ist alles

Wer jetzt loszieht mit seiner Kamera oder sich im Flur platziert, der muss schon bald wieder zurück auf Anfang. Bevor Sie starten sollten Sie sich ein paar Gedanken machen und vielleicht auch ein paar Utensilien bereit stellen. Zum Fotografieren brauchen Sie nur noch ein kleines Stativ, wenn Sie die Kamera nicht gerade auf ein Mäuerchen oder aufs Autodach legen können.

Posen

Wenn Sie nicht gerade selbst jeden Tag andere Leute vor der Linse haben, beschäftigen Sie sich mit der Frage von Posen. Das tun nicht nur die Bodybuilder beim Wettbewerb. Das macht im Gegenteil jeder, der vor der Kamera gut aussehen will. Wenn Sie nicht auf Anhieb mindestens drei Posen finden, die Sie ausprobieren wollen, recherchieren Sie das Thema im Netz und holen Sie sich Anregungen.

Utensilien

Sie sind gut aussehend und finden sich unwiderstehlich? Prima. Dann lichten Sie sich in allen Variationen und Posen ab. Aber die Gefahr besteht, dass Sie die Bilder hinterher doch langweilig finden. Ein Hemd / Pullover zum Wechseln wäre nicht schlecht und sorgt für Abwechslung. Und je nach Verwendungszweck ist es ganz aufschlussreich, wenn Sie etwas tun (was Sie ebven typischerweise tun). Oder wenn Sie etwas in der Hand haben, was zu Ihnen passt. Oder wenn Sie in einer Umgebung sind, die zu Ihnen und dem Verwendungszweck der Bilder passt. Wenn Sie sich als Bergführer anbieten wollen, fotografieren Sie sich nicht mit Handy am Computer.

Die Umgebung

Das ist für manche Menschen eines der größten Probleme. Ich habe nur mein Büro. Das Wohnzimmer ist nicht aufgeräumt. Unser Garten gibt nichts her.

Mag ja sein, aber wenn Sie mit offenen Augen einen 1-Kilometer-Radius Ihres Aufenthaltsortes durchgehen, sollten Sie etwas finden, das sich universell verwenden lässt. Zum Beispiel eine architektonisch schöne Fassade, einen modernen oder antiquierten Eingang, eine Hauswand, Bretterwand etc. Vielleicht kreuzen Sie da besser nicht gerade auf, wenn sehr viel los ist. Dann haben Sie nämlich gute Chancen, dass sich niemand drum schert, wenn Sie ein kleines Stativ aufbauen und Ihr Handy zücken.

Wenn Ihnen die Glaswand im Inneren eines Einkaufszentrums oder einer Behörde gut gefällt: Versuchen Sie es dort. Es kann nicht viel passieren, außer dass man Sie freundlich weiter schickt.

Am besten kennen Sie sich natürlich zuhause aus. Wann fällt kein direktes Sonnenlicht durchs Fenster, wann habe ich hier für eine Stunde meine Ruhe. Von der Stehlampe bis zu Wechselklamotten ist alles greifbar. Versuch und Irrtum ist eine gute Methode. Mit den ersten Bildern merken Sie schon, ob das wirkt oder nicht. Und scheuen Sie sich nicht, mal einen Tisch wegzurücken, störende Utensilien wegzustellen oder auch einfach mal ein Kabel abzuziehen, durchs Bild läuft.

Der Charme dieser Methode liegt auch darin, dass Sie das beliebig oft wiederholen können. Und wahrscheinlich sollten Sie es auch ein paar Mal – mit zeitlichem Abstand – probieren. Im Nachhinein kommen einem viele gute Ideen, was man besser machen könnte. Auch sieht man die Fotos anderer Leute mit anderen Augen, wenn man sich selbst an solchen Aufgaben versucht hat.

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Produktfotos: 5 Tipps für gute Ergebnisse

Auch für Produktfotos gilt: Brennweite, Lichtstärke, Verschlusszeit und das sogenannte Bokeh gehören zusammen .

Auch für Produktfotos gilt: Brennweite, Lichtstärke, Verschlusszeit und das sogenannte Bokeh gehören zusammen .

Produktfotos waren lange Zeit Profisache. Neben der Studio-Blitzanlage waren Vorrichtungen wie große Reflektoren im Einsatz, Hohlkehlen für eine schattenlose Ausleuchtung und leichtere Freistellung. Und natürlich ging ohne Mittelformatkameras gar nichts. In Zeiten von Ebay, Foodblogs und Online-Shops beschäftigen sich offensichtlich zigtausende mit dem Thema. Und sehr sehr viele bringen tolle Ergebnisse hervor. Wer durch Foodblogs stöbert muss sich wundern, wie viele Blogger zuhause Aufnahmen hinbekommen, die man in dieser Qualität noch vor kurzer Zeit nur in Zeitschriften gesehen hat.

Da Herbst und Winter ja auch Ebay-Saison sind, hier in paar allgemeine Tipps, wie man mit vergleichsweise wenige Aufwand zu brauchbaren Produktfotos kommt. Für spezielle Aufgaben wie Flaschenfotos oder Food-Fotografie kann man sicher noch zwei Dutzend weitere Tipps geben (hier sind zum Beispiel welche für ein schönes Bokeh), aber für den Alltagsgebrauch sollte eigentlich jeder mit Digitalkamera und einem PC / Mac damit hinkommen.

Das Schöne an der digitalen Fotografie ist ja, dass man das Prinzip Versuch und Irrtum ausreizen kann. Auch bei diesen Tipps kann man nachjustieren, bis man das gewünschte Ergebnis erzielt.

1. Produktfotos mit natürlichem Licht

Ein erschreckendes Anfänger-Erlebnis ist ja oftmals, dass die Produktfotos, die man auf dem Wohnzimmertisch gemacht hat, total verwackelt und körnig sind. Was uns hell vorkommt, ist für die Kamera oftmals – trotz bunt strahlendem Display – graue Soße. Wenig Licht führt zu langen Belichtungszeiten und / oder hoher Empfindlichkeit. Beide stellt die Kamera oftmals automatisch ein. Und wo wir soeben im Freien noch tolle Ergebnisse bekamen, siehts im Wohnzimmer dagegen sprichwörtlich dunkel aus.

Also gehen Sie ans Fenster. Selbst das Nordfenster sollte tagsüber ausreichen, wenn draußen nicht totales Schietwetter ist. Die Fenster mit direkter Sonneneinstrahlung sollten Sie dagegen meiden: Die hässlichen Kontraste sind kaum auszugleichen. Ein gleichmäßiges Licht ohne zu starke Schlagschatten ist ideal. Einzige Ausnahme ist eine sehr tiefstehende Sonne, die schon durch die Atmosphäre abgemildert ist. Aber warten Sie besser nicht darauf.

2. Vergessen Sie den eingebauten Blitz

Blitze sind tolle Lichtspender. Erst recht, wenn man sie individuell / manuell steuern kann, die Reflektoren gegen die Decke richten kann oder andere Aufheller nutzt. Der kleine Blitz über der Linse ihrer Kamera dagegen hat nur von vorne viel Licht auf das Objekt, das im Gegensatz zur Umgebung überstrahlt. Das kommt bei Produktfotos eher schlecht an.

3. Stative oder Auflagen

Ein Stativ ist hilfreich, wenn man in der Wohnung fotografiert. Auch wenn Ihnen eine 30stel Sekunde ziemlich kurz vorkommt: Ob das Bild verwackelt ist, sehen Sie erst später am Bildschirm. Wenn kein Stativ zur Hand ist, behelfen Sie sich mit einem Bücherstapel oder anderen Stützen, auf die Sie die Kamera platzieren können. Und damit es beim Auslösen nicht doch noch verwackelt, benutzen Sie den Selbstauslöser. (Mit dem hat man früher Selfies gemacht, Sie erinnern sich?)

4. Tiefenschärfe

Manche Dinge sollen von vorne bis hinten knackscharf sein. Das macht Ihre Digitalkamera wahrscheinlich ganz automatisch so. Aber Sie kennen den Effekt, dass in einem guten Foto nur der bildwichtige Teil scharf ist, und der Rest etwas verschwommen. Das bekommen Sie für ein gutes Produktfoto mühelos mit einer DSLR und einem lichtstarken Normal-Objektiv hin. Ideal ist das klassische 50-mm-Objektiv mit Lichtstärke 1,8. Sie fotografieren dazu mit offener Blende (also zum Beispiel 1,8).

Wenn ihre kompakte Digitalkamera nur ein Objektiv mit geringerer Lichtstärke hat (vielleicht 5,6), dann können Sie vielleicht das eingebaute Zoom nutzen. Festbrennweiten sind ja sowie eher selten geworden. Und eine geringere Tiefenschärfe können Sie auch erzeugen mit einer längeren Brennweite. Also gehen Sie auf die Tele-Einstellung. Und dann entfernen Sie sich gerade so weit von Ihrem Objekt, dass es an der Naheinstellgrenze leigt (einfach ausprobieren). Den Nachteil, dass dann automatisch eine langsamere Verschlusszeit gewählt wird, können Sie ausgleichen. Sie setzen einfach das Stativ oder die Buchauflage ein und benutzen den Selbstauslöser.

5. Flat-Style: senkrecht von oben

Sie sind im Internet schon auf die flat-style Aufnahmen gestoßen? Da werden ein malerisches Sammelsurium drapiert, gerne irgendwelchen stylischen Objekte. Also das Smartphone neben dem Laptop, dazu eine Sonnenbrille und die dampfende Kaffeetasse. (Fragen Sie nicht, warum es auf Ihrem Schreibtisch nie so stylisch aussieht.) Im Prinzip können Sie das ohne technische Aufwendung zuhause nachstellen. Wichtig ist, dass Sie nicht schräg, sondern senkrecht von oben fotografieren.

Deswegen ist es eher knifflig, dafür den Schreibtisch zu nehmen. Denn dann müssen Sie zum Fotografieren auf Stuhl oder Leiter steigen. Ideal ist der Fußboden vor Ihrer Balkontür, wenn dort nicht gerade die Sonne direkt hineinscheint. Wenn Sie keinen schönen Holz- oder Steinfußboden haben, nehmen Sie eine andere glatte Platte oder Fläche. Vielleicht haben Sie auch noch Dielen übrig oder einen anderen großen Karton von einer Verpackung. Es geht auch Zeichenkarton, vorzugsweise in weiß oder lichtgrau. Und wenn durch die Balkontür noch immer zu viel Licht hereinkommt, stellen Sie gegenüber, also vor sich, einen anderen weißen Karton, der das Licht reflektiert. Versuchen Sie besser nicht, mit einem Blitz aufzuhellen, das ist eher schwierig.

Normalerweise hat Ihre Kamera einen automatischen Weißlichtabgleich. Der sorgt dafür, dass Sie statt der Balkontüre auch Lampen benutzen können. Eine Stehlampe links, eine rechts, beide möglichst mit indirektem Licht, also keine Strahler. Funktioniert der Weißlichtabgleich nicht, werden die Bilder unter Glühlampenlicht rotstichig, bei Neonlampen grünstichig.

Ein Lichtzelt oder Reflektoren können das vorhandene Licht für Produktfotos wesentlich verbessern.

Ein Lichtzelt oder Reflektoren können das vorhandene Licht für Produktfotos wesentlich verbessern.

Für wenig Geld…

Die bisherigen Tipps haben keine zusätzlichen Kosten verursacht. Wenn Sie allerdings öfters gute Produktfotos brauchen, lohnt sich vielleicht ein kleines Lichtzelt oder ein paar günstige Reflektoren. Beide ergeben ein weiches, ziemlich gleichmäßiges Licht und liegen in der Preisklasse unter 50 Euro.

Natürlich können Sie noch viel mehr Aufwand treiben. Aber mit diesen Tricks sollten Sie die Situation so meistern, dass Sie klare Darstellungen für einen bestimmten Zweck hinbekommen – ohne dass Sie größere Einkäufe für Zubehör tätigen. Denn egal ob Sie für Ebay, das Foodblog oder Ihren Shop fotografieren: bessere Bilder erzeugen mehr Aufmerksamkeit und auch Vertrauen in das Produkt.

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2015: Isch over

Abendstimmung am Rhein

Naja, fast over. Es ist zumindest schon verdächtig ruhig und man kann nun die Sachen in Angriff nehmen, die man noch vor Jahresende erledigen soll / muss. Und man kann sich schon mal vorsichtig den neuen Vorsätzen nähern, die noch etwas unartikuliert im Kopf herumschwirren und Halt suchen.

Mehr Fotos wie dieses zum Beispiel, die ja nicht nur optisch was hermachen: Dazu gehört auch draußen sein, weg vom Schreibtisch, schöne Dinge entdecken und festhalten und was draus machen. Den ganzen Tag am Schreibtisch zu verbringen ist zwar sehr effektiv, aber auf die Dauer wahrscheinlich auch eher ungesund.

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