Kamera-Ausrüstung: Stärken sammeln

Die Immer-Dabei-Kamera einer Kamera-Ausrüstung steckt heute meistens in einem Smartphone.

Die Immer-Dabei-Kamera einer Kamera-Ausrüstung steckt heute meistens in einem Smartphone.

Kann eine Kamera-Ausrüstung jemals groß genug sein? Wenn man die Rezensionen neuer Modell liest: wohl eher nicht. Der unablässige Vergleich rückt vor allem die Schwächen in den Blickpunkt. Das führt bei vielen Fotografen zum beständigen Wunsch nach neuer Kamera-Ausrüstung (auch bei mir). Der limitierende Faktor ist aber oft genug nicht die Schwäche der eigenen Ausrüstung ist, sondern die Zeit, die man zur Verfügung hat, die Ideen für neue Projekte und der Antrieb, auch ohne konkrete Aufträge etwas Kreatives zu machen.

Auch eine ältere Kamera-Ausrüstung hat ihre Stärken

Deshalb hier mal beispielhaft die Stärken einiger Teile meiner Kamera-Ausrüstung, mit denen ich gerne unterwegs bin – ganz ohne großen Foto-Rucksack, dicke Stativ und viele Objektive.

Das iPhone

Im Alltag genieße ich neben der guten Bildqualitäten vor allem ein paar besondere Funktionen. So kann ich damit am schnellsten eine schnelle Timelapse-Aufnahme oder ein bewegtes Hyperlapse machen. Das ist jetzt nichts Vorzeigbares fürs Portfolio. Aber gerade die Accounts der Sozialen Netzwerke schreien förmlich nach diesen Schnipseln. Ebenso wie Zeitraffer natürlich auch Zeitlupen mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde.

Auch wenn ich auf ein normales Stativ verzichte, habe ich fast immer ein Mini-Stativ in der Außentasche des Rucksacks. Ideal nicht nur für Timelapse oder andere Video-Schnipsel, sondern auch für ein Selfie, das man immer wieder mal braucht. Und schließlich macht es Spass, immer wieder mal ein Foto vom Fotografieren zu machen: also mit der einen Kamera die andere beim Fotografieren aufzunehmen.

Die besten Farben und schönsten Darstellungen kommen bei mir aus der Lumix.

Die besten Farben und schönsten Darstellungen kommen bei mir aus der Lumix.

Die Lumix LX100

Gute Bildqualität, erstklassige 4K-Video-Qualität. Eine Lupenfunktion fürs manuelle Scharfstellen mit Fokus-Peaking(!). Die eingebaute Möglichkeit für Timelapse-Aufnahmen macht es mir möglich, die Kamera irgendwo zu parken und meist mit einer Länge von 150 Bildern kurze Sequenzen von sechs Sekunden zu schießen. Und dass, ohne dass ich nachher lange in der Nachbearbeitung kleine Kunstwerke draus mache. Zeitaufwand bei einer Sekunde-Intervall: 150 Sekunden = 2,5 Minuten, bei zwei Sekunden = 5 Minuten etc.

Das lichtstarke 1,7er Objektiv ist auch in der Dämmerung gut, die Naheinstellgrenze hat fast schon Makro-Qualität. So universell die Kamera ist, so gut die Ergebnisse ausschauen: Am großen Bildschirm sehe ich deutliche Unterschiede, vor allem bei schwachem Licht. So ist die Lumix zwar besser als das iPhone, aber schlechter als jede normale DSLR. Meine alte Canon 550D hat 18 Megapixel, das ist spürbar besser.

Deswegen habe ich als „kleine” Lösung die Canon EOS M.

Vor allem bei wenig Licht machen die kleineren Sensoren schnell schlapp.

Bei wenig Licht stoßen kleine Sensoren an ihre Grenzen, die EOS M schneidet besser ab.

Canon EOS M

Diese kleine Canon hat nämlich im Prinzip die gleiche optische und technische Qualität, die wie größere DSLR Canon 550D. Ein Prinzip, das bis heute auch zum Beispiel bei den vergleichbaren Modellen Canon EOS M6 und der DSLR Canon 800D gilt. Nur dass die kleine Kamera eben in einer kleinen Tasche Platz hat.

Die meisten Details liefert noch immer eine etwas größerer Sensor, wie der an der EOS M.

Die meisten Details liefert noch immer der größere Sensor, wie der an der EOS M.

Vor allem im schwachen Licht ist die EOS M deutlich besser was Schärfe und Bildrauschen anbelangt. Und wenn man noch das kleine 22-mm-Pancake-Objektiv dabei hat, ist man sehr gut bedient, auch für Nahaufnahmen. Zwar ist die Bedienung nicht ganz so elegant wie an der Lumix. Aber mit Touch-Display und allen manuellen Möglichkeiten bei Foto und Video ist die Kamera in meinen Augen noch immer ein Hit. Mikrofon-Eingang und regelbarer Pegel machen das gute Stück zur idealen Zweitkamera für Video-Aufnahmen.

Mein Fazit

Neue Kameras zu haben ist immer gut. Und technisch sind sie wieder ein Stück besser. Wer schon einige Zeit fotografiert, bei dem ergänzen sich oft ein paar ältere Sachen ideal. Und statt weiter nach der eierlegenden Wollmilch-Sau zu schielen, die es doch niemals gibt, zieht man besser jetzt und hier los und nutzt, was man schon hat. Natürlich kann man sich über die Schwächen mancher Kameras ärgern. Aber wahrscheinlich hat man mehr davon, wenn man sich auf die Stärken konzentriert.

PS: Das nächste neue Kamera-Modell ist übrigens nach sechs Monaten wieder „veraltet”.

 

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Auflösung und Sensorgröße: Wie gut ist meine Kamera?

Reichen Auflösung und Bildqualität für einen großen Abzug? Oder gar für ein Panoramabild?

Reichen Auflösung und Bildqualität für einen großen Abzug? Oder gar für ein Panoramabild?

Bei den technischen Daten der digitalen Bilderwelten kommen manche ins Straucheln. Brauche ich eine Kamera mit Vollformatsensor? Und hilft mir Vollformat bei 4K-Video? Brauche ich überhaupt 4K-Video? Und auf was soll ich nun beim Kauf achten? Sensorgröße und / oder Auflösung? Die einzige korrekte Antwort dazu gibts nicht. Nicht einmal die lange Jahre gültige Empfehlung „So gut wie möglich und so teuer, wie erschwinglich” scheint mehr Gültigkeit zu haben. Aber es gibt dennoch eine Nachricht: In fast allen Klassen gibts Angebote, die gute Ergebnisse liefern.

Auflösung als Stolperstein für Vergrößerungen

Bei vielen ist die althergebrachte Vergrößerung von Bildern der Anlass, an dem sie ins Grübeln kommen. Reicht die Auflösung meiner Kamera, um zum Beispiel nach dem Urlaub einen DIN A 4 großen Abzug machen zu lassen? Oder reicht die Auflösung sogar für ein schickes Panoramaformat über dem Wohnzimmer-Sofa?

Bis hierhin ist das leicht zu beantworten. DIN A 4 ist 21 x 30 Zentimeter groß. Das ergibt bei einer idealen Druck-Auflösung von 300 dpi insgesamt 3503 x 2480 Pixel. Das kann man leicht in seiner Kamerabeschreibung nachschlagen. Zur Information die Bilddaten meiner Kameras:

  • Mein iPhone 6s erzeugt mit einer Auflösung von 12 Megapixel Bilder mit 4032 x 3024  Pixel
  • Die Uralt-Canon 550D mit einem APS-C-Sensor und 18 Megapixel Auflösung erzeugt Bilder mit 5184 x 3456  Pixel
  • Die Lumix LX100 mit einem MFT-Sensor und 16 Megapixel Auflösung erzeugt Bilder mit 4272 x 2856 Pixel
Die Sensorgröße ist wichtig, die Auflösung auch - für gute Qualität braucht es dennoch mehr.

Die Sensorgröße ist wichtig, die Auflösung auch – für gute Qualität braucht es dennoch mehr.

Auflösung und Sensorgröße

Soweit wäre die Welt der Fotografen beim Einkauf einer neuen Kamera ziemlich einfach: Auflösung nachschlagen, bestes Preis-Leistungs-Verhältnis ermitteln – fertig. Aber Auflösung ist eben nicht alles. Die Größe des Sensors ist – wie einiges andere – ebenfalls ein Faktor für Qualität von Fotos und Videos.

Das iPhone 6s hat einen Sensor, der 6,2 x 4,6 Milimeter groß ist.

Der Bildsensor der Panasonic Lumix DMC-LX100 17,3 x 13,0 Milimeter groß. Das ist der Standard des Micro-Four-Thirds Sensors (MFT), den viele Systemkameras benutzen (also meistens nicht DSLRs).

Meine alte Canon 550D verwendet wie heute noch viele preiswerte DSLRs einen APS-C-Sensor, und der ist 22,2 x 14,8 Milimeter groß und löst 18 Megapixel auf.

Und wer sich noch an das gute alte Kleinbild-Format 36 x 24 Milimeter erinnert: Auch das gibt es noch. Es ist der Königsklasse der Vollformat-Kameras vorbehalten und erbringt zum Beispiel bei der Canon 6D ganze 20,6 Megapixel.

Ist nur die Größe entscheidend?

Man ahnt es schon. Die Auflösung hängt zwar mit der Sensorgröße zusammen. Aber es gibt auch kleinere Sensoren, die eine höhere Auflösung haben. Das es hier ”Spielraum” gibt, belegt schon die Tatsache, dass die Einsteigermodelle von Canon bei gleicher Sensorgröße die Auflösung von 18 auf 24 Megapixel gesteigert haben.

Warum? Wegen der Bildqualität? Nun zuallererst wohl deswegen, weil viele Kamerakunden die Auflösung als einziges Kriterium für Bildqualität kennen. Und zweitens wohl einfach deswegen, weil es geht.

Bildqualität mit geringerer Auflösung

Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass es gute Bildqualität sowohl mit kleineren Sensoren, als auch mit geringerer Auflösung gibt. Plattformen wie dpreview.com testen jedes neue Kamera-Modell und machen meist klare Aussagen zur Bildqualität. Dazu gibts Testbilder und Messungen.

Trotzdem bleibt oft auch der persönliche, rein subjektive Eindruck, dass die teureren Kameras die besseren Bilder machen. Gibts also noch eine geheime Zutat?

Zum einen wird die Schärfe der Bilder auch durch die Qualität und Arbeitsweise der Sensoren beeinflusst. Wer aus einem kleinen Sensor 20 Megapixel Bilddaten erzeugen will, der muss zwangsläufig mehr Kniffe anwenden, als bei einem großen Sensor.

Bildqualität ist kein fester Begriff

Was oft vergessen wird: Das Objektiv ist mindestens ebenso entscheidend für die Bildqualität wie die Kamera. Mit dem Kauf besserer Wechselobjektive ist später ein Nachbessern möglich. Ob das Argument noch gilt, Geld für teure Objektive sei gut angelegt, weil man diese Jahrzehnte lang nutzt, weiß ich nicht. Die Zeiten, in denen man sich für den Rest seines Lebens auf eine große Marke festlegt, scheinen vorbei zu sein.

Bildqualität umfasst eben auch Schärfe, Kontrast, den Kontrastumfang. Und Rechenspiele mit der 300-dpi-Druckauflösung helfen nur bedingt: Ein 100 Zentimeter breites Bild braucht keine 300 dpi, um scharf zu wirken. Und es wird sich beim Betrachten auch niemand direkt vor die Nase halten.

Die Lumix LX 100: kompakt, hohe Lichtstärke, gutes Bokeh - aber eben kein Wechselobjektiv.

Die Lumix LX 100: kompakt, hohe Lichtstärke, gutes Bokeh – aber eben kein Wechselobjektiv.

Bokeh als Entscheidungshilfe

Das hier schon erläuterte Bokeh eines Bildes hängt ebenfalls an der Sensorgröße . Und viele Menschen empfinden die meist mit DSLR aufgenommenen Bilder mit ausgeprägtem Bokeh und einer geringen Schärfentiefe als qualitativ besser – sowohl bei Fotos als auch bei Videos. Wer selbst schon mit kleinen Kompaktkameras fotografiert hat, der weiß, dass die meisten Bilder dieser Kameras von vorne bis hinten scharf sind.

Das ist für Foto-Anfänger gut und bringt ein befriedigendes Ergebnis. Fortgeschrittene wollen dagegen oft ein Motiv freistellen, von einem unscharf abgebildeten Hintergrund trennen. Aus physikalischen Gründen geht das mit einem großen Sensor besser. Ein Stück weit kann man auch kleinere Sensoren zu dieser „Freistellung” bringen: Wenn man zum Beispiel sehr lichtstarke Objektiv hat und mit offener Blende fotografiert und / oder den Tele-Effekt nutzen kann.

Mein Fazit

Gute Bildqualität gibt es bei allen Sensorgrößen und Preisklassen. Ob rein rechnerisch die Auflösung für gewünschte Vorhaben wie große Abzüge oder Panoramabilder reicht, lässt sich leicht errechnen. Ob die Bildqualität auch unabhängig von den Zahlen den eigenen Ansprüchen gerecht wird, lässt sich nur mit guten Tests und Vergleichen herausbekommen. Rezensionen oder Gefälligkeitsberichte in Blogs bringen hier wenig.

Bei DSLRs und Systemkameras ist die Auswahl groß und die für die Qualität fast ebenso entscheidende des Objektivs lässt sich durch Wechselobjektive beeinflussen. Bei Kompaktkameras ohne Wechselobjektiv wird man am ehesten fündig bei den Modellen, die gute Objektive mit hoher Lichtstärke haben. Die kosten freilich fast ebenso viel wie die „Großen”.

 

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Der Große JPG-Vergleich: Canon, Nikon, Sony, Fuji, iPhone, Pentax, Olympus, Panasonic

JPG-Vergleich über mehrere Kameramarken hinweg: viel Fleißarbeit, gutes Ergebnis.

Das Video mit dem JPG-Vergleich ist für die meisten Kamerabesitzer interessant. Die Gegenüberstellung der JPG-Dateien, wie sie – ohne weitere Voreinstellungen – aus der Kamera kommen ist eine ziemlich große und löbliche Aufgabe. Und wer könnte diese Aufgabe besser angehen als ein Händler?

Im kanadischen Youtube-Kanal TheCameraStoreTV findet man seit langem gute und aufschlussreiche Videos. Die gibts zu den Produkten, die dort verkauft werden, aber auch zu allen Themen, die für Foto und Video wichtig sind.

JPG-Vergleich praxisnah

Wer könnte die Aufgabe eines JPG-Vergleichs über die verbreitetsten Kamera-Modelle besser bewältigen als jemand, der alle Kamera-Marken „zur Hand” hat? Diese beiden, Chris Niccolls und Jordan Drake machen den Verlgeich – mit dem kompletten Sortiment eines Foto-Geschäfts im Rücken – sozusagen als Service und als Fleißaufgabe.

Und nein: Das ist keine Werbung. Weder von mir für einen kanadischen CameraStore (wäre ja absurd). Noch vom Camerastore für seine Produkte.

Natürlich lässt das Ergebnis des nicht-wissenschaftlichen aber praxisnahen Tests verschiedene Interpretationen zu. Und natürlich kann man durch diverse Einstellung und / oder Apps (zum Beispiel beim iPhone) einiges steuern. Aber der Ruf einiger Kameramarken beruht nicht zuletzt auf diesen ganz spezifischen Eigenheiten von Farbe und Bildstil. Und schließlich fotografieren die meisten Menschen genauso. Nämlich mit den Voreinstellungen, wie sie ab Werk zu finden sind.

Deswegen sind auch alle Hinweise auf Photoshop, Lightroom, Presets und RAW-Verarbeitung hinfällig. Auch meiner Ansicht nach ist die Qualität im Auslieferungszustand ausschlaggebend. Die meisten Fotografen (und Hobby-Fotografen) wollen sich zu Recht mit dem kreativen Teil, dem Fotografieren beschäftigen. Der Rest kann auch Spass machen, ist aber eher ein notwendiges Übel für viele Fotografen.

Ich habe nicht alle Marken im Einsatz, aber Kameras von Nikon, Canon, Panasonic und das iPhone. Und ich kann insofern das meiste nachvollziehen. Ob es für eine Kaufentscheidung wichtig ist, diesen Vergleich zu kennen, sei mal dahingestellt. Immerhin zerstört es in meinen Augen den Mythos, die Bilder einzelner Marken seien ohne weiteres Zutun besser als die anderer Marken. Und das ist ja auch schon ein gutes Ergebnis.

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Strobist: Drahtlos blitzen mit noch weniger Aufwand

Blitze, in die Jahre gekommen

Drahtlos blitzen ist offensicht noch deutlich einfacher und komfortabler geworden. Das ist die positive Seite einer Nachricht, die zunächst einmal für mich nicht so prickelnd war: Seit Jahren nutze ich zwei Nikon SB 24 als drahtlose Blitze zusammen mit den preiswerten Funk-Fernauslöser von Yongnuo, die ich hier schon einmal beschrieben habe. Ein Verfahren, an das ich mich gewöhnt habe: Zwei externe Blitzer auf die eingeschalteten Fernauslöser setzen, Fuß oder Stativ drunter und die erste Einstellung der manuellen Blitzleistung nach Gefühl vornehmen (je nach Entfernung zum Objekt und der ISO-Einstellung also zwischen 1/4 und 1/16. Auf die Kamera kommt dann das Sendeteil, das mit einem Kabel (in meinem Fall mit einer Canon) verbunden wird. Fertig.

Nun hat einer der beiden Alt-Blitze den Geist aufgegeben. Eine Reparatur lohnt nicht, verkaufen wahrscheinlich auch nicht. Bleibt ein Nikon SB 24 und ein noch vorhandenes neueres Modell, das Speedlight SB-600. Prinzipiell lassen sich alle Blitze verwenden, deren Leistung sich manuell einstellen lässt, auch ältere Modelle funktionieren klaglos.

Da mir die Mixtur aber nicht nur unordentlich sondern auch unzuverlässig erschien (wann gibt der andere Alt-Blitz auf?) habe ich nach den neueren preiswerten Blitzen geschaut. Und da ich mit Yongnuo gute Erfahrungen gemacht habe, kommen zwei Varianten in Frage.

Das ältere Yongnuo arbeitet mit dem neuen, dem Steuergerät und den Funk-Fernauslösern zusammen.

Das ältere Modell, der Yongnuo YN-560 Mark III kostet derzeit knapp 60 Euro und funktioniert mit meinen Funkfern-Auslösern RF 603. Er hat selbst einen eingebauten Funk-Empfänger, so dass die externen Funkfernauslöser nicht mehr nötig sind.

Die externen Yongnuo-Funkfernauslöser funktionieren auch mit alten Blitzgeräten anderer Hersteller

Das neueste Yongnuo-Blitzmodell kann die Steuerung übernehmen

Das neuere Modell, der Yongnuo YN-560 Mark IV kostet jetzt zwar knapp 70 Euro, kann aber mehr: Er funktioniert selbst als Master-Blitz und kann die anderen Blitzer ohne Zusatzgerät auslösen. Sind diese anderen die Modelle III und IV, dann brauchts keine weiteren Geräte mehr (Funk-Empfänger). Und die Einstellungen für die anderen Blitze kann man dann wohl auch am Display des Hauptblitzes vornehmen.

Das Steuergerät von Yongnuo

Damit würde die Anschaffung eines externen Steuergerätes, des Yongnuo YN 560-TX hinfällig – sofern der Hauptblitz auf der Kamera bleibt und somit leicht bedienbar ist. Will man alle Blitzer extern platzieren und von der Kamera aus steuern, dann braucht man noch dieses Steuergerät. Und wenn man dieses nutzt, dann kann man auch die älteren, preiswerteren IIIer-Modelle kaufen.

Klingt kompliziert? Kann sein, aber es gibt so viel gute Erfahrungsberichte und Beschreibungen im Netz (fast alle sind positiv), dass man sich ruhig einmal in die Materie vertiefen kann. Und wer sich mit dem Thema externes („entfesseltes”) Blitzen zuletzt beschäftigt hat, als die Angebote der Platzhirsche Canon und Nikon den Markt beherrschten, der wird sich über die gewaltige Preisdifferenz freuen und gerne etwas Zeit investieren.

Insofern hat es auch durchaus etwas Gutes, wenn ein Stück uralter Ausrüstung einmal seinen Geist aufgibt…

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Fotos und Fernbedienungen: mehr Möglichkeiten für wenig Geld

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Wo liegt nochmal die Fernbedienung? Die kleinen handgerechten Strahler mit der direkten Verbindung zum nächsten technischen Gerät können Segen sein – und Fluch: Schnell hat man zu viele davon, dann sind bei einigen die Battterien leer, andere sind störungsanfällig. Und jetzt soll man sich das auch noch für Fotos und Videos antun? Ja, warum eigentlich nicht?

Spätestens seit WLAN auch bei Kameras verfügbar ist, sollte das Strippen legen ein Ende haben. Ältere Semester erinnern sich noch schaudernd an Kabel-Fernauslöser von Canon und Nikon, für deren Anschaffungspreis man heute auch kleine Kameras bekommt. Gar nicht zu reden von Blitzgeräten, die man mit Kabeln verbunden hat, um sie synchron auslösen zu können. Heute sind kabellose Verbindungen bei Kameras ein Standard (auch wenn der noch nicht von allen Geräten und Herstellern erfüllt wird).

Hier ein paar Beispiele (gratis oder für wenig Geld), wo man auf die kabellose Fernbedienung nicht verzichten sollte, sofern nicht schon eine WLAN-Lösung des Herstellers „eingebaut” ist.

1. GoPro-Kameras

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Diese Action-Kameras sollen klein und kompakt sein. Also verzichtet man nur zu gern auf die Ausführungen mit einem Display auf der Rückseite. Spätestens wenn man zigmal den Horizont bei der Nachbearbeitung ausgerichtet hat und / oder feststellen musste, dass der Ausschnitt nicht stimmt, ergibt man sich der GoPro-App, die in diesem Fall die Fernsteuerung mittels eigenem (!) WLAN darstellt, kostenlos.

Kleiner aber akzeptabler Nachteil: Das Herstellen der WLAN-Verbindung ist etwas knifflig und die der Dauerbetrieb mit Smartphone saugt an der Batterie des Handys. Und: Die WLAN-Verbindung mit der GoPro muss in den Einstellungen aufgerufen werden und löst damit die Verbindung ins heimische WLAN-Netz erst einmal ab.

2. (Ältere) DSLRs ohne WLAN-Funktionen

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Die älteren Modelle haben oft noch kein WLAN, sind aber dennoch kabellos steuerbar und zwar sowohl für Fotoauslösungen als auch für Video-Aufnahmen. Zum Beispiel die Canon-Modelle mit der Fernbedienung RC-6 (oder zahllosen Nachahmer-Geräten, die den Amazon Rezensionen oft funktionieren, manchmal auch nicht). Die RC-6 arbeitet auch mit älteren Canon-Modellen zusammen wie der Canon 550D, die bei mir noch immer zum Einsatz kommt. Und sie arbeitet sogar mit der alten EOS M zusammen. Das kleine Teil hat einen noch kleineren Ein- und Ausschalter, den man benutzen sollte, damit die Knopfzelle nicht zu schnell leer ist.

Die Verbindung wird über Infrarot hergestellt, also wie bei vielen älteren Modellen der TV-Fernbedienung. Das Original ist meistens für unter 20 Euro zu haben.

3. Handys wie das iPhone 6s

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Diese Fernauslöser werden von Fremdherstellern angeboten, viele sind im absoluten Billig-Segement – funktionieren aber dennoch ganz prächtig. Natürlich auch hier für Foto und Video (je nachdem, was am Handy voreingestellt ist). Auch dieses quietschbunte Teil hat einen Ein- und Ausschalter und funktioniert über Bluetooth.

Dieses hier ist erhältlich in verschiedenen Farben für etwa 8,50 Euro.

4. Kombinierte Auslöser für ferngesteuerte Blitze und Kameras

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Wer mit mehreren Blitzgeräten fotografiert und wem die originalen Funk-Auslöser der Kamerahersteller zu teuer sind, der erhält mit einigen Abstrichen mit den Yongnuo-Funkfernauslösern eine brauchbare Alternative. Natürlich wird hier nichts an Daten übermittelt, es geht lediglich ums zeitgleiche Auslösen der Blitze und oder der Kamera.

Mit zwei Geräten, einem Sender und einem Empfänger, steckt man den Sender auf den Blitzschuh der Kamera und verbindet ihn über das Kabel mit der Kamera. Der Empfänger kommt unter das Blitzgerät und löst über den Blitzschuh aus. Steuern muss man die Blitze manuell oder – sofern vorhanden – über eine Automatikfunktion des Blitzes, die sich aber einzig an der Helligkeit orientiert. Im Zeitalter der digitalen Fotografie aber kommt man mit ein paar Probe-Auslösungen auch recht schnell ans Ziel und kann so auch gleich verschiedene Effekte testen (wenn die Blitze unterschiedlich weit entfernt sind vom Objekt, auf verschiedene manuelle Leistungen eingestellt wurden oder verschiedene Diffusoren vorgesetzt sind).

Einsatzzwecke

Die Einsatzzwecke sind vielfältiger, als man zunächst denkt. Neben dem Hauptgrund, dem klassischen Selfie, gibt es eine ganze Reihe weiterer Situationen, die man sich mit den kleinen Helfern für Foto- und Video-Aufnahmen erschließen kann.

– Die Kamerauslöser sind immer dann unverzichtbar, wenn die Kamera gerade nicht erreichbar ist: Eine GoPro auf dem Kotflügel kann man schlecht während der Fahrt kontrollieren.

– Sind mehrere Kameras im Einsatz verlangt die Situation manchmal, dass man nicht dauernd zwischen seinen Kameras hin- und hergeht. Beispiel: Eine Video-Aufnahme mit zwei Kameras, zwei Perspektiven. Bei einem Interview ohne jeden Zeitdruck kann man beliebig oft hin- und herlaufen oder auch die Kamera durchlaufen lassen. Angenehmer auch für den Interviewten istd ie Fernsteuerung (und die Tatsache, dass nicht wirklich jeder Satz des Gesprächs zwischen den Szenen aufgenommen wird).

– Wer unabhängig vom klassischen Selfie-Porträt zum Beispiel Landschafts-Aufnahmen machen möchte, auf denen er selbst drauf ist, gerät mit dem Selbstauslöser schnell in Verzweiflung. Die kleinen Sender lassen sich unauffällig betätigen. Die Reichweite in freier Landschaft ist ziemlich groß, wenn man in die richtige Richtung auslöst.

Mein Fazit:

Am meisten Spass machen die kleinen, recht preiswerten Ein-Knopf-Fernsteuerungen. Apps für Kameras, die über die Einrichtung eines WLAN gehen, sind oft etwas kniffliger. Und wenn man sie nicht regelmäßig benutzt endet das Ganze nach wenigen erst einmal mit der Suche nach dem Handbuch. Doch wie immer beim Fotografieren (und allen anderen Fertigkeiten): Üben hilft. So wie man die Funktionen seiner Kamera nur lernt, wenn man sie regelmäßig verwendet, so klappt auch die WLAN-Geschichte, wenn man ein paar Tage lang ausprobiert  und nicht nur einmal nach dem Kauf testet, ob das wirklich funktioniert.

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Tipp:

Die genialste Kombination ist meiner Meinung nach die des iPhones mit dem Mini-Sender und einem kleinen Stativ, wie dem Joby Gorillapod mini. Diese Kombination enthält die komplette Ausrüstung für gute Fotos und Videos bis 4k mit absolutem Mini-Packmaß. Und wer zum Beispiel nicht viel Speicher im Handy hat, der ist froh, wenn nicht die Szenenlänge durch Aufstellen – Einschalten – Weglaufen – Zurückkommen – Ausschalten aufgeblasen wird.

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