Du oder Sie – die Anrede in Blogposts und auf Webseiten

Wie rede ich meine Leser an? Du oder Sie? Ab jetzt: Du.

Wie rede ich meine Leser an? Du oder Sie? Ab jetzt: Du.

Welche Anrede nutze ich für meine Leser: Du oder Sie? Über dieses Thema kann man stundenlang sinnieren – und dennoch zu keinem klaren Ergebnis kommen. Als Journalist, der auch auf anderen Webseiten und für anderer Leute Inhalte produziert, war die Sache für mich klar. Ich habe in den letzten Jahren in allen Artikeln alle ge-siezt – und gleichzeitig in Kommentaren und Antworten freundlichst ge-duzt.

Man merkt schon, das ist eine eigene Logik. Aber etwas anderes als die Sie-Form kam mir widersinnig vor. Zumal ich ja in Print-Texten und in Texten für meine Kunden auf jeden Fall die Anrede in der Höflichkeitsform benutzen muss.

Das habe ich durchgehalten, bis ich auf meinem Blog testschmecker.de als „goodie” für die Newsletter-Anmeldung einige PDFs geschrieben habe. Spätestens beim vierten („Ein Food-Blog starten”) war klar, dass ich mich ja ausschließlich an Blogger wende. Also bin ich vom Sie zum Du gewechselt.

Vom Sie zum Du

Mittlerweile stelle ich das generell in meinem Blogs und in den Sozialen Medien um. Das geschieht schweren Herzens, weil ich ja teilweise etliche sehr alte, noch immer nachgefragtere Artikel in jedem Blog führ. Und die will und werde ich nicht alle umarbeiten. Aber in dem Maße, in dem in den Inhalten hier zunehmend Tipps und Ratschlägen vorkommen, finde ich die Anrede mit Du einfach passender. Meine Rolle als Journalist tritt da zunehmend in den Hintergrund, und als Blogger (auch wenn ich diese Bezeichnung eher weniger mag) ist das „Du” schon passend finde ich.

Und weil ich eine klare Linie brauche, trenne ich fortan zwischen allem, was auf meinen Blogs und den dazu gehörigen Sozialen Medien veröffentlicht wird (Du) und allem, was anderswo, oder auch in Printform veröffentlicht wird (Sie). Die generelle Frage, die sich die meisten Menschen mit einem Blog ja wohl auch schon gestellt haben lautet: Was ist richtig?

Man kann es nicht richtig machen

Das wird wohl so sein: Es wird immer Menschen geben, das hat auch, aber nicht nur mit dem Alter zu tun, die finden es distanzlos, von einem „fremden” Menschen geduzt zu werden. Und sie haben ja auch recht. Die Situationen, wo ich in der Regel unbedenklich Fremde duze, sind überschaubar: beim Sport zum Beispiel, bei Festen oder großen Veranstaltungen, wo es ein Zusammengehörigkeitsgefühl gibt.

Man kann es nicht falsch machen

Andererseits ist Frage nach der passendsten und höflichsten Anrede zwar eine wichtige Sache. Noch wichtiger aber sind die Inhalte: Wenn meine Artikel jemandem einen Mehrwert bieten, werden sie gelesen. Wenn nicht, dann nicht. Da kann man schon mal über Du oder Sie hinwegsehen, finde ich. Generell, so ist meine Erfahrung, überwiegt in den Blogs ja ein Gemeinschaftsgedanke: Da haben die meisten Menschen die gleichen Interessen und tauschen sich aus.

Wer an der Diskussion mit einer förmlichen Anrede teilnehmen will kann das tun, und wird freundlich zurück gesiezt. Für mich soll es – wie im richtigen Leben – keine Unterschiede geben bei Herzlichkeit und Höflichkeit, die von Formalien herrühren.

Klare Regeln?

Gibt es wohl eher nicht. In dem Augenblick, wo ich als Unternehmen oder Dienstleister auftrete, komme ich auf die Höflichkeitsform zurück. Auf joachimott.de, testschmecker.de u.a. wird ab jetzt geduzt. Wichtig finde ich, dass man bei einer Linie bleibt (auch wenn man sie einmal gewechselt hat). Das bedeutet, dass nicht nur in Blogs sondern auch bei Facebook, Twitter & Co. entweder durchgehend geduzt oder gesiezt wird.

Auf Unternehmens-Websiten würde ich immer Sie verwenden, übrigens auch im Support und den sozialen Netzwerken. Schwedische Möbelhäuser sind eine Ausnahme, weil das in Skandinavien eben so ist und manchmal auch ein Markenzeichen.

 

 

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Und was steht am Ende? Email Closing Lines

Email-Anreden und Abschiedsfloskeln

Emails zu schreiben ist eine Kunst. Muss in etwa die gleiche Kunst sein, wie Forumsbeiträge zu verfassen, Kommentare auf Webseiten zu hinterlassen und ähnliches literarisches Schaffen.

Nein, belächeln Sie es nicht, es ist so: Es gibt Menschen, die haben die besten Absichten und aufrechtesten Charakter, und dennoch versteht man entweder nicht, was sie einem sagen wollen oder man missversteht es gar als Spam.

Und das wird am Ende einer Mail oftmals auch nicht besser: Der abschließende Gruß in Emails (oder auf englisch die closing lines) können den Gesamteindruck einer kurzen Mitteilung entweder unterstützen oder aber auch zunichte machen. Zu förmlich oder zu locker, zu distanziert oder gar anbiedernd – es lässt sich schwer einschätzen, wie der Empfänger reagiert. Und allgemein gültige Benimmregeln scheint es noch nicht zu geben.

Über eines meiner Lieblings-Blogs swissmiss habe ich einen Link zu einem interessanten Beitrag gefunden, der zumindest die englischsprachigen closing lines ziemlich gut einordnet: Second Chance for a Last Impression. Den Titel braucht man glaube ich nicht zu übersetzen.

Nun lassen sich dummerweise die englischsprachigen Formeln nicht gut übersetzen und schon gar nicht mit der richtigen Bedeutung vermitteln, wenn Englisch nicht die Muttersprache ist. Und ein Ausweichen auf die Anglizismen ist sicher auch keine praktikable Lösung.

Mein Tipp: Mit einem Streifzug durch die erhaltenen Mails der letzten Monate haben Sie rasch eine staatliche Zahl an Grußformeln und Abschiedsfloskeln beisammen. Nach obigem Muster kann man beide gut kombinieren. Wen ich mit „Hallo” begrüße, denn kann ich auch mit ”vielen Grüßen” verabschieden. Und je förmlicher ich in der Anrede werden, desto stilvoller kann auch der Abgang werden.

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