Warum Smartphone-Fotos für Blog und Website genügen

Smartphone-Fotos: Besser als man denkt

Smartphone-Fotos: Besser als man denkt

Smartphone-Fotos werden von den meisten Menschen noch immer nicht richtig für voll genommen. Dabei liefern die Immer-Dabei-Kameras hervorragende Qualitäten. Wenn man ein paar Punkte beachtet, bekommt man sprichwörtlich druckreife Ergebnisse.

„Ich habe nur ein Smartphone als Kamera.” Das höre ich öfters, wenn es darum geht, dass jemand mal eben auf die Schnelle ein paar Bilder machen sollte. Ganz abgesehen davon, dass niemand, der ernsthaft fotografiert gerne mal eben auf die Schnelle ein paar Fotos macht: Das Smartphone genügt für die meisten Zwecke durchaus. ich fotografiere mit einem iPhone und bin selbst immer wieder überrascht von den Ergebnissen, die selbst auf meinem großen Bildschirm ausnehmend gut aussehen. Und mit etwas Nachbearbeitung von den Ergebnisse anderer Kameras kaum zu unterscheiden sind.

Einschränkungen gibt es natürlich, und die seien auch gleich vorneweg genannt. Wer ein episches Landschaftsfoto schießen will, auf dem letzte Details auch in der Ferne gut zu erkennen sind, der stößt rasch an die Grenzen des kleinen Sensors. Aber das ändert sich acuh noch nicht bei Kompaktkameras und Micro-Four-Thirds-Kameras. Erst ab APS-C kommen hier nach meiner Einschätzung sehr gute Ergebnisse zustande.

Zweite Einschränkung ist die Lichtempfindlichkeit: Bei schlechtem Licht werden die Smartphone Bilder eher körnig und verlieren an Details und Zeichnung.

Wenn man sich jetzt ansieht, womit die meisten Blogs und Unternehmens-Webseiten „gefüttert” werden, dann kann man diese Einschränkungen getrost hinnehmen.

Das Gitter ist hilfreich, ebenso das indiviiduelle Wählen der Messpunkte und der AE/AF-Lock (Screenshot)

Das Gitter ist hilfreich, ebenso das indiviiduelle Wählen der Messpunkte und der AE/AF-Lock (Screenshot)

Drei wesentliche Tipps für gute Smartphone-Fotos

Ran an ans Motiv!

Niemand will von Bildern mit vielen ablenkenden Details in der Umgebung später Ausschnitte herauspfrimeln. Auch wenn es schwer fällt: Greife ins Geschehen ein, arrangiere Objekte und auch Personen so lange, bis auf dem (vergleichsweise riesigen) Display alles so ist, wie Du es haben möchtest. Im Nahbereich sind die kleinen Kameras ausgesprochen gut und scharf.

Gutes Licht suchen

Suche gutes Licht. Das gibt es auch in dunkleren Räumen, an Fenstern zum Beispiel oder an Lampen. Im Gegensatz zu Kompaktkameras erkennt man bei den meisten Smartphone-Kameras die verwendeten Belichtungszeiten, die Blende und die ISO-Zahl nicht. Und unser Auge erkennt auch keinen so riesigen Unterschied zwischen der Mitte eines Raumes und einem Platz am Fenster. Der Sensor schon.

Am iPhone tippt man auf den bildwichtigen Teil, der richtig belichtet sein soll. Dann erscheint neben dem Fokus-Kästchen ein Schiebe-Regler, mit dem man die Belichtung verändern kann. Das Ergebnis sieht man gleich auf dem Display.

Faustregel: Im Zweifelsfall bei großen Kontrasten darauf achten, dass die Lichter nicht „ausfressen”, also keine Zeichnung mehr aufweisen. Damit wird der dunklere Teil zwar noch dunkler, aber den kann man ggf. später noch aufhellen. Was im Bild einmal weiß ist wird auch später keine Details mehr enthüllen.

Die Kamera stabilisieren

Das klingt jetzt leichter gesagt als getan. Es wird doch niemand ein Smartphone auf ein Stativ setzen wollen? Doch, genau das. Ich verstehen die Hemmungen, damit womöglich vor Publikum zu hantieren. es sieht einfach ein bißchen lächerlich aus, ein Stativ auszupacken und dann das Handy daruf zu montieren. Aber wenn man weiß, dass die Situation eintritt und man bei schlechtem Licht fotografieren muss, sollte man das probieren. Es muss ja nicht gerade das große Dreibein-Stativ sein. Youtube-Vlogger haben die kleinen Gorillapod-Stative populär gemacht, so dass man damit statt Kopfschütteln durchaus anerkennden Blicke erntet.

Bilder gestalten

Am iPhone kann man den Punkt für Fokus und Belichtung „feststellen”: Diese Funktion erreicht man durch längeres Drücken auf einem Punkt im Display und sie heißt AE/AF-Lock. Die Schärfe wird nicht mehr an einem anderen Bildteil festgemacht, wenn wir den Ausschnitt ändern oder wenn jemand durchs Bild läuft. Mit einer App kann man auch den Punkt für Fokus und Belichtung in zwei Zonen trennen, was aber nicht zwingend ist: Denn auch bei dem AE/AF-Lock kann man noch immer mit dem Schieberegler die Bleichtung verstellen. Und man kann in den Voreinstellungen im iPhone ein Raster einblenden, das einem hilft, das Bild zu gestalten.

Das unbearbeitete Bild.

Das unbearbeitete Bild.

Fazit

Mit dem iPhone (und vielen anderen Smartphones) kann man viel mehr machen als die meisten denken. Auch die meisten Fotografen unterschätzen Smartphone-Kameras noch immer. Das Gute an diesem Thema: Im Netz gibt es sprichwörtlich tonnenweise Infos dazu, wie man mit dem iPhone gute Bilder macht. Fast alle sind kostenlos. Ein guter Einstieg ist der Youtube-Kanal iPhone photography course (in englisch).

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Auflösung und Sensorgröße: Wie gut ist meine Kamera?

Reichen Auflösung und Bildqualität für einen großen Abzug? Oder gar für ein Panoramabild?

Reichen Auflösung und Bildqualität für einen großen Abzug? Oder gar für ein Panoramabild?

Bei den technischen Daten der digitalen Bilderwelten kommen manche ins Straucheln. Brauche ich eine Kamera mit Vollformatsensor? Und hilft mir Vollformat bei 4K-Video? Brauche ich überhaupt 4K-Video? Und auf was soll ich nun beim Kauf achten? Sensorgröße und / oder Auflösung? Die einzige korrekte Antwort dazu gibts nicht. Nicht einmal die lange Jahre gültige Empfehlung „So gut wie möglich und so teuer, wie erschwinglich” scheint mehr Gültigkeit zu haben. Aber es gibt dennoch eine Nachricht: In fast allen Klassen gibts Angebote, die gute Ergebnisse liefern.

Auflösung als Stolperstein für Vergrößerungen

Bei vielen ist die althergebrachte Vergrößerung von Bildern der Anlass, an dem sie ins Grübeln kommen. Reicht die Auflösung meiner Kamera, um zum Beispiel nach dem Urlaub einen DIN A 4 großen Abzug machen zu lassen? Oder reicht die Auflösung sogar für ein schickes Panoramaformat über dem Wohnzimmer-Sofa?

Bis hierhin ist das leicht zu beantworten. DIN A 4 ist 21 x 30 Zentimeter groß. Das ergibt bei einer idealen Druck-Auflösung von 300 dpi insgesamt 3503 x 2480 Pixel. Das kann man leicht in seiner Kamerabeschreibung nachschlagen. Zur Information die Bilddaten meiner Kameras:

  • Mein iPhone 6s erzeugt mit einer Auflösung von 12 Megapixel Bilder mit 4032 x 3024  Pixel
  • Die Uralt-Canon 550D mit einem APS-C-Sensor und 18 Megapixel Auflösung erzeugt Bilder mit 5184 x 3456  Pixel
  • Die Lumix LX100 mit einem MFT-Sensor und 16 Megapixel Auflösung erzeugt Bilder mit 4272 x 2856 Pixel
Die Sensorgröße ist wichtig, die Auflösung auch - für gute Qualität braucht es dennoch mehr.

Die Sensorgröße ist wichtig, die Auflösung auch – für gute Qualität braucht es dennoch mehr.

Auflösung und Sensorgröße

Soweit wäre die Welt der Fotografen beim Einkauf einer neuen Kamera ziemlich einfach: Auflösung nachschlagen, bestes Preis-Leistungs-Verhältnis ermitteln – fertig. Aber Auflösung ist eben nicht alles. Die Größe des Sensors ist – wie einiges andere – ebenfalls ein Faktor für Qualität von Fotos und Videos.

Das iPhone 6s hat einen Sensor, der 6,2 x 4,6 Milimeter groß ist.

Der Bildsensor der Panasonic Lumix DMC-LX100 17,3 x 13,0 Milimeter groß. Das ist der Standard des Micro-Four-Thirds Sensors (MFT), den viele Systemkameras benutzen (also meistens nicht DSLRs).

Meine alte Canon 550D verwendet wie heute noch viele preiswerte DSLRs einen APS-C-Sensor, und der ist 22,2 x 14,8 Milimeter groß und löst 18 Megapixel auf.

Und wer sich noch an das gute alte Kleinbild-Format 36 x 24 Milimeter erinnert: Auch das gibt es noch. Es ist der Königsklasse der Vollformat-Kameras vorbehalten und erbringt zum Beispiel bei der Canon 6D ganze 20,6 Megapixel.

Ist nur die Größe entscheidend?

Man ahnt es schon. Die Auflösung hängt zwar mit der Sensorgröße zusammen. Aber es gibt auch kleinere Sensoren, die eine höhere Auflösung haben. Das es hier ”Spielraum” gibt, belegt schon die Tatsache, dass die Einsteigermodelle von Canon bei gleicher Sensorgröße die Auflösung von 18 auf 24 Megapixel gesteigert haben.

Warum? Wegen der Bildqualität? Nun zuallererst wohl deswegen, weil viele Kamerakunden die Auflösung als einziges Kriterium für Bildqualität kennen. Und zweitens wohl einfach deswegen, weil es geht.

Bildqualität mit geringerer Auflösung

Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass es gute Bildqualität sowohl mit kleineren Sensoren, als auch mit geringerer Auflösung gibt. Plattformen wie dpreview.com testen jedes neue Kamera-Modell und machen meist klare Aussagen zur Bildqualität. Dazu gibts Testbilder und Messungen.

Trotzdem bleibt oft auch der persönliche, rein subjektive Eindruck, dass die teureren Kameras die besseren Bilder machen. Gibts also noch eine geheime Zutat?

Zum einen wird die Schärfe der Bilder auch durch die Qualität und Arbeitsweise der Sensoren beeinflusst. Wer aus einem kleinen Sensor 20 Megapixel Bilddaten erzeugen will, der muss zwangsläufig mehr Kniffe anwenden, als bei einem großen Sensor.

Bildqualität ist kein fester Begriff

Was oft vergessen wird: Das Objektiv ist mindestens ebenso entscheidend für die Bildqualität wie die Kamera. Mit dem Kauf besserer Wechselobjektive ist später ein Nachbessern möglich. Ob das Argument noch gilt, Geld für teure Objektive sei gut angelegt, weil man diese Jahrzehnte lang nutzt, weiß ich nicht. Die Zeiten, in denen man sich für den Rest seines Lebens auf eine große Marke festlegt, scheinen vorbei zu sein.

Bildqualität umfasst eben auch Schärfe, Kontrast, den Kontrastumfang. Und Rechenspiele mit der 300-dpi-Druckauflösung helfen nur bedingt: Ein 100 Zentimeter breites Bild braucht keine 300 dpi, um scharf zu wirken. Und es wird sich beim Betrachten auch niemand direkt vor die Nase halten.

Die Lumix LX 100: kompakt, hohe Lichtstärke, gutes Bokeh - aber eben kein Wechselobjektiv.

Die Lumix LX 100: kompakt, hohe Lichtstärke, gutes Bokeh – aber eben kein Wechselobjektiv.

Bokeh als Entscheidungshilfe

Das hier schon erläuterte Bokeh eines Bildes hängt ebenfalls an der Sensorgröße . Und viele Menschen empfinden die meist mit DSLR aufgenommenen Bilder mit ausgeprägtem Bokeh und einer geringen Schärfentiefe als qualitativ besser – sowohl bei Fotos als auch bei Videos. Wer selbst schon mit kleinen Kompaktkameras fotografiert hat, der weiß, dass die meisten Bilder dieser Kameras von vorne bis hinten scharf sind.

Das ist für Foto-Anfänger gut und bringt ein befriedigendes Ergebnis. Fortgeschrittene wollen dagegen oft ein Motiv freistellen, von einem unscharf abgebildeten Hintergrund trennen. Aus physikalischen Gründen geht das mit einem großen Sensor besser. Ein Stück weit kann man auch kleinere Sensoren zu dieser „Freistellung” bringen: Wenn man zum Beispiel sehr lichtstarke Objektiv hat und mit offener Blende fotografiert und / oder den Tele-Effekt nutzen kann.

Mein Fazit

Gute Bildqualität gibt es bei allen Sensorgrößen und Preisklassen. Ob rein rechnerisch die Auflösung für gewünschte Vorhaben wie große Abzüge oder Panoramabilder reicht, lässt sich leicht errechnen. Ob die Bildqualität auch unabhängig von den Zahlen den eigenen Ansprüchen gerecht wird, lässt sich nur mit guten Tests und Vergleichen herausbekommen. Rezensionen oder Gefälligkeitsberichte in Blogs bringen hier wenig.

Bei DSLRs und Systemkameras ist die Auswahl groß und die für die Qualität fast ebenso entscheidende des Objektivs lässt sich durch Wechselobjektive beeinflussen. Bei Kompaktkameras ohne Wechselobjektiv wird man am ehesten fündig bei den Modellen, die gute Objektive mit hoher Lichtstärke haben. Die kosten freilich fast ebenso viel wie die „Großen”.

 

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Speicher-Lösungen und Strategie

Kleine Festplatten - auch mehrere: Die Notlösung

Kleine Festplatten – auch mehrere: Die Notlösung

Speicher-Lösungen sind für alle Blogger interessant, nicht nur für Fotografen und Videofilmer. Kaum ein Blog kommt ohne eine große Anzahl guter (und immer größer dargestellter) Bilder aus. Die eigene Festplatte reicht gerade mal bis zum Kauf des nächsten Computers, der dann einen größeren Speicher enthält. Aber das Ende dieser Strategie ist abzusehen: Mit der Verbarbeitung von 4K-Videomaterial und immer größerer Bilddatenmengen wird die Computerplatte bald nicht mehr ausreichen. Wohlgemerkt: Wir reden hier nicht von dem unabdingbaren Backup. Sondern vom Massenspeicher für Fotos und Videos.

Speicher-Lösungen beruhigen

Wer schon ab und zu die Nachricht erhält, dass der Speicherplatz knapp wird, setzt gerne mal falsche Prioritäten. Wiederverwertung von älterem Material zum Beispiel, statt einer Session für neue Fotos und Videos. Einschränkungen sind in vielen Bereichen sinnvoll. Beim Bildmaterial mit Sicherheit nicht. Hier sichert eine gewisse Fülle auch die Qualität. Erst die Auswahl bringt die besten Hingucker hervor. Und wer weiß, dass er hier keine Rücksichten nehmen muss, der geht großzügiger und auch kreativer an Bild-Themen heran.

Die Cloud-Lösung

Die modernste Speichervariante erscheint fast als die Sorglos-Lösung: Man sichert sich bei Google, Amazon, Dropbox, Strato etc. ein angemessenes Speichervolumen und braucht sich über die Hardware fortan keine Gedanken mehr machen. Ach, wie lieben wir diese modernen Filme, in denen der Held überall blitzschnell auf Daten und Informationen zugreift.

Aber war es neulich nicht so, dass wir mit dem Handy oder der Internetleitung schon zuhause gefühlte Ewigkeiten brauchten, um etwas auf den Rechner zu laden?   Zwar ist man mit 100 € im Jahr bei dieser Lösung schon gut dabei. Aber man liefert seine Daten dann oft ins Ausland, sollte sich über Datenschutzbestimmungen fortan laufend unterrichten und sich vielleicht auch um das Thema Verschlüsselung kümmern.

Kleine Festplatten

Gehen wir mal davon aus, dass USB-Sticks trotz immer größerem Speichervolumen auf Dauer für kaum jemanden attraktiv sein werden. Dann bleiben die preislich sehr attraktiven externen Festplatten als die auf den ersten Blick günstigste Lösung. Ein TB als mobile Festplatte erhält man für rund 50 €. Das verschafft eine Verschnaufpause – bestenfalls. Bedenkt man dann noch, dass diese ausgelagerten Daten ja nicht die Datensicherung sind, sondern nur die Datenspeicherung, wächst der Aufwand gerade mal um 100 Prozent. Wir brauchen als für jede dieser kleinen 1-TB-Festplatten eine weitere 1-TB-Festplatte, die wir – manuell oder automatisch – befüllen. Und die wir möglichst an einem anderen Ort aufbewahren.

Netzwerk-Speicher: ausbaufähig.

Netzwerk-Speicher: ausbaufähig.

NAS-Laufwerke

NAS steht für Network Attached Storage. Und das bedeutet nichts anderes, dass ein weiterer kleine Computer in einem Gehäuse unsere Daten auf Festplatten verteilt. Am besten so, dass sie gleichzeitig auch gesichert sind. Ein NAS sollte also mindestens zwei Schächte für gleich große Festplatten besitzen, damit wir Speicherung und Sicherung dort unterbringen.

Noch während wir auf die preiswerte Lösung mit zwei Schächten und größeren Festplatten als den jetzigen schielen, wird klar, dass dies noch keine Zukunftslösung ist. Die Datenmengen steigen viel schneller, als noch vor wenigen Jahren. Und auch wenn wir mit zwei weiteren Festplatten im NAS für die nächsten zwei Jahre gut gerüstet sein sollten: Vier Schächte sehen eher nach einer längerfristigen Lösung aus.

NAS-Laufwerke mit vier Schächten gibt es so ab 250 € (zum Beispiel von Synology oder Qnap), eine 4-TB-Festplatte speziell für NAS kostet derzeit so um die 150 €.

Festplatten halten nicht für immer. In einem NAS kann man Platten austauschen, ohne Datenverlust.

Festplatten halten nicht für immer. In einem NAS kann man Platten austauschen, ohne Datenverlust. Festplatten halte nicht für immer. In einem NAS lassen sich defekte Platten austauschen, ohne Datenverlust.

Je nach Hersteller sind die Kästen nicht ganz unansehnlich und arbeiten auch vergleichsweise leise. Und weil sie übers LAN-Kabel im Wortsinne angebunden werden, müssen sie auch nicht am Schreibtisch stehen. Man kann sie in Büroschränke auslagern, oder auch in andere Räume, solange man eine LAN-Verbindung dorthin hat. Das mindert auch das Größenproblem. Auf dem Schreibtisch wirken Laufwerke für vier Platten massiv, im Schrank können auch acht Platten gut untergebracht werden.

In einer perfekten Welt erfolgt die Sicherung der ausgelagerten Daten dann noch zusätzlich an einem anderen Ort. Weil Feuer und Erdbeben ja unser Arbeitszimmer / Büro / Wohnzimmer verwüsten könnten. Weil das tatsächlich aber nur sehr wenigen Menschen in unseren Breitengraden passiert, scheinen NAS eine durchaus zukunftsträchtige und akzeptable Lösung zu sein.

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Foto-Know-How fürs eigene Blog: die Grundausrüstung

Foto-Know-How kostet auch – aber eben nur Zeit. Wer anfängt zu bloggen, der macht sich viele Gedanken um die ideale Foto-Ausrüstung. Wie machen es die anderen, was benutzen die Blog-Profis? Und gibts auch eine Lösung fürs kleine Budget? Die gute Nachricht: Es gibt immer eine preiswerte Lösung. Und die für wenig Geld muss nicht merkbar schlechter sein.

Foto-Know-How – besser als High Tech

Das Netz ist voll mit netten kleinen Geschichten, bei denen man den „Profis” eine „Gurke” untergejubelt hat. Glamour-Fotografen, die mit einer Barbie-Spielzeugkamera knipsen mussten. Video-Blogger, die mit der Auflösung auskommen mussten, die vor Generationen verwendet wurde. Und man ahnt es bereits. Diese Leute haben sich nicht bis auf die Knochen blamiert. Jemandem seine Canon 5D wegzunehmen und sie gegen eine sprichwörtliche „Schrott-Kamera” einzutauschen mag zu Beginn ziemlich hart erscheinen.

Das Bokeh - lässt sich leicht austesten.

Das Bokeh – lässt sich leicht austesten.

Der Profi, so lernen wir bei solchen Videos, reduziert die Schmach auf ein paar harte Fakten: Die Auflösung ist schlecht, also fotografieren formatfüllend, ohne dass Details eine zu große Rolle spielen. Die Belichtung ist so schlecht wie die Empfindlichkeit, also sorgen wir gutes Licht. Und die Tiefenschärfe geht gegen Unendlich, also sorgen wir selbst durch den Bildausschnitt dafür, das unser Hauptmotiv gut rauskommt.

Natürlich wünschen wir uns alle das beste Werkzeug für jede Aufgabe. Und auch wer „nur” für sein eigenes Blog arbeitet und (noch) kein Geld damit verdient, sollte sich vernünftiges Werkzeug zulegen. Wie bei jedem anderen Handwerk aber entscheidet letztlich nicht das Werkzeug, sondern der Mensch, der damit arbeitet über die Qualität.

Licht für Foto und Video - viele Ratgeber helfen bei der Auswahl.

Licht für Foto und Video – viele Ratgeber helfen bei der Auswahl.

Lernen ist die beste Investition

Eine Knipse für den Anfang zu kaufen ist ok. Damit jede Menge Schrott zu fabrizieren und nur wenige gute Bilder ist ebenfalls akzeptabel. Wer daraus allerdings nichts anderes lernt, als dass er eine teure Kamera will, hat eine Chance verpasst. Nie war es einfacher, sich das nötige Foto-Know-How anzueignen:

  • Anleitung: Neben ungezählten beinahe sinnfreien Unboxing-Videos gibt es etliche Einführungen ins Thema. Wie hängen Blende, Belichtung und Empfindlichkeit zusammen. Welche Rolle spielen Sensorgröße und Auflösung? Welcher Kamera entlocke ich wie die besten Ergebnisse? Wer sich von einem Suchbegriff zum anderen durchhangelt, der hat sich nach spätestens einer Woche das Basis-Wissen draufgeschafft.
  • Kosten: Bilder kosten nix mehr. Die ersten Gehversuche für fotobegeisterte Jugendliche führten vor einigen Jahre über teure Diafilme mit Entwicklung und Rahmung, oder ebenso teure Abzüge von Negativfilmen. Und immer, wenn man glaubte zu wissen, wie es geht, wechselte man den Film, machte neue Erfahrungen, neue Fehler, zahlte sprichwörtlich Lehrgeld. Heute kann ich in meinem Wohnzimmer dasselbe Motive in hundert Variationen ablichten. Und nachher mit einem kostenlosen Programm die Bilder betrachten, auswerten und meine Schlüsse ziehen. Wann ist die Schärfentiefe ideal? Wann beginnt die Aufnahme körnig zu erscheinen? Welche und wieviel Lichtquellen sind nützlich und praktikabel?
  • Langsamer Aufbau: Ich muss nicht von der Kompaktkamera zur Profi-Knipse umsteigen. Von 100 Euro zu 3.000 Euro. Vielleicht mache ich Food-Fotografie. Dann wird die Anschaffung, die meine Bilder schlagartig besser macht, der Kauf eines Stativs sein. Vielleicht will ich Menschen fotografieren, schnell, umstandslos, mit einem Porträt-Effekt. Dann hilft mir eine „schnelle” Linse als Wechselobjektiv weiter. Und wenn ich mir das Canon 1,4 /35 mm nicht leisten kann, dann ersteigere ich eine ältere 1,7er-Linse für 50 Euro, nötigenfalls mit einem Objektivadapter für 20 Euro. Oder ich brauche gutes Licht und einen schönen Hintergrund. Beides bekomme ich für kleines Geld im Baumarkt.

Klingt alles zu schön, um wahr zu sein? Hier ein paar Beispiele, wie man aus wenig mehr macht:

Die kleinste Canon gegen die Größte. Und bei den Ergebnissen gibts kaum Unterschiede.

Pro Photographer, cheap camera challenge – der Name der Reihe sagt schon alles

Simon Cade vom DSLR Guide wird nicht müde, in diversen Videos darauf hinzuweisen, dass er gerne mit seiner uralten Canon DSLR arbeitet, und dass das keinen Unterschied macht.

Mein Fazit

Wichtigste Ressource beim Fotografieren sind das Basis-Wissen und die Erfahrung. Wer mit einer kleinen Kamera beginnt und um die Einschränkungen weiß, der kann trotzdem tolle Ergebnisse bekommen. Wer nicht mit der von der Oma geschenkten Kompaktkamera beginnen will, der kauft sich in der Bucht eine simple DSLR mit Wechselobjeltiv. Das darf zu Beginn gerne das Kit-Objektiv sein, ein billiges Allerwelts-Zoom. Und wer Videos macht, die Zeichen an der Wand sieht (und sie richtig deutet), der kauft – gerne ebenfalls gebraucht – eine 4K-Kamera für später. Auch normale HD-Videos werden schärfer, wenn sie von 4K heruntergerechnet werden. Und die höhere Auflösung ermöglicht mit Hineinzoomen und Schwenks fast so viel, wie eine zweite Kamera am Set.

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Tintenstrahl-Farbdrucker: Braucht man die heute noch?

Mein alter Farbdrucker: Schafft er es nochmal aus der Ecke?

Mein alter Farbdrucker: Schafft er es nochmal aus der Ecke?

Tintenstrahl-Farbdrucker scheinen das gleiche Schicksal zu erleiden, wie Faxgeräte oder Diaprojektoren. Zumindest bei mir. Ich habe mein Arbeitszimmer entrümpelt und neu eingerichtet wurde (viel Ikea und ein motorisch höhenverstellbarer Schreibtisch, der sehr viel komfortabler ist als der mit Gasdruckfeder). Ins neue Arbeitszimmer haben es alle Dinge geschafft, die ich täglich für meine Arbeit brauche. In einer Ecke allerdings ruht weitgehend unbeachtet jetzt mein Epson Farbdrucker. Und mir will partout kein Grund einfallen, das Ding wieder anzuschließen und zum Laufen zu bringen

Tintenstrahl-Farbdrucker sind ein Relikt

Die schlechten Seiten von Tintenstrahl-Farbdruckern aufzuzählen ist müßig, jeder kennt sie. Die Preise für Original-Druckertinte liegen irgendwo zwischen denen von sehr teurem Parfüm und dem Straßenpreis für Heroin (gefühlt). Immer, wenn man sie anschaltet, rackern sie erst eine Weile, säubern sich und verbrauchen dabei weiter kostbare Tinte. Und wenn man dann drucken will ist entweder eine der Farbpatronen leer oder die Düsen sind verstopft. Also reinigen, Tests drucken, neu drucken, etc. Mein Schwarz-Weiß-Laserdrucker ist kein solches Problemkind: Immer gestochen scharf Ergebnisse, kein Wartungsaufwand.

Nicht dass mich jemand falsch versteht. Ich habe nichts gegen Farbdrucker. Ich habe die Teile geliebt. Wann immer mir der Sinn danach stand, habe ich nach einem Foto-Shooting einen Ausdruck gemacht. Oder ich habe spontane Familienfotos ausgedruckt, weil man die Drucke viel lieber herumzeigt, als das Display seiner Kamera. Ich habe regelmäßig die zahlreichen Bilderrahmen in unserer Wohnung neu bestückt mit aktuellen Fotos (mache ich immer noch). Auch mit Sonderformaten wie Panoramafotos.

Für die Panos habe ich stets das recht teure Spezialpapier auf der Rolle gekauft. Und natürlich habe ich beim Kauf eines neuen Druckers darauf geachtet, dass das Gerät damit auch zurecht kommt. Auch in dien Arbeitsräumen meiner Frau wurden (und werden) regelmäßig neue Panoramafotos aufgehängt. Und sie finden sicher viel Beachtung. Das kann natürlich an meinen Fotokünsten liegen. Ziemlich sicher spielt aber auch eine wichtige Rolle, dass es regionale Motive sind und ein besonderes Format.

Und dennoch finde ich weder einen Grund noch einen geeigneten Platz, um den Farbdrucker jetzt zu reanimieren.

SW-Abzug auf Barytpapier. Dokumentenecht, jetzt schon mehr als 30 Jahre alt und in einigen Jahrzehnten sicher immer noch schön.

SW-Abzug auf Barytpapier. Dokumentenecht, jetzt schon mehr als 30 Jahre alt und in einigen Jahrzehnten sicher immer noch schön. Mein alter Farbdrucker: Schafft er es nochmal aus der Ecke?

Sexy Ergebnisse? Nur im neuen Zustand

Ehrlich gesagt habe ich ihn auch schon länger nicht mehr benutzt. Zuletzt für Passbilder, was keine so richtig ekstatischen Reaktionen hervorgerufen hat. Und wenn ich jetzt über Verwendungsmöglichkeiten für Motive meiner letzten Island-Fotos nachdenke, dann komme ich auf alle möglichen Verarbeitungswege. Die meisten haben mit Hochladen der Motive zu tun und der Entscheidung Abholen oder zuschicken lassen. Die Preise für Online-Dienste sind günstig. Und eine neue Bestellung mehrerer Tintenpatronen für den Epson ist bei einer Reanimation des Druckers nicht allzu fern.

Hinzu kommt, dass zwar auch die altgedienten Holz-Rahmen samt Passepartout noch ihren Charme haben, die derzeit mit digitalen Drucken befüllt werden. Andererseits ist auch das Bestellen bereits aufgezogener Drucke unter Acryl für mich ziemlich verlockend, seitdem ich das in einer Gallerie gesehen habe. Wobei die Holzrahmen samt Passepartout sicher noch lange Jahre im Einsatz bleiben werden.

Diese jederzeit verfügbaren Dienste sind auch teilweise die Ursache dafür, dass ich eigene Farb-Ausdrucke nicht mehr beruflich nutze. Ein JPG oder PDF zu schicken ist erstens einfacher. Und zweitens sind auch bei den Betrachtern die Ansprüche gestiegen. Ob da der Farbausdruck eines schon älteren Druckers noch mithalten kann? Die Preise für gute neue Drucker dagegen lassen mir eine Neuanschaffung kaum mehr rentabel erscheinen.

In der Rückschau war der immense Aufwand, den ich mit selbst erstellten SW-Abzügen auf Baryt-Fotopapier und einem speziellen Trocknungsgerät betrieben habe, der Lebensdauer der Drucke mehr als angemessen.

Das Technik-Museum

Was also spricht noch gegen die Entsorgung des Relikts? Schwer zu sagen. In einem Kämmerlein auf dem Dachboden liegt zum Beispiel, in Kisten verwahrt, meine erstes Schwarz-Weiß-Labor. Gekauft von den mageren Einkünften eines Ferienjobs in einem Fotogeschäft während meiner Studentenzeit. Also wirklich vom Munde abgespart. Vergrößerer, eines der besten Objektive, die es damals für diesen Zweck gab. Trocknungsgerät, Lampen, Zeitschaltuhr, Schalen, Entwicklungsdosen.

Im Keller stehen zwei Überblend-Projektoren, die damals ihrer Zeit weit voraus waren. Digitale Steuerung für vertonte Diaschauen. Neben der übersichtlichen Zahl öffentlicher Diaschauen gibt es einige tausend private Dias, die ebenfalls auf zwei Magazine für die Überblendung verteilt waren. Warum? Weil ich es konnte. Warum sollte ich mir meine privaten Bilder mit weniger Komfort ansehen?

Von den zahlreichen Gehäusen und Objektiven vergangener Jahre will ich gar nicht reden. Beim Drucker ist das anders. Für ihn tickt die Uhr. „Wenn Du mich hier noch länger rumstehen lässt”, flüstert er mir zu, „dann räche ich mich mit eingetrockneten Düsen und einem Verbrauch an neuer Tinte, der Dich in den Ruin treiben wird.”

Vielleicht spreche ich nochmal mit ihm.

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