Newsletter: Top oder Flop

Newsletter-Dienste wie Mailchimp erleichtern die Arbeit - und die Auswertung.

Newsletter-Dienste wie Mailchimp erleichtern die Arbeit – und die Auswertung.

Newsletter können ein Geschäft in Gang bringen. Wenn man etwas zu verkaufen hat. Da ich online bislang wenig anzubieten habe, was man per Mausklick kaufen könnte, werde ich an dieser Stelle über die Websites berichten, die ich betreue. Und deren Newsletter ich verwalte oder andere, die ich bekomme.

Newsletter teilen dasselbe Schicksal wie Website und Facebook. Etliche Betriebe, die man darauf anspricht entgegnen: „Hab ich schon.” Und damit ist die Sache für sie erledigt. Das ist etwas traurig. Denn in vielen Fällen beschränkt sich das Engagement wirklich auf „Hab ich schon.” Dass eine Website von aktuellen Inhalten lebt (um nicht das strapazierte Wort ‚Content‘ zu bemühen). Dass Facebook etliche Posts pro Woche braucht und einiges an Interaktion. Dass Newsletter nicht nur zweimal im Jahr erscheinen sollten, wenn man etwas verkaufen will: schwierig zu vermitteln.

Das schlüssige Gegenargument lautet meist, man habe genug andere Dinge zu tun. Nun sind aber die meisten Betriebe, die ich kenne, auf private Kunden angewiesen. Zu denen sollte man Kontakt halten. Und weil der Newsletter, auch als einfache Mail direkt vom PC, jetzt wieder Hochkonjunktur hat, hier ein paar Tipps.

Newsletter – Neustart jetzt?

Newsletter sind mit Sicherheit nicht die Gelddruckmaschine, als die sie von etlichen Web-Spezialisten öfters dargestellt werden. Aber wie die meisten Dinge, hat auch diese überspitzte Aussage einen wahren Kern. Wer viele Kundenkontakte hat und ein Produkt anbietet, das er online verkaufen kann, der profitiert von einem Newsletter. Und zwar nicht erst, wenn er Anmeldungen im 5stelligen Bereich hat. Wer sein Produkt in ein Paket stecken kann, sollte sich hier einarbeiten.

Beliebte Fehler

Ich lass mal die gängigsten und offensichtlichsten Fehler weg: Unregelmäßigkeit, keine direkten Links zum Shop, falsche Termine, Preise etc. Gestaltungsfragen sind schwierig, aber die Mailservice-Anbieter machen es einem heute relativ leicht mit fertigen Templates und kostenloses Bildmaterial, das man nicht klauen muss, gibt es auch reichlich. Hier stehen weitere, allgemeine Tipps.

Grundhaltung: never change…

Ein eher grundlegendes Dilemma ist, dass viele Anbieter von den eigenen Bedürfnissen ausgehen. Sie wollen jetzt verkaufen. Der Kunde aber reagiert auf zwei Reize mit einem Spontankauf. Und nur das ist der, der zählt. Wenn die Mail nach hinten rutscht, ist der Kaufentschluss aufgeschoben und oftmals aufgehoben.

Die zwei wichtigsten Anreize sind zum einen der Preis. Das andere sind begrenzte Angebote von Dingen, die ich unbedingt haben möchte. Mit beidem tun sich vor allem Anbieter schwer, die tagein, tagaus in ihrem Betrieb Produkte zu einem festen Preis anbieten und dort auch nicht feilschen wollen.

Beides ist verständlich. Und ein Newsletter, der lediglich den Kontakt zum Kunden aufrecht erhält, der informiert und Vertrauen aufbaut, ist auch eine tolle und wichtige Sache. Dennoch wollen viele die Bestätigung durch zusätzliche Verkäufe. Wer jetzt nicht mit fetten Prozent-Angaben locken möchte, der muss sich was einfallen lassen. Originelle und ‚wertvolle‘ Dreingaben, die man anderswo nicht bekommt. Einen besonderen Service, wie Online-Beratung mit Telefon und Video. Oder konkrete praktische Tipps und Insiderwissen, das man anderswo nicht bekommt.

Die Grundhaltung ’never change a winning team‘ bezieht sich auf ihre Offline-Vermarktung. Im Online-Bereich sollten Sie durchaus einige Dinge anders handhaben, wenn Sie auch hier Erfolg haben wollen.

Weihnachtspost

Warum erscheint dieser Artikel über Newsletter jetzt? Kurz vor Weihnachten setzen (fast) alle auf die digitale Schiene. Wer noch ein paar Email-Adressen findet, der schickt jetzt ein Angebot raus. Egal ob zu früh oder zu spät, egal ob mit einem Konzept für Kundenbindung oder Online-Marketing oder nicht.

Aber immerhin ist das ein guter Zeitpunkt um über diese Dinge nachzudenken. Um jetzt mal etwas anders zu machen, vielleicht auch was Neues auszuprobieren. Oder um Konzepte, die sich nicht bewährt haben, zu überarbeiten. Und wenn es nur der Entschluss ist, die vom PC versendeten Emails jetzt über einen Mailservice zu verschicken, damit man nachher eine statistische Auswertung hat.

To-Do-Liste

Bevor der Weihnachts-Newsletter rausgeht, schauen Sie einfach mal, wieviel Sie von diesen Dingen abhaken können (oder schon abgehakt haben):

  • Nutzen Sie einen Mailservice statt die Mailsoftware auf Ihrem PC: Dann erhalten Sie statistische Aussagen.
  • Wählen Sie gute Bilder aus, die man überall (!) nutzen darf. Ihr Newsletter sollte auch in den Sozialen Medien geteilt werden können. Das kollidiert mit manchen Nutzungslizenzen.
  • Wenn Sie verkaufen wollen: Packen Sie das ultimative, wünschenswerte Angebot dazu. Es soll einen echten konkreten Nutzen bringen.
  • Und machen Sie zumindest ein Angebot, bei dem Sie Ihren Kunden preislich deutlich entgegenkommen.
  • Planen Sie den Zeitraum für Ihren nächsten Newsletter und legen Sie sich jetzt fest: Weniger als vier Mal im Jahr sollten Sie sich nicht zu Wort melden.
  • Überlegen Sie, wie Sie die Zahl der Newsletter-Anmeldungen erhöhen können, offline und online.

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